Vermögenskonzentration. Verbesserung der Statistiken

ShortId
95.3242
Id
19953242
Updated
10.04.2024 08:48
Language
de
Title
Vermögenskonzentration. Verbesserung der Statistiken
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Das Bruttoinlandprodukt steigt weiterhin an, während sich die Situation der Gehälter und der Finanzen der öffentlichen Haushalte ständig verschlechtert. In der gegenwärtigen Krise ist in allen OECD-Ländern ein markantes Ansteigen der Kapitalerträge zu verzeichnen. Das Centre d'étude des revenus et des coûts in Frankreich hält fest, dass man das Einkommen der Selbständigerwerbenden mit dem Faktor 1,5 bis 2 multiplizieren müsse, um sich einigermassen ein Bild von den wirklichen Verhältnissen machen zu können.</p><p>Während Untersuchungen über die Armen unaufhaltsam anwachsen, sind Untersuchungen über die Reichen an einer Hand abzuzählen. Unbehelligt von indiskreten Blicken verschliesst sich die High Society, wie es in der Februarausgabe des "Monde diplomatique" heisst, nach wie vor den Sozialwissenschaften.</p><p>Solange das Einkommen der öffentlichen Hauhalte die Entwicklung unserer Sozialpolitik ermöglichte, solange die Zahl der Armen abnahm, solange der Mittelstand auf seine Rechnung kam, war es sicherlich nicht nötig, die Anhäufung von Vermögen, Privilegien, Macht und Prestige in der Hand einiger weniger allzu genau unter die Lupe zu nehmen. Da sich diese Situation grundsätzlich geändert hat, ist es jetzt an der Zeit, sich für diese "Höhlen des Ali Baba" zu interessieren.</p>
  • Antwort des Bundesrates.
  • <p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Ist der Bundesrat nicht der Meinung, dass die ungenügenden statistischen Angaben über die grossen Vermögen uns dazu verleiten, die sozialen Ungerechtigkeiten zu unterschätzen?</p><p>2. Droht die Vermögenskonzentration nicht, unsere Demokratie aus dem Gleichgewicht zu bringen?</p><p>3. Würden sich genauere Zahlen in diesem Bereich nicht dafür eignen, in bezug auf die Steuerpolitik unseres Landes Korrekturen anzubringen?</p><p>4. Besteht nicht die Gefahr, dass diese unzureichenden Statistiken auf der einen Seite zur weiteren Benachteiligung der Armen bis zur gesellschaftlichen Deklassierung und Isolierung und auf der anderen Seite zur Stärkung der Privilegierten beitragen?</p><p>5. Könnte dem Bundesamt für Statistik und dem Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung nicht der Auftrag erteilt werden, diese Realität zu erfassen?</p>
  • Vermögenskonzentration. Verbesserung der Statistiken
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Das Bruttoinlandprodukt steigt weiterhin an, während sich die Situation der Gehälter und der Finanzen der öffentlichen Haushalte ständig verschlechtert. In der gegenwärtigen Krise ist in allen OECD-Ländern ein markantes Ansteigen der Kapitalerträge zu verzeichnen. Das Centre d'étude des revenus et des coûts in Frankreich hält fest, dass man das Einkommen der Selbständigerwerbenden mit dem Faktor 1,5 bis 2 multiplizieren müsse, um sich einigermassen ein Bild von den wirklichen Verhältnissen machen zu können.</p><p>Während Untersuchungen über die Armen unaufhaltsam anwachsen, sind Untersuchungen über die Reichen an einer Hand abzuzählen. Unbehelligt von indiskreten Blicken verschliesst sich die High Society, wie es in der Februarausgabe des "Monde diplomatique" heisst, nach wie vor den Sozialwissenschaften.</p><p>Solange das Einkommen der öffentlichen Hauhalte die Entwicklung unserer Sozialpolitik ermöglichte, solange die Zahl der Armen abnahm, solange der Mittelstand auf seine Rechnung kam, war es sicherlich nicht nötig, die Anhäufung von Vermögen, Privilegien, Macht und Prestige in der Hand einiger weniger allzu genau unter die Lupe zu nehmen. Da sich diese Situation grundsätzlich geändert hat, ist es jetzt an der Zeit, sich für diese "Höhlen des Ali Baba" zu interessieren.</p>
    • Antwort des Bundesrates.
    • <p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Ist der Bundesrat nicht der Meinung, dass die ungenügenden statistischen Angaben über die grossen Vermögen uns dazu verleiten, die sozialen Ungerechtigkeiten zu unterschätzen?</p><p>2. Droht die Vermögenskonzentration nicht, unsere Demokratie aus dem Gleichgewicht zu bringen?</p><p>3. Würden sich genauere Zahlen in diesem Bereich nicht dafür eignen, in bezug auf die Steuerpolitik unseres Landes Korrekturen anzubringen?</p><p>4. Besteht nicht die Gefahr, dass diese unzureichenden Statistiken auf der einen Seite zur weiteren Benachteiligung der Armen bis zur gesellschaftlichen Deklassierung und Isolierung und auf der anderen Seite zur Stärkung der Privilegierten beitragen?</p><p>5. Könnte dem Bundesamt für Statistik und dem Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung nicht der Auftrag erteilt werden, diese Realität zu erfassen?</p>
    • Vermögenskonzentration. Verbesserung der Statistiken

Back to List