Radio Schweiz International. Verfehlte Politik

ShortId
98.3421
Id
19983421
Updated
14.11.2025 08:58
Language
de
Title
Radio Schweiz International. Verfehlte Politik
AdditionalIndexing
Brasilien;Präsenz der Schweiz im Ausland;SRI
1
  • L06K120205010807, SRI
  • L04K10010602, Präsenz der Schweiz im Ausland
  • L05K0305020103, Brasilien
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Direktion des Schweizer Radio International (SRI) verfolgt eine verfehlte Politik. Zurzeit übernehmen 160 brasilianische Radiostationen regelmässig die in Portugiesisch ausgestrahlten Informationssendungen des SRI. Seit 1990 wurden bereits die nach Portugal und in die portugiesischsprachigen Gebiete Afrikas ausgestrahlten Sendungen gestrichen. Zu den über 5 Millionen Zuhörern, die täglich die Nachrichten aus der Schweiz verfolgen, gehören auch viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. </p><p>Die portugiesische Redaktion des SRI besteht bereits seit 57 Jahren - uns soll nun Ende Jahr einfach aufgelöst werden. Diese Entscheidung zeugt von beispielloser Unbedachtheit und ist das Ergebnis steriler Bürokratie, die dem eigentlichen Auftrag des Bundes an das SRI in keiner Weise Rechnung trägt. Ich hoffe sehr, dass der Bundesrat Licht in die nebulöse Abbaustrategie der SRI-Direktion bringen und den unerlässlichen täglichen Kontakt zur Hörerschaft im grössten Land Lateinamerikas wieder sicherstellen wird. Brasilien beheimatet nicht nur viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, sondern ist für Schweizer Investoren auch der bevorzugte Zielmarkt des Kontinents.</p>
  • <p></p><p></p><p>Das Grundangebot, zu dem Schweizer Radio International (SRI) verpflichtet ist, umfasst Sendungen in deutscher, französischer, italienischer, rätoromanischer und englischer Sprache (Art. 2 Konzession SRI). Die Verwendung weiterer Sprachen ist fakultativ.</p><p></p><p>Der Bund ist nach Artikel 20 Absatz 3 Bundesgesetz über Radio und Fernsehen verpflichtet, mindestens die Hälfte der Kosten von SRI zu übernehmen. Nach den Sparmassnahmen der vergangenen Jahre ist er aber dieser Verpflichtung nicht mehr vollumfänglich nachgekommen. Für diesen Fall sieht Artikel 5 Absatz 3 Konzession SRI vor, dass SRI berechtigt ist, sein Programmangebot zu reduzieren. Die SRG trägt heute rund 56 Prozent der Kosten und sah sich daher gezwungen, Prioritäten zu setzen.</p><p></p><p>Die Aufgabe der portugiesischen Redaktion bedeutet nicht einen gänzlichen Verzicht auf diese Sprache. In Genf unterhält SRI eine Korrespondentenstelle, welche in der Lage ist, Medien in Brasilien, aber auch in Afrika und in Portugal mit Informationen aus der Schweiz und über die Schweiz zu beliefern. Ein Ausbau dieses Korrespondentendienstes ist nach Angaben der SRG nicht ausgeschlossen, falls er einem relevanten und wachsenden Interesse entspricht und von einem Teil der (oft kommerziellen) Nutzer mitfinanziert wird. Im Rahmen seiner neuen Strategie entwickelt SRI zudem einen Internet-Dienst, den auch die Medien in den portugiesisch-sprachigen Ländern nutzen können. </p><p></p><p>Im Rahmen des Subventionsberichtes hat das UVEK die Wirksamkeit von SRI überprüfen lassen. Gestützt auf diese Erkenntnisse hat SRI bereits ein neues Versorgungskonzept ausgearbeitet.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Die Aussenpolitischen Kommissionen der eidgenössischen Räte sind der Ansicht, die Schweiz müsse ihre Präsenz in der internationalen Polit- und Kulturlandschaft verstärken. Das Parlament hat dieses Anliegen bereits des öfteren vorgebracht. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass die täglichen Informations- und andere Sendungen in portugiesischer Sprache möglichst bald wieder nach Brasilien ausgestrahlt werden sollten?</p>
  • Radio Schweiz International. Verfehlte Politik
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Direktion des Schweizer Radio International (SRI) verfolgt eine verfehlte Politik. Zurzeit übernehmen 160 brasilianische Radiostationen regelmässig die in Portugiesisch ausgestrahlten Informationssendungen des SRI. Seit 1990 wurden bereits die nach Portugal und in die portugiesischsprachigen Gebiete Afrikas ausgestrahlten Sendungen gestrichen. Zu den über 5 Millionen Zuhörern, die täglich die Nachrichten aus der Schweiz verfolgen, gehören auch viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. </p><p>Die portugiesische Redaktion des SRI besteht bereits seit 57 Jahren - uns soll nun Ende Jahr einfach aufgelöst werden. Diese Entscheidung zeugt von beispielloser Unbedachtheit und ist das Ergebnis steriler Bürokratie, die dem eigentlichen Auftrag des Bundes an das SRI in keiner Weise Rechnung trägt. Ich hoffe sehr, dass der Bundesrat Licht in die nebulöse Abbaustrategie der SRI-Direktion bringen und den unerlässlichen täglichen Kontakt zur Hörerschaft im grössten Land Lateinamerikas wieder sicherstellen wird. Brasilien beheimatet nicht nur viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, sondern ist für Schweizer Investoren auch der bevorzugte Zielmarkt des Kontinents.</p>
    • <p></p><p></p><p>Das Grundangebot, zu dem Schweizer Radio International (SRI) verpflichtet ist, umfasst Sendungen in deutscher, französischer, italienischer, rätoromanischer und englischer Sprache (Art. 2 Konzession SRI). Die Verwendung weiterer Sprachen ist fakultativ.</p><p></p><p>Der Bund ist nach Artikel 20 Absatz 3 Bundesgesetz über Radio und Fernsehen verpflichtet, mindestens die Hälfte der Kosten von SRI zu übernehmen. Nach den Sparmassnahmen der vergangenen Jahre ist er aber dieser Verpflichtung nicht mehr vollumfänglich nachgekommen. Für diesen Fall sieht Artikel 5 Absatz 3 Konzession SRI vor, dass SRI berechtigt ist, sein Programmangebot zu reduzieren. Die SRG trägt heute rund 56 Prozent der Kosten und sah sich daher gezwungen, Prioritäten zu setzen.</p><p></p><p>Die Aufgabe der portugiesischen Redaktion bedeutet nicht einen gänzlichen Verzicht auf diese Sprache. In Genf unterhält SRI eine Korrespondentenstelle, welche in der Lage ist, Medien in Brasilien, aber auch in Afrika und in Portugal mit Informationen aus der Schweiz und über die Schweiz zu beliefern. Ein Ausbau dieses Korrespondentendienstes ist nach Angaben der SRG nicht ausgeschlossen, falls er einem relevanten und wachsenden Interesse entspricht und von einem Teil der (oft kommerziellen) Nutzer mitfinanziert wird. Im Rahmen seiner neuen Strategie entwickelt SRI zudem einen Internet-Dienst, den auch die Medien in den portugiesisch-sprachigen Ländern nutzen können. </p><p></p><p>Im Rahmen des Subventionsberichtes hat das UVEK die Wirksamkeit von SRI überprüfen lassen. Gestützt auf diese Erkenntnisse hat SRI bereits ein neues Versorgungskonzept ausgearbeitet.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Die Aussenpolitischen Kommissionen der eidgenössischen Räte sind der Ansicht, die Schweiz müsse ihre Präsenz in der internationalen Polit- und Kulturlandschaft verstärken. Das Parlament hat dieses Anliegen bereits des öfteren vorgebracht. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass die täglichen Informations- und andere Sendungen in portugiesischer Sprache möglichst bald wieder nach Brasilien ausgestrahlt werden sollten?</p>
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