Transfer und Anerkennung beruflicher Fähigkeiten

ShortId
97.3281
Id
19973281
Updated
10.04.2024 13:44
Language
de
Title
Transfer und Anerkennung beruflicher Fähigkeiten
AdditionalIndexing
Berufspädagogik;berufliche Mobilität;berufliche Bildung;berufliche Eignung
1
  • L05K0702020106, berufliche Eignung
  • L03K130202, berufliche Bildung
  • L05K0702020305, berufliche Mobilität
  • L05K1603010201, Berufspädagogik
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Arbeitsmarkt verlangt, dass jeder sich optimal den neuen beruflichen Herausforderungen stellt und sich an sie anpasst. Dabei spielen Mobilität und Flexibilität eine zentrale Rolle. Zur Verbesserung der individuellen Berufsaussichten empfiehlt sich eine gezielte Berufswahl und Karriereplanung, aber auch die Bereitschaft zur kontinuierlichen Erweiterung der Allgemeinbildung und der spezifischen Berufsausbildung. Die Förderung, Anerkennung und Bewertung von Fachkenntnissen und auf verschiedenen Gebieten anwendbaren Fähigkeiten ist von grösster Wichtigkeit. Gefragt sind Massnahmen, die persönliche Fähigkeiten, Berufswahl und Karriereplanung und die Anforderungen in der Berufs- und Fachausbildung in Einklang bringen.</p><p>Diese Massnahmen beziehen sich insbesondere auf:</p><p>- Jugendliche vor, während und nach der Erstausbildung (Berufswahl, Start ins Berufsleben)</p><p>- Frauen und Männer, die eine berufliche Veränderung anstreben (Beförderung, Stellenwechsel, Wiedereinstieg nach Elternurlaub oder Arbeitslosigkeit, etc.)</p><p>- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen (Einstellung, Nachfolgeplanung, Beurteilung und Umschulung durch Kolleginnen und Kollegen)</p><p>Im Sinne dieser Massnahmen sollte jeder über bestimmte Arbeitszertifikate und eine Kontrolldokumentation verfügen. Ziel dieser Unterlagen ist es,</p><p>- zu grösserer Transparenz der individuellen Fähigkeiten beizutragen,</p><p>- Wichtigkeit und Wert der beruflichen Qualifikationen und persönlichen Fähigkeiten deutlich zu machen,</p><p>- die Zusammenstellung einer systematischen und stets nachgeführten Dokumentation der erworbenen Qualifikationen zu unterstützen,</p><p>- Berufswahl und Berufswechsel durch eine Dokumentation, aufgrund derer eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten möglich ist, zu erleichtern,</p><p>- die eigene Verantwortung beim Berufswechsel bewusst zu machen,</p><p>- bei Stellensuche oder Weiterbildung einen selektiven Nachweis der erforderlichen Qualifikationen zu erbringen,</p><p>- zu geringerer Arbeitsplatzabhängigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beizutragen.</p><p>Auf institutioneller Ebene müssen Instrumente und Methoden entwickelt werden, anhand derer erworbene Qualifikationen festgestellt, klassifiziert, überprüft und bewertet werden können. Um das Wissen in diesem Bereich zu erweitern und zu neuen Erkenntnissen zu gelangen, ist es sinnvoll, sich auf die angewandte Berufsbildungsforschung zu stützen. Diese verhilft zu einem besseren Verständnis der Anforderungen an berufliche Flexibilität und Mobilität und bietet Lösungen in den Bereichen Transfer und Bewertung von erworbenen Fähigkeiten. Weiters liefert sie Anregungen für sinnvolle Berufsplanungsmassnahmen in Schulen der Sekundarstufe I und II, Bildungsanstalten der Tertiärstufe, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Berufsverbänden und Unternehmen.</p>
  • Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, im Sinne von Artikel 50 Absatz 3 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung dafür zu sorgen, dass der Bund eine Institution mit folgenden Aufgaben betraut:</p><p>1. Entwicklung von Instrumenten und Methoden, mit denen die individuellen und beruflichen Fähigkeiten sowie die ausserberuflich erworbenen Kenntnisse klassifiziert, nachgewiesen, anerkannt und bewertet werden können.</p><p>2. Schaffung eines "schweizerischen Qualifikationsdossiers", das ein stets nachgeführtes Verzeichnis der Unterlagen über die in Ausbildung und Beruf erworbenen Kenntnisse enthält, d. h. ein Dossier, das den Transfer der erworbenen Qualifikationen von einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu einem anderen erleichtert.</p><p>3. Bezeichnung von Experten im Bereich der angewandten Forschung über die berufliche Ausbildung, welche die Aufgabe haben, das Wissen im Bereich Erforschung, Transfer und Anerkennung erworbener Qualifikationen zu erweitern und zu vertiefen.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, die Finanzierung der vorgeschlagenen Massnahmen sicherzustellen.</p>
  • Transfer und Anerkennung beruflicher Fähigkeiten
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Arbeitsmarkt verlangt, dass jeder sich optimal den neuen beruflichen Herausforderungen stellt und sich an sie anpasst. Dabei spielen Mobilität und Flexibilität eine zentrale Rolle. Zur Verbesserung der individuellen Berufsaussichten empfiehlt sich eine gezielte Berufswahl und Karriereplanung, aber auch die Bereitschaft zur kontinuierlichen Erweiterung der Allgemeinbildung und der spezifischen Berufsausbildung. Die Förderung, Anerkennung und Bewertung von Fachkenntnissen und auf verschiedenen Gebieten anwendbaren Fähigkeiten ist von grösster Wichtigkeit. Gefragt sind Massnahmen, die persönliche Fähigkeiten, Berufswahl und Karriereplanung und die Anforderungen in der Berufs- und Fachausbildung in Einklang bringen.</p><p>Diese Massnahmen beziehen sich insbesondere auf:</p><p>- Jugendliche vor, während und nach der Erstausbildung (Berufswahl, Start ins Berufsleben)</p><p>- Frauen und Männer, die eine berufliche Veränderung anstreben (Beförderung, Stellenwechsel, Wiedereinstieg nach Elternurlaub oder Arbeitslosigkeit, etc.)</p><p>- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen (Einstellung, Nachfolgeplanung, Beurteilung und Umschulung durch Kolleginnen und Kollegen)</p><p>Im Sinne dieser Massnahmen sollte jeder über bestimmte Arbeitszertifikate und eine Kontrolldokumentation verfügen. Ziel dieser Unterlagen ist es,</p><p>- zu grösserer Transparenz der individuellen Fähigkeiten beizutragen,</p><p>- Wichtigkeit und Wert der beruflichen Qualifikationen und persönlichen Fähigkeiten deutlich zu machen,</p><p>- die Zusammenstellung einer systematischen und stets nachgeführten Dokumentation der erworbenen Qualifikationen zu unterstützen,</p><p>- Berufswahl und Berufswechsel durch eine Dokumentation, aufgrund derer eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten möglich ist, zu erleichtern,</p><p>- die eigene Verantwortung beim Berufswechsel bewusst zu machen,</p><p>- bei Stellensuche oder Weiterbildung einen selektiven Nachweis der erforderlichen Qualifikationen zu erbringen,</p><p>- zu geringerer Arbeitsplatzabhängigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beizutragen.</p><p>Auf institutioneller Ebene müssen Instrumente und Methoden entwickelt werden, anhand derer erworbene Qualifikationen festgestellt, klassifiziert, überprüft und bewertet werden können. Um das Wissen in diesem Bereich zu erweitern und zu neuen Erkenntnissen zu gelangen, ist es sinnvoll, sich auf die angewandte Berufsbildungsforschung zu stützen. Diese verhilft zu einem besseren Verständnis der Anforderungen an berufliche Flexibilität und Mobilität und bietet Lösungen in den Bereichen Transfer und Bewertung von erworbenen Fähigkeiten. Weiters liefert sie Anregungen für sinnvolle Berufsplanungsmassnahmen in Schulen der Sekundarstufe I und II, Bildungsanstalten der Tertiärstufe, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Berufsverbänden und Unternehmen.</p>
    • Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, im Sinne von Artikel 50 Absatz 3 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung dafür zu sorgen, dass der Bund eine Institution mit folgenden Aufgaben betraut:</p><p>1. Entwicklung von Instrumenten und Methoden, mit denen die individuellen und beruflichen Fähigkeiten sowie die ausserberuflich erworbenen Kenntnisse klassifiziert, nachgewiesen, anerkannt und bewertet werden können.</p><p>2. Schaffung eines "schweizerischen Qualifikationsdossiers", das ein stets nachgeführtes Verzeichnis der Unterlagen über die in Ausbildung und Beruf erworbenen Kenntnisse enthält, d. h. ein Dossier, das den Transfer der erworbenen Qualifikationen von einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu einem anderen erleichtert.</p><p>3. Bezeichnung von Experten im Bereich der angewandten Forschung über die berufliche Ausbildung, welche die Aufgabe haben, das Wissen im Bereich Erforschung, Transfer und Anerkennung erworbener Qualifikationen zu erweitern und zu vertiefen.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, die Finanzierung der vorgeschlagenen Massnahmen sicherzustellen.</p>
    • Transfer und Anerkennung beruflicher Fähigkeiten

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