Aufarbeitung der Beziehungen der Schweiz zu Südafrika während den Jahren 1948-1994
- ShortId
-
98.412
- Id
-
19980412
- Updated
-
10.04.2024 18:20
- Language
-
de
- Title
-
Aufarbeitung der Beziehungen der Schweiz zu Südafrika während den Jahren 1948-1994
- AdditionalIndexing
-
internationale Politik (allgemein);Apartheid;Geschichtswissenschaft;Südafrika;Aussenwirtschaft;bilaterale Beziehungen;ab 1945
- 1
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- L04K03040215, Südafrika
- L05K0502040102, Apartheid
- L04K10020104, bilaterale Beziehungen
- L04K16030106, Geschichtswissenschaft
- L01K10, internationale Politik (allgemein)
- L05K0704010203, Aussenwirtschaft
- L06K020101010201, ab 1945
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika waren während der gesamten Herrschaft des südafrikanischen Apartheidregimes ausserordentlich gut. Die Schweizer Grossbanken etwa nahmen international eine Spitzenstellung ein. Besonders wichtig für das wirtschaftliche und damit politische Überleben des Apartheidstaates war der Verkauf des südafrikanischen Goldes durch Schweizer Bankinstitute.</p><p>Die Schweiz war während dieser Zeit eines der wenigen Länder, die sich weigerten, von internationalen Gremien beschlossene Wirtschaftssanktionen mitzutragen und so das Regime zu isolieren, um eine Abkehr vom rassistischen System der Apartheid zu erzwingen. Dies, obwohl solche Sanktionen von der damaligen oppositionellen schwarzen Mehrheit gefordert wurden. Wenn überhaupt, dann hat die offizielle Schweiz und erst recht die Wirtschaft die Vorgänge in Südafrika bloss verbal verurteilt.</p><p>Die Schweiz täte gut daran, ihre zweifelhaften Beziehungen zum Apartheidregime von einer unabhängigen und kompetenten Stelle aufarbeiten zu lassen. Damit könnte sie entsprechendem Druck aus dem Ausland zuvorkommen, der ähnlich wie beim Nazigold zu erwarten ist. Mit dem von mir verlangten Bundesbeschluss soll niemand juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Vielmehr könnte dies der Anfang sein für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der 1994 demokratisch gewählten Regierung Südafrikas. Diese versucht derzeit, mit der Wahrheitskommission Licht in die dunkle Vergangenheit des Landes zu bringen. Der Schweiz stünde es gut an, dem Beispiel Südafrikas zu folgen.</p><p>In der Antwort auf meine einfache Anfrage vom 20.03.1997 (97.1031) ist der Bundesrat der Auffassung, dass die Beziehungen der Schweiz zum Apartheidregime in Südafrika hinlänglich bekannt seien. Verschiedene Kenner der politischen und wirtschaftlichen Begebenheiten widersprechen dieser Meinung.</p><p>Weil der Bundesrat nicht gewillt ist, die Thematik von sich aus anzugehen, ist die parlamentarische Initiative das geeignete Mittel um die nötige Aufarbeitung in die Wege zu leiten.</p>
- <p>Gestützt auf Art. 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes und Art. 30 des Geschäftsreglementes des Nationalrates verlange ich mit einer parlamentarischen Initiative in der Form der allgemeinen Anregung, einen einfachen Bundesbeschluss zu erlassen, der das Verhältnis der Schweiz zum südafrikanischen Apartheidregime historisch aufarbeitet.</p>
- Aufarbeitung der Beziehungen der Schweiz zu Südafrika während den Jahren 1948-1994
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika waren während der gesamten Herrschaft des südafrikanischen Apartheidregimes ausserordentlich gut. Die Schweizer Grossbanken etwa nahmen international eine Spitzenstellung ein. Besonders wichtig für das wirtschaftliche und damit politische Überleben des Apartheidstaates war der Verkauf des südafrikanischen Goldes durch Schweizer Bankinstitute.</p><p>Die Schweiz war während dieser Zeit eines der wenigen Länder, die sich weigerten, von internationalen Gremien beschlossene Wirtschaftssanktionen mitzutragen und so das Regime zu isolieren, um eine Abkehr vom rassistischen System der Apartheid zu erzwingen. Dies, obwohl solche Sanktionen von der damaligen oppositionellen schwarzen Mehrheit gefordert wurden. Wenn überhaupt, dann hat die offizielle Schweiz und erst recht die Wirtschaft die Vorgänge in Südafrika bloss verbal verurteilt.</p><p>Die Schweiz täte gut daran, ihre zweifelhaften Beziehungen zum Apartheidregime von einer unabhängigen und kompetenten Stelle aufarbeiten zu lassen. Damit könnte sie entsprechendem Druck aus dem Ausland zuvorkommen, der ähnlich wie beim Nazigold zu erwarten ist. Mit dem von mir verlangten Bundesbeschluss soll niemand juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Vielmehr könnte dies der Anfang sein für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der 1994 demokratisch gewählten Regierung Südafrikas. Diese versucht derzeit, mit der Wahrheitskommission Licht in die dunkle Vergangenheit des Landes zu bringen. Der Schweiz stünde es gut an, dem Beispiel Südafrikas zu folgen.</p><p>In der Antwort auf meine einfache Anfrage vom 20.03.1997 (97.1031) ist der Bundesrat der Auffassung, dass die Beziehungen der Schweiz zum Apartheidregime in Südafrika hinlänglich bekannt seien. Verschiedene Kenner der politischen und wirtschaftlichen Begebenheiten widersprechen dieser Meinung.</p><p>Weil der Bundesrat nicht gewillt ist, die Thematik von sich aus anzugehen, ist die parlamentarische Initiative das geeignete Mittel um die nötige Aufarbeitung in die Wege zu leiten.</p>
- <p>Gestützt auf Art. 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes und Art. 30 des Geschäftsreglementes des Nationalrates verlange ich mit einer parlamentarischen Initiative in der Form der allgemeinen Anregung, einen einfachen Bundesbeschluss zu erlassen, der das Verhältnis der Schweiz zum südafrikanischen Apartheidregime historisch aufarbeitet.</p>
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