Hochwassersicherheit im Linthgebiet

ShortId
99.3215
Id
19993215
Updated
25.06.2025 02:23
Language
de
Title
Hochwassersicherheit im Linthgebiet
AdditionalIndexing
Katastrophe;Binnenwasserstrasse;Naturgefahren;Überschwemmung
1
  • L05K0602020603, Überschwemmung
  • L05K0601030202, Naturgefahren
  • L04K06020206, Katastrophe
  • L05K1805020201, Binnenwasserstrasse
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Für die Linthebene bestand im Mai 1999 akute Überflutungsgefahr. Bei einem Dammbruch wäre unabsehbarer Schaden für überbaute Zonen in verschiedenen Gemeinden, für viele Landwirtschaftsbetriebe, wichtige Verkehrsverbindungen (A 3), die überregionale Elektrizitätsversorgung usw. entstanden. Es sind unverzüglich Sofortmassnahmen einzuleiten, und es ist ein fundiertes Gesamtkonzept für die Hochwassersicherheit zu erarbeiten.</p><p>Insgesamt muss festgestellt werden, dass sich das bald 200 Jahre alte "Escher-Konzept" ein weiteres Mal bewährt hat. Die Leistungsfähigkeit des Kanals ist sehr beeindruckend. Mittels geeigneter Sofortmassnahmen und grossen Einsatzes haben die Verantwortlichen erreicht, dass aus bestehenden Durchsickerungen keine unkontrollierbaren Durchbrüche entstehen konnten. Probleme sind jedoch bei der Stabilität der Dämme unübersehbar. Damit besteht die akute Gefahr, dass die Linth bei einem Dammbruch weite Gebiete, die tiefer als der Flusspegel liegen, grossräumig und nachhaltig überfluten würde. Durch den Bau militärischer Bunker auf der Dammkrone während des Zweiten Weltkrieges sind lokale Schwachstellen entstanden.</p><p>Durch geeignete Sofortmassnahmen ist kurzfristig die Sicherheit zu verstärken. Ein Konzept für die langfristige Hochwassersicherheit ist ohne Verzug, aber mit gründlicher Abklärung aller Fakten auszuarbeiten und hernach zu realisieren.</p><p>Bauliche Massnahmen zur Gewährleistung eines ausreichenden Hochwasserschutzes sind enorm aufwendig. Eine sinnvolle Planung muss auf einem gründlichen Verständnis der Entstehung und des Ablaufes solcher extremen Ereignisse basieren. Bevor weitreichende Massnahmen getroffen werden, müssen Ursachen und Entstehung des Hochwassers des gesamten Linth-Einzugsgebietes untersucht werden. Die Beiträge und das Zusammenwirken der verschiedenen Faktoren müssen analysiert werden. So kann abgeschätzt werden, wieviel und mit welcher Wahrscheinlichkeit jeder Faktor maximal zum Abfluss beitragen kann und mit welchem Hochwasserabfluss dann insgesamt zu rechnen ist. Darauf sind die baulichen Massnahmen auszurichten.</p>
  • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, zusammen mit den Kantonen St. Gallen, Glarus, Schwyz und Zürich die notwendigen und zielgerichteten Massnahmen zu treffen, um die Hochwassersicherheit im Linthgebiet wiederherzustellen.</p><p>Insbesondere sind unverzüglich Verstärkungs- und Sanierungsarbeiten am Linthdamm aufzunehmen, die Schwachstellen bei den militärischen Bunkern zu beheben, ein hydrologisches Gutachten in Auftrag zu geben - das über Ursachen und Entstehen dieses Hochwassers und die Wahrscheinlichkeit von künftigen, noch grösseren Abflüssen umfassend Auskunft gibt - und ein langfristig sicheres Konzept zu realisieren.</p>
  • Hochwassersicherheit im Linthgebiet
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Für die Linthebene bestand im Mai 1999 akute Überflutungsgefahr. Bei einem Dammbruch wäre unabsehbarer Schaden für überbaute Zonen in verschiedenen Gemeinden, für viele Landwirtschaftsbetriebe, wichtige Verkehrsverbindungen (A 3), die überregionale Elektrizitätsversorgung usw. entstanden. Es sind unverzüglich Sofortmassnahmen einzuleiten, und es ist ein fundiertes Gesamtkonzept für die Hochwassersicherheit zu erarbeiten.</p><p>Insgesamt muss festgestellt werden, dass sich das bald 200 Jahre alte "Escher-Konzept" ein weiteres Mal bewährt hat. Die Leistungsfähigkeit des Kanals ist sehr beeindruckend. Mittels geeigneter Sofortmassnahmen und grossen Einsatzes haben die Verantwortlichen erreicht, dass aus bestehenden Durchsickerungen keine unkontrollierbaren Durchbrüche entstehen konnten. Probleme sind jedoch bei der Stabilität der Dämme unübersehbar. Damit besteht die akute Gefahr, dass die Linth bei einem Dammbruch weite Gebiete, die tiefer als der Flusspegel liegen, grossräumig und nachhaltig überfluten würde. Durch den Bau militärischer Bunker auf der Dammkrone während des Zweiten Weltkrieges sind lokale Schwachstellen entstanden.</p><p>Durch geeignete Sofortmassnahmen ist kurzfristig die Sicherheit zu verstärken. Ein Konzept für die langfristige Hochwassersicherheit ist ohne Verzug, aber mit gründlicher Abklärung aller Fakten auszuarbeiten und hernach zu realisieren.</p><p>Bauliche Massnahmen zur Gewährleistung eines ausreichenden Hochwasserschutzes sind enorm aufwendig. Eine sinnvolle Planung muss auf einem gründlichen Verständnis der Entstehung und des Ablaufes solcher extremen Ereignisse basieren. Bevor weitreichende Massnahmen getroffen werden, müssen Ursachen und Entstehung des Hochwassers des gesamten Linth-Einzugsgebietes untersucht werden. Die Beiträge und das Zusammenwirken der verschiedenen Faktoren müssen analysiert werden. So kann abgeschätzt werden, wieviel und mit welcher Wahrscheinlichkeit jeder Faktor maximal zum Abfluss beitragen kann und mit welchem Hochwasserabfluss dann insgesamt zu rechnen ist. Darauf sind die baulichen Massnahmen auszurichten.</p>
    • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, zusammen mit den Kantonen St. Gallen, Glarus, Schwyz und Zürich die notwendigen und zielgerichteten Massnahmen zu treffen, um die Hochwassersicherheit im Linthgebiet wiederherzustellen.</p><p>Insbesondere sind unverzüglich Verstärkungs- und Sanierungsarbeiten am Linthdamm aufzunehmen, die Schwachstellen bei den militärischen Bunkern zu beheben, ein hydrologisches Gutachten in Auftrag zu geben - das über Ursachen und Entstehen dieses Hochwassers und die Wahrscheinlichkeit von künftigen, noch grösseren Abflüssen umfassend Auskunft gibt - und ein langfristig sicheres Konzept zu realisieren.</p>
    • Hochwassersicherheit im Linthgebiet

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