Stimmrechtsalter 16
- ShortId
-
99.457
- Id
-
19990457
- Updated
-
14.11.2025 08:07
- Language
-
de
- Title
-
Stimmrechtsalter 16
- AdditionalIndexing
-
junger Mensch;Volljährigkeit;erwachsener Mensch;Stimm- und Wahlrechtsalter;politische Bildung
- 1
-
- L06K050201010103, Stimm- und Wahlrechtsalter
- L05K0107010204, junger Mensch
- L05K0107010202, erwachsener Mensch
- L06K050702030205, Volljährigkeit
- L04K13020105, politische Bildung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Mitbestimmung ist ein demokratisches Grundrecht. Demokratie als "Herrschaft des Volkes" muss den Ausschluss vom Wahlgeschehen sehr sorgfältig begründen. Weder Geschlecht noch Alter definieren die Grenzen der Partizipation. Sowohl in Bezug auf die Möglichkeit, das im Staatskundeunterricht Erlernte direkt praktisch anzuwenden als auch in Bezug auf die psychologische Entwicklung der Jugendlichen spricht vieles für das Stimmrecht mit 16 Jahren.</p><p>Mit 16 steht eine Jugendliche, ein Jugendlicher zwischen Volksschule und Berufsbildung oder weiterführender Schule. In diesem Alter wird verlangt, dass man über seine berufliche Laufbahn entscheidet und somit eine hohe Selbstverantwortung übernimmt. Und niemand zögert, dort wo mit jugendlicher Kaufkraft Geld zu machen ist, wie im Freizeit- und Konsumbereich, die Jugendlichen als "mündige" Käuferinnen und Käufer zu behandeln. Über drei Viertel aller 13-Jährigen besitzen heute ein eigenes Bankkonto mit Kartenverfügungsrecht. Und nicht zuletzt sind Jugendliche in Glaubens- und Religionsfragen zunehmend auf sich selbst gestellt.</p><p>Die Herabsetzung des Stimmrechtsalters auf 16 wäre, für sich genommen, nicht so wichtig, wenn es nur um die Entdeckung ginge, dass Jugendliche heute zwei Jahre früher erwachsen werden. Politisch wichtig ist das Thema, weil die Kluft zwischen Parteien und Jugendlichen immer grösser und zunehmend unüberbrückbar wird. Heute breitet sich Resignation und politische Entfremdung unter den Jugendlichen aus. Wer die Demokratie am Leben erhalten will, der muss Konsequenzen daraus ziehen, dass sich junge Leute in ihr immer weniger heimisch fühlen. Eine gründliche Korrektur muss her. Das Stimmrechtsalter 16 ist nur ein Schritt auf jenem Weg, den Willy Brandt einst auf die prägnante Formel brachte: "Wollen wir die Jugend gewinnen, müssen wir mehr Demokratie wagen."</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 93 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes beantrage ich, dass in Artikel 136 Absatz 1 (Politische Rechte) der ab 1. Januar 2000 geltenden Bundesverfassung das Stimmrechtsalter auf 16 Jahre gesenkt wird, und reiche folgende Parlamentarische Initiative in der Form des ausgearbeiteten Entwurfes ein:</p><p>Neu lautet Artikel 136 Absatz 1 der Bundesverfassung (gültig ab 1. Januar 2000):</p><p>Die politischen Rechte in Bundessachen stehen allen Schweizerinnen und Schweizern zu, die das 16. Altersjahr zurückgelegt haben und nicht wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche entmündigt sind. Alle haben die gleichen politischen Rechte und Pflichten.</p>
- Stimmrechtsalter 16
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Mitbestimmung ist ein demokratisches Grundrecht. Demokratie als "Herrschaft des Volkes" muss den Ausschluss vom Wahlgeschehen sehr sorgfältig begründen. Weder Geschlecht noch Alter definieren die Grenzen der Partizipation. Sowohl in Bezug auf die Möglichkeit, das im Staatskundeunterricht Erlernte direkt praktisch anzuwenden als auch in Bezug auf die psychologische Entwicklung der Jugendlichen spricht vieles für das Stimmrecht mit 16 Jahren.</p><p>Mit 16 steht eine Jugendliche, ein Jugendlicher zwischen Volksschule und Berufsbildung oder weiterführender Schule. In diesem Alter wird verlangt, dass man über seine berufliche Laufbahn entscheidet und somit eine hohe Selbstverantwortung übernimmt. Und niemand zögert, dort wo mit jugendlicher Kaufkraft Geld zu machen ist, wie im Freizeit- und Konsumbereich, die Jugendlichen als "mündige" Käuferinnen und Käufer zu behandeln. Über drei Viertel aller 13-Jährigen besitzen heute ein eigenes Bankkonto mit Kartenverfügungsrecht. Und nicht zuletzt sind Jugendliche in Glaubens- und Religionsfragen zunehmend auf sich selbst gestellt.</p><p>Die Herabsetzung des Stimmrechtsalters auf 16 wäre, für sich genommen, nicht so wichtig, wenn es nur um die Entdeckung ginge, dass Jugendliche heute zwei Jahre früher erwachsen werden. Politisch wichtig ist das Thema, weil die Kluft zwischen Parteien und Jugendlichen immer grösser und zunehmend unüberbrückbar wird. Heute breitet sich Resignation und politische Entfremdung unter den Jugendlichen aus. Wer die Demokratie am Leben erhalten will, der muss Konsequenzen daraus ziehen, dass sich junge Leute in ihr immer weniger heimisch fühlen. Eine gründliche Korrektur muss her. Das Stimmrechtsalter 16 ist nur ein Schritt auf jenem Weg, den Willy Brandt einst auf die prägnante Formel brachte: "Wollen wir die Jugend gewinnen, müssen wir mehr Demokratie wagen."</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 93 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes beantrage ich, dass in Artikel 136 Absatz 1 (Politische Rechte) der ab 1. Januar 2000 geltenden Bundesverfassung das Stimmrechtsalter auf 16 Jahre gesenkt wird, und reiche folgende Parlamentarische Initiative in der Form des ausgearbeiteten Entwurfes ein:</p><p>Neu lautet Artikel 136 Absatz 1 der Bundesverfassung (gültig ab 1. Januar 2000):</p><p>Die politischen Rechte in Bundessachen stehen allen Schweizerinnen und Schweizern zu, die das 16. Altersjahr zurückgelegt haben und nicht wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche entmündigt sind. Alle haben die gleichen politischen Rechte und Pflichten.</p>
- Stimmrechtsalter 16
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