Arbeitsmarktaussichten für Frauen

ShortId
98.3193
Id
19983193
Updated
14.11.2025 07:50
Language
de
Title
Arbeitsmarktaussichten für Frauen
AdditionalIndexing
Bericht;Frauenarbeitslosigkeit;Weiterbildung;Arbeitsvermittlungsstelle;Berufsaussichten;Frauenarbeit
1
  • L05K0702030205, Frauenarbeit
  • L05K0702030402, Frauenarbeitslosigkeit
  • L04K13030203, Weiterbildung
  • L05K0702020306, Berufsaussichten
  • L05K0702020304, Arbeitsvermittlungsstelle
  • L03K020206, Bericht
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage der Frauen hat sich in den vergangenen Jahren stark verschlechtert. Die schweizerischen Statistiken zeigen, dass die Arbeitslosenquote bei den Frauen höher ist als bei den Männern (nach dem BFS 1997: Arbeitslosenquote bei den Männern 4,9 Prozent gegenüber 5,7 Prozent bei den Frauen).</p><p>Die Frauen haben es auf dem Arbeitsmarkt schwieriger als die Männer, namentlich weil sie häufig eine weniger spezialisierte Ausbildung haben als die Männer und mit der Doppelbelastung von Beruf und Familie zurechtkommen müssen. Trotz einer Aenderung der Mentalität und erhöhtem Bewusstsein ist für die Frauen der Zugang zu Kaderstellen schwieriger als für Männer. Deshalb fallen sie Umstrukturierungsmassnahmen als erste zum Opfer. Zudem sind ihre Teilzeitstellen häufig gefährdet und werden bei den ersten Schwierigkeiten abgebaut.</p><p>Überdies ist uns bekannt, dass sich die Frauen so hartnäckigen Vorurteilen stellen müssen, wie, wenn sie ein regionales Arbeitsvermittlungszentrum aufsuchen, sie bräuchten ohnehin nur ein ergänzendes Einkommen. Die Stellenberaterinnen und Stellenberater weisen den arbeitslosen Frauen oft unqualifizierte Arbeiten zu, während sie sich für männliche Stellensuchende mehr Zeit nehmen, um ihre Karrieremöglichkeiten zu studieren.</p><p>Es lässt sich auch feststellen, dass, selbst wenn die Arbeitslosigkeit zurückgeht, die Frauen nicht als erste davon profitieren. Sie sind rascher aus dem Arbeitsmarkt vertrieben als wieder aufgenommen. Und gehen sie einer Erwerbstätigkeit nach, so sind ihre Löhne noch immer tiefer als diejenigen ihrer männlichen Kollegen.</p><p>In der Schweiz gibt es weder eine Studie über den Zugang der Frauen zum Arbeitsmarkt noch über die Gründe und Ursachen der weiblichen Arbeitslosigkeit. Wenn man die Arbeitsloigkeit der Frauen bekämpfen und Massnahmen für die Gleichbehandlung von Mann und Frau (in der Tat) auf dem Arbeitsmarkt ergreifen will, müssen die Gründe und Ursachen der gegenwärtigen Ungleichheiten bekannt sein.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass es arbeitslose Frauen besonders schwer haben wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Frauen sind insbesondere unter den Langzeitarbeitslosen und den Ausgesteuerten übervertreten. Aus diesem Grund hat die Aufsichtskommission des Fonds der Arbeitslosenversicherung schon früh Studien in Auftrag gegeben, die auch die geschlechtsspezifischen Aspekte der Arbeitslosigkeit mitberücksichtigen. Dieses Jahr werden zwei Studien publiziert werden, die in dieser Hinsicht von speziellem Interesse sind: Die Studie von Aeppli et al. über die Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz und diejenige von Sheldon zu den Ursachen und Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit in der Schweiz werden im Sommer erscheinen. </p><p></p><p>Aufgrund der nun abgeschlossenen und auch laufenden Studien ist der Bundesrat deshalb der Ueberzeugung, dass sich eine weitere Studie momentan nicht aufdrängt. Hingegen müssen die bestehenden Ergebnisse ausgewertet und in entsprechende Massnahmen umgesetzt werden. </p><p></p><p>Was den Zugang der Frauen zu Beschäftigungs- und Weiterbildungsprogrammen anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass gemäss der Arbeitsteilung zwischen Bund und Kantonen die Kantone für die Bereitstellung und Ausgestaltung der arbeitsmarktlichen Massnahmen zuständig sind. Der Bund empfiehlt jedoch den Kantonen in der Ausgestaltung ihrer Programme Rücksicht auf die frauenspezifischen Bedürfnisse zu nehmen, um deren Wiedereingliederung zu erleichtern. Es besteht denn auch schon zurzeit ein grosses Angebot an Programmplätzen für erwerbslose Frauen. Der Bundesrat verweist im Weiteren auf seine Antwort auf das Postulat Keller (98.3195).</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzuschreiben.
  • <p>Der Bundesrat wird ersucht, eine umfassende Studie über die Frauen auf dem Arbeitsmarkt durchzuführen, die auch untersucht, warum die (Langzeit-)Arbeitslosigkeit bei den Frauen weiter verbreitet ist als bei den Männern, und Überlegungen anstellt über den Zugang der Frauen zu Beschäftigungs- und Weiterbildungsprogrammen.</p>
  • Arbeitsmarktaussichten für Frauen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage der Frauen hat sich in den vergangenen Jahren stark verschlechtert. Die schweizerischen Statistiken zeigen, dass die Arbeitslosenquote bei den Frauen höher ist als bei den Männern (nach dem BFS 1997: Arbeitslosenquote bei den Männern 4,9 Prozent gegenüber 5,7 Prozent bei den Frauen).</p><p>Die Frauen haben es auf dem Arbeitsmarkt schwieriger als die Männer, namentlich weil sie häufig eine weniger spezialisierte Ausbildung haben als die Männer und mit der Doppelbelastung von Beruf und Familie zurechtkommen müssen. Trotz einer Aenderung der Mentalität und erhöhtem Bewusstsein ist für die Frauen der Zugang zu Kaderstellen schwieriger als für Männer. Deshalb fallen sie Umstrukturierungsmassnahmen als erste zum Opfer. Zudem sind ihre Teilzeitstellen häufig gefährdet und werden bei den ersten Schwierigkeiten abgebaut.</p><p>Überdies ist uns bekannt, dass sich die Frauen so hartnäckigen Vorurteilen stellen müssen, wie, wenn sie ein regionales Arbeitsvermittlungszentrum aufsuchen, sie bräuchten ohnehin nur ein ergänzendes Einkommen. Die Stellenberaterinnen und Stellenberater weisen den arbeitslosen Frauen oft unqualifizierte Arbeiten zu, während sie sich für männliche Stellensuchende mehr Zeit nehmen, um ihre Karrieremöglichkeiten zu studieren.</p><p>Es lässt sich auch feststellen, dass, selbst wenn die Arbeitslosigkeit zurückgeht, die Frauen nicht als erste davon profitieren. Sie sind rascher aus dem Arbeitsmarkt vertrieben als wieder aufgenommen. Und gehen sie einer Erwerbstätigkeit nach, so sind ihre Löhne noch immer tiefer als diejenigen ihrer männlichen Kollegen.</p><p>In der Schweiz gibt es weder eine Studie über den Zugang der Frauen zum Arbeitsmarkt noch über die Gründe und Ursachen der weiblichen Arbeitslosigkeit. Wenn man die Arbeitsloigkeit der Frauen bekämpfen und Massnahmen für die Gleichbehandlung von Mann und Frau (in der Tat) auf dem Arbeitsmarkt ergreifen will, müssen die Gründe und Ursachen der gegenwärtigen Ungleichheiten bekannt sein.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass es arbeitslose Frauen besonders schwer haben wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Frauen sind insbesondere unter den Langzeitarbeitslosen und den Ausgesteuerten übervertreten. Aus diesem Grund hat die Aufsichtskommission des Fonds der Arbeitslosenversicherung schon früh Studien in Auftrag gegeben, die auch die geschlechtsspezifischen Aspekte der Arbeitslosigkeit mitberücksichtigen. Dieses Jahr werden zwei Studien publiziert werden, die in dieser Hinsicht von speziellem Interesse sind: Die Studie von Aeppli et al. über die Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz und diejenige von Sheldon zu den Ursachen und Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit in der Schweiz werden im Sommer erscheinen. </p><p></p><p>Aufgrund der nun abgeschlossenen und auch laufenden Studien ist der Bundesrat deshalb der Ueberzeugung, dass sich eine weitere Studie momentan nicht aufdrängt. Hingegen müssen die bestehenden Ergebnisse ausgewertet und in entsprechende Massnahmen umgesetzt werden. </p><p></p><p>Was den Zugang der Frauen zu Beschäftigungs- und Weiterbildungsprogrammen anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass gemäss der Arbeitsteilung zwischen Bund und Kantonen die Kantone für die Bereitstellung und Ausgestaltung der arbeitsmarktlichen Massnahmen zuständig sind. Der Bund empfiehlt jedoch den Kantonen in der Ausgestaltung ihrer Programme Rücksicht auf die frauenspezifischen Bedürfnisse zu nehmen, um deren Wiedereingliederung zu erleichtern. Es besteht denn auch schon zurzeit ein grosses Angebot an Programmplätzen für erwerbslose Frauen. Der Bundesrat verweist im Weiteren auf seine Antwort auf das Postulat Keller (98.3195).</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzuschreiben.
    • <p>Der Bundesrat wird ersucht, eine umfassende Studie über die Frauen auf dem Arbeitsmarkt durchzuführen, die auch untersucht, warum die (Langzeit-)Arbeitslosigkeit bei den Frauen weiter verbreitet ist als bei den Männern, und Überlegungen anstellt über den Zugang der Frauen zu Beschäftigungs- und Weiterbildungsprogrammen.</p>
    • Arbeitsmarktaussichten für Frauen

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