Linthkanal. Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung

ShortId
99.3407
Id
19993407
Updated
10.04.2024 13:27
Language
de
Title
Linthkanal. Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung
AdditionalIndexing
freie Natur;ökologisches Gleichgewicht;Ökosystem;Wasserwirtschaft;Naturgefahren;Überschwemmung;Melioration
1
  • L05K0602020603, Überschwemmung
  • L05K0601030202, Naturgefahren
  • L04K06030311, Ökosystem
  • L04K06030305, freie Natur
  • L04K06030310, ökologisches Gleichgewicht
  • L05K1401020307, Melioration
  • L05K0705030107, Wasserwirtschaft
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Das Hochwasser vom Mai 1999 hat auch am Linthkanal während längerer Zeit eine bedrohliche Situation geschaffen. In der Bevölkerung der Linthebene wurde der Ruf nach einer Verstärkung der Dämme und damit der Hochwassersicherheit laut. An der Orientierungsveranstaltung der Linthverwaltung vom 14. Juni 1999, zu der bereits im April 1999 - also vor dem Hochwasserereignis - eingeladen worden war, wurde über die Planungsarbeiten am Projekt Hochwasserschutz Linthebene informiert. Die Information beschränkte sich auf die Themen Management, Hochwasserschutz, Risikoanalyse/Prävention, Vorsorge/Katastrophenhilfe und Kommunikation.</p><p>Ökologische Interessen wurden nur beiläufig erwähnt. Konkrete Hinweise, wie den ökologischen Vorgaben des Bundesgesetzes über den Wasserbau und des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer entsprochen werden soll, fehlten. Die folgende Sicht des Präsidenten der Eidgenössischen Linthkommission, alt Regierungsrat K. Rhyner, (geäussert am 14.6.99) entspricht nicht dem Stand der Erkenntnisse im modernen Flusswasserbau: Nach Herrn Rhyner muss das Wasser so rasch als möglich auf direktem Weg vom Walensee in den Zürichsee geleitet werden. Ein schnurgerader Kanal ist doch das Beste!</p><p>Dass es möglich ist, sowohl die Hochwassersicherheit als auch den Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt und eine standortgerechte Ufervegetation wesentlich zu verbessern, beweist das sankt-gallische Projekt "Hochwasserschutz Seez" vom März 1999. Als weiteres Beispiel für einen zeitgemässen Wasserbau ist das gewässer- und fischökologische Konzept "Alpenrhein" der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (1997) zu nennen; ebenso die laufenden Massnahmen an der Thur (Kantone Thurgau und Zürich).</p><p>Im Falle der Linthebene besteht - auch bezüglich des Wasserhaushaltes - ein enger Zusammenhang zwischen dem Linthkanal und der LM. Nachdem eine Zustandserhebung Bedürfnisse für die Erneuerung ihrer Anlagen hingewiesen hatte, erteilte die LM-Verwaltungskommission 1989 den Auftrag zur Ausarbeitung eines Landschaftsentwicklungskonzeptes (LEK).</p><p>Mit Beschluss der Verwaltungskommission der LM vom 3. Dezember 1993 über die Umsetzung des LEK wurden u. a. auch an die Eidgenössische Linthkommission folgende Empfehlungen abgegeben: Die Eidgenössische Linthkommission wird eingeladen, die Empfehlungen des LEK zu übernehmen und analoge Massnahmen, wie unter "Direkte Einflussnahme für die LM" beschrieben, zu treffen. Selbstverständlich ist den besonderen Verhältnissen (besondere Bedeutung des Hochwasserschutzes) Rechnung zu tragen.</p><p>Bedauerlicherweise sind die Empfehlungen des LEK bis heute praktisch toter Buchstabe geblieben.</p>
  • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
  • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, zusammen mit den Kantonen St. Gallen, Glarus, Schwyz und Zürich ein Projekt ausarbeiten zu lassen, das sowohl den Anforderungen an einen zeitgemässen Schutz von Menschen und Sachwerten vor Hochwasser entspricht als auch zu einer ökologischen Aufwertung der Linthebene führt. Die Massnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und zum ökologischen Ausgleich sind mit der gleichfalls fälligen Erneuerung der Linthebene-Melioration (LM) zu koordinieren und zu optimieren.</p>
  • Linthkanal. Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Das Hochwasser vom Mai 1999 hat auch am Linthkanal während längerer Zeit eine bedrohliche Situation geschaffen. In der Bevölkerung der Linthebene wurde der Ruf nach einer Verstärkung der Dämme und damit der Hochwassersicherheit laut. An der Orientierungsveranstaltung der Linthverwaltung vom 14. Juni 1999, zu der bereits im April 1999 - also vor dem Hochwasserereignis - eingeladen worden war, wurde über die Planungsarbeiten am Projekt Hochwasserschutz Linthebene informiert. Die Information beschränkte sich auf die Themen Management, Hochwasserschutz, Risikoanalyse/Prävention, Vorsorge/Katastrophenhilfe und Kommunikation.</p><p>Ökologische Interessen wurden nur beiläufig erwähnt. Konkrete Hinweise, wie den ökologischen Vorgaben des Bundesgesetzes über den Wasserbau und des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer entsprochen werden soll, fehlten. Die folgende Sicht des Präsidenten der Eidgenössischen Linthkommission, alt Regierungsrat K. Rhyner, (geäussert am 14.6.99) entspricht nicht dem Stand der Erkenntnisse im modernen Flusswasserbau: Nach Herrn Rhyner muss das Wasser so rasch als möglich auf direktem Weg vom Walensee in den Zürichsee geleitet werden. Ein schnurgerader Kanal ist doch das Beste!</p><p>Dass es möglich ist, sowohl die Hochwassersicherheit als auch den Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt und eine standortgerechte Ufervegetation wesentlich zu verbessern, beweist das sankt-gallische Projekt "Hochwasserschutz Seez" vom März 1999. Als weiteres Beispiel für einen zeitgemässen Wasserbau ist das gewässer- und fischökologische Konzept "Alpenrhein" der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (1997) zu nennen; ebenso die laufenden Massnahmen an der Thur (Kantone Thurgau und Zürich).</p><p>Im Falle der Linthebene besteht - auch bezüglich des Wasserhaushaltes - ein enger Zusammenhang zwischen dem Linthkanal und der LM. Nachdem eine Zustandserhebung Bedürfnisse für die Erneuerung ihrer Anlagen hingewiesen hatte, erteilte die LM-Verwaltungskommission 1989 den Auftrag zur Ausarbeitung eines Landschaftsentwicklungskonzeptes (LEK).</p><p>Mit Beschluss der Verwaltungskommission der LM vom 3. Dezember 1993 über die Umsetzung des LEK wurden u. a. auch an die Eidgenössische Linthkommission folgende Empfehlungen abgegeben: Die Eidgenössische Linthkommission wird eingeladen, die Empfehlungen des LEK zu übernehmen und analoge Massnahmen, wie unter "Direkte Einflussnahme für die LM" beschrieben, zu treffen. Selbstverständlich ist den besonderen Verhältnissen (besondere Bedeutung des Hochwasserschutzes) Rechnung zu tragen.</p><p>Bedauerlicherweise sind die Empfehlungen des LEK bis heute praktisch toter Buchstabe geblieben.</p>
    • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
    • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, zusammen mit den Kantonen St. Gallen, Glarus, Schwyz und Zürich ein Projekt ausarbeiten zu lassen, das sowohl den Anforderungen an einen zeitgemässen Schutz von Menschen und Sachwerten vor Hochwasser entspricht als auch zu einer ökologischen Aufwertung der Linthebene führt. Die Massnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und zum ökologischen Ausgleich sind mit der gleichfalls fälligen Erneuerung der Linthebene-Melioration (LM) zu koordinieren und zu optimieren.</p>
    • Linthkanal. Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung

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