Einkommensvergleich Landwirtschaft. Realitätsgerechte Darstellung
- ShortId
-
99.3018
- Id
-
19993018
- Updated
-
25.06.2025 02:18
- Language
-
de
- Title
-
Einkommensvergleich Landwirtschaft. Realitätsgerechte Darstellung
- AdditionalIndexing
-
Buchführung;Berufliche Vorsorge;Einkommen;landwirtschaftliches Einkommen;landwirtschaftliche Erwerbsbevölkerung;Agrarpolitik (speziell)
- 1
-
- L04K14010506, landwirtschaftliche Erwerbsbevölkerung
- L04K07030201, Buchführung
- L04K14010302, Agrarpolitik (speziell)
- L05K1401050104, landwirtschaftliches Einkommen
- L04K07040502, Einkommen
- L05K0104010102, Berufliche Vorsorge
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die absehbaren wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der "Agrarpolitik 2002" und internationaler Entwicklungen auf die Landwirtschaftsbetriebe und die Bauernfamilien verlangen eine offene, klare und unverfälschte Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse sowie der absehbaren Veränderungen.</p><p>Bisher war es in der schweizerischen Landwirtschaft möglich, die Altersvorsorge beim Generationenwechsel zu einem wesentlichen Teil durch die Hofübergabe (Ertragswert, unentgeltliches Wohnrecht) zu finanzieren. Die Ersparnisse aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit wurden deshalb auch überwiegend in den Betrieb investiert. Der zunehmende wirtschaftliche Druck in der Landwirtschaft hat zur Folge, dass der reale landwirtschaftliche Wert der Betriebe in den letzten Jahren bereits stark gesunken ist. Damit ändert sich die Situation vollständig. Die Substanzwerte, wie sie vielfach in den Büchern ausgewiesen werden, lassen sich heute kaum mehr realisieren (Überbewertung). Dadurch wird in hohem Masse die Eigenkapitalbildung vergangener Jahre vernichtet. Das investierte Eigenkapital (illiquid) der Bauernfamilien ist gleichzeitig ein sehr wichtiger "Pfeiler" der beruflichen Vorsorge in der Landwirtschaft (Klumpenrisiko). Viele Betriebe weisen heute einen deutlichen Kapitalverzehr aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit aus. Der Nebenerwerb und ausserordentliche Einkünfte finanzieren in der Realität oft die Landwirtschaft und sind letztlich ausschlaggebend, dass eine positive Eigenkapitalbildung entsteht.</p><p>In der Öffentlichkeit entsteht hingegen die groteske Situation, dass in offiziellen Buchhaltungen eine positive Eigenkapitalbildung ausgewiesen wird, sich bei genauer Betrachtung bereits mittelfristig die wirtschaftliche und soziale Situation der Bauernfamilien aber stark verschlechtern wird.</p><p>Die heutigen Grundlagen genügen diesen Anforderungen nicht. Ich fordere deshalb den Bundesrat auf, die Voraussetzungen für eine betriebswirtschaftlich korrekte, transparente und mit anderen Erwerbstätigen vergleichbare Darstellung der (prospektiven) wirtschaftlichen und sozialen Situation in der schweizerischen Landwirtschaft zu schaffen.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Ich fordere den Bundesrat auf, die Ausführungsbestimmungen im Sinne von Artikel 5 des Landwirtschaftsgesetzes zur Beurteilung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen der Agrarpolitik und der Leistungen der Landwirtschaft so darzustellen, dass eine objektive, umfassende und mit den übrigen Erwerbstätigen vergleichbare Beurteilung stattfindet. Die betriebswirtschaftlich allgemein gültigen Kriterien müssen auch in der landwirtschaftlichen Buchführung zur Anwendung kommen. Insbesondere ist der beruflichen Vorsorge der Bauernfamilien Rechnung zu tragen.</p>
- Einkommensvergleich Landwirtschaft. Realitätsgerechte Darstellung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die absehbaren wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der "Agrarpolitik 2002" und internationaler Entwicklungen auf die Landwirtschaftsbetriebe und die Bauernfamilien verlangen eine offene, klare und unverfälschte Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse sowie der absehbaren Veränderungen.</p><p>Bisher war es in der schweizerischen Landwirtschaft möglich, die Altersvorsorge beim Generationenwechsel zu einem wesentlichen Teil durch die Hofübergabe (Ertragswert, unentgeltliches Wohnrecht) zu finanzieren. Die Ersparnisse aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit wurden deshalb auch überwiegend in den Betrieb investiert. Der zunehmende wirtschaftliche Druck in der Landwirtschaft hat zur Folge, dass der reale landwirtschaftliche Wert der Betriebe in den letzten Jahren bereits stark gesunken ist. Damit ändert sich die Situation vollständig. Die Substanzwerte, wie sie vielfach in den Büchern ausgewiesen werden, lassen sich heute kaum mehr realisieren (Überbewertung). Dadurch wird in hohem Masse die Eigenkapitalbildung vergangener Jahre vernichtet. Das investierte Eigenkapital (illiquid) der Bauernfamilien ist gleichzeitig ein sehr wichtiger "Pfeiler" der beruflichen Vorsorge in der Landwirtschaft (Klumpenrisiko). Viele Betriebe weisen heute einen deutlichen Kapitalverzehr aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit aus. Der Nebenerwerb und ausserordentliche Einkünfte finanzieren in der Realität oft die Landwirtschaft und sind letztlich ausschlaggebend, dass eine positive Eigenkapitalbildung entsteht.</p><p>In der Öffentlichkeit entsteht hingegen die groteske Situation, dass in offiziellen Buchhaltungen eine positive Eigenkapitalbildung ausgewiesen wird, sich bei genauer Betrachtung bereits mittelfristig die wirtschaftliche und soziale Situation der Bauernfamilien aber stark verschlechtern wird.</p><p>Die heutigen Grundlagen genügen diesen Anforderungen nicht. Ich fordere deshalb den Bundesrat auf, die Voraussetzungen für eine betriebswirtschaftlich korrekte, transparente und mit anderen Erwerbstätigen vergleichbare Darstellung der (prospektiven) wirtschaftlichen und sozialen Situation in der schweizerischen Landwirtschaft zu schaffen.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Ich fordere den Bundesrat auf, die Ausführungsbestimmungen im Sinne von Artikel 5 des Landwirtschaftsgesetzes zur Beurteilung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen der Agrarpolitik und der Leistungen der Landwirtschaft so darzustellen, dass eine objektive, umfassende und mit den übrigen Erwerbstätigen vergleichbare Beurteilung stattfindet. Die betriebswirtschaftlich allgemein gültigen Kriterien müssen auch in der landwirtschaftlichen Buchführung zur Anwendung kommen. Insbesondere ist der beruflichen Vorsorge der Bauernfamilien Rechnung zu tragen.</p>
- Einkommensvergleich Landwirtschaft. Realitätsgerechte Darstellung
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