Rettungsaktion für das gestalterische Werk Friedrich Dürrenmatts

ShortId
95.3537
Id
19953537
Updated
25.06.2025 02:10
Language
de
Title
Rettungsaktion für das gestalterische Werk Friedrich Dürrenmatts
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Anlässlich eines Besuches des Subkommission 3 der nationalrätlichen Finanzkommission (EDI) im Anwesen Dürrenmatt in Neuenburg hat sich ergeben, dass eine Rettungsaktion des Bundes unerlässlich ist, selbst wenn von privater Seite handfeste Zusagen vorliegen:</p><p>- Frau Charlotte Kerr Dürrenmatt möchte das untere der beiden Wohnhäuser mit einem ansehnlichen Baulandumschwung schenkungsweise an den Bund abtreten. Auf diesem an den botanischen Garten Neuenburgs angrenzenden Gelände könnte der von Mario Botta projektierte Anbau zur Aufnahme des gestalterischen Werkes realisiert werden. Das geschenkte Dürrenmatt-Wohnhaus würde sich als Begegnungszentrum eignen, wo Workshops veranstaltet, Studenten aus dem In- und Ausland aufgenommen und Literaturtage durchgeführt werden könnten.</p><p>- Frau Charlotte Kerr Dürrenmatt und die Friedrich-Dürrenmatt-Stiftung, präsidiert von Prof. Dr. Peter Nobel (Zürich), sind sodann bereit, das gestalterische Werk Dürrenmatts, vor allem seine Bilder, Drucke und Objekte, die im Botta-Anbau ausgestellt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden, dem Bund zu schenken.</p><p>- Die Friedrich-Dürrenmatt-Stiftung würde in Absprache mit Frau Charlotte Kerr Dürrenmatt, die dem Stiftungsrat angehört, die Trägerschaft für das Neubauprojekt übernehmen und dergestalt für die Aufbringung der Baukosten besorgt sein.</p><p>- Der Kanton und die Stadt Neuenburg erwägen, die Betreuung des Umschwunges und Gartens im Rahmen der Bewirtschaftung des benachbarten botanischen Gartens zu übernehmen und die Erschliessung zu verbessern (Parkplätze, öffentlicher Verkehr).</p><p>Eine Animation des vorgesehenen Dürrenmatt-Zentrums durch das Schweizerische Literaturarchiv ist unerlässlich. Dank dem noch von Friedrich Dürrenmatt vor seinem Ableben dem Bund geschenkten literarischen Nachlass hat das Schweizerische Literaturarchiv dieses Werk erfolgreich der Öffentlichkeit erschlossen. Gegenwärtig wird es durch das Schweizerische Literaturarchiv in den USA vorgestellt.</p><p>Die Literatur war Dürrenmatts Profession, die Malerei seine Passion. Die Wechselwirkungen für das Gesamtwerk Dürrenmatts liegen auf der Hand. Das Schaffen und das Wirken Dürrenmatts können nur dann richtig überblickt und verstanden werden, wenn das literarische und das gestalterische Werk zusammenbleiben. Das war auch der erklärte Wille Friedrich Dürrenmatts. Dieses Ziel kann jetzt erreicht werden. Die Voraussetzungen sind an sich gegeben. Doch fehlt das letzte, entscheidende Glied in der Kette. Zur Wahrung unseres kulturellen Erbes sollte der Bund in die Bresche springen und die verschiedenen Fäden zusammenführen. Gemessen an den auf dem Spiele stehenden Interessen ist der Aufwand bescheiden, zumal sich das vorgesehene Zentrum vortrefflich in die "Expo 2001" einbetten lässt.</p>
  • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
  • <p>Der Bundesrat wird ersucht, die Federführung zur Rettung des gestalterischen Werkes von Friedrich Dürrenmatt zu übernehmen. Die Rettungsaktion könnte folgende Kernpunkte enthalten:</p><p>a. Defizitgarantie von beispielsweise rund 1 Million Franken an die Baukosten zur Realisierung eines von Mario Botta gestalteten Museumsanbaues auf dem Anwesen Friedrich Dürrenmatts in Neuenburg;</p><p>b. Übernahme der Betriebskosten für dieses Dürrenmatt-Zentrum und Betreuung durch das Schweizerische Literaturarchiv; der Aufwand wird auf zwei Etatstellen geschätzt.</p><p>Im Gegenzug würden Frau Charlotte Kerr Dürrenmatt und die Friedrich-Dürrenmatt-Stiftung folgende Gegenleistungen erbringen:</p><p>- Schenkung des ersten Wohnhauses Friedrich Dürrenmatts mit Umschwung zur Realisierung des weitgehend aus Spendengeldern zu finanzierenden Botta-Projektes und zur Errichtung eines Dürrenmatt-Begegnungszentrums;</p><p>- Schenkung des gesamten gestalterischen Werkes Friedrich Dürrenmatts an den Bund zuhanden der Öffentlichkeit.</p>
  • Rettungsaktion für das gestalterische Werk Friedrich Dürrenmatts
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Anlässlich eines Besuches des Subkommission 3 der nationalrätlichen Finanzkommission (EDI) im Anwesen Dürrenmatt in Neuenburg hat sich ergeben, dass eine Rettungsaktion des Bundes unerlässlich ist, selbst wenn von privater Seite handfeste Zusagen vorliegen:</p><p>- Frau Charlotte Kerr Dürrenmatt möchte das untere der beiden Wohnhäuser mit einem ansehnlichen Baulandumschwung schenkungsweise an den Bund abtreten. Auf diesem an den botanischen Garten Neuenburgs angrenzenden Gelände könnte der von Mario Botta projektierte Anbau zur Aufnahme des gestalterischen Werkes realisiert werden. Das geschenkte Dürrenmatt-Wohnhaus würde sich als Begegnungszentrum eignen, wo Workshops veranstaltet, Studenten aus dem In- und Ausland aufgenommen und Literaturtage durchgeführt werden könnten.</p><p>- Frau Charlotte Kerr Dürrenmatt und die Friedrich-Dürrenmatt-Stiftung, präsidiert von Prof. Dr. Peter Nobel (Zürich), sind sodann bereit, das gestalterische Werk Dürrenmatts, vor allem seine Bilder, Drucke und Objekte, die im Botta-Anbau ausgestellt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden, dem Bund zu schenken.</p><p>- Die Friedrich-Dürrenmatt-Stiftung würde in Absprache mit Frau Charlotte Kerr Dürrenmatt, die dem Stiftungsrat angehört, die Trägerschaft für das Neubauprojekt übernehmen und dergestalt für die Aufbringung der Baukosten besorgt sein.</p><p>- Der Kanton und die Stadt Neuenburg erwägen, die Betreuung des Umschwunges und Gartens im Rahmen der Bewirtschaftung des benachbarten botanischen Gartens zu übernehmen und die Erschliessung zu verbessern (Parkplätze, öffentlicher Verkehr).</p><p>Eine Animation des vorgesehenen Dürrenmatt-Zentrums durch das Schweizerische Literaturarchiv ist unerlässlich. Dank dem noch von Friedrich Dürrenmatt vor seinem Ableben dem Bund geschenkten literarischen Nachlass hat das Schweizerische Literaturarchiv dieses Werk erfolgreich der Öffentlichkeit erschlossen. Gegenwärtig wird es durch das Schweizerische Literaturarchiv in den USA vorgestellt.</p><p>Die Literatur war Dürrenmatts Profession, die Malerei seine Passion. Die Wechselwirkungen für das Gesamtwerk Dürrenmatts liegen auf der Hand. Das Schaffen und das Wirken Dürrenmatts können nur dann richtig überblickt und verstanden werden, wenn das literarische und das gestalterische Werk zusammenbleiben. Das war auch der erklärte Wille Friedrich Dürrenmatts. Dieses Ziel kann jetzt erreicht werden. Die Voraussetzungen sind an sich gegeben. Doch fehlt das letzte, entscheidende Glied in der Kette. Zur Wahrung unseres kulturellen Erbes sollte der Bund in die Bresche springen und die verschiedenen Fäden zusammenführen. Gemessen an den auf dem Spiele stehenden Interessen ist der Aufwand bescheiden, zumal sich das vorgesehene Zentrum vortrefflich in die "Expo 2001" einbetten lässt.</p>
    • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
    • <p>Der Bundesrat wird ersucht, die Federführung zur Rettung des gestalterischen Werkes von Friedrich Dürrenmatt zu übernehmen. Die Rettungsaktion könnte folgende Kernpunkte enthalten:</p><p>a. Defizitgarantie von beispielsweise rund 1 Million Franken an die Baukosten zur Realisierung eines von Mario Botta gestalteten Museumsanbaues auf dem Anwesen Friedrich Dürrenmatts in Neuenburg;</p><p>b. Übernahme der Betriebskosten für dieses Dürrenmatt-Zentrum und Betreuung durch das Schweizerische Literaturarchiv; der Aufwand wird auf zwei Etatstellen geschätzt.</p><p>Im Gegenzug würden Frau Charlotte Kerr Dürrenmatt und die Friedrich-Dürrenmatt-Stiftung folgende Gegenleistungen erbringen:</p><p>- Schenkung des ersten Wohnhauses Friedrich Dürrenmatts mit Umschwung zur Realisierung des weitgehend aus Spendengeldern zu finanzierenden Botta-Projektes und zur Errichtung eines Dürrenmatt-Begegnungszentrums;</p><p>- Schenkung des gesamten gestalterischen Werkes Friedrich Dürrenmatts an den Bund zuhanden der Öffentlichkeit.</p>
    • Rettungsaktion für das gestalterische Werk Friedrich Dürrenmatts

Back to List