Verbesserungen in der Armee-Ausbildung
- ShortId
-
96.3153
- Id
-
19963153
- Updated
-
25.06.2025 02:09
- Language
-
de
- Title
-
Verbesserungen in der Armee-Ausbildung
- AdditionalIndexing
-
Offizier;Instruktor;militärische Ausbildung;Führungskraft
- 1
-
- L04K04020307, militärische Ausbildung
- L06K040203030101, Instruktor
- L05K0402030301, Offizier
- L05K0702020204, Führungskraft
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Tatsache, dass die Ausbildung in der Schweizer Armee durch einen notorischen Unterbestand an Instruktoren beeinträchtigt wird, gibt zu grosser Besorgnis Anlass. Dieses schwerwiegende Manko trägt dazu bei, dass die Auftragserfüllung der Armee (die befähigt sein muss, unser Land im Notfall zu verteidigen) in Frage gestellt ist. Im Rahmen der "Armee 95" wurde angekündigt, die Ausbildung zu professionalisieren und die Lücken im Instruktionskorps zu schliessen. Dies ist bis heute nicht in genügendem Mass geschehen; der Beizug von sogenannten Fachlehrern ist kein Ersatz für Instruktionsoffiziere.</p><p>Gerade bei einer Milizarmee ist eine gewisse Professionalisierung der Ausbildung notwendig, damit komplexe Waffen und Geräte beherrscht werden und damit eine optimale Ausbildung der Kader sichergestellt ist. Zusätzliche Instruktoren sind sowohl in den Rekrutenschulen als auch in den Offiziersschulen dringend nötig.</p><p>Das Abverdienen in der RS ist für die Ausbildung der Einheitskommandanten von grundlegender Bedeutung. Ein angehender Einheitskommandant muss in allen Phasen einer ganzen RS die Verantwortung tragen, damit er die nötige Führungserfahrung erwerben und seinen Auftrag erfüllen kann.</p><p>Die militärische Ausbildung auf allen Stufen - insbesondere auch bei Führungs- und Stabslehrgängen - muss wieder jene Qualität erreichen, dass die Wirtschaft wieder ein Interesse daran hat, ihre Kaderleute militärisch schulen zu lassen.</p>
- <p>1. Bundesrat und EMD sind sich bewusst, dass die wachsenden Aufgaben im Bereich der militärischen Ausbildung unter den in der "Armee 95" geänderten Voraussetzungen (Verkürzung der Grundausbildung, Verlängerung der Unteroffiziersschule usw.) mit dem heute zur Verfügung stehenden Bestand des Instruktionskorps nicht mehr in ausreichendem Mass erfüllt werden können und die bestehenden, erkannten personellen Lücken rasch geschlossen werden müssen. Das EMD geht davon aus, dass der Lehrpersonalbestand bis Ende 2000 um 200 Stellen auf 2000 Instruktionsoffiziere, -unteroffiziere und Fachlehrer aufgestockt werden kann. Die Fachlehrer sollen dabei die Instruktoren von Aufgaben entlasten, die nicht mit einer Führungs- und Erreichungsverantwortung verbunden sind, wie beispielsweise der Leitung von Ausbildungsanlagen.</p><p>Die jährlichen Aufstockungsschritte hängen u. a. von der Aufnahmekapazität der Ausbildungsanstalten für Instruktoren (Militärische Führungsschule an der ETH Zürich und Zentrale Schule für Instruktionsunteroffiziere in Herisau) ab, die nicht beliebig viele Schüler in einem Lehrgang ausbilden können. Aus diesem Grund wird es nicht möglich sein, die Lücken im Instruktionskorps - wie in der Motion verlangt - bis 1998 zu schliessen.</p><p>2. Es ist unbestritten, dass ein Praktischer Dienst (Abverdienen) der angehenden Einheitskommandanten von voller RS-Dauer unter Ausbildungsgesichtspunkten besser wäre. Mit der Verkürzung wurde aber ein von Arbeitgeberseite seit Jahren geäussertes Anliegen erfüllt.</p><p>Eine im Sommer 1995 unter den angehenden Einheitskommandanten durchgeführte Umfrage hat gezeigt, dass die Mehrheit mit der zeitlichen Ansetzung des Praktischen Dienstes zufrieden ist. Drei Viertel der Befragten würden einer Verlängerung des Praktischen Dienstes zustimmen, wenn diese an die Gesamtdienstleistungspflicht angerechnet würde. Zweifel wurden aber darüber laut, ob der Arbeitgeber einer Verlängerung des Praktischen Dienstes zustimmen würde.</p><p>Die Kommandanten der Grossen Verbände sind sich der Nachteile des verkürzten Praktischen Dienstes bewusst. Sie wissen aber aus eigener Erfahrung, dass in der "Armee 61" vielerorts die Rekrutierung angehender Einheitskommandanten durch die lange Dauer des Abverdienens massiv erschwert wurde. Eine Verlängerung des Praktischen Dienstes auf Kosten der Gesamtdienstleistungspflicht halten sie für unerwünscht, weil diese zwangsläufig dazu führen würde, dass die Einheitskommandanten in den Wiederholungskursen zuwenig lange zur Verfügung stünden.</p><p>Zu berücksichtigen ist im weiteren der Umstand, dass in den Rekrutenschulen der Kampftruppen in der Regel mehr angehende Einheitskommandanten zur Verfügung stehen als Rekruteneinheiten, so dass auch aus diesem Grund eine Verlängerung des Praktischen Dienstes nicht überall sinnvoll wäre. Die Geschäftsleitung des EMD hat im März 1996 einer Lösung zugestimmt, die es inskünftig bei Truppengattungen mit zu wenig angehenden Einheitskommandanten gestattet, diese Kommandanten zu Lasten der Gesamtdienstleistungspflicht zwei Wochen länger im Praktischen Dienst einzusetzen. Wo sich Einheitskommandanten ablösen müssen, ist aber eine gesamtheitliche Führungsverantwortung weiterhin nicht möglich. Es geht hier darum, für die Dauer des Praktischen Dienstes Führungs- und Ausbildungsziele festzulegen, für deren Erreichung die Schulkommandanten verantwortlich sind. In diesem Bereich wird noch an Verbesserungen gearbeitet.</p><p>3. Im Rahmen der Armeereform wurde erkannt, dass das Schwergewicht der Ausbildung inskünftig auf die Ausbildung der Kader gelegt werden muss. Das neue Ausbildungskonzept umfasst denn auch eine Reihe von Neuerungen. Eine davon ist die Schaffung eines Armeeausbildungszentrums in Luzern, in dem die höheren Armeekader (ab Stufe Bataillon/Abteilung) zentral ausgebildet werden. Die Kaderausbildung wird hier inhaltlich und methodisch auf den neuesten Stand gebracht. Dieses Modell einer "Militärakademie" stützt sich auf einen hochqualifizierten Lehrkörper, der laufend weitergebildet wird, und auf modernste Ausbildungsmittel (Simulatoren) für die Führungs- und Stabsschulung ab.</p><p>Verantwortlich für die Ausbildung der höheren Kader ist das neu geschaffene Kommando der Stabs- und Kommandantenschulen. Ihm obliegen auch die Koordination der Ausbildung der Einheitskommandanten, diejenige der Fachausbildung der Kommandanten und Führungsgehilfen und die Steuerung der Entwicklung von Einsatzverfahren unterer Stufen.</p><p>In der Erkenntnis, dass zwischen militärischer und ziviler Führungsausbildung eine gegenseitige Wechselwirkung besteht, sind mit Erfolg einzelne Lehrgänge des Armeeausbildungszentrums auch für zivile Teilnehmer geöffnet worden. Diese Möglichkeit wird auch in Zukunft bestehen.</p><p>Zusammenfassend stellt der Bundesrat fest, dass die Motion in bezug auf die Verbesserung der höheren Kaderausbildung in der Armee offene Türen einrennt. Das verlangte Konzept liegt vor und wird seit 1. Januar 1995 konsequent umgesetzt. Der Bundesrat und das EMD sind zuversichtlich, dass damit die höhere militärische Ausbildung auch für Kaderleute aus der Wirtschaft wieder an Attraktivität gewinnen wird.</p><p>Der Bundesrat weiss um die Bedeutung einer guten Ausbildung in der Armee. Deren Verbesserung ist ein Dauerauftrag. In der Stossrichtung entspricht die Motion den eigenen Absichten des EMD. Nicht alle der gestellten Forderungen lassen sich vorbehaltlos erfüllen - zumindest nicht innerhalb der von der Motion gesetzten Fristen. Der Bundesrat ist aber bereit, sie als Postulat entgegenzunehmen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Zur Verbesserung der Ausbildung in der Armee wird der Bundesrat beauftragt:</p><p>1. die Lücken im Instruktionskorps bis Ende 1998 zu schliessen;</p><p>2. dafür zu sorgen, dass jeder angehende Einheitskommandant eine ganze RS in allen Phasen der Ausbildung verantwortlich führt;</p><p>3. ein Konzept vorzulegen, wie das EMD erreichen will, dass eine höhere militärische Ausbildung für Kaderleute aus der Wirtschaft wieder attraktiv wird.</p>
- Verbesserungen in der Armee-Ausbildung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Tatsache, dass die Ausbildung in der Schweizer Armee durch einen notorischen Unterbestand an Instruktoren beeinträchtigt wird, gibt zu grosser Besorgnis Anlass. Dieses schwerwiegende Manko trägt dazu bei, dass die Auftragserfüllung der Armee (die befähigt sein muss, unser Land im Notfall zu verteidigen) in Frage gestellt ist. Im Rahmen der "Armee 95" wurde angekündigt, die Ausbildung zu professionalisieren und die Lücken im Instruktionskorps zu schliessen. Dies ist bis heute nicht in genügendem Mass geschehen; der Beizug von sogenannten Fachlehrern ist kein Ersatz für Instruktionsoffiziere.</p><p>Gerade bei einer Milizarmee ist eine gewisse Professionalisierung der Ausbildung notwendig, damit komplexe Waffen und Geräte beherrscht werden und damit eine optimale Ausbildung der Kader sichergestellt ist. Zusätzliche Instruktoren sind sowohl in den Rekrutenschulen als auch in den Offiziersschulen dringend nötig.</p><p>Das Abverdienen in der RS ist für die Ausbildung der Einheitskommandanten von grundlegender Bedeutung. Ein angehender Einheitskommandant muss in allen Phasen einer ganzen RS die Verantwortung tragen, damit er die nötige Führungserfahrung erwerben und seinen Auftrag erfüllen kann.</p><p>Die militärische Ausbildung auf allen Stufen - insbesondere auch bei Führungs- und Stabslehrgängen - muss wieder jene Qualität erreichen, dass die Wirtschaft wieder ein Interesse daran hat, ihre Kaderleute militärisch schulen zu lassen.</p>
- <p>1. Bundesrat und EMD sind sich bewusst, dass die wachsenden Aufgaben im Bereich der militärischen Ausbildung unter den in der "Armee 95" geänderten Voraussetzungen (Verkürzung der Grundausbildung, Verlängerung der Unteroffiziersschule usw.) mit dem heute zur Verfügung stehenden Bestand des Instruktionskorps nicht mehr in ausreichendem Mass erfüllt werden können und die bestehenden, erkannten personellen Lücken rasch geschlossen werden müssen. Das EMD geht davon aus, dass der Lehrpersonalbestand bis Ende 2000 um 200 Stellen auf 2000 Instruktionsoffiziere, -unteroffiziere und Fachlehrer aufgestockt werden kann. Die Fachlehrer sollen dabei die Instruktoren von Aufgaben entlasten, die nicht mit einer Führungs- und Erreichungsverantwortung verbunden sind, wie beispielsweise der Leitung von Ausbildungsanlagen.</p><p>Die jährlichen Aufstockungsschritte hängen u. a. von der Aufnahmekapazität der Ausbildungsanstalten für Instruktoren (Militärische Führungsschule an der ETH Zürich und Zentrale Schule für Instruktionsunteroffiziere in Herisau) ab, die nicht beliebig viele Schüler in einem Lehrgang ausbilden können. Aus diesem Grund wird es nicht möglich sein, die Lücken im Instruktionskorps - wie in der Motion verlangt - bis 1998 zu schliessen.</p><p>2. Es ist unbestritten, dass ein Praktischer Dienst (Abverdienen) der angehenden Einheitskommandanten von voller RS-Dauer unter Ausbildungsgesichtspunkten besser wäre. Mit der Verkürzung wurde aber ein von Arbeitgeberseite seit Jahren geäussertes Anliegen erfüllt.</p><p>Eine im Sommer 1995 unter den angehenden Einheitskommandanten durchgeführte Umfrage hat gezeigt, dass die Mehrheit mit der zeitlichen Ansetzung des Praktischen Dienstes zufrieden ist. Drei Viertel der Befragten würden einer Verlängerung des Praktischen Dienstes zustimmen, wenn diese an die Gesamtdienstleistungspflicht angerechnet würde. Zweifel wurden aber darüber laut, ob der Arbeitgeber einer Verlängerung des Praktischen Dienstes zustimmen würde.</p><p>Die Kommandanten der Grossen Verbände sind sich der Nachteile des verkürzten Praktischen Dienstes bewusst. Sie wissen aber aus eigener Erfahrung, dass in der "Armee 61" vielerorts die Rekrutierung angehender Einheitskommandanten durch die lange Dauer des Abverdienens massiv erschwert wurde. Eine Verlängerung des Praktischen Dienstes auf Kosten der Gesamtdienstleistungspflicht halten sie für unerwünscht, weil diese zwangsläufig dazu führen würde, dass die Einheitskommandanten in den Wiederholungskursen zuwenig lange zur Verfügung stünden.</p><p>Zu berücksichtigen ist im weiteren der Umstand, dass in den Rekrutenschulen der Kampftruppen in der Regel mehr angehende Einheitskommandanten zur Verfügung stehen als Rekruteneinheiten, so dass auch aus diesem Grund eine Verlängerung des Praktischen Dienstes nicht überall sinnvoll wäre. Die Geschäftsleitung des EMD hat im März 1996 einer Lösung zugestimmt, die es inskünftig bei Truppengattungen mit zu wenig angehenden Einheitskommandanten gestattet, diese Kommandanten zu Lasten der Gesamtdienstleistungspflicht zwei Wochen länger im Praktischen Dienst einzusetzen. Wo sich Einheitskommandanten ablösen müssen, ist aber eine gesamtheitliche Führungsverantwortung weiterhin nicht möglich. Es geht hier darum, für die Dauer des Praktischen Dienstes Führungs- und Ausbildungsziele festzulegen, für deren Erreichung die Schulkommandanten verantwortlich sind. In diesem Bereich wird noch an Verbesserungen gearbeitet.</p><p>3. Im Rahmen der Armeereform wurde erkannt, dass das Schwergewicht der Ausbildung inskünftig auf die Ausbildung der Kader gelegt werden muss. Das neue Ausbildungskonzept umfasst denn auch eine Reihe von Neuerungen. Eine davon ist die Schaffung eines Armeeausbildungszentrums in Luzern, in dem die höheren Armeekader (ab Stufe Bataillon/Abteilung) zentral ausgebildet werden. Die Kaderausbildung wird hier inhaltlich und methodisch auf den neuesten Stand gebracht. Dieses Modell einer "Militärakademie" stützt sich auf einen hochqualifizierten Lehrkörper, der laufend weitergebildet wird, und auf modernste Ausbildungsmittel (Simulatoren) für die Führungs- und Stabsschulung ab.</p><p>Verantwortlich für die Ausbildung der höheren Kader ist das neu geschaffene Kommando der Stabs- und Kommandantenschulen. Ihm obliegen auch die Koordination der Ausbildung der Einheitskommandanten, diejenige der Fachausbildung der Kommandanten und Führungsgehilfen und die Steuerung der Entwicklung von Einsatzverfahren unterer Stufen.</p><p>In der Erkenntnis, dass zwischen militärischer und ziviler Führungsausbildung eine gegenseitige Wechselwirkung besteht, sind mit Erfolg einzelne Lehrgänge des Armeeausbildungszentrums auch für zivile Teilnehmer geöffnet worden. Diese Möglichkeit wird auch in Zukunft bestehen.</p><p>Zusammenfassend stellt der Bundesrat fest, dass die Motion in bezug auf die Verbesserung der höheren Kaderausbildung in der Armee offene Türen einrennt. Das verlangte Konzept liegt vor und wird seit 1. Januar 1995 konsequent umgesetzt. Der Bundesrat und das EMD sind zuversichtlich, dass damit die höhere militärische Ausbildung auch für Kaderleute aus der Wirtschaft wieder an Attraktivität gewinnen wird.</p><p>Der Bundesrat weiss um die Bedeutung einer guten Ausbildung in der Armee. Deren Verbesserung ist ein Dauerauftrag. In der Stossrichtung entspricht die Motion den eigenen Absichten des EMD. Nicht alle der gestellten Forderungen lassen sich vorbehaltlos erfüllen - zumindest nicht innerhalb der von der Motion gesetzten Fristen. Der Bundesrat ist aber bereit, sie als Postulat entgegenzunehmen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Zur Verbesserung der Ausbildung in der Armee wird der Bundesrat beauftragt:</p><p>1. die Lücken im Instruktionskorps bis Ende 1998 zu schliessen;</p><p>2. dafür zu sorgen, dass jeder angehende Einheitskommandant eine ganze RS in allen Phasen der Ausbildung verantwortlich führt;</p><p>3. ein Konzept vorzulegen, wie das EMD erreichen will, dass eine höhere militärische Ausbildung für Kaderleute aus der Wirtschaft wieder attraktiv wird.</p>
- Verbesserungen in der Armee-Ausbildung
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