Arbeitnehmer. Verbesserung der Qualifikation

ShortId
98.3288
Id
19983288
Updated
10.04.2024 11:37
Language
de
Title
Arbeitnehmer. Verbesserung der Qualifikation
AdditionalIndexing
Nachwuchsförderung;Weiterbildung;berufliche Eignung
1
  • L05K0702020106, berufliche Eignung
  • L04K13030203, Weiterbildung
  • L04K13030114, Nachwuchsförderung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Zwar hat die offizielle Arbeitslosenzahl in den letzten Monaten abgenommen. Trotzdem ist Entwarnung fehl am Platz. Unser Aus- und Weiterbildungssystem scheint nicht in der Lage zu sein, zeitgerecht auf die veränderten Anforderungen des Stellenmarktes zu reagieren. Deshalb sollen Massnahmen geprüft werden, welche die Reaktionsfähigkeit der Bildungs- und Weiterbildungsinstitute auf Veränderungen der Bedürfnisse des Arbeitsmarktes verbessern. Zu denken ist hierbei beispielsweise an vermehrten Wettbewerb unter verschiedenen Bildungsinstituten. Dieser Wettbewerb muss aber in vielen Fällen erst noch ermöglicht werden (Beispiel Universitäten).</p><p>Eine nicht repräsentative Umfrage der FDP Schweiz zwischen Februar und April 1998 bestätigte die These, wonach auf dem Arbeitsmarkt einerseits zwar viele offene Stellen vorhanden sind, diese andererseits aber wegen der fehlenden Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage (Qualifikationsdiskrepanz) nicht besetzt werden können. Die Ansprüche der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer und deren Qualifikationen nehmen ständig zu. Feststellbar ist ebenso, dass vor allem gut qualifizierte Arbeitnehmer Weiterbildung in Anspruch nehmen.</p><p>Der rasche Wandel der gefragten Qualifikationen erfordert heute lebenslanges Lernen. Die Arbeitgeber sind dringend aufgerufen, ihre Mitarbeiter zur freiwilligen Weiterbildung zu motivieren und auch zeitlich Raum dafür zu schaffen. Diesem Bedürfnis nachzukommen ist insbesondere für KMU mit beschränkten personellen und finanziellen Ressourcen schwierig.</p>
  • <p>1. Es ist unerlässlich, dass die Institutionen der beruflichen Weiterbildung möglichst rasch auf Veränderungen und Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren können. Entsprechende Bildungsangebote offerieren in erster Linie:</p><p>- private, auf Gewinnerzielung ausgerichtete Institutionen;</p><p>- keinen Erwerbszweck verfolgende, auf berufliche Weiterbildung ausgerichtete Interessenzusammenschlüsse (insbesondere Berufsverbände);</p><p>- die öffentliche Hand.</p><p>Der Bundesrat begrüsst einen starken Wettbewerb zwischen diesen Bildungsanbietern; er ist besonders ausgeprägt in sich rasch wandelnden und in viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigenden Wirtschaftszweigen, da in diesen die Nachfrage von Personen, die sich weiterbilden wollen, verhältnismässig gross ist.</p><p>In anderen Branchen, wo eine geringe Nachfrage nach Weiterbildung herrscht, kann nicht von Wettbewerb gesprochen werden. In erster Linie hier hat der Staat dafür zu sorgen, dass trotzdem ein Weiterbildungsangebot besteht.</p><p>2. Es ist bekannt, dass Personen mit einer vergleichsweise anspruchsvollen Ausbildung sich mehr um ihre Weiterbildung bemühen, als solche mit einer weniger guten Ausbildung. Der Bundesrat wird diesem Umstand bei den Arbeiten an der Revision des Bundesgesetzes über die Berufsbildung besonders Rechnung tragen.</p><p>3. Für die berufliche Weiterbildung sind in erster Linie die Arbeitgeber - auch bei den KMU - sowie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verantwortlich. Der Staat hat die Rahmenbedingungen zu schaffen, welche es den Arbeitgebern und ihren Beschäftigten ermöglichen, dieser Verantwortung nachzukommen. Besondere Unterstützung hat er dort anzubieten, wo Weiterbildung notwendig, aber schwer finanzierbar ist.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Ist der Bundesrat der Ansicht:</p><p>1. dass eine Verstärkung des Wettbewerbes unter den Bildungsinstituten auf allen Ebenen notwendig ist, damit diese Institute auf Veränderungen oder Anforderungen des Stellenmarktes genügend rasch reagieren können;</p><p>2. dass noch in verstärktem Masse Anreize zu schaffen sind, um weniger gut ausgebildete Personen zur Weiterbildung zu motivieren;</p><p>3. dass die Arbeitgeber, insbesondere bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), noch stärker als bisher in ihren Bemühungen zur Ermöglichung bezahlter Weiterbildung zu unterstützen sind?</p>
  • Arbeitnehmer. Verbesserung der Qualifikation
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Zwar hat die offizielle Arbeitslosenzahl in den letzten Monaten abgenommen. Trotzdem ist Entwarnung fehl am Platz. Unser Aus- und Weiterbildungssystem scheint nicht in der Lage zu sein, zeitgerecht auf die veränderten Anforderungen des Stellenmarktes zu reagieren. Deshalb sollen Massnahmen geprüft werden, welche die Reaktionsfähigkeit der Bildungs- und Weiterbildungsinstitute auf Veränderungen der Bedürfnisse des Arbeitsmarktes verbessern. Zu denken ist hierbei beispielsweise an vermehrten Wettbewerb unter verschiedenen Bildungsinstituten. Dieser Wettbewerb muss aber in vielen Fällen erst noch ermöglicht werden (Beispiel Universitäten).</p><p>Eine nicht repräsentative Umfrage der FDP Schweiz zwischen Februar und April 1998 bestätigte die These, wonach auf dem Arbeitsmarkt einerseits zwar viele offene Stellen vorhanden sind, diese andererseits aber wegen der fehlenden Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage (Qualifikationsdiskrepanz) nicht besetzt werden können. Die Ansprüche der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer und deren Qualifikationen nehmen ständig zu. Feststellbar ist ebenso, dass vor allem gut qualifizierte Arbeitnehmer Weiterbildung in Anspruch nehmen.</p><p>Der rasche Wandel der gefragten Qualifikationen erfordert heute lebenslanges Lernen. Die Arbeitgeber sind dringend aufgerufen, ihre Mitarbeiter zur freiwilligen Weiterbildung zu motivieren und auch zeitlich Raum dafür zu schaffen. Diesem Bedürfnis nachzukommen ist insbesondere für KMU mit beschränkten personellen und finanziellen Ressourcen schwierig.</p>
    • <p>1. Es ist unerlässlich, dass die Institutionen der beruflichen Weiterbildung möglichst rasch auf Veränderungen und Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren können. Entsprechende Bildungsangebote offerieren in erster Linie:</p><p>- private, auf Gewinnerzielung ausgerichtete Institutionen;</p><p>- keinen Erwerbszweck verfolgende, auf berufliche Weiterbildung ausgerichtete Interessenzusammenschlüsse (insbesondere Berufsverbände);</p><p>- die öffentliche Hand.</p><p>Der Bundesrat begrüsst einen starken Wettbewerb zwischen diesen Bildungsanbietern; er ist besonders ausgeprägt in sich rasch wandelnden und in viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigenden Wirtschaftszweigen, da in diesen die Nachfrage von Personen, die sich weiterbilden wollen, verhältnismässig gross ist.</p><p>In anderen Branchen, wo eine geringe Nachfrage nach Weiterbildung herrscht, kann nicht von Wettbewerb gesprochen werden. In erster Linie hier hat der Staat dafür zu sorgen, dass trotzdem ein Weiterbildungsangebot besteht.</p><p>2. Es ist bekannt, dass Personen mit einer vergleichsweise anspruchsvollen Ausbildung sich mehr um ihre Weiterbildung bemühen, als solche mit einer weniger guten Ausbildung. Der Bundesrat wird diesem Umstand bei den Arbeiten an der Revision des Bundesgesetzes über die Berufsbildung besonders Rechnung tragen.</p><p>3. Für die berufliche Weiterbildung sind in erster Linie die Arbeitgeber - auch bei den KMU - sowie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verantwortlich. Der Staat hat die Rahmenbedingungen zu schaffen, welche es den Arbeitgebern und ihren Beschäftigten ermöglichen, dieser Verantwortung nachzukommen. Besondere Unterstützung hat er dort anzubieten, wo Weiterbildung notwendig, aber schwer finanzierbar ist.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Ist der Bundesrat der Ansicht:</p><p>1. dass eine Verstärkung des Wettbewerbes unter den Bildungsinstituten auf allen Ebenen notwendig ist, damit diese Institute auf Veränderungen oder Anforderungen des Stellenmarktes genügend rasch reagieren können;</p><p>2. dass noch in verstärktem Masse Anreize zu schaffen sind, um weniger gut ausgebildete Personen zur Weiterbildung zu motivieren;</p><p>3. dass die Arbeitgeber, insbesondere bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), noch stärker als bisher in ihren Bemühungen zur Ermöglichung bezahlter Weiterbildung zu unterstützen sind?</p>
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