SBB-Programm "Impuls 97"
- ShortId
-
95.3211
- Id
-
19953211
- Updated
-
14.11.2025 06:35
- Language
-
de
- Title
-
SBB-Programm "Impuls 97"
- AdditionalIndexing
-
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Mit dieser Interpellation möchte ich vom Bundesrat vor allem erfahren, wie er die legitimen Kosten-Nutzen-Analysen der SBB einerseits und die nationalpolitischen Interessen und Bemühungen um den Zusammenhalt der Sprachregionen andererseits gewichtet.</p><p>Nach meiner Meinung ist diese Frage von fundamentaler Bedeutung. An der Politik, die Deutschland im Bereich der Hochgeschwindigkeitszüge ICE verfolgt, zeigt sich die zentrale Bedeutung eines Schienennetzes, das den Fahrgästen bequemes und umsteigefreies Reisen erlaubt. Damit wird zugleich die Einheit des wiedervereinigten Landes unterstrichen. Frankreich hat diesen Weg schon lange eingeschlagen und ein TGV-Netz erstellt, an das sogar Grossbritannien angeschlossen ist.</p><p>Es wäre sehr wünschenswert, dass der Bundesrat untersuchen liesse, welche Folgen die Abkehr der Schweiz von der Eisenbahnpolitik der Nachbarländer zeitigt - eine Frage, die auch die Oeffentlichkeit interessiert. Als Romand stelle ich einfach fest, dass zum Beispiel die Eröffnung der TGV-Strecken Genf-Paris und Lausanne-Paris dazu geführt hat, dass die Romands in einem bisher einzigartigen Ausmass Zweitwohnungen in Paris und im Burgund gekauft haben. Im Umkehrschluss ist zu folgern, dass die Verschlechterungen, die das SBB-Programm "Impuls 97" für die Romandie mit sich bringt, Deutschschweiz und Westschweiz noch mehr trennt - und das ein Jahr vor den Feiern von 1998, die der Idee der Schweiz als Willensnation neue Bedeutung geben sollen.</p>
- Antwort des Bundesrates.
- <p>Ist sich der Bundesrat, Oberaufsichtsbehörde der SBB, bewusst, welche Tragweite die Änderungen des Fahrplans und der direkten Verbindungen haben, die am 28. Mai 1995 von der Boulevardpresse angekündigt und tags darauf von der "Neuen Zürcher Zeitung" in einem Bericht bestätigt wurden?</p><p>In diesem Bericht steht namentlich, dass täglich 12 500 Bahnreisende (was etwa einer Division entspricht), die gewöhnlich für lange Strecken wie beispielsweise Genf-Romanshorn oder Genf-Zürich die eigentlich leistungsfähige Jurafusslinie Genf-Basel benützen, "geopfert" werden sollen. Dafür sollen die Verbindungen, auf denen 96 Prozent der Fahrgäste befördert werden, und die kurzen Pendelstrecken, die wegen der für die Leistungserhöhungen nötigen Investitionen wahrscheinlich wenig Gewinn abwerfen, verbessert werden.</p>
- SBB-Programm "Impuls 97"
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Mit dieser Interpellation möchte ich vom Bundesrat vor allem erfahren, wie er die legitimen Kosten-Nutzen-Analysen der SBB einerseits und die nationalpolitischen Interessen und Bemühungen um den Zusammenhalt der Sprachregionen andererseits gewichtet.</p><p>Nach meiner Meinung ist diese Frage von fundamentaler Bedeutung. An der Politik, die Deutschland im Bereich der Hochgeschwindigkeitszüge ICE verfolgt, zeigt sich die zentrale Bedeutung eines Schienennetzes, das den Fahrgästen bequemes und umsteigefreies Reisen erlaubt. Damit wird zugleich die Einheit des wiedervereinigten Landes unterstrichen. Frankreich hat diesen Weg schon lange eingeschlagen und ein TGV-Netz erstellt, an das sogar Grossbritannien angeschlossen ist.</p><p>Es wäre sehr wünschenswert, dass der Bundesrat untersuchen liesse, welche Folgen die Abkehr der Schweiz von der Eisenbahnpolitik der Nachbarländer zeitigt - eine Frage, die auch die Oeffentlichkeit interessiert. Als Romand stelle ich einfach fest, dass zum Beispiel die Eröffnung der TGV-Strecken Genf-Paris und Lausanne-Paris dazu geführt hat, dass die Romands in einem bisher einzigartigen Ausmass Zweitwohnungen in Paris und im Burgund gekauft haben. Im Umkehrschluss ist zu folgern, dass die Verschlechterungen, die das SBB-Programm "Impuls 97" für die Romandie mit sich bringt, Deutschschweiz und Westschweiz noch mehr trennt - und das ein Jahr vor den Feiern von 1998, die der Idee der Schweiz als Willensnation neue Bedeutung geben sollen.</p>
- Antwort des Bundesrates.
- <p>Ist sich der Bundesrat, Oberaufsichtsbehörde der SBB, bewusst, welche Tragweite die Änderungen des Fahrplans und der direkten Verbindungen haben, die am 28. Mai 1995 von der Boulevardpresse angekündigt und tags darauf von der "Neuen Zürcher Zeitung" in einem Bericht bestätigt wurden?</p><p>In diesem Bericht steht namentlich, dass täglich 12 500 Bahnreisende (was etwa einer Division entspricht), die gewöhnlich für lange Strecken wie beispielsweise Genf-Romanshorn oder Genf-Zürich die eigentlich leistungsfähige Jurafusslinie Genf-Basel benützen, "geopfert" werden sollen. Dafür sollen die Verbindungen, auf denen 96 Prozent der Fahrgäste befördert werden, und die kurzen Pendelstrecken, die wegen der für die Leistungserhöhungen nötigen Investitionen wahrscheinlich wenig Gewinn abwerfen, verbessert werden.</p>
- SBB-Programm "Impuls 97"
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