Neue Finanzierungslösungen für Hotelinvestitionen

ShortId
98.3428
Id
19983428
Updated
25.06.2025 02:20
Language
de
Title
Neue Finanzierungslösungen für Hotelinvestitionen
AdditionalIndexing
Investitionsförderung;Hotellerie;Kredit
1
  • L05K1109010601, Investitionsförderung
  • L05K0101010308, Hotellerie
  • L03K110403, Kredit
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der erfreuliche Aufschwung des Tourismus in der Schweiz ist längerfristig aufgrund eines teilweise veralteten und nicht mehr den Bedürfnissen der Feriengäste und der Geschäftsreisenden entsprechenden Hotelparks gefährdet. Bereits heute kann das touristische Marktpotential nicht ausgenützt werden, da es in den Ferien- und Tourismusorten zu wenig international wettbewerbsfähige Hotels mit günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis gibt. Verschiedene Studien, welche im Rahmen der Beiträge zur Tourismuspolitik des Bundesamtes für Wirtschaft und Arbeit herausgegeben worden sind, bestätigen den investiven Nachholbedarf der Schweizer Hotellerie. In den neunziger Jahren haben die baulichen Investitionen in dieser touristischen Leitbranche abgenommen. Gleichzeitig haben ausländische Konkurrenten von einer grosszügigen staatlichen Investitionshilfe profitiert.</p><p>Grundsätzlich sind Hotelinvestitionen eine Privatsache. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Hotels aufgrund der saisonalen Schwankungen der Nachfrage und der damit verbundenen Auslastungs- und Rentabilitätsschwäche eine im Vergleich zu anderen Branchen relativ geringe Eigenfinanzierungsbasis aufweisen. Als KMU-Betriebe im Familienbesitz ist zudem der Weg des Kapitalmarktes verschlossen. Der Bund fördert wegen dieser Marktversagen die Restfinanzierung von Hotels. Die selektivere Kreditgewährung der Banken hat die Wirksamkeit der für den Vollzug der Hotelkreditgesetzgebung geschaffenen Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) eingeschränkt. Es stellt sich deshalb die Frage, ob nicht neue überbetriebliche, ordnungspolitisch unbedenkliche Finanzierungsansätze verfolgt werden müssten, welche die Hotellerie im Rahmen eines gezielten Destinationsmanagement vermehrt zu kostensenkenden und effizienzsteigernden Kooperationen zwingen. Damit kann auf neue Art ein zwischenbetrieblicher Risikoausgleich vorgenommen werden. Es sollte geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen solche Lösungen im Rahmen des Vollzugs des Hotelkreditgesetzes oder anderer bestehender oder zu schaffender Bundesinstrumente umgesetzt werden können.</p>
  • <p>Es ist zweifellos richtig, dass ein Teil unseres Hotelparks international nicht mehr wettbewerbsfähig ist und deshalb touristische Wachstumschancen in den schweizerischen Ferien- und Tourismusorten nicht voll ausgeschöpft werden können. Faktoren wie das langjährige touristische Wachstum in der Nachkriegszeit oder das nach wie vor vorhandene Prestige der Destinationen haben diese strukturellen Schwächen der Schweizer Hotellerie lange Zeit verdeckt.</p><p>Die Situation hat sich in den neunziger Jahren mit den massiven Einbrüchen der touristischen Nachfrage und der damit verbundenen neuen Beurteilung des Branchenrisikos durch die Banken zum Teil stark verschärft. Die restriktiveren Kreditlimiten verhindern, in Kombination mit der bestehenden Innovations- und Kooperationsschwäche der Branche, den Aufbau neuer Schlüsselbetriebe und die marktgerechte Erneuerung der bestehenden Betriebe.</p><p>Wie unsere Nachbarländer und die meisten OECD-Länder unterstützt der Bund die einzelbetriebliche Hotelfinanzierung. Der Grund dafür liegt in der Saisonalität und Volatilität der Hotelnachfrage, welche auf die Rentabilität und damit auf die Eigenfinanzierungsbasis drückt. Die SGH hat im Rahmen des Vollzugs des Bundesgesetzes über die Förderung des Hotel- und Kurortkredites in der Phase ausreichender und relativ günstiger Bankkredite mit Erfolg für die Restfinanzierung von Investitionen für den Ausbau, die Erneuerung und den Kauf langfristig überlebensfähiger Hotels gesorgt. Aufgrund der Beschränkung der verbürgten oder gewährten Darlehen auf eine Million Franken konnte sie allerdings keine Schlüsselinvestitionen auslösen. Die geltenden Kreditlimiten der SGH reduzieren zudem unter den heutigen Rahmenbedingungen den Handlungsspielraum wesentlich.</p><p>Aus diesen Gründen ist es richtig, neue Hotelfinanzierungsansätze zu verfolgen, welche das Branchenrisiko reduzieren, die Eigenkapitalbasis erweitern und die Marktliquidität von Finanzierungen erhöhen. Dabei ist die Hotelfinanzierung stärker an der neuen Tourismuspolitik des Bundes auszurichten, welche mit destinationsorientierten Innovationen und Kooperationen neue wettbewerbsfähige Tourismusstrukturen auf überbetrieblicher Ebene fördert. Struktur und Finanzierung der Hotellerie bedingen sich gegenseitig. So sind beispielsweise die Bildung grösserer Finanzierungseinheiten und die konsequente Orientierung an den Stärken der Destination eine Voraussetzung für erfolgreiche neue Finanzierungsansätze.</p><p>In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, allfällige neue Lösungen und deren Auswirkungen auf das bestehende Förderungsinstrumentarium im Bereich des Tourismus zu prüfen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
  • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, in Zusammenarbeit mit den interessierten Kreisen und Banken neue überbetriebliche Lösungen für die Finanzierung von Hotelinvestitionen in Tourismusorten vorzulegen und allenfalls Vorschläge für notwendige rechtliche, geschäftspolitische und finanzielle Anpassungen im Bereich des Bundesgesetzes über die Förderung des Hotel- und Kurortkredites vom 1. Juli 1966 zu unterbreiten.</p>
  • Neue Finanzierungslösungen für Hotelinvestitionen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der erfreuliche Aufschwung des Tourismus in der Schweiz ist längerfristig aufgrund eines teilweise veralteten und nicht mehr den Bedürfnissen der Feriengäste und der Geschäftsreisenden entsprechenden Hotelparks gefährdet. Bereits heute kann das touristische Marktpotential nicht ausgenützt werden, da es in den Ferien- und Tourismusorten zu wenig international wettbewerbsfähige Hotels mit günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis gibt. Verschiedene Studien, welche im Rahmen der Beiträge zur Tourismuspolitik des Bundesamtes für Wirtschaft und Arbeit herausgegeben worden sind, bestätigen den investiven Nachholbedarf der Schweizer Hotellerie. In den neunziger Jahren haben die baulichen Investitionen in dieser touristischen Leitbranche abgenommen. Gleichzeitig haben ausländische Konkurrenten von einer grosszügigen staatlichen Investitionshilfe profitiert.</p><p>Grundsätzlich sind Hotelinvestitionen eine Privatsache. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Hotels aufgrund der saisonalen Schwankungen der Nachfrage und der damit verbundenen Auslastungs- und Rentabilitätsschwäche eine im Vergleich zu anderen Branchen relativ geringe Eigenfinanzierungsbasis aufweisen. Als KMU-Betriebe im Familienbesitz ist zudem der Weg des Kapitalmarktes verschlossen. Der Bund fördert wegen dieser Marktversagen die Restfinanzierung von Hotels. Die selektivere Kreditgewährung der Banken hat die Wirksamkeit der für den Vollzug der Hotelkreditgesetzgebung geschaffenen Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) eingeschränkt. Es stellt sich deshalb die Frage, ob nicht neue überbetriebliche, ordnungspolitisch unbedenkliche Finanzierungsansätze verfolgt werden müssten, welche die Hotellerie im Rahmen eines gezielten Destinationsmanagement vermehrt zu kostensenkenden und effizienzsteigernden Kooperationen zwingen. Damit kann auf neue Art ein zwischenbetrieblicher Risikoausgleich vorgenommen werden. Es sollte geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen solche Lösungen im Rahmen des Vollzugs des Hotelkreditgesetzes oder anderer bestehender oder zu schaffender Bundesinstrumente umgesetzt werden können.</p>
    • <p>Es ist zweifellos richtig, dass ein Teil unseres Hotelparks international nicht mehr wettbewerbsfähig ist und deshalb touristische Wachstumschancen in den schweizerischen Ferien- und Tourismusorten nicht voll ausgeschöpft werden können. Faktoren wie das langjährige touristische Wachstum in der Nachkriegszeit oder das nach wie vor vorhandene Prestige der Destinationen haben diese strukturellen Schwächen der Schweizer Hotellerie lange Zeit verdeckt.</p><p>Die Situation hat sich in den neunziger Jahren mit den massiven Einbrüchen der touristischen Nachfrage und der damit verbundenen neuen Beurteilung des Branchenrisikos durch die Banken zum Teil stark verschärft. Die restriktiveren Kreditlimiten verhindern, in Kombination mit der bestehenden Innovations- und Kooperationsschwäche der Branche, den Aufbau neuer Schlüsselbetriebe und die marktgerechte Erneuerung der bestehenden Betriebe.</p><p>Wie unsere Nachbarländer und die meisten OECD-Länder unterstützt der Bund die einzelbetriebliche Hotelfinanzierung. Der Grund dafür liegt in der Saisonalität und Volatilität der Hotelnachfrage, welche auf die Rentabilität und damit auf die Eigenfinanzierungsbasis drückt. Die SGH hat im Rahmen des Vollzugs des Bundesgesetzes über die Förderung des Hotel- und Kurortkredites in der Phase ausreichender und relativ günstiger Bankkredite mit Erfolg für die Restfinanzierung von Investitionen für den Ausbau, die Erneuerung und den Kauf langfristig überlebensfähiger Hotels gesorgt. Aufgrund der Beschränkung der verbürgten oder gewährten Darlehen auf eine Million Franken konnte sie allerdings keine Schlüsselinvestitionen auslösen. Die geltenden Kreditlimiten der SGH reduzieren zudem unter den heutigen Rahmenbedingungen den Handlungsspielraum wesentlich.</p><p>Aus diesen Gründen ist es richtig, neue Hotelfinanzierungsansätze zu verfolgen, welche das Branchenrisiko reduzieren, die Eigenkapitalbasis erweitern und die Marktliquidität von Finanzierungen erhöhen. Dabei ist die Hotelfinanzierung stärker an der neuen Tourismuspolitik des Bundes auszurichten, welche mit destinationsorientierten Innovationen und Kooperationen neue wettbewerbsfähige Tourismusstrukturen auf überbetrieblicher Ebene fördert. Struktur und Finanzierung der Hotellerie bedingen sich gegenseitig. So sind beispielsweise die Bildung grösserer Finanzierungseinheiten und die konsequente Orientierung an den Stärken der Destination eine Voraussetzung für erfolgreiche neue Finanzierungsansätze.</p><p>In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, allfällige neue Lösungen und deren Auswirkungen auf das bestehende Förderungsinstrumentarium im Bereich des Tourismus zu prüfen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
    • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, in Zusammenarbeit mit den interessierten Kreisen und Banken neue überbetriebliche Lösungen für die Finanzierung von Hotelinvestitionen in Tourismusorten vorzulegen und allenfalls Vorschläge für notwendige rechtliche, geschäftspolitische und finanzielle Anpassungen im Bereich des Bundesgesetzes über die Förderung des Hotel- und Kurortkredites vom 1. Juli 1966 zu unterbreiten.</p>
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