Bergier-Kommission. Interessenkonflikt
- ShortId
-
97.3403
- Id
-
19973403
- Updated
-
10.04.2024 13:53
- Language
-
de
- Title
-
Bergier-Kommission. Interessenkonflikt
- AdditionalIndexing
-
Interessenvertretung;Geschichtswissenschaft;Zweiter Weltkrieg;Expertenkommission
- 1
-
- L05K0201010409, Zweiter Weltkrieg
- L06K080602020101, Expertenkommission
- L04K16030106, Geschichtswissenschaft
- L04K08020311, Interessenvertretung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Professor Jean-François Bergier hat in seiner Eigenschaft als Präsident der Unabhängigen Expertenkommission "Schweiz - Zweiter Weltkrieg" (UEK) Herrn Linus von Castelmur zum Generalsekretär der Kommission ernannt. Die Mitglieder der UEK haben anlässlich ihrer ersten Sitzung (6. - 8. März 1997) diese Wahl einstimmig bestätigt. In Anbetracht dessen, dass die Bergier-Kommission durch den Willen des Parlaments unabhängig ist, respektiert der Bundesrat ihre Entscheide und gedenkt nicht, sich in ihre innere Organisation einzumischen.</p><p></p><p>Am 7. Mai 1997 fand eine Sitzung zum sog. Eizenstat-Bericht statt, an der auch der Historiker L. von Castelmur, dem der Doktortitel aufgrund einer Dissertation über die Finanzbeziehungen zwischen der Schweiz und den Alliierten am Ende des Zweiten Weltkriegs und in der unmittelbaren Nachkriegszeit verliehen wurde, mit Einwilligung von Prof. Bergier teilnahm. An dieser Sitzung wurde eine ausschliesslich wissenschaftliche Prüfung des sog. Eizenstat-Berichts vorgenommen.</p><p></p><p>Herr von Castelmur trug zu dieser Analyse als Experte der Geschichte der Finanzbeziehungen und namentlich des Washingtoner Abkommens von 1946 bei. Es muss im weiteren unterstrichen werden, dass die Herren Bergier und von Castelmur mehrmals in direkte Kontakte mit Herrn Eizenstat und seiner Forschungsgruppe getreten waren. Ausserdem hat der Bundesrat die UEK gebeten, in erster Priorität einen Zwischenbericht zu den Goldtransaktionen vorzubereiten. Unter diesen Umständen drängte sich die Beteiligung eines Vertreters der UEK an einem solchen Meinungsaustausch auf, und zwar nicht nur angesichts der Auswertung des sog. Eizenstat-Berichts, sondern auch im Hinblick auf die Forschungstätigkeit, mit der die UEK in den kommenden Wochen und Monaten beauftragt wurde.</p><p></p><p>Der Bundesrat möchte klarstellen, dass Herr von Castelmur zu keinem Zeitpunkt an der Ausarbeitung der Erklärung des Bundesrats vom 7. Mai 1997 beteiligt war.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
- <p>Es ist äusserst wichtig, dass die Objektivität der Untersuchungen der Bergier-Kommission unanfechtbar ist. Da der Kommissionssekretär, Linus von Castelmur, an der Ausarbeitung der bundesrätlichen Antwort auf den Eizenstat-Bericht beteiligt war, wird der Bundesrat aufgefordert, ihn als Kommissionssekretär abzulösen und wieder im EDA einzusetzen.</p>
- Bergier-Kommission. Interessenkonflikt
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Professor Jean-François Bergier hat in seiner Eigenschaft als Präsident der Unabhängigen Expertenkommission "Schweiz - Zweiter Weltkrieg" (UEK) Herrn Linus von Castelmur zum Generalsekretär der Kommission ernannt. Die Mitglieder der UEK haben anlässlich ihrer ersten Sitzung (6. - 8. März 1997) diese Wahl einstimmig bestätigt. In Anbetracht dessen, dass die Bergier-Kommission durch den Willen des Parlaments unabhängig ist, respektiert der Bundesrat ihre Entscheide und gedenkt nicht, sich in ihre innere Organisation einzumischen.</p><p></p><p>Am 7. Mai 1997 fand eine Sitzung zum sog. Eizenstat-Bericht statt, an der auch der Historiker L. von Castelmur, dem der Doktortitel aufgrund einer Dissertation über die Finanzbeziehungen zwischen der Schweiz und den Alliierten am Ende des Zweiten Weltkriegs und in der unmittelbaren Nachkriegszeit verliehen wurde, mit Einwilligung von Prof. Bergier teilnahm. An dieser Sitzung wurde eine ausschliesslich wissenschaftliche Prüfung des sog. Eizenstat-Berichts vorgenommen.</p><p></p><p>Herr von Castelmur trug zu dieser Analyse als Experte der Geschichte der Finanzbeziehungen und namentlich des Washingtoner Abkommens von 1946 bei. Es muss im weiteren unterstrichen werden, dass die Herren Bergier und von Castelmur mehrmals in direkte Kontakte mit Herrn Eizenstat und seiner Forschungsgruppe getreten waren. Ausserdem hat der Bundesrat die UEK gebeten, in erster Priorität einen Zwischenbericht zu den Goldtransaktionen vorzubereiten. Unter diesen Umständen drängte sich die Beteiligung eines Vertreters der UEK an einem solchen Meinungsaustausch auf, und zwar nicht nur angesichts der Auswertung des sog. Eizenstat-Berichts, sondern auch im Hinblick auf die Forschungstätigkeit, mit der die UEK in den kommenden Wochen und Monaten beauftragt wurde.</p><p></p><p>Der Bundesrat möchte klarstellen, dass Herr von Castelmur zu keinem Zeitpunkt an der Ausarbeitung der Erklärung des Bundesrats vom 7. Mai 1997 beteiligt war.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
- <p>Es ist äusserst wichtig, dass die Objektivität der Untersuchungen der Bergier-Kommission unanfechtbar ist. Da der Kommissionssekretär, Linus von Castelmur, an der Ausarbeitung der bundesrätlichen Antwort auf den Eizenstat-Bericht beteiligt war, wird der Bundesrat aufgefordert, ihn als Kommissionssekretär abzulösen und wieder im EDA einzusetzen.</p>
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