Schweizer Museen. Gesamtkonzept
- ShortId
-
97.3421
- Id
-
19973421
- Updated
-
25.06.2025 02:15
- Language
-
de
- Title
-
Schweizer Museen. Gesamtkonzept
- AdditionalIndexing
-
kulturelles Erbe;Museum;Geschichtswissenschaft
- 1
-
- L04K01060312, Museum
- L04K01060301, kulturelles Erbe
- L04K16030106, Geschichtswissenschaft
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Zwar hat der Souverän im Juni 1994 die Festschreibung des Kulturförderungsauftrages in der Verfassung knapp abgelehnt. Trotzdem besteht ein museumspolitischer Handlungsbedarf. Sehr viele der etwa 700 Museen in der Schweiz leiden unter dem Sparzwang der öffentlichen Hand. Einige kämpfen gar um das Überleben.</p><p>Trotz Fehlens eines expliziten Verfassungsartikels zur Kulturförderung kommt die öffentliche Hand nicht darum herum, für eine möglichst vollständige und repräsentative Darstellung unseres Kulturerbes Verantwortung zu übernehmen. Den Museen, vorab den bundeseigenen und ihren Filialbetrieben, kommt beim Erwerb, bei der Bewahrung, der Erforschung, der Weitergabe sowie bei der Ausstellung von Zeugnissen des Menschen und seiner Umwelt (vgl. dazu die Museumsdefinition des Icom, International Council of Museums) eine herausragende Bedeutung zu.</p><p>Die bundeseigenen Museen und ihre Filialbetriebe stossen bei ihrer komplexen Aufgabe jedoch verschiedentlich an Grenzen, und eine Zusammenarbeit mit anderen Museen bekommt eine stets grössere Bedeutung. In dieser Situation wird der Bund handlungsfähiger, wenn er über ein transparentes Museumskonzept verfügt, welches der Museumstätigkeit im eigenen Kompetenzbereich einen unserer Gesellschaft entsprechenden offenen Kulturbereich zugrunde legt und gleichzeitig die Kriterien für eine allfällige subsidiäre Förderung anderer Museen umschreibt, welche Museumsaufgaben übernehmen, die von nationaler Bedeutung sind.</p><p>Nicht zuletzt im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 1998, vor allem aber zwecks einer bewussten Auseinandersetzung mit der Geschichte des eigenen Kulturlebens und für eine differenzierte Selbstdarstellung in einer Zeit, da das Bild der Schweiz im Ausland zum Teil angeschlagen ist, rechtfertigt sich die Ausarbeitung eines gesamtschweizerischen Museumskonzeptes.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein gesamtschweizerisches Museumskonzept in Auftrag zu geben, welches einerseits die Kriterien für eine langfristige Museumspolitik der bundeseigenen Museen und ihrer Filialbetriebe festlegt und andererseits auch die Leitlinien für eine allfällige subsidiäre Unterstützung solcher Museen skizziert, welche von nationaler Bedeutung sind.</p>
- Schweizer Museen. Gesamtkonzept
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Zwar hat der Souverän im Juni 1994 die Festschreibung des Kulturförderungsauftrages in der Verfassung knapp abgelehnt. Trotzdem besteht ein museumspolitischer Handlungsbedarf. Sehr viele der etwa 700 Museen in der Schweiz leiden unter dem Sparzwang der öffentlichen Hand. Einige kämpfen gar um das Überleben.</p><p>Trotz Fehlens eines expliziten Verfassungsartikels zur Kulturförderung kommt die öffentliche Hand nicht darum herum, für eine möglichst vollständige und repräsentative Darstellung unseres Kulturerbes Verantwortung zu übernehmen. Den Museen, vorab den bundeseigenen und ihren Filialbetrieben, kommt beim Erwerb, bei der Bewahrung, der Erforschung, der Weitergabe sowie bei der Ausstellung von Zeugnissen des Menschen und seiner Umwelt (vgl. dazu die Museumsdefinition des Icom, International Council of Museums) eine herausragende Bedeutung zu.</p><p>Die bundeseigenen Museen und ihre Filialbetriebe stossen bei ihrer komplexen Aufgabe jedoch verschiedentlich an Grenzen, und eine Zusammenarbeit mit anderen Museen bekommt eine stets grössere Bedeutung. In dieser Situation wird der Bund handlungsfähiger, wenn er über ein transparentes Museumskonzept verfügt, welches der Museumstätigkeit im eigenen Kompetenzbereich einen unserer Gesellschaft entsprechenden offenen Kulturbereich zugrunde legt und gleichzeitig die Kriterien für eine allfällige subsidiäre Förderung anderer Museen umschreibt, welche Museumsaufgaben übernehmen, die von nationaler Bedeutung sind.</p><p>Nicht zuletzt im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 1998, vor allem aber zwecks einer bewussten Auseinandersetzung mit der Geschichte des eigenen Kulturlebens und für eine differenzierte Selbstdarstellung in einer Zeit, da das Bild der Schweiz im Ausland zum Teil angeschlagen ist, rechtfertigt sich die Ausarbeitung eines gesamtschweizerischen Museumskonzeptes.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein gesamtschweizerisches Museumskonzept in Auftrag zu geben, welches einerseits die Kriterien für eine langfristige Museumspolitik der bundeseigenen Museen und ihrer Filialbetriebe festlegt und andererseits auch die Leitlinien für eine allfällige subsidiäre Unterstützung solcher Museen skizziert, welche von nationaler Bedeutung sind.</p>
- Schweizer Museen. Gesamtkonzept
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