Lehrstellen. Massnahmen im Frühjahr/Sommer 1997

ShortId
97.3049
Id
19973049
Updated
10.04.2024 09:25
Language
de
Title
Lehrstellen. Massnahmen im Frühjahr/Sommer 1997
AdditionalIndexing
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Zwischen 1990 und 1995 ging der Gesamtbestand der Lehrverträge um 8,2 Prozent zurück. Der Zuwachs der gymnasialen Ausbildung hat diesen Rückgang nicht kompensieren können. Zurzeit haben etwa 10 Prozent eines Jahrgangs weder Berufsbildung noch Mittelschulabschluss.</p><p>Die Bereitschaft der Unternehmen, Lehrstellen anzubieten, nimmt laufend ab (2/3 aller Betriebe bieten keine Lehrstellen an!).</p><p>Für viele Schulabgänger wird es immer schwieriger, eine Lehrstelle zu finden. Zudem werden in der Wirtschaft die einfacheren Arbeitsplätze wegrationalisiert. Diese Situation führt dazu, dass die Jugendarbeitslosigkeit drastisch gestiegen ist.</p><p>Im Kanton Solothurn ist die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren inzwischen auf 611 angestiegen. Eine alarmierende Zahl! Denn es ist bekannt, dass Jugendliche, welche über eine längere Zeit ohne geregelte Beschäftigung sind, mehr als andere zu "bandenmässiger Kriminalität, Suizidität und unkontrolliertem Suchtverhalten neigen" (Zitat eines Jugendanwaltes).</p><p>Handlungsbedarf ist daher zwingend.</p>
  • <p>Durch Betriebsschliessungen oder Redimensionierungen wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gehen Lehrstellen verloren. Oft wären andere Unternehmen bereit, diese Lehrlinge aufzunehmen, wenn ihnen dadurch keine zusätzlichen Kosten entstünden (Löhne, EK-Gebühren, LAP-Kosten).</p><p>Ist der Bundesrat bereit, die Bestimmungen der ALV in dem Sinne anzupassen, dass die Umplazierung der Lehrlinge und die Finanzierung der Folgekosten durch Mittel der ALV möglich sind?</p><p>Erhaltung der Ausbildungsplätze statt stempeln!</p><p>Für Schülerinnen und Schüler der Oberschulen und Werkklassen wird es immer schwieriger, Lehrstellen oder Anlehrstellen zu finden, da in der Wirtschaft die einfacheren Arbeitsplätze wegrationalisiert worden sind. Das führt zu einer zunehmenden Jugendarbeitslosigkeit. Jugendlichen ohne Beschäftigung fehlt die Perspektive! Sie Gewöhnen sich schnell an einen ungeregelten Tagesablauf und sind oft nach kurzer Zeit nicht mehr vermittelbar.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, Ausbildungsmodelle zu unterstützen, bei denen diesen Jugendlichen in Form von Vorlehren der Einstieg in eine spätere Lehre ermöglicht wird?</p><p>Modellvorschläge:</p><p>- 2 Tage Schule, 3 Tage Betrieb</p><p>- Vollzeitliche Ausbildung an einer Schule mit integrierter Praxisausbildung. </p><p>Solche Modelle wären wirksamer als die Angebote, welche die ALV machen kann. Projekte bestehen, aber den Kantonen fehlt das Geld.</p><p>Einzelne Firmen sind heute oftmals nicht mehr in der Lage, den Jugendlichen in einem bestimmten Beruf eine vollständige Ausbildung anzubieten. Denkbar wären in solchen Fällen "Ausbildungsverbände", bei denen die Betriebe gemeinsam eine zentrale Lehrwerkstätte betreiben. Die Lehrlinge könnten dann in den beteiligten Betrieben für Produktivarbeiten eingesetzt werden.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, solche Modelle als Pilotversuche zu unterstützen und gleich wie staatliche Lehrwerkstätten zu subventionieren?</p><p>Beim Aufruf an die Wirtschaft zur Erhaltung von Lehrwerkstätten sollte der Bund mit gutem Beispiel vorangehen.</p><p>Wieviel Lehrstellen bestanden in der Bundesverwaltung 1994?</p><p>Wieviel 1996?</p><p>Ist der Bundesrat bereit, kurzfristig in der Verwaltung Lehrstellen zu erhalten und auszubauen?</p>
  • Lehrstellen. Massnahmen im Frühjahr/Sommer 1997
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Zwischen 1990 und 1995 ging der Gesamtbestand der Lehrverträge um 8,2 Prozent zurück. Der Zuwachs der gymnasialen Ausbildung hat diesen Rückgang nicht kompensieren können. Zurzeit haben etwa 10 Prozent eines Jahrgangs weder Berufsbildung noch Mittelschulabschluss.</p><p>Die Bereitschaft der Unternehmen, Lehrstellen anzubieten, nimmt laufend ab (2/3 aller Betriebe bieten keine Lehrstellen an!).</p><p>Für viele Schulabgänger wird es immer schwieriger, eine Lehrstelle zu finden. Zudem werden in der Wirtschaft die einfacheren Arbeitsplätze wegrationalisiert. Diese Situation führt dazu, dass die Jugendarbeitslosigkeit drastisch gestiegen ist.</p><p>Im Kanton Solothurn ist die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren inzwischen auf 611 angestiegen. Eine alarmierende Zahl! Denn es ist bekannt, dass Jugendliche, welche über eine längere Zeit ohne geregelte Beschäftigung sind, mehr als andere zu "bandenmässiger Kriminalität, Suizidität und unkontrolliertem Suchtverhalten neigen" (Zitat eines Jugendanwaltes).</p><p>Handlungsbedarf ist daher zwingend.</p>
    • <p>Durch Betriebsschliessungen oder Redimensionierungen wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gehen Lehrstellen verloren. Oft wären andere Unternehmen bereit, diese Lehrlinge aufzunehmen, wenn ihnen dadurch keine zusätzlichen Kosten entstünden (Löhne, EK-Gebühren, LAP-Kosten).</p><p>Ist der Bundesrat bereit, die Bestimmungen der ALV in dem Sinne anzupassen, dass die Umplazierung der Lehrlinge und die Finanzierung der Folgekosten durch Mittel der ALV möglich sind?</p><p>Erhaltung der Ausbildungsplätze statt stempeln!</p><p>Für Schülerinnen und Schüler der Oberschulen und Werkklassen wird es immer schwieriger, Lehrstellen oder Anlehrstellen zu finden, da in der Wirtschaft die einfacheren Arbeitsplätze wegrationalisiert worden sind. Das führt zu einer zunehmenden Jugendarbeitslosigkeit. Jugendlichen ohne Beschäftigung fehlt die Perspektive! Sie Gewöhnen sich schnell an einen ungeregelten Tagesablauf und sind oft nach kurzer Zeit nicht mehr vermittelbar.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, Ausbildungsmodelle zu unterstützen, bei denen diesen Jugendlichen in Form von Vorlehren der Einstieg in eine spätere Lehre ermöglicht wird?</p><p>Modellvorschläge:</p><p>- 2 Tage Schule, 3 Tage Betrieb</p><p>- Vollzeitliche Ausbildung an einer Schule mit integrierter Praxisausbildung. </p><p>Solche Modelle wären wirksamer als die Angebote, welche die ALV machen kann. Projekte bestehen, aber den Kantonen fehlt das Geld.</p><p>Einzelne Firmen sind heute oftmals nicht mehr in der Lage, den Jugendlichen in einem bestimmten Beruf eine vollständige Ausbildung anzubieten. Denkbar wären in solchen Fällen "Ausbildungsverbände", bei denen die Betriebe gemeinsam eine zentrale Lehrwerkstätte betreiben. Die Lehrlinge könnten dann in den beteiligten Betrieben für Produktivarbeiten eingesetzt werden.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, solche Modelle als Pilotversuche zu unterstützen und gleich wie staatliche Lehrwerkstätten zu subventionieren?</p><p>Beim Aufruf an die Wirtschaft zur Erhaltung von Lehrwerkstätten sollte der Bund mit gutem Beispiel vorangehen.</p><p>Wieviel Lehrstellen bestanden in der Bundesverwaltung 1994?</p><p>Wieviel 1996?</p><p>Ist der Bundesrat bereit, kurzfristig in der Verwaltung Lehrstellen zu erhalten und auszubauen?</p>
    • Lehrstellen. Massnahmen im Frühjahr/Sommer 1997

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