Elektromagnetische Impulsstrahlungen. Biologische Auswirkungen auf Kinder und Erwachsene

ShortId
96.3434
Id
19963434
Updated
14.11.2025 06:46
Language
de
Title
Elektromagnetische Impulsstrahlungen. Biologische Auswirkungen auf Kinder und Erwachsene
AdditionalIndexing
elektromagnetische schädliche Auswirkung;Computer;Kind;Fernsehempfänger;Gesundheitspolitik
1
  • L04K06020103, elektromagnetische schädliche Auswirkung
  • L04K12030201, Computer
  • L04K12020103, Fernsehempfänger
  • L03K010505, Gesundheitspolitik
  • L05K0107010205, Kind
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1. Der Stand der wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Effekte elektromagnetischer Felder auf die Gesundheit wird durch die zuständigen Stellen der Bundesverwaltung laufend mitverfolgt. Dies bewegt sich hauptsächlich im Rahmen des Projektes der WHO "International EMF Project", wo die Schweiz aktiv mitarbeitet.</p><p></p><p>2. Nachdem sie sich eingehend mit diesem Problem befasst haben, sind alle konsultierten Expertengruppen einhellig der Meinung, es bestehe kein Grund, irgendwelche schädigenden Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern von Computerbildschirmen und Fernsehgeräten zu befürchten. Sollten tatsächlich soziologische Studien existieren, die einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der vor dem Fernsehgerät verbrachten Stunden und beispielsweise der Aggressivität von Jugendlichen herstellen, sind die Gründe eher der Wirkung der transportierten Bilder und der emotionalen Belastung angesichts der Gewalt, als bei der Wirkung des Bildschirmes als solchem zuzuschreiben.</p><p></p><p>Im übrigen sind die durch Bildschirme ausgesendeten elektromagnetischen Wellen von sehr schwacher Intensität: Der Frequenzbereich bewegt sich zwischen 50 und 80 Hz und 15 bis 35 KHz. Vergleicht man diese Zahlen mit jenen anderer elektrischer Haushaltgeräte, zeigt sich, dass die Felder in der Umgebung von Fernsehern oder Computerbildschirmen nicht als erhöhte Belastungen betrachtet werden müssen. Nach heutigem Stand der Kenntnisse ist die Aussage, wonach die Benutzer von Fernsehapparaten und Computerbildschirmen sich in keiner Weise einer Gefährdung durch elektromagnetische Felder aussetzen, zutreffend. Dies gilt auch für Kinder und schwangere Frauen. Diese Schlussfolgerungen wurden durch folgende Organisationen publiziert: Bureau international du travail (BIT), Weltgesundheitsorganisation (WHO), International Commission on Nonionizing Radiation Protection (ICNIRP), Swedish National Institute of Occupational Health und Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA). Letztere hat übrigens im Rahmen ihrer Aufgabe in der Arbeitssicherheit eine Broschüre mit dem Titel "Die Arbeit am Bildschirm" publiziert. Objektiv betrachtet gibt es im heutigen Zeitpunkt keinen Grund, irgendwelche zusätzlichen Schutzmassnahmen zu treffen. Konsumenten, welche auf dem Markt nach besonders strahlungsarmen Bildschirmen suchen, erkundigen sich nach der "schwedischen Norm".</p><p></p><p>3. Die zuständigen Stellen der Bundesverwaltung haben Kenntnis von bestimmten durch das Genfer Unternehmen durchgeführten Studien. Damit Resultate in der wissenschaftlichen Forschung umfassend beurteilt werden können, ist es erforderlich, dass sie einerseits in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert werden, deren Artikel mindestens von zwei in der jeweiligen Materie kompetenten Experten beurteilt wurden, und dass andererseits deren Resultate durch andere unabhängige Forschergruppen nachvollzogen werden könnten. Dem Bundesrat sind keine solchen wissenschaftlichen Publikationen des Genfer Unternehmens bekannt. Die den zuständigen Bundesstellen bekannten Messungen anderer Forschungsgruppen stellten keine messbare Änderung der elektromagnetischen Felder bei Benutzung der vom Genfer Unternehmen angebotenen Schutzvorrichtung fest.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Seit einigen Jahren weisen Forscher aus verschiedenen Ländern nach, dass die von den Röhrenbildschirmen der Computer und Fernsehgeräte ausgehende elektromagnetische Impulsstrahlung auf lebende Organismen im embryonalen und präpuberalen Stadium schädliche Auswirkungen hat.</p><p>Bereits 1984 zeigten die schwedischen Professoren Johannson und Aronsson, dass sich die Kurven der Adrenalinausschüttung (Adrenalin ist ein "Stresshormon") bei einem Erwachsenen umkehren, wenn dieser vier Stunden im Abstand von zwei Bildschirmdiagonalen vor einem Röhrenbildschirm verbringt. Diese Studie wurde 1989 von der WHO veröffentlicht.</p><p>1990 wies Marcel Rufo, Professor für Pädopsychiatrie an der Medizinischen Fakultät in Marseille, die Auswirkungen von 50 vor dem Bildschirm verbrachten Minuten auf Schulkinder nach: schulische Leistungen 3mal tiefer, Aufnahmefähigkeit 5mal geringer, Aggressivität und Unkonzentriertheit 3mal höher, dazu Folgestörungen wie Schlaflosigkeit und Griff zu Neuroleptika oder Psychopharmaka. Diese Ergebnisse wurden 1992 durch die vom Heilpädagogen Dr. Jean Bourque an der Académie von Québec (Kanada) durchgeführte Studie mit übereinstimmenden Resultaten bestätigt.</p><p>1994 zeigte der von 79 französischen Betriebsärzten erarbeitete Bericht "Loiret" (benannt nach dem französischen Arzt und regionalen Arbeitsinspektor, der die Arbeiten koordiniert, geleitet und veröffentlicht hat), dass bei Erwachsenen nach zwei Stunden vor einem Bildschirm Sehstörungen und nach vier neuropsychologische Störungen signifikant zunehmen.</p><p>Zahlreiche andere Forscher und Forscherinnen aus verschiedenen Ländern haben sich ebenfalls mit diesem Thema befasst und sind zu vergleichbaren Schlüssen gekommen.</p><p>Diese schädlichen Auswirkungen treten anscheinend nicht auf, wenn die Röhrenbildschirme mit Schutzvorrichtungen ausgestattet sind, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist.</p><p>Kann der Bundesrat daher die folgenden Fragen beantworten:</p><p>1. Sind dem Bundesrat die erwähnten Arbeiten bekannt?</p><p>2. Welche Massnahmen wird er bei erwiesener Schädlichkeit der elektromagnetischen Impulsstrahlung treffen, um die Sicherheit und Gesundheit der Schweizerinnen und Schweizer, die Computer und Fernsehgeräte benutzen, insbesondere der Kinder, zu gewährleisten?</p><p>3. Sind dem Bundesrat die Studien bekannt, die einige Forscher eines Genfer Unternehmens durchführen? Dieses Unternehmen, die SEIC, besteht seit 27 Jahren und befasst sich mit Forschung und technologischer Entwicklung. Es wendete acht Jahre auf für die Entwicklung einer Schutzvorrichtung, welche in wissenschaftlichen Kreisen international allgemein anerkannt ist.</p>
  • Elektromagnetische Impulsstrahlungen. Biologische Auswirkungen auf Kinder und Erwachsene
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1. Der Stand der wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Effekte elektromagnetischer Felder auf die Gesundheit wird durch die zuständigen Stellen der Bundesverwaltung laufend mitverfolgt. Dies bewegt sich hauptsächlich im Rahmen des Projektes der WHO "International EMF Project", wo die Schweiz aktiv mitarbeitet.</p><p></p><p>2. Nachdem sie sich eingehend mit diesem Problem befasst haben, sind alle konsultierten Expertengruppen einhellig der Meinung, es bestehe kein Grund, irgendwelche schädigenden Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern von Computerbildschirmen und Fernsehgeräten zu befürchten. Sollten tatsächlich soziologische Studien existieren, die einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der vor dem Fernsehgerät verbrachten Stunden und beispielsweise der Aggressivität von Jugendlichen herstellen, sind die Gründe eher der Wirkung der transportierten Bilder und der emotionalen Belastung angesichts der Gewalt, als bei der Wirkung des Bildschirmes als solchem zuzuschreiben.</p><p></p><p>Im übrigen sind die durch Bildschirme ausgesendeten elektromagnetischen Wellen von sehr schwacher Intensität: Der Frequenzbereich bewegt sich zwischen 50 und 80 Hz und 15 bis 35 KHz. Vergleicht man diese Zahlen mit jenen anderer elektrischer Haushaltgeräte, zeigt sich, dass die Felder in der Umgebung von Fernsehern oder Computerbildschirmen nicht als erhöhte Belastungen betrachtet werden müssen. Nach heutigem Stand der Kenntnisse ist die Aussage, wonach die Benutzer von Fernsehapparaten und Computerbildschirmen sich in keiner Weise einer Gefährdung durch elektromagnetische Felder aussetzen, zutreffend. Dies gilt auch für Kinder und schwangere Frauen. Diese Schlussfolgerungen wurden durch folgende Organisationen publiziert: Bureau international du travail (BIT), Weltgesundheitsorganisation (WHO), International Commission on Nonionizing Radiation Protection (ICNIRP), Swedish National Institute of Occupational Health und Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA). Letztere hat übrigens im Rahmen ihrer Aufgabe in der Arbeitssicherheit eine Broschüre mit dem Titel "Die Arbeit am Bildschirm" publiziert. Objektiv betrachtet gibt es im heutigen Zeitpunkt keinen Grund, irgendwelche zusätzlichen Schutzmassnahmen zu treffen. Konsumenten, welche auf dem Markt nach besonders strahlungsarmen Bildschirmen suchen, erkundigen sich nach der "schwedischen Norm".</p><p></p><p>3. Die zuständigen Stellen der Bundesverwaltung haben Kenntnis von bestimmten durch das Genfer Unternehmen durchgeführten Studien. Damit Resultate in der wissenschaftlichen Forschung umfassend beurteilt werden können, ist es erforderlich, dass sie einerseits in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert werden, deren Artikel mindestens von zwei in der jeweiligen Materie kompetenten Experten beurteilt wurden, und dass andererseits deren Resultate durch andere unabhängige Forschergruppen nachvollzogen werden könnten. Dem Bundesrat sind keine solchen wissenschaftlichen Publikationen des Genfer Unternehmens bekannt. Die den zuständigen Bundesstellen bekannten Messungen anderer Forschungsgruppen stellten keine messbare Änderung der elektromagnetischen Felder bei Benutzung der vom Genfer Unternehmen angebotenen Schutzvorrichtung fest.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Seit einigen Jahren weisen Forscher aus verschiedenen Ländern nach, dass die von den Röhrenbildschirmen der Computer und Fernsehgeräte ausgehende elektromagnetische Impulsstrahlung auf lebende Organismen im embryonalen und präpuberalen Stadium schädliche Auswirkungen hat.</p><p>Bereits 1984 zeigten die schwedischen Professoren Johannson und Aronsson, dass sich die Kurven der Adrenalinausschüttung (Adrenalin ist ein "Stresshormon") bei einem Erwachsenen umkehren, wenn dieser vier Stunden im Abstand von zwei Bildschirmdiagonalen vor einem Röhrenbildschirm verbringt. Diese Studie wurde 1989 von der WHO veröffentlicht.</p><p>1990 wies Marcel Rufo, Professor für Pädopsychiatrie an der Medizinischen Fakultät in Marseille, die Auswirkungen von 50 vor dem Bildschirm verbrachten Minuten auf Schulkinder nach: schulische Leistungen 3mal tiefer, Aufnahmefähigkeit 5mal geringer, Aggressivität und Unkonzentriertheit 3mal höher, dazu Folgestörungen wie Schlaflosigkeit und Griff zu Neuroleptika oder Psychopharmaka. Diese Ergebnisse wurden 1992 durch die vom Heilpädagogen Dr. Jean Bourque an der Académie von Québec (Kanada) durchgeführte Studie mit übereinstimmenden Resultaten bestätigt.</p><p>1994 zeigte der von 79 französischen Betriebsärzten erarbeitete Bericht "Loiret" (benannt nach dem französischen Arzt und regionalen Arbeitsinspektor, der die Arbeiten koordiniert, geleitet und veröffentlicht hat), dass bei Erwachsenen nach zwei Stunden vor einem Bildschirm Sehstörungen und nach vier neuropsychologische Störungen signifikant zunehmen.</p><p>Zahlreiche andere Forscher und Forscherinnen aus verschiedenen Ländern haben sich ebenfalls mit diesem Thema befasst und sind zu vergleichbaren Schlüssen gekommen.</p><p>Diese schädlichen Auswirkungen treten anscheinend nicht auf, wenn die Röhrenbildschirme mit Schutzvorrichtungen ausgestattet sind, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist.</p><p>Kann der Bundesrat daher die folgenden Fragen beantworten:</p><p>1. Sind dem Bundesrat die erwähnten Arbeiten bekannt?</p><p>2. Welche Massnahmen wird er bei erwiesener Schädlichkeit der elektromagnetischen Impulsstrahlung treffen, um die Sicherheit und Gesundheit der Schweizerinnen und Schweizer, die Computer und Fernsehgeräte benutzen, insbesondere der Kinder, zu gewährleisten?</p><p>3. Sind dem Bundesrat die Studien bekannt, die einige Forscher eines Genfer Unternehmens durchführen? Dieses Unternehmen, die SEIC, besteht seit 27 Jahren und befasst sich mit Forschung und technologischer Entwicklung. Es wendete acht Jahre auf für die Entwicklung einer Schutzvorrichtung, welche in wissenschaftlichen Kreisen international allgemein anerkannt ist.</p>
    • Elektromagnetische Impulsstrahlungen. Biologische Auswirkungen auf Kinder und Erwachsene

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