Expo.01

ShortId
99.3402
Id
19993402
Updated
10.04.2024 12:44
Language
de
Title
Expo.01
AdditionalIndexing
Bedeutung der Landwirtschaft;Expo.02;Durchführung eines Projektes
1
  • L06K070305010102, Durchführung eines Projektes
  • L05K1401030206, Bedeutung der Landwirtschaft
  • L05K0106030301, Expo.02
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Das Projekt Expo.01 steht mindestens in einer Vertrauenskrise, nachdem anfänglich durch mangelnde Sensibilität breite Kreise von möglichen Besuchern, Sponsoren und "Ausstellern" verunsichert wurden. In Bezug auf Terminplan, Projekte, Realisierungsstand, Finanzen, Besucherzahlen usw. gibt es immer noch mehr Fragen als konkrete Antworten. Die Zeit für die Expo.01 wie auch für Interessenten zur Übernahme von Ausstellungsthemen wird extrem knapp. Sollen sie weiter personelle und finanzielle Mittel für dieses nicht gesicherte Grossprojekt bereitstellen?</p><p>Die Landwirtschaft als Gestalter eines Ausstellungsthemas muss nun dringend wissen, ob sie erwünscht ist. Kann sie mit dem natürlicherweise günstigen Standort Murten rechnen?</p><p>Die Landwirtschaft ist gewillt und fähig, einen attraktiven und originellen Auftritt im weiteren Rahmen der Expo.01 zu gestalten. Sie will auf keinen Fall das Thema Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt allein Coop überlassen.</p><p>Die Landwirtschaft ist auch bereit, mit der Expo.01 zusammenzuarbeiten, und strebt keinen Alleingang an. Sie sieht dafür auch gute Ansätze. Ihre Botschaften sind formuliert, und die Vorwürfe der Expo.01, Schlafen im Stroh, Mähdrescher und Kühe genügten nicht für eine Exposition, sind elitär und im Ansatz überheblich. Vermittelt werden sollen in anschaulicher Weise für ein breites Zielpublikum - es werden immerhin über 10 Millionen Besucher erwartet - die folgenden Botschaften: Einheimische Produkte sind frisch, kontrolliert produziert, ökologisch und verursachen wenig negative und viele positive Externalitäten. Die landwirtschaftliche Produktion ist mit vielfältigen Nebenleistungen verbunden, die nicht importiert werden können (Darstellung der Multifunktionalität). Die Landwirtschaft setzt sich permanent mit den unterschiedlichen Erwartungen an sie auseinander. Die Umsetzung der Botschaften soll nicht akademisch, abgehoben und elitär erfolgen, sondern anschaulich und unterhaltend. Alle Sinne sollen angesprochen werden.</p><p>Für die Realisierung eines attraktiven Ausstellungsteils benötigen wir nun wirklich jeden Tag. Andere Interessenten sind in der gleichen Lage.</p><p>Das Andauern des "Schwebezustandes" bringt die Expo.01 aus terminlichen Gründen in eine unkorrigierbare Situation.</p><p>Grundsätzlich schätzen wir Sinn und Chancen einer Landesausstellung 2001 positiv ein. Wir sind bereit, uns für das Gelingen zu engagieren. Dies ist aber nur erfolgversprechend bei sofortiger Klärung wichtiger Fragen und Schaffung der notwendigen Vertrauensbasis.</p>
  • <p>Durch seine jüngsten Beschlüsse hat der Bundesrat bekräftigt, dass er die Landesausstellung mittragen will. Die Landesausstellung soll für die Schweiz mit ihren vier Kultur- und Sprachregionen ein Ort der Begegnung sein und ein positives Signal für unser Land ausstrahlen. Gerade nach den langen Jahren der wirtschaftlichen Stagnation und an der Schwelle des neuen Jahrhunderts soll die Landesausstellung auf die Herausforderungen der nahen Zukunft aufmerksam machen, Vertrauen schaffen und einen Beitrag zu einer gemeinsamen Ausrichtung der Schweiz auf neue Ziele leisten.</p><p>Damit die organisatorischen und finanziellen Probleme der Exposition bewältigt werden können, hat der Bundesrat entsprechende Massnahmen eingeleitet. Er hat den eidgenössischen Räten am 8. Oktober 1999 eine Botschaft über einen Zusatzkredit von 250 Millionen Franken unterbreitet. Die Gewährung des Zusatzkredites soll an verschiedene Bedingungen, insbesondere bezüglich der Beiteiligung der Wirtschaft sowie weiterer Beiträge bzw. Einsparungen, geknüpft werden. Zudem soll die Landesausstellung auf das Jahr 2002 verschoben werden, damit die Planung und die Vorbereitungen nicht unter allzu grossen Zeitdruck geraten und gleichzeitig die notwendigen Spar- und Redimensionierungsanstrengungen durch die Generaldirektion vorgenommen werden können.</p><p>Diese Massnahmen sollen dazu verhelfen, das Vertrauen der Wirtschaft in die Exposition zurückzuerlangen, so dass sie sich mit dem nötigen Engagement an der Exposition beteiligt.</p><p>In der Zwischenzeit setzt die Expo-Leitung alles daran, das Angebot an attraktiven, zukunftsgerichteten, spannenden und die gesamte Bevölkerung interessierenden Ausstellungsprojekten, Veranstaltungen und Events zu bereichern und damit den erwarteten grossen Besucherstrom auszulösen.</p><p>Für die Ausstellung zum Thema Landwirtschaft liegt eine Projektskizze vor, welche im August 1999 anlässlich der Vorstandssitzung der Agro-Marketing Suisse mit der künstlerischen Direktion der Expo erörtert worden ist. Die Konzeption der Projektskizze "Landwirtschaft" verlangt grosse Freiheit in Bezug auf die Architektur und auf die Gebäudehülle, was nicht bei jeder Arteplage im gleichen Masse gegeben ist. Deshalb ist ein Entscheid über den Standort noch nicht gefallen. Er ist, wie für jedes Ausstellungsprojekt, in Absprache zwischen den Ausstellungspartnern und der Expo-Leitung zu treffen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Ich bitte den Bundesrat, zu folgenden Fragen und Aussagen Stellung zu nehmen:</p><p>- Teilt der Bundesrat die Überzeugung, dass die Expo.01 ein positives Signal für die Schweiz sein soll? Wie will der Bundesrat die finanziellen und organisatorischen Probleme lösen, um das dringend notwendige Vertrauen und die positive Ausstrahlung der Expo.01 zu schaffen?</p><p>- Wie soll die Landesausstellung bei der schweizerischen Bevölkerung "ankommen" und so viele Besucher anziehen, dass ein Gemeinschaftserlebnis resultiert und kein finanzielles Desaster entsteht?</p><p>- Ist heute das attraktive Ausstellungsangebot vorhanden, das Voraussetzung für ein positives Image und regen Besuch ist?</p><p>- Kreise, die sich durch Übernahme von Ausstellungsthemen und finanziell engagieren wollen, müssen nun dringend wissen, ob es sinnvoll ist, weiter Managementkapazitäten und Geld für dieses Projekt bereitzustellen. Die Zeit drängt ausserordentlich.</p><p>- Kann die Landwirtschaft mit dem bestens geeigneten Standort Murten rechnen? Die räumliche Nähe von Expo.01 und Aktivitäten der Landwirtschaft ausserhalb der Arteplages ist sehr zentral (gegenseitige Synergien). Allein in Murten stehen der Landwirtschaft grössere Flächen inklusive Bauernhof zur Verfügung.</p>
  • Expo.01
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Das Projekt Expo.01 steht mindestens in einer Vertrauenskrise, nachdem anfänglich durch mangelnde Sensibilität breite Kreise von möglichen Besuchern, Sponsoren und "Ausstellern" verunsichert wurden. In Bezug auf Terminplan, Projekte, Realisierungsstand, Finanzen, Besucherzahlen usw. gibt es immer noch mehr Fragen als konkrete Antworten. Die Zeit für die Expo.01 wie auch für Interessenten zur Übernahme von Ausstellungsthemen wird extrem knapp. Sollen sie weiter personelle und finanzielle Mittel für dieses nicht gesicherte Grossprojekt bereitstellen?</p><p>Die Landwirtschaft als Gestalter eines Ausstellungsthemas muss nun dringend wissen, ob sie erwünscht ist. Kann sie mit dem natürlicherweise günstigen Standort Murten rechnen?</p><p>Die Landwirtschaft ist gewillt und fähig, einen attraktiven und originellen Auftritt im weiteren Rahmen der Expo.01 zu gestalten. Sie will auf keinen Fall das Thema Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt allein Coop überlassen.</p><p>Die Landwirtschaft ist auch bereit, mit der Expo.01 zusammenzuarbeiten, und strebt keinen Alleingang an. Sie sieht dafür auch gute Ansätze. Ihre Botschaften sind formuliert, und die Vorwürfe der Expo.01, Schlafen im Stroh, Mähdrescher und Kühe genügten nicht für eine Exposition, sind elitär und im Ansatz überheblich. Vermittelt werden sollen in anschaulicher Weise für ein breites Zielpublikum - es werden immerhin über 10 Millionen Besucher erwartet - die folgenden Botschaften: Einheimische Produkte sind frisch, kontrolliert produziert, ökologisch und verursachen wenig negative und viele positive Externalitäten. Die landwirtschaftliche Produktion ist mit vielfältigen Nebenleistungen verbunden, die nicht importiert werden können (Darstellung der Multifunktionalität). Die Landwirtschaft setzt sich permanent mit den unterschiedlichen Erwartungen an sie auseinander. Die Umsetzung der Botschaften soll nicht akademisch, abgehoben und elitär erfolgen, sondern anschaulich und unterhaltend. Alle Sinne sollen angesprochen werden.</p><p>Für die Realisierung eines attraktiven Ausstellungsteils benötigen wir nun wirklich jeden Tag. Andere Interessenten sind in der gleichen Lage.</p><p>Das Andauern des "Schwebezustandes" bringt die Expo.01 aus terminlichen Gründen in eine unkorrigierbare Situation.</p><p>Grundsätzlich schätzen wir Sinn und Chancen einer Landesausstellung 2001 positiv ein. Wir sind bereit, uns für das Gelingen zu engagieren. Dies ist aber nur erfolgversprechend bei sofortiger Klärung wichtiger Fragen und Schaffung der notwendigen Vertrauensbasis.</p>
    • <p>Durch seine jüngsten Beschlüsse hat der Bundesrat bekräftigt, dass er die Landesausstellung mittragen will. Die Landesausstellung soll für die Schweiz mit ihren vier Kultur- und Sprachregionen ein Ort der Begegnung sein und ein positives Signal für unser Land ausstrahlen. Gerade nach den langen Jahren der wirtschaftlichen Stagnation und an der Schwelle des neuen Jahrhunderts soll die Landesausstellung auf die Herausforderungen der nahen Zukunft aufmerksam machen, Vertrauen schaffen und einen Beitrag zu einer gemeinsamen Ausrichtung der Schweiz auf neue Ziele leisten.</p><p>Damit die organisatorischen und finanziellen Probleme der Exposition bewältigt werden können, hat der Bundesrat entsprechende Massnahmen eingeleitet. Er hat den eidgenössischen Räten am 8. Oktober 1999 eine Botschaft über einen Zusatzkredit von 250 Millionen Franken unterbreitet. Die Gewährung des Zusatzkredites soll an verschiedene Bedingungen, insbesondere bezüglich der Beiteiligung der Wirtschaft sowie weiterer Beiträge bzw. Einsparungen, geknüpft werden. Zudem soll die Landesausstellung auf das Jahr 2002 verschoben werden, damit die Planung und die Vorbereitungen nicht unter allzu grossen Zeitdruck geraten und gleichzeitig die notwendigen Spar- und Redimensionierungsanstrengungen durch die Generaldirektion vorgenommen werden können.</p><p>Diese Massnahmen sollen dazu verhelfen, das Vertrauen der Wirtschaft in die Exposition zurückzuerlangen, so dass sie sich mit dem nötigen Engagement an der Exposition beteiligt.</p><p>In der Zwischenzeit setzt die Expo-Leitung alles daran, das Angebot an attraktiven, zukunftsgerichteten, spannenden und die gesamte Bevölkerung interessierenden Ausstellungsprojekten, Veranstaltungen und Events zu bereichern und damit den erwarteten grossen Besucherstrom auszulösen.</p><p>Für die Ausstellung zum Thema Landwirtschaft liegt eine Projektskizze vor, welche im August 1999 anlässlich der Vorstandssitzung der Agro-Marketing Suisse mit der künstlerischen Direktion der Expo erörtert worden ist. Die Konzeption der Projektskizze "Landwirtschaft" verlangt grosse Freiheit in Bezug auf die Architektur und auf die Gebäudehülle, was nicht bei jeder Arteplage im gleichen Masse gegeben ist. Deshalb ist ein Entscheid über den Standort noch nicht gefallen. Er ist, wie für jedes Ausstellungsprojekt, in Absprache zwischen den Ausstellungspartnern und der Expo-Leitung zu treffen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Ich bitte den Bundesrat, zu folgenden Fragen und Aussagen Stellung zu nehmen:</p><p>- Teilt der Bundesrat die Überzeugung, dass die Expo.01 ein positives Signal für die Schweiz sein soll? Wie will der Bundesrat die finanziellen und organisatorischen Probleme lösen, um das dringend notwendige Vertrauen und die positive Ausstrahlung der Expo.01 zu schaffen?</p><p>- Wie soll die Landesausstellung bei der schweizerischen Bevölkerung "ankommen" und so viele Besucher anziehen, dass ein Gemeinschaftserlebnis resultiert und kein finanzielles Desaster entsteht?</p><p>- Ist heute das attraktive Ausstellungsangebot vorhanden, das Voraussetzung für ein positives Image und regen Besuch ist?</p><p>- Kreise, die sich durch Übernahme von Ausstellungsthemen und finanziell engagieren wollen, müssen nun dringend wissen, ob es sinnvoll ist, weiter Managementkapazitäten und Geld für dieses Projekt bereitzustellen. Die Zeit drängt ausserordentlich.</p><p>- Kann die Landwirtschaft mit dem bestens geeigneten Standort Murten rechnen? Die räumliche Nähe von Expo.01 und Aktivitäten der Landwirtschaft ausserhalb der Arteplages ist sehr zentral (gegenseitige Synergien). Allein in Murten stehen der Landwirtschaft grössere Flächen inklusive Bauernhof zur Verfügung.</p>
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