Winterolympiade 2006. Unterstützung der Schweizer Kandidatur
- ShortId
-
96.3627
- Id
-
19963627
- Updated
-
10.04.2024 09:02
- Language
-
de
- Title
-
Winterolympiade 2006. Unterstützung der Schweizer Kandidatur
- AdditionalIndexing
-
Wintersport;Wallis;Zukunft;Subvention;Olympische Spiele
- 1
-
- L05K0101010205, Olympische Spiele
- L05K0101010207, Wintersport
- L03K020102, Zukunft
- L05K0301010121, Wallis
- L05K1102030202, Subvention
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das Schweizerische Olympische Comité hat am 27.04.1996 an seiner Versammlung unter der Leitung von Daniel Plattner in Bern einstimmig beschlossen, die Schweizer Kandidatur Sitten-Wallis-Schweiz 2006 zu unterstützen. Das Walliser Stimmvolk wird im Juni 1997 über diese Kandidatur befinden. Die endgültige Entscheidung wird im Juni 1999 getroffen.</p><p>Nach Japan (1998) und den USA (2002) sind Europa und die Alpen an der Reihe. Die Schweiz, die zum letzten Mal im Jahre 1948 die Olympischen Winterspiele durchführen durfte, hat als Wiege des alpinen Skisports die besten Voraussetzungen für die Durchführung dieses Anlasses.</p><p>Es ist jedoch unerlässlich aus der Erfahrung mit dem Projekt 2002 die Lehren zu ziehen, und im Dossier für die Kandidatur 2006 die nötigen Korrekturen vorzunehmen, indem die Schwachstellen beseitigt und die Stärken ausgebaut werden.</p><p>In diesem Sinne haben die Verantwortlichen für die Kandidatur 2006 das Projekt 2002 mit der professionellen Hilfe verschiedener Fachleute gewissenhaft überarbeitet. Vorgesehen sind insbesondere ein einziges Olympisches Dorf und die Zentralisierung der Einrichtungen, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. Ein neues, vollständiges Dossier wurde bei den zuständigen Behörden auf kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene eingereicht.</p><p>Die Unterstützung des Bundes darf sich nicht auf die Gewährung einer reinen Defizitgarantie beschränken, wie dies für die Kandidatur 2002 vorgesehen war. Das 1994 geänderte Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und Sport, erteilt dem Bund die Kompetenz, auch Subventionen zu gewähren. Das neue Konzept der nationalen Sportanlagen eröffnet in dieser Hinsicht ebenfalls interessante Perspektiven.</p><p>Für die Durchführung der Olympischen Winterspiele 2006 in der Schweiz führen wir drei Hauptgründe an:</p><p>1. Wir wollen, dass mit diesem Projekt der Zusammenhalt des Landes sowie die Solidarität sowohl im Inland als auch gegenüber dem Ausland gefördert wird.</p><p>Das Wallis und die Schweiz müssen sich für eine Idee, ein Projekt einsetzen, das erzieherische und kulturelle Werte vereint, die uns teuer sind. Es handelt sich um eine Chance, die ergriffen werden muss, und nicht um ein Hindernis, das es zu überwinden gilt. </p><p>2. Auch ein kleines Land wie die Schweiz kann Europa und der Welt etwas Grosses bieten...</p><p>Eine Sportveranstaltung dieser Grössenordnung bringt neue Ideen hervor und gibt neue Impulse, die vieles in Bewegung setzen und wieder Vertrauen in die Zukunft schaffen. Ist es nicht so, dass der Fortschritt zuerst in den Köpfen der Menschen stattfindet?</p><p>Das Projekt der Olympischen Spiele 2006 Sitten-Wallis-Schweiz würde zweifellos in den verschiedensten Bereichen positive Auswirkungen haben: zunächst im sportlichen Bereich, dann aber auch im kulturellen, umweltpolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich. Die Durchführung der Olympischen Spiele in der Schweiz würde der Jugend wieder einen Grund geben, an die Zukunft dieses Landes zu glauben, das die Öffnung und den Zusammenhalt so dringend zum Überleben benötigt.</p><p>Was den Umweltschutz angeht, soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass die Verpflichtungen, die die Behörden mit der Unterzeichnung des .Contrat nature. eingegangenen sind, weiterhin bestehen bleiben. Der aus den Einnahmen der Kandidatur 2002 zu entrichtende Betrag für den Umweltschutz, wird wie vorgesehen an die in Gründung begriffene .Fondation olympique pour l.environnement alpin. überwiesen werden.</p><p>3. Die Schweiz als vielsprachiges und multikulturelles Land, als Begründerin des humanitären Völkerrechts und als Sitz der Olympischen Bewegung, hat die Verpflichtung, einen Beitrag für den Frieden und die Freiheit zu leisten, welche die Welt an der Schwelle des 3. Jahrtausends so sehr braucht. Auch hat sie die Aufgabe, aktiv zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.</p><p>Mit den Worten der Verantwortlichen dieses Projekts können wir sagen:</p><p>.Eine nachhaltige Entwicklung ist - wie der Fortschritt - nur etwas wert, wenn alle daran teilhaben. Die Hauptziele Effizienz und Umweltschutz werden folglich ergänzt durch jenes einer echten Ethik der sozialen Solidarität, und zwar einer Solidarität:</p><p>- zwischen den Generationen;</p><p>- mit den behinderten Personen und Athleten;</p><p>- zwischen den Standortgemeinden und den anderen Gemeinden;</p><p>- zwischen dem Wallis und der Schweiz;</p><p>- zwischen der Schweiz und dem Rest der Welt, namentlich den Entwicklungsländern..</p><p>.Die Olympische Bewegung trägt viel zur Umsetzung dieser Grundsätze bei, indem sie die sportliche Kultur sowie die sportliche Aktivität aller als Grundlage der Gesundheit, der sozialen Integration und der Erziehung fördert..</p><p>Diese Botschaft können die Sportler und Sportlerinnen aus aller Welt dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie im Respekt der Menschenwürde über sich hinauswachsen.</p><p>Die Olympischen Winterspiele 2006 müssen das Anliegen des ganzen Landes sein!</p>
- Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
- <p>Der Bund soll sich mit dem Kanton Wallis, der Stadt Sitten und den Gemeinden, in denen die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden, solidarisch zeigen, indem er einen finanziellen Beitrag leistet und damit die Durchführung dieses sportlichen Anlasses von internationaler Bedeutung in der Schweiz ermöglicht (vgl. das zu diesem Zweck veranschlagte Budget).</p><p>Wir bitten den Bundesrat um eine klare Stellungnahme vor der Abstimmung vom Juni 1997 im Wallis.</p>
- Winterolympiade 2006. Unterstützung der Schweizer Kandidatur
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Das Schweizerische Olympische Comité hat am 27.04.1996 an seiner Versammlung unter der Leitung von Daniel Plattner in Bern einstimmig beschlossen, die Schweizer Kandidatur Sitten-Wallis-Schweiz 2006 zu unterstützen. Das Walliser Stimmvolk wird im Juni 1997 über diese Kandidatur befinden. Die endgültige Entscheidung wird im Juni 1999 getroffen.</p><p>Nach Japan (1998) und den USA (2002) sind Europa und die Alpen an der Reihe. Die Schweiz, die zum letzten Mal im Jahre 1948 die Olympischen Winterspiele durchführen durfte, hat als Wiege des alpinen Skisports die besten Voraussetzungen für die Durchführung dieses Anlasses.</p><p>Es ist jedoch unerlässlich aus der Erfahrung mit dem Projekt 2002 die Lehren zu ziehen, und im Dossier für die Kandidatur 2006 die nötigen Korrekturen vorzunehmen, indem die Schwachstellen beseitigt und die Stärken ausgebaut werden.</p><p>In diesem Sinne haben die Verantwortlichen für die Kandidatur 2006 das Projekt 2002 mit der professionellen Hilfe verschiedener Fachleute gewissenhaft überarbeitet. Vorgesehen sind insbesondere ein einziges Olympisches Dorf und die Zentralisierung der Einrichtungen, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. Ein neues, vollständiges Dossier wurde bei den zuständigen Behörden auf kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene eingereicht.</p><p>Die Unterstützung des Bundes darf sich nicht auf die Gewährung einer reinen Defizitgarantie beschränken, wie dies für die Kandidatur 2002 vorgesehen war. Das 1994 geänderte Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und Sport, erteilt dem Bund die Kompetenz, auch Subventionen zu gewähren. Das neue Konzept der nationalen Sportanlagen eröffnet in dieser Hinsicht ebenfalls interessante Perspektiven.</p><p>Für die Durchführung der Olympischen Winterspiele 2006 in der Schweiz führen wir drei Hauptgründe an:</p><p>1. Wir wollen, dass mit diesem Projekt der Zusammenhalt des Landes sowie die Solidarität sowohl im Inland als auch gegenüber dem Ausland gefördert wird.</p><p>Das Wallis und die Schweiz müssen sich für eine Idee, ein Projekt einsetzen, das erzieherische und kulturelle Werte vereint, die uns teuer sind. Es handelt sich um eine Chance, die ergriffen werden muss, und nicht um ein Hindernis, das es zu überwinden gilt. </p><p>2. Auch ein kleines Land wie die Schweiz kann Europa und der Welt etwas Grosses bieten...</p><p>Eine Sportveranstaltung dieser Grössenordnung bringt neue Ideen hervor und gibt neue Impulse, die vieles in Bewegung setzen und wieder Vertrauen in die Zukunft schaffen. Ist es nicht so, dass der Fortschritt zuerst in den Köpfen der Menschen stattfindet?</p><p>Das Projekt der Olympischen Spiele 2006 Sitten-Wallis-Schweiz würde zweifellos in den verschiedensten Bereichen positive Auswirkungen haben: zunächst im sportlichen Bereich, dann aber auch im kulturellen, umweltpolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich. Die Durchführung der Olympischen Spiele in der Schweiz würde der Jugend wieder einen Grund geben, an die Zukunft dieses Landes zu glauben, das die Öffnung und den Zusammenhalt so dringend zum Überleben benötigt.</p><p>Was den Umweltschutz angeht, soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass die Verpflichtungen, die die Behörden mit der Unterzeichnung des .Contrat nature. eingegangenen sind, weiterhin bestehen bleiben. Der aus den Einnahmen der Kandidatur 2002 zu entrichtende Betrag für den Umweltschutz, wird wie vorgesehen an die in Gründung begriffene .Fondation olympique pour l.environnement alpin. überwiesen werden.</p><p>3. Die Schweiz als vielsprachiges und multikulturelles Land, als Begründerin des humanitären Völkerrechts und als Sitz der Olympischen Bewegung, hat die Verpflichtung, einen Beitrag für den Frieden und die Freiheit zu leisten, welche die Welt an der Schwelle des 3. Jahrtausends so sehr braucht. Auch hat sie die Aufgabe, aktiv zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.</p><p>Mit den Worten der Verantwortlichen dieses Projekts können wir sagen:</p><p>.Eine nachhaltige Entwicklung ist - wie der Fortschritt - nur etwas wert, wenn alle daran teilhaben. Die Hauptziele Effizienz und Umweltschutz werden folglich ergänzt durch jenes einer echten Ethik der sozialen Solidarität, und zwar einer Solidarität:</p><p>- zwischen den Generationen;</p><p>- mit den behinderten Personen und Athleten;</p><p>- zwischen den Standortgemeinden und den anderen Gemeinden;</p><p>- zwischen dem Wallis und der Schweiz;</p><p>- zwischen der Schweiz und dem Rest der Welt, namentlich den Entwicklungsländern..</p><p>.Die Olympische Bewegung trägt viel zur Umsetzung dieser Grundsätze bei, indem sie die sportliche Kultur sowie die sportliche Aktivität aller als Grundlage der Gesundheit, der sozialen Integration und der Erziehung fördert..</p><p>Diese Botschaft können die Sportler und Sportlerinnen aus aller Welt dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie im Respekt der Menschenwürde über sich hinauswachsen.</p><p>Die Olympischen Winterspiele 2006 müssen das Anliegen des ganzen Landes sein!</p>
- Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
- <p>Der Bund soll sich mit dem Kanton Wallis, der Stadt Sitten und den Gemeinden, in denen die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden, solidarisch zeigen, indem er einen finanziellen Beitrag leistet und damit die Durchführung dieses sportlichen Anlasses von internationaler Bedeutung in der Schweiz ermöglicht (vgl. das zu diesem Zweck veranschlagte Budget).</p><p>Wir bitten den Bundesrat um eine klare Stellungnahme vor der Abstimmung vom Juni 1997 im Wallis.</p>
- Winterolympiade 2006. Unterstützung der Schweizer Kandidatur
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