Investitionsbonus
- ShortId
-
96.329
- Id
-
19960329
- Updated
-
10.04.2024 18:43
- Language
-
de
- Title
-
Investitionsbonus
- AdditionalIndexing
-
Investitionsprogramm;Investitionsbeihilfe
- 1
-
- L06K110901060101, Investitionsprogramm
- L05K0704010106, Investitionsbeihilfe
- PriorityCouncil1
-
Ständerat
- Texts
-
- <p>Seit Beginn der 90er Jahre ist der Bausektor einem tiefgreifenden Wandel unterworfen, der sich heute zu einer besorgniserrregenden Krise ausgeweitet hat. Der Bausektor hat heute noch einen Anteil von 13 Prozent am BIP und wird voraussichtlich noch weiter schrumpfen; im Bauhauptgewerbe waren während der letzten Hochkonjunkturperiode noch 250'000 Arbeiter beschäftigt; 1990 waren es nur noch 167'000 und im Juni 1996 war die Anzahl der Beschäftigten auf 114'000 gesunken. </p><p></p><p>Die Zahlen im Tessin sehen noch dramatischer aus: mit dem unaufhaltsamen Rückgang des Bausektors (-6,4 Prozent allein im Jahr 1995) ist ein besorgniserregnder Abbau von Arbeitsplätzen verbunden (1990: 14'325 Beschäftigte/ 1995: 9'123 Beschäftigte, also 36,3 Prozent Abnahme in fünf Jahren). In den mit dem Bausektor verbundenen anderen Wirtschaftszweigen ist die Lage ebenso dramatisch.</p><p>Allein schon diese wenigen statistischen Angaben sprechen dafür, dass die öffentliche Hand im Investitionsbereich tätig werden muss. Damit könnten mehrere Ziele gleichzeitig erreicht werden.</p><p>Zunächst kann damit die Konjunktur im angeschlagenen Bausektor stimuliert werden, wo die Auswirkungen der Rezession und Stagnation derart verheerend sind, dass die Aufrechterhaltung der Produktionskapazität dieses Sektors in Frage steht.</p><p>Zweitens kann mit einer Investitionspolitik in bestimmten Sektoren (Strassen, öffentliche Bauten, usw.), wenn sie in absehbarer Zeit durchgeführt wird, vermieden werden, dass später massive Investitionen (für welche vielleicht dann die Mittel fehlen) getätigt werden müssen, um den Zerfall von Strukturen und Bauwerken aufzuhalten, die man zu lange weder unterhalten noch renoviert hat.</p><p>Schliesslich könnte ein Anreiz für einen so bedeutenden Wirtschaftssektor wie den Bau sich auch positiv zugunsten eines allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs auswirken.</p>
- <p>Der Kanton Tessin schlägt der Bundesversammlung vor:</p><p>1. Der Bund richtet für die 1997 beschlossenen Investitionen einen "Investitionsbonus" von 300 Millionen Franken ein.</p><p>2. Der "Investitionsbonus"gilt als Beteiligung des Bundes an den Investitionen der Kantone und Gemeinden sowie der gemeinnützigen Vereinigungen oder Stiftungen, die auf kantonaler, regionaler oder kommunaler Ebene tätig sind.</p><p>3. Die Beteiligung des Bundes schwankt zwischen 10 und 25 Prozent der Investitionskosten, je nach dem Grad der Arbeitslosigkeit in der Region und nach der Finanzkraft des Kantons.</p><p>4. Folgende Investitionbreiche werden berücksichtigt:</p><p>- Bau und Renovation von Gebäuden;</p><p>- Einrichtungen, die erneuerbare Energien verwenden;</p><p>- Investitionen für den öffentlichen Verkehr in den Agglomerationen;</p><p>- Lärmschutzmassnahmen;</p><p>- Investitionen zur Sanierung von Gebäuden zum Zwecke des Energiesparens.</p><p>5. Für alle mit der Ausrichtung des "Investitionsbonus" verbundenen Fragen gelten die Bestimmungen, die das Parlament für den Investitionsbonus 1993 beschlossen hat.</p>
- Investitionsbonus
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Seit Beginn der 90er Jahre ist der Bausektor einem tiefgreifenden Wandel unterworfen, der sich heute zu einer besorgniserrregenden Krise ausgeweitet hat. Der Bausektor hat heute noch einen Anteil von 13 Prozent am BIP und wird voraussichtlich noch weiter schrumpfen; im Bauhauptgewerbe waren während der letzten Hochkonjunkturperiode noch 250'000 Arbeiter beschäftigt; 1990 waren es nur noch 167'000 und im Juni 1996 war die Anzahl der Beschäftigten auf 114'000 gesunken. </p><p></p><p>Die Zahlen im Tessin sehen noch dramatischer aus: mit dem unaufhaltsamen Rückgang des Bausektors (-6,4 Prozent allein im Jahr 1995) ist ein besorgniserregnder Abbau von Arbeitsplätzen verbunden (1990: 14'325 Beschäftigte/ 1995: 9'123 Beschäftigte, also 36,3 Prozent Abnahme in fünf Jahren). In den mit dem Bausektor verbundenen anderen Wirtschaftszweigen ist die Lage ebenso dramatisch.</p><p>Allein schon diese wenigen statistischen Angaben sprechen dafür, dass die öffentliche Hand im Investitionsbereich tätig werden muss. Damit könnten mehrere Ziele gleichzeitig erreicht werden.</p><p>Zunächst kann damit die Konjunktur im angeschlagenen Bausektor stimuliert werden, wo die Auswirkungen der Rezession und Stagnation derart verheerend sind, dass die Aufrechterhaltung der Produktionskapazität dieses Sektors in Frage steht.</p><p>Zweitens kann mit einer Investitionspolitik in bestimmten Sektoren (Strassen, öffentliche Bauten, usw.), wenn sie in absehbarer Zeit durchgeführt wird, vermieden werden, dass später massive Investitionen (für welche vielleicht dann die Mittel fehlen) getätigt werden müssen, um den Zerfall von Strukturen und Bauwerken aufzuhalten, die man zu lange weder unterhalten noch renoviert hat.</p><p>Schliesslich könnte ein Anreiz für einen so bedeutenden Wirtschaftssektor wie den Bau sich auch positiv zugunsten eines allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs auswirken.</p>
- <p>Der Kanton Tessin schlägt der Bundesversammlung vor:</p><p>1. Der Bund richtet für die 1997 beschlossenen Investitionen einen "Investitionsbonus" von 300 Millionen Franken ein.</p><p>2. Der "Investitionsbonus"gilt als Beteiligung des Bundes an den Investitionen der Kantone und Gemeinden sowie der gemeinnützigen Vereinigungen oder Stiftungen, die auf kantonaler, regionaler oder kommunaler Ebene tätig sind.</p><p>3. Die Beteiligung des Bundes schwankt zwischen 10 und 25 Prozent der Investitionskosten, je nach dem Grad der Arbeitslosigkeit in der Region und nach der Finanzkraft des Kantons.</p><p>4. Folgende Investitionbreiche werden berücksichtigt:</p><p>- Bau und Renovation von Gebäuden;</p><p>- Einrichtungen, die erneuerbare Energien verwenden;</p><p>- Investitionen für den öffentlichen Verkehr in den Agglomerationen;</p><p>- Lärmschutzmassnahmen;</p><p>- Investitionen zur Sanierung von Gebäuden zum Zwecke des Energiesparens.</p><p>5. Für alle mit der Ausrichtung des "Investitionsbonus" verbundenen Fragen gelten die Bestimmungen, die das Parlament für den Investitionsbonus 1993 beschlossen hat.</p>
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