Therapieprojekt für Folteropfer. Unterstützung durch das EMD
- ShortId
-
97.3630
- Id
-
19973630
- Updated
-
25.06.2025 02:12
- Language
-
de
- Title
-
Therapieprojekt für Folteropfer. Unterstützung durch das EMD
- AdditionalIndexing
-
Opfer;Folter;Therapeutik
- 1
-
- L04K04030102, Folter
- L04K05010205, Opfer
- L04K01050214, Therapeutik
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Schwierigkeiten um die rund 10 000 Folteropfer(!) in der Schweiz wurden bisher behutsam und diskret angegangen. Wenige wussten um das wahre Ausmass der Zahl der Menschen in unserem Land, die an Folgen von Folter leiden.</p><p>Seit April 1997 läuft eine Informations- und Mittelbeschaffungskampagne des SRK zugunsten des Therapiezentrums SRK für Folteropfer (angesiedelt im Areal des Inselspitals Bern). Das SRK versucht darin der Bevölkerung darzulegen, dass auch in unserem Land viele Menschen leben, die unter der Langzeitwirkung von Folter leiden. Die Mauer des Schweigens soll durchbrochen werden.</p><p>Das Therapiezentrum hat in der kurzen Zeit des Bestehens gute Arbeit geleistet. Es hat sich gezeigt, dass sein Wirken dringend nötig ist - nicht nur für viele leidgeprüfte Individuen. Auch bei schrecklichen Ereignissen, wie dem Attentat in Luxor, konnten staatliche Stellen auf die Fachkenntnisse und Erfahrungen des Zentrums zurückgreifen.</p><p>Es ist davon auszugehen, dass im Bereich Katastrophenmedizin die Psychotraumatologie ein zunehmend wichtiger Bereich sein wird. Neue Erkenntnisse zeigen, wie wichtig therapeutisches Handeln in diesem Bereich ist. Unbehandelt ergeben sich durch das lange psychische Leiden auch multiple therapierefraktäre physische Erkrankungen, welche die Patienten von Arzt zu Arzt treiben. Die Erfahrungen des Therapiezentrums sind hier vor allem für die Hilfe im Bereich der Langzeitwirkungen chronischer Traumatisierungen unersetzbar.</p><p>Hieraus ergibt sich ein direkter Zusammenhang zu den neuen Aufgaben der Armee: Es muss ein grosses Interesse der Behörden an konkreten Erkenntnissen und dem auf Erfahrungen basierenden Wissen um Behandlungsmöglichkeiten bestehen, z. B. im Zusammenhang mit psychischen Beeinträchtigungen von Soldaten und Zivilpersonen nach schlimmen Ereignissen.</p><p>Auf der rein personellen Ebene besteht schon heute eine Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum und dem EMD, indem der Leiter des Zentrums, Dr. Conrad Frey, Mitglied der Kommission für Kriegs- und Katastrophenpsychiatrie ist.</p><p>Für die Bundesbehörden muss die Verbreitung des einschlägigen Fachwissens bei Angehörigen medizinischer sowie medizinisch-therapeutischer Berufe bedeutsam sein.</p><p>Es ist daher wichtig, dass das Therapiezentrum seine Tätigkeit im Rahmen der Notwendigkeiten fortsetzen und entfalten kann.</p><p>Die Schweiz braucht ein derartiges Zentrum dringend: aus humanitären Gründen, aber auch aus Gründen der Katastrophenvorsorge.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, wie das Eidgenössische Militärdepartement (EMD) mit dem Therapieprojekt für Folteropfer des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) zusammenarbeiten und es unterstützen kann, und darüber Bericht zu erstatten.</p>
- Therapieprojekt für Folteropfer. Unterstützung durch das EMD
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Schwierigkeiten um die rund 10 000 Folteropfer(!) in der Schweiz wurden bisher behutsam und diskret angegangen. Wenige wussten um das wahre Ausmass der Zahl der Menschen in unserem Land, die an Folgen von Folter leiden.</p><p>Seit April 1997 läuft eine Informations- und Mittelbeschaffungskampagne des SRK zugunsten des Therapiezentrums SRK für Folteropfer (angesiedelt im Areal des Inselspitals Bern). Das SRK versucht darin der Bevölkerung darzulegen, dass auch in unserem Land viele Menschen leben, die unter der Langzeitwirkung von Folter leiden. Die Mauer des Schweigens soll durchbrochen werden.</p><p>Das Therapiezentrum hat in der kurzen Zeit des Bestehens gute Arbeit geleistet. Es hat sich gezeigt, dass sein Wirken dringend nötig ist - nicht nur für viele leidgeprüfte Individuen. Auch bei schrecklichen Ereignissen, wie dem Attentat in Luxor, konnten staatliche Stellen auf die Fachkenntnisse und Erfahrungen des Zentrums zurückgreifen.</p><p>Es ist davon auszugehen, dass im Bereich Katastrophenmedizin die Psychotraumatologie ein zunehmend wichtiger Bereich sein wird. Neue Erkenntnisse zeigen, wie wichtig therapeutisches Handeln in diesem Bereich ist. Unbehandelt ergeben sich durch das lange psychische Leiden auch multiple therapierefraktäre physische Erkrankungen, welche die Patienten von Arzt zu Arzt treiben. Die Erfahrungen des Therapiezentrums sind hier vor allem für die Hilfe im Bereich der Langzeitwirkungen chronischer Traumatisierungen unersetzbar.</p><p>Hieraus ergibt sich ein direkter Zusammenhang zu den neuen Aufgaben der Armee: Es muss ein grosses Interesse der Behörden an konkreten Erkenntnissen und dem auf Erfahrungen basierenden Wissen um Behandlungsmöglichkeiten bestehen, z. B. im Zusammenhang mit psychischen Beeinträchtigungen von Soldaten und Zivilpersonen nach schlimmen Ereignissen.</p><p>Auf der rein personellen Ebene besteht schon heute eine Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum und dem EMD, indem der Leiter des Zentrums, Dr. Conrad Frey, Mitglied der Kommission für Kriegs- und Katastrophenpsychiatrie ist.</p><p>Für die Bundesbehörden muss die Verbreitung des einschlägigen Fachwissens bei Angehörigen medizinischer sowie medizinisch-therapeutischer Berufe bedeutsam sein.</p><p>Es ist daher wichtig, dass das Therapiezentrum seine Tätigkeit im Rahmen der Notwendigkeiten fortsetzen und entfalten kann.</p><p>Die Schweiz braucht ein derartiges Zentrum dringend: aus humanitären Gründen, aber auch aus Gründen der Katastrophenvorsorge.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, wie das Eidgenössische Militärdepartement (EMD) mit dem Therapieprojekt für Folteropfer des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) zusammenarbeiten und es unterstützen kann, und darüber Bericht zu erstatten.</p>
- Therapieprojekt für Folteropfer. Unterstützung durch das EMD
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