Sinologie und Japanalogie. Förderung des Studiums in der Schweiz
- ShortId
-
98.3395
- Id
-
19983395
- Updated
-
10.04.2024 14:17
- Language
-
de
- Title
-
Sinologie und Japanalogie. Förderung des Studiums in der Schweiz
- AdditionalIndexing
-
Studium;kulturelle Beziehungen;China;Sprachwissenschaft;Japan
- 1
-
- L04K13020110, Studium
- L04K16030111, Sprachwissenschaft
- L04K03030502, Japan
- L04K03030501, China
- L04K01060305, kulturelle Beziehungen
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Als sich der Professor für Sinologie an der Universität Genf unlängst vorzeitig pensionieren liess, kamen Missstände an den Tag, die dringend einer Lösung bedürfen:</p><p>Der Unterricht der fernöstlichen Sprachen ist schlecht entwickelt, auch verfügen besonders die Institute für Sinologie und Japanologie nicht über die nötigen Mittel.</p><p>In ein bis zwei Generationen werden diese Sprachen von ungeheurer Bedeutung sein und es steht viel auf dem Spiel, wenn man bedenkt, dass uns der Zugang zu den Kulturen und Mentalitäten dieser mächtigen Länder und Volkswirtschaften verwehrt sein wird ohne die Vermittlung junger Schweizerinnen und Schweizer, die diese Sprachen beherrschen.</p><p>Dem Interpellanten scheint es daher unerlässlich, dass über dieses Problem nachgedacht und ein Aktionsplan ausgearbeitet werde (Buch: Jean-François Billeter: .Mémoire sur les études chinoises en Suisse. Editions Slatkine, Genf 1998).</p>
- <p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Interpellanten, dass an den schweizerischen Universitäten die Sinologie und Japanologie wie übrigens die Asienwissenschaften generell angesichts der intensiveren wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen mit den asiatischen Ländern zukunftsträchtige Fächer sind. Die Ausbildung von Sinologen und Japanologen wird in der Tat zunehmend an Bedeutung gewinnen. </p><p></p><p>Aus diesem Grund hat der Bundesrat bereits in seiner Botschaft über die Förderung der Wissenschaft in den Jahren 1996-1999 (BBl 1995 I 845, Kap. 122.5) die sogenannten Aerea Studies als eines der universitären Schwerpunktvorhaben bezeichnet. Mit diesem bildungspolitischen Instrument werden Studien über ausgewählte geographische und kulturelle Räume gefördert, die wie beispielsweise Asien - aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen für die Schweiz von besonderer Bedeutung sind. An verschiedenen schweizerischen universitären Hochschulen (u.a. auch an den ETH) werden bestimmte Studien im angesprochenen Bereich angeboten. Die Schweizerische Hochschulkonferenz schenkt der koordinierten Weiterentwicklung der Asienstudien und darin eingeschlossen der Sinologie und Japanologie im Rahmen ihrer Mehrjahresplanung besondere Aufmerksamkeit. Der Schweizerische Wissenschaftsrates seinerseits hat einen Grundsatzbericht über die Aerea Studies in diesem Bereich ausgearbeitet.</p><p></p><p>In diesem Zusammenhang ist ferner die Einsetzung eines Asienrates ("Conseil des études asiatiques) im Jahre 1996 durch die Schweizerische Hochschulrektorenkonferenz zu erwähnen. Dieser Rat hat inzwischen Vorschläge für eine bessere Aufgabenteilung erarbeitet und strebt den Aufbau eigentlicher Exzellenzzentren für asienwissenschaftliche Studien und Forschung an. Wünschbar wäre der Aufbau zweier sprachregional verteilter Kompetenzzentren. Die Verwirklichung verschiedener Pläne musste allerdings aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden, doch sind Diskussionen über die Erschliessung neuer Finanzierungsquellen (z.B. über die Interkantonale Universitätsvereinbarung) im Gange. Der Bund finanziert das Angebot an den ETH; er unterstützt gewisse Projekte über den Schweizerischen Nationalfonds sowie - indirekt und subsidiär - über die Hochschulförderung. Auch auf Fachhochschulstufe bestehen Austauschprogramme mit Asien (z.B. Projekte mit Indonesien durch die Fachhochschule für Technik St. Gallen und die Ingenieurschule Le Locle). Ferner trägt auch die vom Bund unterstützte Schweizerische Asienstiftung dazu bei, dass das Wissen über Asien, insbesondere über Japan und China, verbreitet wird. Weiterhin fördert der Bund den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch mit den asiatischen Ländern über das zu verstärkende Netzwerk der Wissenschaftsattachés.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Ist der Bundesrat bereit, angesichts des wirtschaftlichen und politischen Aufschwungs von China und Japan, das Studium der chinesischen und japanischen Sprache und Kultur zu fördern? Die entsprechenden Bemühungen sollten selbstverständlich mit den kantonalen Behörden, den betreffenden Universitäten, den Eidgenössischen Technischen Hochschulen sowie unter der Leitung der Gruppe für Wissenschaft und Forschung und des Bundesamtes für Aussenwirtschaft koordiniert werden.</p>
- Sinologie und Japanalogie. Förderung des Studiums in der Schweiz
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Als sich der Professor für Sinologie an der Universität Genf unlängst vorzeitig pensionieren liess, kamen Missstände an den Tag, die dringend einer Lösung bedürfen:</p><p>Der Unterricht der fernöstlichen Sprachen ist schlecht entwickelt, auch verfügen besonders die Institute für Sinologie und Japanologie nicht über die nötigen Mittel.</p><p>In ein bis zwei Generationen werden diese Sprachen von ungeheurer Bedeutung sein und es steht viel auf dem Spiel, wenn man bedenkt, dass uns der Zugang zu den Kulturen und Mentalitäten dieser mächtigen Länder und Volkswirtschaften verwehrt sein wird ohne die Vermittlung junger Schweizerinnen und Schweizer, die diese Sprachen beherrschen.</p><p>Dem Interpellanten scheint es daher unerlässlich, dass über dieses Problem nachgedacht und ein Aktionsplan ausgearbeitet werde (Buch: Jean-François Billeter: .Mémoire sur les études chinoises en Suisse. Editions Slatkine, Genf 1998).</p>
- <p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Interpellanten, dass an den schweizerischen Universitäten die Sinologie und Japanologie wie übrigens die Asienwissenschaften generell angesichts der intensiveren wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen mit den asiatischen Ländern zukunftsträchtige Fächer sind. Die Ausbildung von Sinologen und Japanologen wird in der Tat zunehmend an Bedeutung gewinnen. </p><p></p><p>Aus diesem Grund hat der Bundesrat bereits in seiner Botschaft über die Förderung der Wissenschaft in den Jahren 1996-1999 (BBl 1995 I 845, Kap. 122.5) die sogenannten Aerea Studies als eines der universitären Schwerpunktvorhaben bezeichnet. Mit diesem bildungspolitischen Instrument werden Studien über ausgewählte geographische und kulturelle Räume gefördert, die wie beispielsweise Asien - aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen für die Schweiz von besonderer Bedeutung sind. An verschiedenen schweizerischen universitären Hochschulen (u.a. auch an den ETH) werden bestimmte Studien im angesprochenen Bereich angeboten. Die Schweizerische Hochschulkonferenz schenkt der koordinierten Weiterentwicklung der Asienstudien und darin eingeschlossen der Sinologie und Japanologie im Rahmen ihrer Mehrjahresplanung besondere Aufmerksamkeit. Der Schweizerische Wissenschaftsrates seinerseits hat einen Grundsatzbericht über die Aerea Studies in diesem Bereich ausgearbeitet.</p><p></p><p>In diesem Zusammenhang ist ferner die Einsetzung eines Asienrates ("Conseil des études asiatiques) im Jahre 1996 durch die Schweizerische Hochschulrektorenkonferenz zu erwähnen. Dieser Rat hat inzwischen Vorschläge für eine bessere Aufgabenteilung erarbeitet und strebt den Aufbau eigentlicher Exzellenzzentren für asienwissenschaftliche Studien und Forschung an. Wünschbar wäre der Aufbau zweier sprachregional verteilter Kompetenzzentren. Die Verwirklichung verschiedener Pläne musste allerdings aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden, doch sind Diskussionen über die Erschliessung neuer Finanzierungsquellen (z.B. über die Interkantonale Universitätsvereinbarung) im Gange. Der Bund finanziert das Angebot an den ETH; er unterstützt gewisse Projekte über den Schweizerischen Nationalfonds sowie - indirekt und subsidiär - über die Hochschulförderung. Auch auf Fachhochschulstufe bestehen Austauschprogramme mit Asien (z.B. Projekte mit Indonesien durch die Fachhochschule für Technik St. Gallen und die Ingenieurschule Le Locle). Ferner trägt auch die vom Bund unterstützte Schweizerische Asienstiftung dazu bei, dass das Wissen über Asien, insbesondere über Japan und China, verbreitet wird. Weiterhin fördert der Bund den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch mit den asiatischen Ländern über das zu verstärkende Netzwerk der Wissenschaftsattachés.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Ist der Bundesrat bereit, angesichts des wirtschaftlichen und politischen Aufschwungs von China und Japan, das Studium der chinesischen und japanischen Sprache und Kultur zu fördern? Die entsprechenden Bemühungen sollten selbstverständlich mit den kantonalen Behörden, den betreffenden Universitäten, den Eidgenössischen Technischen Hochschulen sowie unter der Leitung der Gruppe für Wissenschaft und Forschung und des Bundesamtes für Aussenwirtschaft koordiniert werden.</p>
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