Morbidität bei Krebs. Epidemiologische Daten
- ShortId
-
98.3286
- Id
-
19983286
- Updated
-
25.06.2025 02:21
- Language
-
de
- Title
-
Morbidität bei Krebs. Epidemiologische Daten
- AdditionalIndexing
-
Sterblichkeit;Todesursache;Prävention;Verzeichnis;Krebs;Statistik
- 1
-
- L04K01050110, Krebs
- L05K0101030402, Todesursache
- L04K02020702, Verzeichnis
- L04K01070301, Sterblichkeit
- L03K020218, Statistik
- L05K0105050702, Prävention
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In der Schweiz gibt es Daten zur Mortalitätsrate jeder Krebsart. Diese sind kürzlich in Form eines Atlas vorgestellt worden. Heute kann ein beträchtlicher Anteil der Krebspatienten erfolgreich behandelt werden. Die Mortalitätsstatistik eignet sich daher nur bedingt dazu, Häufigkeit und Tendenzen von Krebserkrankungen zu untersuchen, wenn es darum geht, die Ursachen zu erforschen und Präventivmassnahmen zu entwickeln.</p><p>Mehrere Kantone verwerten bereits Morbiditätsdaten, die sie aufgrund einer fortlaufenden Registrierung der Fälle lokal veröffentlichen. Diese Daten werden an zentraler Stelle gesammelt, wo sie zu Statistikzwecken ausgewertet werden können. Die so gewonnenen Informationen weisen jedoch immer noch Lücken auf: Die neun bestehenden kantonalen oder regionalen Register decken nur etwa 55 Prozent der Bevölkerung ab. Wegen der beschränkten Mittel für die Bearbeitung dieser Register sind die Daten jeweils nur mit Verspätung verfügbar. Eine optimale Abwicklung wird so verunmöglicht und eine rasche Evaluation der Präventivmassnahmen und der Wirksamkeit der Behandlungen auf die Gesamtbevölkerung verhindert.</p><p>Ich ersuche den Bundesrat, die Entwicklung des gegenwärtigen Informationssystems zu unterstützen, und zwar sowohl für die lokale Registrierung der Fälle wie für die zentrale Erstellung und fortlaufende Nachführung von detaillierten Statistiken.</p>
- <p>Krebs ist in der Schweiz die zweithäufigste Todesursache. Der Bundesrat teilt deshalb die Auffassung des Motionärs, dass eine Verbesserung der Registrierung und der statistischen Datenanalyse von Krebskrankheiten sowie der Ausbau der bestehenden Krebsregister auf die ganze Schweiz notwendig ist. Nur so können die aufwendigen Anstrengungen im Bereiche der Prävention und der Therapie hinreichend beurteilt sowie wirkungsvolle Programme im Rahmen der nationalen Krebsbekämpfungsstrategie formuliert werden.</p><p>Heute existieren lediglich neun regionale Krebsregister mit Daten der Kantone Genf, Waadt, Neuenburg, Basel-Stadt und Baselland, St. Gallen und Appenzell (AR und IR), Zürich, Wallis, Graubünden, Glarus und Tessin sowie ein klinisches Register am Inselspital Bern. Die Krebsregister werden von den beteiligten Kantonen, der Schweizerischen Krebsliga und vom Bund im Rahmen der Ressortforschung finanziert.</p><p>Die Statistiken von Krebsregistern für die ganze Schweiz sind unerlässlich zur Gewinnung eines Einblicks in die zeitlichen und örtlichen Veränderungen der Krebshäufigkeit in der schweizerischen Wohnbevölkerung sowie zur Erforschung von verursachenden Faktoren (z. B. Tabak- und Alkoholkonsum, Ernährungsgewohnheiten, Radioaktivität, Luftverschmutzung) und der Wirksamkeit neuer Therapien. Die bestehenden Lücken müssen geschlossen werden, um die Bekämpfung des Krebses entscheidend verbessern zu können.</p><p>Der Bundesrat ist deshalb bereit zu prüfen, wie der Ausbau der bestehenden Krebsregister zu einem gesamtschweizerischen Krebsregister am kostengünstigsten organisiert und finanziert werden kann. Insbesondere interessiert die Koordination mit bestehenden Statistiken des Bundes, z. B. der Todesursachenstatistik sowie der medizinischen Statistik der Krankenhäuser. Zudem sind auch neue Zusammenarbeitsformen zwischen Bund, Kantonen, Leistungserbringern und Non-Profit-Organisationen zu überprüfen.</p><p>Der Bundesrat wird sich bei dieser Prüfung auch auf die Empfehlungen der Schweizerischen Kommission für Gesundheitsstatistik abstützen können, die bereits 1994 ein Leitbild für ein gesundheitsstatistisches Informationssystem für die Schweiz entworfen hat. Die Kommission empfahl damals die Unterstellung der Krebsregister unter das Bundesstatistikgesetz, die Weiterführung der existierenden kantonalen Krebsregister und die Einrichtung eines gesamtschweizerischen Datenzentrums unter der Leitung der Vereinigung schweizerischer Krebsregister. Diese Empfehlungen konnten bisher noch nicht umgesetzt werden.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten unverzüglich in Auftrag zu geben. Da vorerst noch verschiedene Fragen abzuklären sind - dazu gehören namentlich Fragen zu den für das schweizerische Krebsregister benötigten Ressourcen sowie zur Zusammenarbeit mit den Kantonen -, beantragt er, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, auf der Basis der kantonalen und regionalen Register über Tumore ein einheitliches statistisches Informationssystem betreffend die Krebsmorbidität in der Schweiz zu schaffen.</p>
- Morbidität bei Krebs. Epidemiologische Daten
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>In der Schweiz gibt es Daten zur Mortalitätsrate jeder Krebsart. Diese sind kürzlich in Form eines Atlas vorgestellt worden. Heute kann ein beträchtlicher Anteil der Krebspatienten erfolgreich behandelt werden. Die Mortalitätsstatistik eignet sich daher nur bedingt dazu, Häufigkeit und Tendenzen von Krebserkrankungen zu untersuchen, wenn es darum geht, die Ursachen zu erforschen und Präventivmassnahmen zu entwickeln.</p><p>Mehrere Kantone verwerten bereits Morbiditätsdaten, die sie aufgrund einer fortlaufenden Registrierung der Fälle lokal veröffentlichen. Diese Daten werden an zentraler Stelle gesammelt, wo sie zu Statistikzwecken ausgewertet werden können. Die so gewonnenen Informationen weisen jedoch immer noch Lücken auf: Die neun bestehenden kantonalen oder regionalen Register decken nur etwa 55 Prozent der Bevölkerung ab. Wegen der beschränkten Mittel für die Bearbeitung dieser Register sind die Daten jeweils nur mit Verspätung verfügbar. Eine optimale Abwicklung wird so verunmöglicht und eine rasche Evaluation der Präventivmassnahmen und der Wirksamkeit der Behandlungen auf die Gesamtbevölkerung verhindert.</p><p>Ich ersuche den Bundesrat, die Entwicklung des gegenwärtigen Informationssystems zu unterstützen, und zwar sowohl für die lokale Registrierung der Fälle wie für die zentrale Erstellung und fortlaufende Nachführung von detaillierten Statistiken.</p>
- <p>Krebs ist in der Schweiz die zweithäufigste Todesursache. Der Bundesrat teilt deshalb die Auffassung des Motionärs, dass eine Verbesserung der Registrierung und der statistischen Datenanalyse von Krebskrankheiten sowie der Ausbau der bestehenden Krebsregister auf die ganze Schweiz notwendig ist. Nur so können die aufwendigen Anstrengungen im Bereiche der Prävention und der Therapie hinreichend beurteilt sowie wirkungsvolle Programme im Rahmen der nationalen Krebsbekämpfungsstrategie formuliert werden.</p><p>Heute existieren lediglich neun regionale Krebsregister mit Daten der Kantone Genf, Waadt, Neuenburg, Basel-Stadt und Baselland, St. Gallen und Appenzell (AR und IR), Zürich, Wallis, Graubünden, Glarus und Tessin sowie ein klinisches Register am Inselspital Bern. Die Krebsregister werden von den beteiligten Kantonen, der Schweizerischen Krebsliga und vom Bund im Rahmen der Ressortforschung finanziert.</p><p>Die Statistiken von Krebsregistern für die ganze Schweiz sind unerlässlich zur Gewinnung eines Einblicks in die zeitlichen und örtlichen Veränderungen der Krebshäufigkeit in der schweizerischen Wohnbevölkerung sowie zur Erforschung von verursachenden Faktoren (z. B. Tabak- und Alkoholkonsum, Ernährungsgewohnheiten, Radioaktivität, Luftverschmutzung) und der Wirksamkeit neuer Therapien. Die bestehenden Lücken müssen geschlossen werden, um die Bekämpfung des Krebses entscheidend verbessern zu können.</p><p>Der Bundesrat ist deshalb bereit zu prüfen, wie der Ausbau der bestehenden Krebsregister zu einem gesamtschweizerischen Krebsregister am kostengünstigsten organisiert und finanziert werden kann. Insbesondere interessiert die Koordination mit bestehenden Statistiken des Bundes, z. B. der Todesursachenstatistik sowie der medizinischen Statistik der Krankenhäuser. Zudem sind auch neue Zusammenarbeitsformen zwischen Bund, Kantonen, Leistungserbringern und Non-Profit-Organisationen zu überprüfen.</p><p>Der Bundesrat wird sich bei dieser Prüfung auch auf die Empfehlungen der Schweizerischen Kommission für Gesundheitsstatistik abstützen können, die bereits 1994 ein Leitbild für ein gesundheitsstatistisches Informationssystem für die Schweiz entworfen hat. Die Kommission empfahl damals die Unterstellung der Krebsregister unter das Bundesstatistikgesetz, die Weiterführung der existierenden kantonalen Krebsregister und die Einrichtung eines gesamtschweizerischen Datenzentrums unter der Leitung der Vereinigung schweizerischer Krebsregister. Diese Empfehlungen konnten bisher noch nicht umgesetzt werden.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten unverzüglich in Auftrag zu geben. Da vorerst noch verschiedene Fragen abzuklären sind - dazu gehören namentlich Fragen zu den für das schweizerische Krebsregister benötigten Ressourcen sowie zur Zusammenarbeit mit den Kantonen -, beantragt er, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, auf der Basis der kantonalen und regionalen Register über Tumore ein einheitliches statistisches Informationssystem betreffend die Krebsmorbidität in der Schweiz zu schaffen.</p>
- Morbidität bei Krebs. Epidemiologische Daten
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