Nationalstrassenprogramm. Zubringer Neufeld

ShortId
97.412
Id
19970412
Updated
10.04.2024 18:30
Language
de
Title
Nationalstrassenprogramm. Zubringer Neufeld
AdditionalIndexing
Autobahn;Nationalstrassenbau;Bern (Kanton)
1
  • L06K070503010401, Nationalstrassenbau
  • L05K1803010201, Autobahn
  • L05K0301010104, Bern (Kanton)
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Neufeldzubringer wurde als Autobahnzubringer in den sechziger Jahren konzipiert. Am Ende der Autobahn sollten die Autos in einem Tunnel verschwinden, um dann mitten im Zentrum der Stadt Bern wieder an die Oberfläche zu gelangen. Immer wieder verschwand das Projekt allerdings in den Schubladen, um leider mit derselben Regelmässigkeit immer wieder aufzutauchen. Seine alleinige Existenz auf dem Papier zeigt jedoch, dass er wohl nie als prioritär eingestuft wurde.</p><p>Der Neufeldzubringer widerspiegelt die Verkehrsphilosophie der sechziger Jahre: Die Autos sollten möglichst rasch mitten im Stadtzentrum im Bereich der Schützenmatte landen. Diese Idee ist heute überholt. In der Stadt Bern werden die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung regelmässig überschritten, und die eingeleiteten Massnahmen sind ungenügend, um die Luftqualität entscheidend zu verbessern. Die heutige Verkehrspolitik sieht vor, den motorisierten Individualverkehr spätestens am Stadtrand abzufangen und die Leute dann mit dem öV ins Stadtzentrum zu bringen. Deshalb wurde bei der Autobahnausfahrt im Neufeld auch eine P+R-Anlage gebaut. Insbesondere werden in der Region Bern auch die verschiedensten Massnahmen unternommen, den Pendlerverkehr möglichst auf den ÖV zu bringen. Mit dem Neufeldzubringer würde diese Idee unterlaufen.</p><p>Jeder Strassenausbau ist mit einer Attraktivitätssteigerung für den motorisierten Verkehr verbunden. Dies steht im Widerspruch zum Ziel der Stadt Bern, den Verkehr insgesamt um 20 Prozent zu reduzieren.</p><p>Stadt und Kanton Bern berufen sich immer wieder darauf, dass sie den Neufeldzubringer nicht aus ihren Verkehrskonzepten streichen können, weil er ein Teil des Autobahnnetzes sei. Gemäss dem 5. langfristigen Bauprogramm für die Nationalstrassen ist der Bau des Neufeldzubringers für 2002-2006 vorgesehen. Den grössten Teil der Kosten für den Neufeldzubringer müsste der Bund übernehmen. Alle weiteren Ausgaben für den Neufeldzubringer sind hinausgeworfenes Geld, weil dieser aus umwelt- und verkehrspolitischen Ueberlegungen nie gebaut werden darf. Zudem würde das Projekt am Widerstand der Bevölkerung scheitern. Ein sofortiger Abbruch ist deshalb auch aus finanzpolitischen Ueberlegungen der einzig richtige Weg, dieses Projekt endgültig zu beerdigen.</p>
  • <p>Der Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz vom 21.06.1960 ist wie folgt abzuändern: Der Abschnitt der A1 Bern-Neufeld - Bern-Tiefenaustrasse (Zubringer Neufeld) ist aus der Liste der Nationalstrassen zu streichen.</p>
  • Nationalstrassenprogramm. Zubringer Neufeld
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Neufeldzubringer wurde als Autobahnzubringer in den sechziger Jahren konzipiert. Am Ende der Autobahn sollten die Autos in einem Tunnel verschwinden, um dann mitten im Zentrum der Stadt Bern wieder an die Oberfläche zu gelangen. Immer wieder verschwand das Projekt allerdings in den Schubladen, um leider mit derselben Regelmässigkeit immer wieder aufzutauchen. Seine alleinige Existenz auf dem Papier zeigt jedoch, dass er wohl nie als prioritär eingestuft wurde.</p><p>Der Neufeldzubringer widerspiegelt die Verkehrsphilosophie der sechziger Jahre: Die Autos sollten möglichst rasch mitten im Stadtzentrum im Bereich der Schützenmatte landen. Diese Idee ist heute überholt. In der Stadt Bern werden die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung regelmässig überschritten, und die eingeleiteten Massnahmen sind ungenügend, um die Luftqualität entscheidend zu verbessern. Die heutige Verkehrspolitik sieht vor, den motorisierten Individualverkehr spätestens am Stadtrand abzufangen und die Leute dann mit dem öV ins Stadtzentrum zu bringen. Deshalb wurde bei der Autobahnausfahrt im Neufeld auch eine P+R-Anlage gebaut. Insbesondere werden in der Region Bern auch die verschiedensten Massnahmen unternommen, den Pendlerverkehr möglichst auf den ÖV zu bringen. Mit dem Neufeldzubringer würde diese Idee unterlaufen.</p><p>Jeder Strassenausbau ist mit einer Attraktivitätssteigerung für den motorisierten Verkehr verbunden. Dies steht im Widerspruch zum Ziel der Stadt Bern, den Verkehr insgesamt um 20 Prozent zu reduzieren.</p><p>Stadt und Kanton Bern berufen sich immer wieder darauf, dass sie den Neufeldzubringer nicht aus ihren Verkehrskonzepten streichen können, weil er ein Teil des Autobahnnetzes sei. Gemäss dem 5. langfristigen Bauprogramm für die Nationalstrassen ist der Bau des Neufeldzubringers für 2002-2006 vorgesehen. Den grössten Teil der Kosten für den Neufeldzubringer müsste der Bund übernehmen. Alle weiteren Ausgaben für den Neufeldzubringer sind hinausgeworfenes Geld, weil dieser aus umwelt- und verkehrspolitischen Ueberlegungen nie gebaut werden darf. Zudem würde das Projekt am Widerstand der Bevölkerung scheitern. Ein sofortiger Abbruch ist deshalb auch aus finanzpolitischen Ueberlegungen der einzig richtige Weg, dieses Projekt endgültig zu beerdigen.</p>
    • <p>Der Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz vom 21.06.1960 ist wie folgt abzuändern: Der Abschnitt der A1 Bern-Neufeld - Bern-Tiefenaustrasse (Zubringer Neufeld) ist aus der Liste der Nationalstrassen zu streichen.</p>
    • Nationalstrassenprogramm. Zubringer Neufeld

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