Förderung des Stillens

ShortId
96.3476
Id
19963476
Updated
10.04.2024 11:51
Language
de
Title
Förderung des Stillens
AdditionalIndexing
Prävention;Gesundheitserziehung;Informationskampagne;Muttermilch;Forschungsvorhaben
1
  • L05K0105050702, Prävention
  • L04K13020103, Gesundheitserziehung
  • L05K1201020301, Informationskampagne
  • L06K140203030801, Muttermilch
  • L04K16020206, Forschungsvorhaben
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Bereits zum fünften Mal in Folge organisiert die World Alliance for Breast Feeding Action (WABA) weltweit eine Still-Woche, die in Europa in der vierzigsten Woche des Jahres stattfindet. Die diesjährige Aktion steht unter dem Motto .Stillen - eine gemeinsame Verantwortung..</p><p>Es wird oft davon gesprochen, das Stillen müsse in den Entwicklungsländern gefördert werden; denn bei Kindern, die nicht gestillt werden, besteht die Gefahr schwerer gesundheitlicher Störungen, die auch tödlich sein können. Andererseits glaubt man oft, dass die Industrieländer in dieser Hinsicht keine Probleme haben.</p><p>Kürzlich durchgeführte Forschungen in der Schweiz und in anderen .entwickelten. Ländern haben jedoch gezeigt, dass Mütter aus sozial benachteiligten Schichten weniger häufig und weniger lang stillen als Mütter aus der Mittel- und der Oberschicht. Wenn man bedenkt, dass das Stillen bei uns positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Mutter (geringeres Brustkrebsrisiko) und der Kinder (geringere Anfälligkeit für Infektionen, Durchfallerkrankungen und Allergien) hat und zudem die Mutter-Kind-Beziehung vertieft, stellt man fest, dass hier die Chancen effektiv ungleich verteilt sind.</p><p>In einer Zeit, in der viel von Prävention und Gesundheitserziehung die Rede ist und man sich intensiv mit den Gesundheitskosten beschäftigt, muss das Stillen als Faktor zur kurz- wie langfristigen Verringerung dieser Kosten mitberücksichtigt werden. Die Bundes- und Kantonsbehörden müssen ihren Beitrag zur Förderung des Stillens leisten, um die erwähnten Ungleichheiten zu beseitigen und um die Durchschnittsdauer des Stillens zu erhöhen, denn bekanntlich spielt diese beispielsweise bei der Verringerung des Risikos, im Erwachsenenalter an einer schweren Allergie zu erkranken, eine wesentliche Rolle.</p>
  • <p>Gemäss unserer föderalistischen Grundordnung - wonach die Kantone für alle Aufgaben zuständig sind, die nicht durch die Bundesverfassung dem Bund übertragen sind - liegt die Verantwortung für die Sorge der Gesundheit der Bevölkerung in erster Linie bei den Kantonen.</p><p></p><p>Die Förderung des Stillens ist zweifellos ein wichtiger Aspekt in der allgemeinen Gesundheitsförderung. Diese Aufgabe fällt in unserem Gesundheitssystem indessen jedem einzelnen Kanton zu. Dem Bundesrat fehlt die nötige Kompetenz, um sich auf diesem Gebiet im Sinne der Motion zu engagieren.</p><p></p><p>In diesem Zusammenhang sei aber darauf hingewiesen, dass mit dem neuen Krankenversicherungsgesetz (KVG), das seit dem 1. Januar 1996 in Kraft ist, zum einen die obligatorische Krankenversicherung bei Mutterschaft die Kosten der notwendigen Stillberatung (Art. 29 KVG, Abs. 2, lit.c) übernimmt und zum anderen die Versicherer gehalten sind, gemeinsam mit den Kantonen eine Institution zu betreiben, "welche Massnahmen zur Förderung der Gesundheit und zur Verhütung von Krankheiten anregt, koordiniert und evaluiert" (Art. 19 KVG).</p><p></p><p>Die Schweizerische Stiftung für Gesundheitsförderung wurde formell am 21. Juni 1996 als diese Institution anerkannt und soll 1998 im Sinne des KVG operationell sein. In diesem Rahmen sollte es möglich sein, die Koordination von Aktivitäten zur Förderung des Stillens sowie von allfälliger Begleitforschung zu prüfen.</p><p></p><p>Aus den dargelegten Gründen ist es dem Bundesrat nicht möglich, die Motion entgegenzunehmen.</p><p></p><p>Erklärung des Bundesrates</p><p></p><p>Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.
  • <p>Im allgemeinen Rahmen von Prävention und Gesundheitserziehung wird der Bundesrat beauftragt, das Stillen zu fördern. Insbesondere soll er:</p><p>- eine für diese Frage zuständige Person beim Bundesamt für Gesundheitswesen ernennen und/oder darüber informieren, dass eine solche Stelle besteht;</p><p>- landesweite Kampagnen zur Förderung des Stillens organisieren und sie mit den Kantonen und den betreffenden Organisationen koordinieren;</p><p>- alle neuen Gesetze oder Gesetzesrevisionen auf ihre Vereinbarkeit mit den Erfordernissen des Stillens überprüfen;</p><p>- verschiedene wissenschaftliche Forschungen zu diesem Thema fördern und daran teilnehmen.</p>
  • Förderung des Stillens
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Bereits zum fünften Mal in Folge organisiert die World Alliance for Breast Feeding Action (WABA) weltweit eine Still-Woche, die in Europa in der vierzigsten Woche des Jahres stattfindet. Die diesjährige Aktion steht unter dem Motto .Stillen - eine gemeinsame Verantwortung..</p><p>Es wird oft davon gesprochen, das Stillen müsse in den Entwicklungsländern gefördert werden; denn bei Kindern, die nicht gestillt werden, besteht die Gefahr schwerer gesundheitlicher Störungen, die auch tödlich sein können. Andererseits glaubt man oft, dass die Industrieländer in dieser Hinsicht keine Probleme haben.</p><p>Kürzlich durchgeführte Forschungen in der Schweiz und in anderen .entwickelten. Ländern haben jedoch gezeigt, dass Mütter aus sozial benachteiligten Schichten weniger häufig und weniger lang stillen als Mütter aus der Mittel- und der Oberschicht. Wenn man bedenkt, dass das Stillen bei uns positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Mutter (geringeres Brustkrebsrisiko) und der Kinder (geringere Anfälligkeit für Infektionen, Durchfallerkrankungen und Allergien) hat und zudem die Mutter-Kind-Beziehung vertieft, stellt man fest, dass hier die Chancen effektiv ungleich verteilt sind.</p><p>In einer Zeit, in der viel von Prävention und Gesundheitserziehung die Rede ist und man sich intensiv mit den Gesundheitskosten beschäftigt, muss das Stillen als Faktor zur kurz- wie langfristigen Verringerung dieser Kosten mitberücksichtigt werden. Die Bundes- und Kantonsbehörden müssen ihren Beitrag zur Förderung des Stillens leisten, um die erwähnten Ungleichheiten zu beseitigen und um die Durchschnittsdauer des Stillens zu erhöhen, denn bekanntlich spielt diese beispielsweise bei der Verringerung des Risikos, im Erwachsenenalter an einer schweren Allergie zu erkranken, eine wesentliche Rolle.</p>
    • <p>Gemäss unserer föderalistischen Grundordnung - wonach die Kantone für alle Aufgaben zuständig sind, die nicht durch die Bundesverfassung dem Bund übertragen sind - liegt die Verantwortung für die Sorge der Gesundheit der Bevölkerung in erster Linie bei den Kantonen.</p><p></p><p>Die Förderung des Stillens ist zweifellos ein wichtiger Aspekt in der allgemeinen Gesundheitsförderung. Diese Aufgabe fällt in unserem Gesundheitssystem indessen jedem einzelnen Kanton zu. Dem Bundesrat fehlt die nötige Kompetenz, um sich auf diesem Gebiet im Sinne der Motion zu engagieren.</p><p></p><p>In diesem Zusammenhang sei aber darauf hingewiesen, dass mit dem neuen Krankenversicherungsgesetz (KVG), das seit dem 1. Januar 1996 in Kraft ist, zum einen die obligatorische Krankenversicherung bei Mutterschaft die Kosten der notwendigen Stillberatung (Art. 29 KVG, Abs. 2, lit.c) übernimmt und zum anderen die Versicherer gehalten sind, gemeinsam mit den Kantonen eine Institution zu betreiben, "welche Massnahmen zur Förderung der Gesundheit und zur Verhütung von Krankheiten anregt, koordiniert und evaluiert" (Art. 19 KVG).</p><p></p><p>Die Schweizerische Stiftung für Gesundheitsförderung wurde formell am 21. Juni 1996 als diese Institution anerkannt und soll 1998 im Sinne des KVG operationell sein. In diesem Rahmen sollte es möglich sein, die Koordination von Aktivitäten zur Förderung des Stillens sowie von allfälliger Begleitforschung zu prüfen.</p><p></p><p>Aus den dargelegten Gründen ist es dem Bundesrat nicht möglich, die Motion entgegenzunehmen.</p><p></p><p>Erklärung des Bundesrates</p><p></p><p>Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.
    • <p>Im allgemeinen Rahmen von Prävention und Gesundheitserziehung wird der Bundesrat beauftragt, das Stillen zu fördern. Insbesondere soll er:</p><p>- eine für diese Frage zuständige Person beim Bundesamt für Gesundheitswesen ernennen und/oder darüber informieren, dass eine solche Stelle besteht;</p><p>- landesweite Kampagnen zur Förderung des Stillens organisieren und sie mit den Kantonen und den betreffenden Organisationen koordinieren;</p><p>- alle neuen Gesetze oder Gesetzesrevisionen auf ihre Vereinbarkeit mit den Erfordernissen des Stillens überprüfen;</p><p>- verschiedene wissenschaftliche Forschungen zu diesem Thema fördern und daran teilnehmen.</p>
    • Förderung des Stillens

Back to List