Stromerzeugung in Energieverstärkern
- ShortId
-
95.3291
- Id
-
19953291
- Updated
-
10.04.2024 14:14
- Language
-
de
- Title
-
Stromerzeugung in Energieverstärkern
- AdditionalIndexing
-
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Ständerat
- Texts
-
- <p>Die Energieproduktion in Kraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, beeinträchtigt das klimatische Gleichgewicht durch die Überbelastung der Atmosphäre mit CO2.</p><p>Die Produktion in den herkömmlichen Kernkraftwerken beschert uns radioaktive Abfälle, die auf lange Zeit aktiv bleiben (mehrere Dutzende von Jahrtausenden). Für ihre Behandlung und Lagerung reichen unsere Kenntnisse und unsere technischen Mittel nicht aus, so dass die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. Die Verwendbarkeit dieser Abfälle (Plutonium) zu militärischen Zwecken ist ein weiterer Aspekt in diesem Zusammenhang ("Proliferation").</p><p>Die Kernfusion wird in nützlicher Frist nicht zur Energiegewinnung nutzbar gemacht werden können.</p><p>Selbst die Spezialisten der erneuerbaren Energien glauben nicht daran, dass diese kurzfristig im grossen Stil als Alternative in Frage kommen. Dabei steigt der Energieverbrauch in einer Welt, die sich in steter Entwicklung befindet, ständig erheblich an.</p><p>In der Schweiz werden auf dem Gebiet der Verbesserung des Energienutzungsgrades und der Energieeinsparung nur langsam Fortschritte erzielt, und das Moratorium hat nicht zu einer radikalen Richtungsänderung geführt, so dass bereits wieder eine Kernenergiedebatte mit der sterilen Konfrontation in Gang kommt, wie wir sie vor kurzem erlebt haben.</p><p>Es ist notwendig, dass der Bundesrat neue Initiativen ergreift, um die Suche nach Lösungen der Probleme unserer Energieversorgung zu beschleunigen.</p><p>Professor Carlo Rubbia, Nobelpreisträger für Physik und ehemaliger Direktor des Cern, schlägt die Erforschung und Entwicklung einer neuen Technik vor. Es handelt sich um die sogenannte Energieverstärkung, die auf einer kontrollierten Kernspaltung beruht - im Gegensatz zur autonomen bei herkömmlichen Kernkraftwerken -, so dass das Risiko von Unfällen des Typs "Tschernobyl" ausgeschlossen wäre.</p><p>Bei diesem System wird Thorium als Brennstoff verwendet. Es würde den Anfall von Plutonium im Vergleich zu herkömmlichen Kernkraftwerken massiv einschränken (er wäre 1000- bis 10 000mal geringer). Im gleichen Ausmass würde ebenfalls das Volumen der zu lagernden Abfälle vermindert, und die Proliferationsgefahr wäre praktisch gebannt.</p><p>Die Thoriumvorkommen der Erde sind gross, jedenfalls sind sie viel bedeutender als die Uranvorkommen.</p><p>Die von diesem System erwarteten Vorteile (massive Verminderung der langlebigen radioaktiven Abfälle und der Proliferationsgefahr, gute Umweltverträglichkeit, höhere Betriebssicherheit, Einsatz von Techniken, die grösstenteils bekannt sind, wettbewerbsfähige Kosten) veranlassen mich, dem Bundesrat folgende Fragen zu stellen:</p><p>1. Gedenkt er eine Strategie zur Entwicklung des Energieverstärkers zu erarbeiten?</p><p>2. Hat er die Absicht, zu diesem Zweck Professor Rubbia zu konsultieren?</p><p>3. Will er aufgrund der zur Verfügung stehenden Informationen der Schweizer Industrie vorschlagen, zur Entwicklung dieser Technik beizutragen?</p><p>4. Ist er, wie im Fall der Ariane-Trägerrakete, zu einer intensiven Zusammenarbeit mit den interessierten europäischen Staaten bereit, um die Chancen einer industriellen Anwendung dieser Technik zu vergrössern und die Entwicklung zu beschleunigen?</p>
- Stromerzeugung in Energieverstärkern
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Energieproduktion in Kraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, beeinträchtigt das klimatische Gleichgewicht durch die Überbelastung der Atmosphäre mit CO2.</p><p>Die Produktion in den herkömmlichen Kernkraftwerken beschert uns radioaktive Abfälle, die auf lange Zeit aktiv bleiben (mehrere Dutzende von Jahrtausenden). Für ihre Behandlung und Lagerung reichen unsere Kenntnisse und unsere technischen Mittel nicht aus, so dass die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. Die Verwendbarkeit dieser Abfälle (Plutonium) zu militärischen Zwecken ist ein weiterer Aspekt in diesem Zusammenhang ("Proliferation").</p><p>Die Kernfusion wird in nützlicher Frist nicht zur Energiegewinnung nutzbar gemacht werden können.</p><p>Selbst die Spezialisten der erneuerbaren Energien glauben nicht daran, dass diese kurzfristig im grossen Stil als Alternative in Frage kommen. Dabei steigt der Energieverbrauch in einer Welt, die sich in steter Entwicklung befindet, ständig erheblich an.</p><p>In der Schweiz werden auf dem Gebiet der Verbesserung des Energienutzungsgrades und der Energieeinsparung nur langsam Fortschritte erzielt, und das Moratorium hat nicht zu einer radikalen Richtungsänderung geführt, so dass bereits wieder eine Kernenergiedebatte mit der sterilen Konfrontation in Gang kommt, wie wir sie vor kurzem erlebt haben.</p><p>Es ist notwendig, dass der Bundesrat neue Initiativen ergreift, um die Suche nach Lösungen der Probleme unserer Energieversorgung zu beschleunigen.</p><p>Professor Carlo Rubbia, Nobelpreisträger für Physik und ehemaliger Direktor des Cern, schlägt die Erforschung und Entwicklung einer neuen Technik vor. Es handelt sich um die sogenannte Energieverstärkung, die auf einer kontrollierten Kernspaltung beruht - im Gegensatz zur autonomen bei herkömmlichen Kernkraftwerken -, so dass das Risiko von Unfällen des Typs "Tschernobyl" ausgeschlossen wäre.</p><p>Bei diesem System wird Thorium als Brennstoff verwendet. Es würde den Anfall von Plutonium im Vergleich zu herkömmlichen Kernkraftwerken massiv einschränken (er wäre 1000- bis 10 000mal geringer). Im gleichen Ausmass würde ebenfalls das Volumen der zu lagernden Abfälle vermindert, und die Proliferationsgefahr wäre praktisch gebannt.</p><p>Die Thoriumvorkommen der Erde sind gross, jedenfalls sind sie viel bedeutender als die Uranvorkommen.</p><p>Die von diesem System erwarteten Vorteile (massive Verminderung der langlebigen radioaktiven Abfälle und der Proliferationsgefahr, gute Umweltverträglichkeit, höhere Betriebssicherheit, Einsatz von Techniken, die grösstenteils bekannt sind, wettbewerbsfähige Kosten) veranlassen mich, dem Bundesrat folgende Fragen zu stellen:</p><p>1. Gedenkt er eine Strategie zur Entwicklung des Energieverstärkers zu erarbeiten?</p><p>2. Hat er die Absicht, zu diesem Zweck Professor Rubbia zu konsultieren?</p><p>3. Will er aufgrund der zur Verfügung stehenden Informationen der Schweizer Industrie vorschlagen, zur Entwicklung dieser Technik beizutragen?</p><p>4. Ist er, wie im Fall der Ariane-Trägerrakete, zu einer intensiven Zusammenarbeit mit den interessierten europäischen Staaten bereit, um die Chancen einer industriellen Anwendung dieser Technik zu vergrössern und die Entwicklung zu beschleunigen?</p>
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