4-Tage-Woche

ShortId
98.447
Id
19980447
Updated
10.04.2024 18:18
Language
de
Title
4-Tage-Woche
AdditionalIndexing
Arbeitszeitmodell;gesetzliche Arbeitszeit;Arbeitszeitverkürzung
1
  • L06K070205030202, Arbeitszeitverkürzung
  • L06K070205030201, Arbeitszeitmodell
  • L06K070205030206, gesetzliche Arbeitszeit
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Zahlreiche Wirtschaftswissenschaftler räumen heute ein, dass die Verkürzung der Arbeitszeit neben anderen Massnahmen ein geeignetes Mittel ist, um Arbeitsplätze zu erhalten und auch eine gewisse Zahl neuer Arbeitsplätze zu schaffen.</p><p>Einige unter ihnen, vor allem Pierre Larrouturou aus Frankreich, sind indessen der Ansicht, dass noch viel mehr Arbeitsplätze erhalten und auch geschaffen werden können, wenn man die Woche auf vier Arbeitstage beschränkt und diese Massnahme vielleicht noch mit der Jahresarbeitszeit kombiniert. Ausserdem hätten die Beschäftigten mehr effektive Freizeit als bei einer Fünftagewoche.</p><p>Zahlreiche Argumente unterstützen diese These:</p><p>In bestimmten Berufen ist es möglich, an gewissen Tagen weniger lang zu arbeiten, in anderen Branchen nicht. Im öffentlichen und privaten Dienstleistungssektor zum Beispiel ist es schwer vorstellbar, dass alle ihr Büro eine Stunde früher verlassen; die Kundschaft würde dies schwerlich schätzen.</p><p>- Eine 4-Tage-Woche mit 32 Stunden wirkt sich viel stärker (im Allgemeinen doppelt so stark) auf die Beschäftigungslage aus als eine auf 5 Tage verteilte Arbeitswoche mit 35 Stunden. Der Grund dafür liegt hauptsächlich darin, dass ein Unternehmen fast gezwungen ist, für den Tag, an dem eine Stelle nicht besetzt ist, einen Ersatz zu finden. Wenn aber 35 Stunden auf fünf Tage verteilt sind, wird das Unternehmen sehr viel mehr zögern, jemanden für eine Stunde pro Tag anzustellen.</p><p>- Befürchtungen in Bezug auf die 4-Tage-Woche sind unbegründet. Der Wechsel von sechs auf fünf Tage fand vor nicht allzu langer Zeit, in den 50er und 60er Jahren, statt und die Wirtschaft hat nicht darunter gelitten, ganz im Gegenteil.</p><p>- Gemäss einer 1997 veröffentlichten Umfrage des IHA wünscht sich die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer, die eine Arbeitszeitverkürzung befürworten, dass die wöchentlichen Arbeitsstunden auf vier Tage verteilt werden.</p><p>Schliesslich zeigen zahlreiche konkrete Fälle, dass die 4-Tage-Woche positive Auswirkungen auf die Beschäftigungslage hat. Einige Beispiele aus Frankreich:</p><p>- Dank einer Arbeitszeitverkürzung von 39 auf 32 Stunden, verteilt auf vier Tage, konnte der Personalbestand von "Monique-Ranou", einem zur Intermarché- Gruppe gehörenden Betrieb, von 315 auf 385 erhöht werden (+ 70 Arbeitsplätze).</p><p>- Dank einer Arbeitszeitverkürzung von 39 auf 33 Stunden, verteilt auf vier Tage, konnten die "Ducs de Gascogne", die auf den Verkauf von Gänseleber und einheimischen Erzeugnissen spezialisiert sind, ihren Personalbestand von 80 auf 94 (+ 14) erhöhen.</p><p>- Die Molkereigenossenschaft "Even" hat dank einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38 auf 32 Stunden, verteilt auf vier Tage, 120 Arbeitsplätze geschaffen und ihren Personalbestand damit von 800 auf 920 erhöht.</p><p>- Die Versicherungsgruppe "Prado" konnte dank einer Senkung der Arbeitszeit von 38 Stunden und 15 Minuten auf 32 Stunden und 30 Minuten, verteilt auf vier Tage, 83 Arbeitsplätze schaffen und ihren Personalbestand damit von 550 auf 633 erhöhen.</p>
  • <p>Mit der vorliegenden Parlamentarischen Initiative in der Form der allgemeinen Anregung beantrage ich auf dem Wege der Gesetzgebung die generelle Einführung der 4-Tage-Woche mit einer durchschnittlichen maximalen Arbeitszeit zwischen 32 und 36 Stunden pro Woche. Dabei sollen Löhne, die unter dem Eineinhalbfachen des durchschnittlichen Bruttolohnes liegen, vollumfänglich ausgeglichen werden.</p>
  • 4-Tage-Woche
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Zahlreiche Wirtschaftswissenschaftler räumen heute ein, dass die Verkürzung der Arbeitszeit neben anderen Massnahmen ein geeignetes Mittel ist, um Arbeitsplätze zu erhalten und auch eine gewisse Zahl neuer Arbeitsplätze zu schaffen.</p><p>Einige unter ihnen, vor allem Pierre Larrouturou aus Frankreich, sind indessen der Ansicht, dass noch viel mehr Arbeitsplätze erhalten und auch geschaffen werden können, wenn man die Woche auf vier Arbeitstage beschränkt und diese Massnahme vielleicht noch mit der Jahresarbeitszeit kombiniert. Ausserdem hätten die Beschäftigten mehr effektive Freizeit als bei einer Fünftagewoche.</p><p>Zahlreiche Argumente unterstützen diese These:</p><p>In bestimmten Berufen ist es möglich, an gewissen Tagen weniger lang zu arbeiten, in anderen Branchen nicht. Im öffentlichen und privaten Dienstleistungssektor zum Beispiel ist es schwer vorstellbar, dass alle ihr Büro eine Stunde früher verlassen; die Kundschaft würde dies schwerlich schätzen.</p><p>- Eine 4-Tage-Woche mit 32 Stunden wirkt sich viel stärker (im Allgemeinen doppelt so stark) auf die Beschäftigungslage aus als eine auf 5 Tage verteilte Arbeitswoche mit 35 Stunden. Der Grund dafür liegt hauptsächlich darin, dass ein Unternehmen fast gezwungen ist, für den Tag, an dem eine Stelle nicht besetzt ist, einen Ersatz zu finden. Wenn aber 35 Stunden auf fünf Tage verteilt sind, wird das Unternehmen sehr viel mehr zögern, jemanden für eine Stunde pro Tag anzustellen.</p><p>- Befürchtungen in Bezug auf die 4-Tage-Woche sind unbegründet. Der Wechsel von sechs auf fünf Tage fand vor nicht allzu langer Zeit, in den 50er und 60er Jahren, statt und die Wirtschaft hat nicht darunter gelitten, ganz im Gegenteil.</p><p>- Gemäss einer 1997 veröffentlichten Umfrage des IHA wünscht sich die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer, die eine Arbeitszeitverkürzung befürworten, dass die wöchentlichen Arbeitsstunden auf vier Tage verteilt werden.</p><p>Schliesslich zeigen zahlreiche konkrete Fälle, dass die 4-Tage-Woche positive Auswirkungen auf die Beschäftigungslage hat. Einige Beispiele aus Frankreich:</p><p>- Dank einer Arbeitszeitverkürzung von 39 auf 32 Stunden, verteilt auf vier Tage, konnte der Personalbestand von "Monique-Ranou", einem zur Intermarché- Gruppe gehörenden Betrieb, von 315 auf 385 erhöht werden (+ 70 Arbeitsplätze).</p><p>- Dank einer Arbeitszeitverkürzung von 39 auf 33 Stunden, verteilt auf vier Tage, konnten die "Ducs de Gascogne", die auf den Verkauf von Gänseleber und einheimischen Erzeugnissen spezialisiert sind, ihren Personalbestand von 80 auf 94 (+ 14) erhöhen.</p><p>- Die Molkereigenossenschaft "Even" hat dank einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38 auf 32 Stunden, verteilt auf vier Tage, 120 Arbeitsplätze geschaffen und ihren Personalbestand damit von 800 auf 920 erhöht.</p><p>- Die Versicherungsgruppe "Prado" konnte dank einer Senkung der Arbeitszeit von 38 Stunden und 15 Minuten auf 32 Stunden und 30 Minuten, verteilt auf vier Tage, 83 Arbeitsplätze schaffen und ihren Personalbestand damit von 550 auf 633 erhöhen.</p>
    • <p>Mit der vorliegenden Parlamentarischen Initiative in der Form der allgemeinen Anregung beantrage ich auf dem Wege der Gesetzgebung die generelle Einführung der 4-Tage-Woche mit einer durchschnittlichen maximalen Arbeitszeit zwischen 32 und 36 Stunden pro Woche. Dabei sollen Löhne, die unter dem Eineinhalbfachen des durchschnittlichen Bruttolohnes liegen, vollumfänglich ausgeglichen werden.</p>
    • 4-Tage-Woche

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