Unterstützung der Stiftung Jüdische Zeitgeschichte an der ETH Zürich

ShortId
97.3146
Id
19973146
Updated
25.06.2025 02:17
Language
de
Title
Unterstützung der Stiftung Jüdische Zeitgeschichte an der ETH Zürich
AdditionalIndexing
Geschichtswissenschaft;Judentum;Forschungsstelle;Subvention;ETH;Stiftung
1
  • L04K16030106, Geschichtswissenschaft
  • L04K16020202, Forschungsstelle
  • L04K01060208, Judentum
  • L05K1102030202, Subvention
  • L05K0703031001, Stiftung
  • L05K1302050101, ETH
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Stiftung Jüdische Zeitgeschichte wurde im Dezember 1995 von der ETH Zürich und vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) gegründet. Zum Stiftungsrat gehören nebst Vertretern des SIG ein Mitglied des Institutes für Geschichte der ETH und der Leiter des Archivs für Zeitgeschichte desselben Instituts. Der Zweck der Stiftung ist es, die historischen Quellen zur jüdischen Zeitgeschichte vor dem Verlust zu bewahren und deren Erschliessung und Zugänglichmachung im Archiv für Zeitgeschichte zu fördern. Zu seinen Beständen gehören die Nachlässe von Gertrud Kurz, Carl Lutz, Peter Surava, Paul Vogt - Persönlichkeiten, deren Engagement für Flüchtlinge und Verfolgte als Beispiel für Mut und Menschlichkeit der Schweiz zur Ehre gereicht. Der Stiftung Jüdische Zeitgeschichte kommt als Förderungswerk bei der Sicherung des Gedächtnisses eine zentrale Bedeutung zu.</p><p>Nach der denkwürdigen Rede des damaligen Bundespräsidenten Villiger zum 50. Jahrestag des Kriegsendes, mit der er sich bei der jüdischen Bevölkerung für das Verhalten der Schweiz entschuldigte, gelangten die ETH Zürich und der SIG mit einem Gesuch für einen Unterstützungsbeitrag von 4 Millionen Franken an den Bundesrat. Sie taten dies in der Hoffnung, dass die Solidarität über die jüdischen Kreise hinausgehe, hatten doch bisher mit Ausnahme eines Beitrags des Kantons Zürich fast ausschliesslich jüdische Kreise die Stiftungsgelder aufgebracht. ETH und SIG bleiben jedoch bei der Mittelbeschaffung sich selbst überlassen. Leider erhielt die Stiftung keinen Bundesbeitrag, so dass sie ihre dringend notwendige Aufgabe längerfristig nicht erfüllen kann. Auch Quellen zur jüdischen Zeitgeschichte sind Teil des gesamtschweizerischen Kulturerbes, weshalb wir den Bundesrat bitten, der Stiftung Jüdische Zeitgeschichte die notwendige finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Das könnte allenfalls im Zusammenhang mit der Errichtung eines Gedenkfonds geschehen.</p>
  • <p>Der Bundesrat fühlt sich dem Anliegen der Motionärin sehr verbunden. Es steht für ihn ausser Frage, dass die Tätigkeit der Stiftung auch eine Unterstützung durch die öffentliche Hand, insbesondere durch den Bund, verdient. Deshalb hat er bereits letztes Jahr verschiedene Formen erwogen.</p><p>Ein grosser, einmaliger Stiftungsbeitrag bedürfte formeller gesetzlicher Grundlagen. Diese bestehen gegenwärtig nicht, weshalb er weitere Möglichkeiten geprüft hat - mit folgendem Ergebnis:</p><p>Der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-Rat) hat 1996 mit Mitteln des Bundes die Arbeiten zur jüdischen Zeitgeschichte im Archiv für Zeitgeschichte des Instituts für Geschichte der ETH Zürich mit einem einmaligen Beitrag von 500 000 Franken unterstützt. Die ETH Zürich ihrerseits ist bereit, die Arbeiten während acht Jahren mit jährlich 250 000 Franken zu unterstützen. Insgesamt sind auf diese Weise für die nächsten zehn Jahre zweieinhalb Millionen Franken aus Bundesmitteln zusammengekommen, die einen dauernden Bestand der Forschungsstelle vorerst sicherstellen sollten.</p><p>Der Bundesrat ist vom grossen Wert der Aufarbeitung der jüdischen Zeitgeschichte überzeugt. Er ist jedoch auch der Ansicht, dass die Sicherung und Erschliessung von Quellen zur Zeitgeschichte nicht auf die Judenverfolgung beschränkt bleiben sollte. In Zukunft sollten die Anstrengungen dahin gehen, auch vermehrt auf die Probleme von Minderheiten und rassisch, religiös oder politisch Verfolgten sowie die auf die Geschichte der Ausländerinnen und Ausländer oder Staatenloser in der Schweiz einzutreten.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
  • <p>Ich bitte den Bundesrat, die Stiftung Jüdische Zeitgeschichte an der ETH Zürich mit einem namhaften Beitrag zu unterstützen.</p>
  • Unterstützung der Stiftung Jüdische Zeitgeschichte an der ETH Zürich
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Stiftung Jüdische Zeitgeschichte wurde im Dezember 1995 von der ETH Zürich und vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) gegründet. Zum Stiftungsrat gehören nebst Vertretern des SIG ein Mitglied des Institutes für Geschichte der ETH und der Leiter des Archivs für Zeitgeschichte desselben Instituts. Der Zweck der Stiftung ist es, die historischen Quellen zur jüdischen Zeitgeschichte vor dem Verlust zu bewahren und deren Erschliessung und Zugänglichmachung im Archiv für Zeitgeschichte zu fördern. Zu seinen Beständen gehören die Nachlässe von Gertrud Kurz, Carl Lutz, Peter Surava, Paul Vogt - Persönlichkeiten, deren Engagement für Flüchtlinge und Verfolgte als Beispiel für Mut und Menschlichkeit der Schweiz zur Ehre gereicht. Der Stiftung Jüdische Zeitgeschichte kommt als Förderungswerk bei der Sicherung des Gedächtnisses eine zentrale Bedeutung zu.</p><p>Nach der denkwürdigen Rede des damaligen Bundespräsidenten Villiger zum 50. Jahrestag des Kriegsendes, mit der er sich bei der jüdischen Bevölkerung für das Verhalten der Schweiz entschuldigte, gelangten die ETH Zürich und der SIG mit einem Gesuch für einen Unterstützungsbeitrag von 4 Millionen Franken an den Bundesrat. Sie taten dies in der Hoffnung, dass die Solidarität über die jüdischen Kreise hinausgehe, hatten doch bisher mit Ausnahme eines Beitrags des Kantons Zürich fast ausschliesslich jüdische Kreise die Stiftungsgelder aufgebracht. ETH und SIG bleiben jedoch bei der Mittelbeschaffung sich selbst überlassen. Leider erhielt die Stiftung keinen Bundesbeitrag, so dass sie ihre dringend notwendige Aufgabe längerfristig nicht erfüllen kann. Auch Quellen zur jüdischen Zeitgeschichte sind Teil des gesamtschweizerischen Kulturerbes, weshalb wir den Bundesrat bitten, der Stiftung Jüdische Zeitgeschichte die notwendige finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Das könnte allenfalls im Zusammenhang mit der Errichtung eines Gedenkfonds geschehen.</p>
    • <p>Der Bundesrat fühlt sich dem Anliegen der Motionärin sehr verbunden. Es steht für ihn ausser Frage, dass die Tätigkeit der Stiftung auch eine Unterstützung durch die öffentliche Hand, insbesondere durch den Bund, verdient. Deshalb hat er bereits letztes Jahr verschiedene Formen erwogen.</p><p>Ein grosser, einmaliger Stiftungsbeitrag bedürfte formeller gesetzlicher Grundlagen. Diese bestehen gegenwärtig nicht, weshalb er weitere Möglichkeiten geprüft hat - mit folgendem Ergebnis:</p><p>Der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-Rat) hat 1996 mit Mitteln des Bundes die Arbeiten zur jüdischen Zeitgeschichte im Archiv für Zeitgeschichte des Instituts für Geschichte der ETH Zürich mit einem einmaligen Beitrag von 500 000 Franken unterstützt. Die ETH Zürich ihrerseits ist bereit, die Arbeiten während acht Jahren mit jährlich 250 000 Franken zu unterstützen. Insgesamt sind auf diese Weise für die nächsten zehn Jahre zweieinhalb Millionen Franken aus Bundesmitteln zusammengekommen, die einen dauernden Bestand der Forschungsstelle vorerst sicherstellen sollten.</p><p>Der Bundesrat ist vom grossen Wert der Aufarbeitung der jüdischen Zeitgeschichte überzeugt. Er ist jedoch auch der Ansicht, dass die Sicherung und Erschliessung von Quellen zur Zeitgeschichte nicht auf die Judenverfolgung beschränkt bleiben sollte. In Zukunft sollten die Anstrengungen dahin gehen, auch vermehrt auf die Probleme von Minderheiten und rassisch, religiös oder politisch Verfolgten sowie die auf die Geschichte der Ausländerinnen und Ausländer oder Staatenloser in der Schweiz einzutreten.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
    • <p>Ich bitte den Bundesrat, die Stiftung Jüdische Zeitgeschichte an der ETH Zürich mit einem namhaften Beitrag zu unterstützen.</p>
    • Unterstützung der Stiftung Jüdische Zeitgeschichte an der ETH Zürich

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