Innovationskapazität der Klein- und Mittelbetriebe (KMU)

ShortId
95.3579
Id
19953579
Updated
14.11.2025 08:59
Language
de
Title
Innovationskapazität der Klein- und Mittelbetriebe (KMU)
AdditionalIndexing
Klein- und mittleres Unternehmen;Forschungsprogramm;Forschungsförderung
1
  • L05K0703060302, Klein- und mittleres Unternehmen
  • L04K16020204, Forschungsförderung
  • L04K16020201, Forschungsprogramm
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Ein kürzlich erschienener Expertenbericht, der unter Mitarbeit des Bundesamtes für Konjunkturfragen erstellt wurde, zeigt, dass man die Lösung des Arbeitslosenproblems, das unser Land - insbesondere die französische Schweiz - schwer drückt, offenbar einzig dem konjunkturellen Aufschwung überlässt. Die Experten gehen von einem hohen Realwachstum bis zum Jahr 2000 aus. Angesichts der Erfahrungen der letzten 15 Jahre scheint ein Realwachstum des BIP von über 2 Prozent jedoch sehr optimistisch und daher wenig wahrscheinlich zu sein.</p><p>Die Erfahrung in OECD-Ländern - und besonders in den USA - zeigt, dass es die KMU sind, die die meisten dauerhaften Arbeitsplätze schaffen.</p><p>Ein sanfte Gesetzgebung, die sich am "Small Business Innovation Research Program" der Vereinigten Staaten orientiert, könnte das Potential zur Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen durch die KMU erhöhen, ihre Innovationsfähigkeit und internationale Konkurrenzfähigkeit stärken, und dies mit einem Minimum an Regulierung und Bürokratie.</p><p>Die Small Business Administration in Washington D.C. hält eine sehr detaillierte Dokumentation und Information zu diesem Programm, die gesetzliche Grundlage, auf der sie beruht, sowie eine von den amerikanischen Behörden durchgeführte Beurteilung über Nutzeffekt und Wirtschaftlichkeit zur Verfügung. Diese Beurteilung war so überzeugend, dass der Kongress, der das budgetäre Gleichgewicht wieder hergestellt sehen möchte, das besagte Programm konsolidiert hat.</p><p>Das Funktionsprinzip des amerikanischen Systems ist einfach: im wesentlichen stützt es sich auf ein Gesetz, das Innovation und Forschung in den KMU fördert; nach diesem Gesetz müssen alle Bundesstellen einen gewissen Prozentsatz ihres Budgets für Forschungs- und Innovationsprojekte zugunsten der KMU zur Verfügung stellen. Das amerikanische Gesetz verpflichtet den privaten und den öffentlichen Sektor zur Zusammenarbeit, ohne dass eigens eine neue Organisation geschaffen wird und zusätzliche Mittel aufgebracht werden. Betroffen davon sind die Bereiche Armee, Raumfahrt, Medizin, Forschung, Energiewirtschaft, Handel usw., und zwar ab einem gewissen Grenzbetrag, der in diesen Bereichen in Forschung und Entwicklung investiert wird. Um die Dynamik dieses Systems sicherzustellen, wurde eine sukzessive Erhöhung des Budgetrahmens dieses Programms von 1 Prozent im Jahre 1982 bis auf 2,5 Prozent ab dem Jahr 1997 vorgesehen. Grundlage für die Berechnung dieser Prozentsätze sind die Aufwendungen der betroffenen Behörden und Institutionen für Forschung und Entwicklung.</p><p>Unter den gleichen Voraussetzungen würde der Betrag in der Schweiz schätzungsweise zwischen 20 und 50 Millionen Franken pro Jahr liegen. Neben einer Steigerung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit der KMU sind als weitere Auswirkungen auch bessere Beziehungen zwischen privatem und staatlichem Sektor auf dem Gebiet der Innovation und Forschung sowie ein dauerhafter Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit zu erwarten.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass eine verstärkte Mitbeteiligung der Klein- und Mittelbetriebe (KMU) an der Forschung ein wichtiges Ziel darstellt. Erschliesst sich in diesem Punkt dem in der Motion geäusserten Anliegen an, ist jedoch unterschiedlicher Meinung mit Bezug auf die einzusetzenden Instrumente.</p><p></p><p>Die Beteiligung der KMU ist eines der wichtigsten Ziele zur Förderung der angewandten Forschung: Das Programm 1996-1999 der Kommission für Technologie und Innovation (KTI), das durch die Eidgenössischen Räte im November 1995 angenommen worden ist, sieht vor, dass der Anteil der KMU 80 Prozent der unterstützten Projekte erreichen sollte. Die Kommission konzentriert ihre speziellen Aktivitäten auf Branchen und Bereiche, in denen die KN1U dominieren. Im übrigen entspricht das vorgeschlagene amerikanische Modell weitgehend dem Förderungsprogramm der KTI. Die KMU-Orientierung bildet auch ein wichtiger Aspekt der europäischen Forschungsprogramme, an denen sich die Schweiz mitbeteiligt. Diese verschiedenen Instrumente bezwecken vor allem, die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen zu stärken und die Verbreitung neuer Technologien zu verbessern. Diese Massnahmen scheinen uns vielversprechender zu sein als die Umsetzung eines nordamerikanischen Modells, mittels neuem Gesetz die Bundesstellen dazu zu verpflichten, mindestens ein Prozent ihres Forschungsbudgets extra-muros zu Gunsten von KMU-Programmen abzutreten. Angesichts der Tatsache, dass sich die öffentliche Hand in der Schweiz viel weniger stark in der Forschung engagiert, würde eine solche Verpflichtung nicht garantieren, dass die nötige kritische Masse erreicht wird. Zudem bestünde die Gefahr einer Verzettelung der Kräfte.</p><p></p><p>Nach Meinung des Bundesrates ist es allerdings möglich, die Effizienz der Forschungsförderung -gerade indem man sich durch ausländische Erfahrungen inspirieren lässt -, im Hinblick auf eine erleichterte Teilnahme der KMU noch zu verbessern. Angesichts der sehr schnellen Veränderungen, denen Wirtschaft und Technologien unterworfen sind, ist es unbedingt notwendig, die Entwicklung dauernd zu verfolgen, um die Rahmenbedingungen und Förderungsmassnahmen zugunsten der Unternehmen in den Bereichen Forschung, Steuern und in vielen andern Gebieten anzupassen. In dieser Hinsicht spielt die Information eine entscheidende Rolle. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Bund heute über neue Instrumente zugunsten der KMU verfügt, vor allem zur Teilnahme an internationalen Informations- und Beratungsprogrammen (Bundesbeschluss vom 6. Oktober 1995).</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
  • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, einen Erlass zur Förderung von Innovation und angewandter Forschung in den Klein- und Mittelbetrieben auszuarbeiten; damit sollen alle Stellen des Bundes (einschliesslich der unabhängigen Institutionen wie des Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, der Eidgenössischen Technischen Hochschulen, der Fachhochschulen und der unabhängigen Forschungsinstitute wie das CSEM, die vom Bund eine Finanzierung nach Artikel 16 des Forschungsgesetzes erhalten) dazu verpflichtet werden, einen bestimmten Prozentsatz ihres Budgets, mindestens aber 1 Prozent ab dem ersten Jahr, an ein spezielles Forschungs- und Entwicklungsprogramm zugunsten der KMU abzutreten.</p><p>Dieses Programm darf nicht mit den Verträgen gleichgesetzt werden, die gegenwärtig als Forschungs- und Entwicklungsaufträge des Bundes bestehen und die die Verwaltung für ihren eigenen Bedarf an die KMU vergibt.</p><p>Es handelt sich also hier vielmehr um eine ganz neue und andere Art von Initiative, an deren Umsetzung sich die KMU beteiligen müssen.</p><p>Der Bundesrat kann sich bei der Vorbereitung dieses Programms nach dem "Small Business Innovation Research Program" richten, das in den Vereinigten Staaten seit 1982 in Kraft ist und das bereits zweimal, 1986 und 1992, verlängert wurde.</p>
  • Innovationskapazität der Klein- und Mittelbetriebe (KMU)
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Ein kürzlich erschienener Expertenbericht, der unter Mitarbeit des Bundesamtes für Konjunkturfragen erstellt wurde, zeigt, dass man die Lösung des Arbeitslosenproblems, das unser Land - insbesondere die französische Schweiz - schwer drückt, offenbar einzig dem konjunkturellen Aufschwung überlässt. Die Experten gehen von einem hohen Realwachstum bis zum Jahr 2000 aus. Angesichts der Erfahrungen der letzten 15 Jahre scheint ein Realwachstum des BIP von über 2 Prozent jedoch sehr optimistisch und daher wenig wahrscheinlich zu sein.</p><p>Die Erfahrung in OECD-Ländern - und besonders in den USA - zeigt, dass es die KMU sind, die die meisten dauerhaften Arbeitsplätze schaffen.</p><p>Ein sanfte Gesetzgebung, die sich am "Small Business Innovation Research Program" der Vereinigten Staaten orientiert, könnte das Potential zur Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen durch die KMU erhöhen, ihre Innovationsfähigkeit und internationale Konkurrenzfähigkeit stärken, und dies mit einem Minimum an Regulierung und Bürokratie.</p><p>Die Small Business Administration in Washington D.C. hält eine sehr detaillierte Dokumentation und Information zu diesem Programm, die gesetzliche Grundlage, auf der sie beruht, sowie eine von den amerikanischen Behörden durchgeführte Beurteilung über Nutzeffekt und Wirtschaftlichkeit zur Verfügung. Diese Beurteilung war so überzeugend, dass der Kongress, der das budgetäre Gleichgewicht wieder hergestellt sehen möchte, das besagte Programm konsolidiert hat.</p><p>Das Funktionsprinzip des amerikanischen Systems ist einfach: im wesentlichen stützt es sich auf ein Gesetz, das Innovation und Forschung in den KMU fördert; nach diesem Gesetz müssen alle Bundesstellen einen gewissen Prozentsatz ihres Budgets für Forschungs- und Innovationsprojekte zugunsten der KMU zur Verfügung stellen. Das amerikanische Gesetz verpflichtet den privaten und den öffentlichen Sektor zur Zusammenarbeit, ohne dass eigens eine neue Organisation geschaffen wird und zusätzliche Mittel aufgebracht werden. Betroffen davon sind die Bereiche Armee, Raumfahrt, Medizin, Forschung, Energiewirtschaft, Handel usw., und zwar ab einem gewissen Grenzbetrag, der in diesen Bereichen in Forschung und Entwicklung investiert wird. Um die Dynamik dieses Systems sicherzustellen, wurde eine sukzessive Erhöhung des Budgetrahmens dieses Programms von 1 Prozent im Jahre 1982 bis auf 2,5 Prozent ab dem Jahr 1997 vorgesehen. Grundlage für die Berechnung dieser Prozentsätze sind die Aufwendungen der betroffenen Behörden und Institutionen für Forschung und Entwicklung.</p><p>Unter den gleichen Voraussetzungen würde der Betrag in der Schweiz schätzungsweise zwischen 20 und 50 Millionen Franken pro Jahr liegen. Neben einer Steigerung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit der KMU sind als weitere Auswirkungen auch bessere Beziehungen zwischen privatem und staatlichem Sektor auf dem Gebiet der Innovation und Forschung sowie ein dauerhafter Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit zu erwarten.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass eine verstärkte Mitbeteiligung der Klein- und Mittelbetriebe (KMU) an der Forschung ein wichtiges Ziel darstellt. Erschliesst sich in diesem Punkt dem in der Motion geäusserten Anliegen an, ist jedoch unterschiedlicher Meinung mit Bezug auf die einzusetzenden Instrumente.</p><p></p><p>Die Beteiligung der KMU ist eines der wichtigsten Ziele zur Förderung der angewandten Forschung: Das Programm 1996-1999 der Kommission für Technologie und Innovation (KTI), das durch die Eidgenössischen Räte im November 1995 angenommen worden ist, sieht vor, dass der Anteil der KMU 80 Prozent der unterstützten Projekte erreichen sollte. Die Kommission konzentriert ihre speziellen Aktivitäten auf Branchen und Bereiche, in denen die KN1U dominieren. Im übrigen entspricht das vorgeschlagene amerikanische Modell weitgehend dem Förderungsprogramm der KTI. Die KMU-Orientierung bildet auch ein wichtiger Aspekt der europäischen Forschungsprogramme, an denen sich die Schweiz mitbeteiligt. Diese verschiedenen Instrumente bezwecken vor allem, die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen zu stärken und die Verbreitung neuer Technologien zu verbessern. Diese Massnahmen scheinen uns vielversprechender zu sein als die Umsetzung eines nordamerikanischen Modells, mittels neuem Gesetz die Bundesstellen dazu zu verpflichten, mindestens ein Prozent ihres Forschungsbudgets extra-muros zu Gunsten von KMU-Programmen abzutreten. Angesichts der Tatsache, dass sich die öffentliche Hand in der Schweiz viel weniger stark in der Forschung engagiert, würde eine solche Verpflichtung nicht garantieren, dass die nötige kritische Masse erreicht wird. Zudem bestünde die Gefahr einer Verzettelung der Kräfte.</p><p></p><p>Nach Meinung des Bundesrates ist es allerdings möglich, die Effizienz der Forschungsförderung -gerade indem man sich durch ausländische Erfahrungen inspirieren lässt -, im Hinblick auf eine erleichterte Teilnahme der KMU noch zu verbessern. Angesichts der sehr schnellen Veränderungen, denen Wirtschaft und Technologien unterworfen sind, ist es unbedingt notwendig, die Entwicklung dauernd zu verfolgen, um die Rahmenbedingungen und Förderungsmassnahmen zugunsten der Unternehmen in den Bereichen Forschung, Steuern und in vielen andern Gebieten anzupassen. In dieser Hinsicht spielt die Information eine entscheidende Rolle. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Bund heute über neue Instrumente zugunsten der KMU verfügt, vor allem zur Teilnahme an internationalen Informations- und Beratungsprogrammen (Bundesbeschluss vom 6. Oktober 1995).</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
    • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, einen Erlass zur Förderung von Innovation und angewandter Forschung in den Klein- und Mittelbetrieben auszuarbeiten; damit sollen alle Stellen des Bundes (einschliesslich der unabhängigen Institutionen wie des Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, der Eidgenössischen Technischen Hochschulen, der Fachhochschulen und der unabhängigen Forschungsinstitute wie das CSEM, die vom Bund eine Finanzierung nach Artikel 16 des Forschungsgesetzes erhalten) dazu verpflichtet werden, einen bestimmten Prozentsatz ihres Budgets, mindestens aber 1 Prozent ab dem ersten Jahr, an ein spezielles Forschungs- und Entwicklungsprogramm zugunsten der KMU abzutreten.</p><p>Dieses Programm darf nicht mit den Verträgen gleichgesetzt werden, die gegenwärtig als Forschungs- und Entwicklungsaufträge des Bundes bestehen und die die Verwaltung für ihren eigenen Bedarf an die KMU vergibt.</p><p>Es handelt sich also hier vielmehr um eine ganz neue und andere Art von Initiative, an deren Umsetzung sich die KMU beteiligen müssen.</p><p>Der Bundesrat kann sich bei der Vorbereitung dieses Programms nach dem "Small Business Innovation Research Program" richten, das in den Vereinigten Staaten seit 1982 in Kraft ist und das bereits zweimal, 1986 und 1992, verlängert wurde.</p>
    • Innovationskapazität der Klein- und Mittelbetriebe (KMU)

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