Zu lange Grenzaufenthalte der Züge in Chiasso

ShortId
97.1037
Id
19971037
Updated
24.06.2025 22:12
Language
de
Title
Zu lange Grenzaufenthalte der Züge in Chiasso
AdditionalIndexing
Beförderungsdauer;Fahrplan;Schienenverkehr;Grenzkontrolle;internationaler Verkehr;Tessin
1
  • L04K18010105, internationaler Verkehr
  • L03K180302, Schienenverkehr
  • L05K0701040402, Grenzkontrolle
  • L04K18010207, Fahrplan
  • L04K18010203, Beförderungsdauer
  • L05K0301010117, Tessin
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Gegenwärtig dauert der Grenzaufenthalt der EC/IC- und Schnellzüge in Chiasso 10 bis 18 Minuten. Weil sich das Stromsystem der Italienischen Staatsbahnen (FS) von demjenigen der SBB unterscheidet, ist in Chiasso bei jedem konventionellen Zug ein Lokwechsel nötig. Lediglich Triebfahrzeuge die für den Einsatz unter beiden Stromsystemen geeignet sind - wie z. B. die neuen CISALPINO-Neigezüge - können den Bahnhof Chiasso ohne Halt durchfahren. Zudem werden bei einem Teil der konventionellen Züge jeweils Verstärkungswagen für den innerschweizerischen Verkehr sowie Speisewagen, die aus technischen Gründen nicht in Italien verkehren können, abgehängt oder beigestellt.</p><p></p><p>Dennoch wäre aus bahntechnischer Sicht gemäss SBB eine Reduktion des Grenzaufenthaltes auf 7 bis 10 Minuten möglich. Die Grenzabfertigungsdienste (Polizei- und Zollbehörden) befürchten, dass eine Reduktion der Aufenthaltszeit der Züge in Chiasso seriöse Grenzkontrollen gefährden und dass die Personalbestände erhöht werden müssten, um trotz der Verkürzung des Aufenthaltes ein vertretbares Niveau der Kontrollen zu gewährleisten.</p><p></p><p>Der Bundesrat hat verschiedentlich betont, dass eine Stärkung der Marktposition der Schiene zu seinem prioritären Anliegen gehört. Die Reduktion der Grenzaufenthalte trägt zur Attraktivitätssteigerung des internationalen Eisenbahn-Personenverkehrs bei und führt zu Reisezeitverkürzungen mit sehr gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Das internationale Abkommen zur Erleichterung des Grenzüberganges für Reisende, Gepäck und Güter im Eisenbahnverkehr vom 8. März 1957 sowie eine Vereinbarung zwischen der Schweiz und Italien vom 28. Februar 1974 für den Grenzübergang Chiasso sehen vor, die Grenzkontrollen im fahrenden Zug vorzunehmen. Zurzeit wird von dieser Möglichkeit jedoch nur bei den erwähnten CISALPINO-Neigezügen Gebrauch gemacht.</p><p></p><p>Der Bundesrat wird das Eidgenössische Finanzdepartement (Eidgenössische Zollverwaltung) beauftragen, eine Verkürzung der Grenzkontrollen bei internationalen Zügen in Chiasso in Absprache mit den Bahnen, Italien und dem Kanton Tessin einzuleiten.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Was gedenkt der Bundesrat zu tun, damit die viel zu langen Grenzaufenthalte in Chiasso (im Schnitt 20 Minuten) massgeblich reduziert werden können?</p>
  • Zu lange Grenzaufenthalte der Züge in Chiasso
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Gegenwärtig dauert der Grenzaufenthalt der EC/IC- und Schnellzüge in Chiasso 10 bis 18 Minuten. Weil sich das Stromsystem der Italienischen Staatsbahnen (FS) von demjenigen der SBB unterscheidet, ist in Chiasso bei jedem konventionellen Zug ein Lokwechsel nötig. Lediglich Triebfahrzeuge die für den Einsatz unter beiden Stromsystemen geeignet sind - wie z. B. die neuen CISALPINO-Neigezüge - können den Bahnhof Chiasso ohne Halt durchfahren. Zudem werden bei einem Teil der konventionellen Züge jeweils Verstärkungswagen für den innerschweizerischen Verkehr sowie Speisewagen, die aus technischen Gründen nicht in Italien verkehren können, abgehängt oder beigestellt.</p><p></p><p>Dennoch wäre aus bahntechnischer Sicht gemäss SBB eine Reduktion des Grenzaufenthaltes auf 7 bis 10 Minuten möglich. Die Grenzabfertigungsdienste (Polizei- und Zollbehörden) befürchten, dass eine Reduktion der Aufenthaltszeit der Züge in Chiasso seriöse Grenzkontrollen gefährden und dass die Personalbestände erhöht werden müssten, um trotz der Verkürzung des Aufenthaltes ein vertretbares Niveau der Kontrollen zu gewährleisten.</p><p></p><p>Der Bundesrat hat verschiedentlich betont, dass eine Stärkung der Marktposition der Schiene zu seinem prioritären Anliegen gehört. Die Reduktion der Grenzaufenthalte trägt zur Attraktivitätssteigerung des internationalen Eisenbahn-Personenverkehrs bei und führt zu Reisezeitverkürzungen mit sehr gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Das internationale Abkommen zur Erleichterung des Grenzüberganges für Reisende, Gepäck und Güter im Eisenbahnverkehr vom 8. März 1957 sowie eine Vereinbarung zwischen der Schweiz und Italien vom 28. Februar 1974 für den Grenzübergang Chiasso sehen vor, die Grenzkontrollen im fahrenden Zug vorzunehmen. Zurzeit wird von dieser Möglichkeit jedoch nur bei den erwähnten CISALPINO-Neigezügen Gebrauch gemacht.</p><p></p><p>Der Bundesrat wird das Eidgenössische Finanzdepartement (Eidgenössische Zollverwaltung) beauftragen, eine Verkürzung der Grenzkontrollen bei internationalen Zügen in Chiasso in Absprache mit den Bahnen, Italien und dem Kanton Tessin einzuleiten.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Was gedenkt der Bundesrat zu tun, damit die viel zu langen Grenzaufenthalte in Chiasso (im Schnitt 20 Minuten) massgeblich reduziert werden können?</p>
    • Zu lange Grenzaufenthalte der Züge in Chiasso

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