Bahnhof Zürich. Ausbauprojekt

ShortId
98.3307
Id
19983307
Updated
10.04.2024 13:12
Language
de
Title
Bahnhof Zürich. Ausbauprojekt
AdditionalIndexing
SBB;Bahnhof;Zürich (Kanton);Baugenehmigung;öffentliches Bauwesen
1
  • L04K18030202, Bahnhof
  • L05K0301010123, Zürich (Kanton)
  • L05K1801021103, SBB
  • L04K07050301, öffentliches Bauwesen
  • L05K0102030101, Baugenehmigung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Zurzeit liegt in Zürich das SBB-Projekt für den Flügelbahnhof zwischen Sihlpost und Zentralstellwerk beim Hauptbahnhof Zürich öffentlich auf. Im Herbst dieses Jahres soll das Projekt für die Erweiterung des Bahnviaduktes Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen um eine zweite Doppelspur öffentlich aufliegen. Beiden Projekten ist breite politische Opposition erwachsen.</p><p>- Der Flügelbahnhof liegt so extrem ungünstig, dass die Umsteigewege zu den übrigen S-Bahn-Linien, zu den Fernzügen, zu den städtischen Verkehrsbetrieben sowie zur Innenstadt unakzeptabel lang würden (bis zu 650 Meter, d. h. länger als zwei dreiteilige S-Bahn-Kompositionen von 320 Metern). Durch diese eindeutige Verschlechterung der Situation für die S-Bahn-Passagiere der Linien S1, S2, S8 und S14 würden zweifelsohne massive Einbussen der Passagierfrequenzen eintreten.</p><p>- Die Erweiterung des Bogenviaduktes Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen um eine Doppelspur hätte in bezug auf Lärm und Beeinträchtigung des Erholungswertes gravierende, nicht zu verantwortende Auswirkungen auf die Bevölkerung der Stadtkreise 5 (Industrie) und 10 (Wipkingen). Es ist mit Sicherheit zu erwarten, dass gegen beide Projekte Einsprachen erhoben werden.</p><p>Die SBB selber sind mit dem Flügelbahnhof offenkundig nicht glücklich: Nach ihren Angaben stellt dieser nur ein "Provisorium" dar, das zu "gegebener Zeit" durch eine definitive Lösung mit einem Durchgangsbahnhof abgelöst werden soll.</p><p>Es stellt sich nun die Frage, ob es nicht sinnvoller und effizienter wäre, anstelle des teuren Provisoriums "Flügelbahnhof" und anstelle der mit einem Durchgangsbahnhof nicht mehr notwendigen 3./4. Spur Hauptbahnhof-Wipkingen (Kosten 208 Millionen Franken) heute schon die definitive Lösung des Knotens Zürich zu verwirklichen - inklusive der schon lange nötigen Anpassungen des S-Bahn-Angebotes.</p><p>Das Projekt ist bekannt: Mit dem Bau eines zusätzlichen unterirdischen Durchgangsbahnhofes parallel zur bestehenden SZU-Endhaltestelle und zum bestehenden S-Bahnhof Museumstrasse und mit einem neuen Tunnel nach Oerlikon können die Nachteile des offiziellen SBB-Projektes behoben und die damit verbundenen starken Widerstände in der Bevölkerung reduziert werden. Dieser Durchgangsbahnhof liegt hinsichtlich Umsteigewege optimal, und auf die 3./4. Spur Hauptbahnhof-Wipkingen kann gänzlich verzichtet werden.</p><p>Die betrieblichen Vorteile eines Durchgangsbahnhofes gegenüber der Sackbahnhoflösung der SBB sind evident - wie uns auch die Erfahrungen mit dem Durchgangsbahnhof "Museumstrasse" zeigen. Auf die Dauer wird ein Durchgangsbahnhof im Betrieb flexibler und wirtschaftlicher sein. Wir ersuchen den Bundesrat, die Anliegen der Bevölkerung, der Bahnbenützer zu beachten und einer sinnvollen Planung zum Durchbruch zu verhelfen.</p>
  • <p>Der Ausbau des Knotens Zürich bildet das Rückgrat der 1. Etappe von "Bahn 2000", welche von den eidgenössischen Räten mit der Kenntnisnahme des Berichtes des Bundesrates vom 11. Mai 1994 gutgeheissen wurde. Darin werden notwendige Infrastrukturmassnahmen wie z. B. eine Kapazitätssteigerung des Knotens Zürich und Ausbauten in Richtung Wipkingen genannt.</p><p>Der Bundesrat ist sich der Problematik rund um die Projekte "Flügelbahnhof Zürich" und "3./4. Gleis Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen" bewusst. Dennoch kann er auf die in der Interpellation vorgeschlagenen Lösungsansätze zum jetzigen Zeitpunkt nicht näher eintreten.</p><p>Zurzeit sind im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation verschiedene Plangenehmigungsverfahren, welche den Ausbau des Knotens Zürich betreffen, rechtshängig, insbesondere auch die Plangenehmigungsverfahren zu den Projekten "Flügelbahnhof Zürich" und "3./4. Gleis Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen".</p><p>Es würde dem gesetzlich geregelten Vorgehen widersprechen, wenn ein alternatives Projekt zum jetzigen Zeitpunkt in dieses Verfahren aufgenommen würde oder das Plangenehmigungsverfahren gar sistiert würde. Der Bundesrat kann nicht mit politischen Massnahmen in ein hängiges Verfahren eingreifen. Kommt hinzu, dass allenfalls der Bundesrat in einzelnen Verfahren als Beschwerdeinstanz auftritt, so dass allein deshalb eine Einflussnahme zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich ist.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Im Hinblick auf eine weitere Entflechtung des nationalen und regionalen Verkehrs im Bahnknoten Zürich stehen neue Investitionen bevor. Da die Konzeption in Zürich weitreichende Auswirkungen auf den nationalen Verkehr hat, bitte ich den Bundesrat, mir die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist er bereit, im Hinblick auf die weitreichenden Auswirkungen eines neuen Bahnhofs auf den nationalen Verkehr eine Arbeitsgruppe bestehend aus Bund (BAV, BRP, Buwal, General- und Kreisdirektion 3 der SBB), Kanton und Stadt Zürich einzusetzen?</p><p>2. Ist er bereit, die sich aufdrängende definitive Lösung mit dem unterirdischen Durchgangsbahnhof und dem Tunnel nach Oerlikon im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens zur Prüfung entgegenzunehmen, wenn diese im Auftrag des Kantons Zürich und in Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich und der SBB seriös ausgearbeitet wird?</p><p>3. Ist er allenfalls bereit, das Plangenehmigungsverfahren der Projekte "Flügelbahnhof" und "3./4. Gleis Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen" solange zu sistieren, bis das definitive Projekt auf einen vergleichbaren Planungszustand hinsichtlich Machbarkeit, Kosten und betrieblichem Konzept gebracht ist und eine vergleichende Kosten-Nutzen-Analyse mit den offiziellen SBB-Projekten vorliegt? Bis wann müssten diese Arbeiten vorliegen?</p><p>4. Auf welche der von den SBB geplanten Objekte könnte mit der definitiven Lösung mit dem Durchgangsbahnhof verzichtet werden respektive welche Einsparungen wären damit möglich?</p>
  • Bahnhof Zürich. Ausbauprojekt
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Zurzeit liegt in Zürich das SBB-Projekt für den Flügelbahnhof zwischen Sihlpost und Zentralstellwerk beim Hauptbahnhof Zürich öffentlich auf. Im Herbst dieses Jahres soll das Projekt für die Erweiterung des Bahnviaduktes Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen um eine zweite Doppelspur öffentlich aufliegen. Beiden Projekten ist breite politische Opposition erwachsen.</p><p>- Der Flügelbahnhof liegt so extrem ungünstig, dass die Umsteigewege zu den übrigen S-Bahn-Linien, zu den Fernzügen, zu den städtischen Verkehrsbetrieben sowie zur Innenstadt unakzeptabel lang würden (bis zu 650 Meter, d. h. länger als zwei dreiteilige S-Bahn-Kompositionen von 320 Metern). Durch diese eindeutige Verschlechterung der Situation für die S-Bahn-Passagiere der Linien S1, S2, S8 und S14 würden zweifelsohne massive Einbussen der Passagierfrequenzen eintreten.</p><p>- Die Erweiterung des Bogenviaduktes Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen um eine Doppelspur hätte in bezug auf Lärm und Beeinträchtigung des Erholungswertes gravierende, nicht zu verantwortende Auswirkungen auf die Bevölkerung der Stadtkreise 5 (Industrie) und 10 (Wipkingen). Es ist mit Sicherheit zu erwarten, dass gegen beide Projekte Einsprachen erhoben werden.</p><p>Die SBB selber sind mit dem Flügelbahnhof offenkundig nicht glücklich: Nach ihren Angaben stellt dieser nur ein "Provisorium" dar, das zu "gegebener Zeit" durch eine definitive Lösung mit einem Durchgangsbahnhof abgelöst werden soll.</p><p>Es stellt sich nun die Frage, ob es nicht sinnvoller und effizienter wäre, anstelle des teuren Provisoriums "Flügelbahnhof" und anstelle der mit einem Durchgangsbahnhof nicht mehr notwendigen 3./4. Spur Hauptbahnhof-Wipkingen (Kosten 208 Millionen Franken) heute schon die definitive Lösung des Knotens Zürich zu verwirklichen - inklusive der schon lange nötigen Anpassungen des S-Bahn-Angebotes.</p><p>Das Projekt ist bekannt: Mit dem Bau eines zusätzlichen unterirdischen Durchgangsbahnhofes parallel zur bestehenden SZU-Endhaltestelle und zum bestehenden S-Bahnhof Museumstrasse und mit einem neuen Tunnel nach Oerlikon können die Nachteile des offiziellen SBB-Projektes behoben und die damit verbundenen starken Widerstände in der Bevölkerung reduziert werden. Dieser Durchgangsbahnhof liegt hinsichtlich Umsteigewege optimal, und auf die 3./4. Spur Hauptbahnhof-Wipkingen kann gänzlich verzichtet werden.</p><p>Die betrieblichen Vorteile eines Durchgangsbahnhofes gegenüber der Sackbahnhoflösung der SBB sind evident - wie uns auch die Erfahrungen mit dem Durchgangsbahnhof "Museumstrasse" zeigen. Auf die Dauer wird ein Durchgangsbahnhof im Betrieb flexibler und wirtschaftlicher sein. Wir ersuchen den Bundesrat, die Anliegen der Bevölkerung, der Bahnbenützer zu beachten und einer sinnvollen Planung zum Durchbruch zu verhelfen.</p>
    • <p>Der Ausbau des Knotens Zürich bildet das Rückgrat der 1. Etappe von "Bahn 2000", welche von den eidgenössischen Räten mit der Kenntnisnahme des Berichtes des Bundesrates vom 11. Mai 1994 gutgeheissen wurde. Darin werden notwendige Infrastrukturmassnahmen wie z. B. eine Kapazitätssteigerung des Knotens Zürich und Ausbauten in Richtung Wipkingen genannt.</p><p>Der Bundesrat ist sich der Problematik rund um die Projekte "Flügelbahnhof Zürich" und "3./4. Gleis Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen" bewusst. Dennoch kann er auf die in der Interpellation vorgeschlagenen Lösungsansätze zum jetzigen Zeitpunkt nicht näher eintreten.</p><p>Zurzeit sind im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation verschiedene Plangenehmigungsverfahren, welche den Ausbau des Knotens Zürich betreffen, rechtshängig, insbesondere auch die Plangenehmigungsverfahren zu den Projekten "Flügelbahnhof Zürich" und "3./4. Gleis Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen".</p><p>Es würde dem gesetzlich geregelten Vorgehen widersprechen, wenn ein alternatives Projekt zum jetzigen Zeitpunkt in dieses Verfahren aufgenommen würde oder das Plangenehmigungsverfahren gar sistiert würde. Der Bundesrat kann nicht mit politischen Massnahmen in ein hängiges Verfahren eingreifen. Kommt hinzu, dass allenfalls der Bundesrat in einzelnen Verfahren als Beschwerdeinstanz auftritt, so dass allein deshalb eine Einflussnahme zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich ist.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Im Hinblick auf eine weitere Entflechtung des nationalen und regionalen Verkehrs im Bahnknoten Zürich stehen neue Investitionen bevor. Da die Konzeption in Zürich weitreichende Auswirkungen auf den nationalen Verkehr hat, bitte ich den Bundesrat, mir die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist er bereit, im Hinblick auf die weitreichenden Auswirkungen eines neuen Bahnhofs auf den nationalen Verkehr eine Arbeitsgruppe bestehend aus Bund (BAV, BRP, Buwal, General- und Kreisdirektion 3 der SBB), Kanton und Stadt Zürich einzusetzen?</p><p>2. Ist er bereit, die sich aufdrängende definitive Lösung mit dem unterirdischen Durchgangsbahnhof und dem Tunnel nach Oerlikon im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens zur Prüfung entgegenzunehmen, wenn diese im Auftrag des Kantons Zürich und in Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich und der SBB seriös ausgearbeitet wird?</p><p>3. Ist er allenfalls bereit, das Plangenehmigungsverfahren der Projekte "Flügelbahnhof" und "3./4. Gleis Zürich Hauptbahnhof-Wipkingen" solange zu sistieren, bis das definitive Projekt auf einen vergleichbaren Planungszustand hinsichtlich Machbarkeit, Kosten und betrieblichem Konzept gebracht ist und eine vergleichende Kosten-Nutzen-Analyse mit den offiziellen SBB-Projekten vorliegt? Bis wann müssten diese Arbeiten vorliegen?</p><p>4. Auf welche der von den SBB geplanten Objekte könnte mit der definitiven Lösung mit dem Durchgangsbahnhof verzichtet werden respektive welche Einsparungen wären damit möglich?</p>
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