Internationale Messe für Buch und Presse in Genf. Unterstützung durch den Bund

ShortId
00.3094
Id
20003094
Updated
25.06.2025 01:42
Language
de
Title
Internationale Messe für Buch und Presse in Genf. Unterstützung durch den Bund
AdditionalIndexing
Buchhandel;Handelsveranstaltung;Subvention
1
  • L04K12020304, Buchhandel
  • L05K0701010306, Handelsveranstaltung
  • L05K1102030202, Subvention
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Internationale Messe für Buch und Presse in Genf ist ein wesentliches Element des schweizerischen Kulturlebens. Seit ihrer Gründung im Jahre 1986 zieht sie jedes Frühjahr eine beträchtliche Besuchermenge an - 1999 gegen 120 000 Personen an nur fünf Ausstellungstagen -, und dies einzig wegen des geschriebenen Wortes, der fundamentalen und unveräusserlichen Grundlage unserer Kultur. Die Buchmesse von Paris zieht vergleichsweise auch nicht mehr als 180 000 Personen an, obwohl sie im Zentrum einer Agglomeration von 10 Millionen Einwohnern stattfindet. Nach der Pariser Messe ist die Genfer Buchmesse, was ihre Besucherzahl anbelangt, die wichtigste derartige Veranstaltung in der gesamten Frankophonie. Aufgrund ihrer Offenheit gegenüber allen vier Kulturen unseres Landes sowie der Gastfreundschaft, die sie Autoren, Verlegern und Lesern aller Sprachregionen entgegenbringt, trägt sie in wesentlichem Ausmass nicht nur zum besseren gegenseitigen Verständnis und folglich zum nationalen Zusammenhalt bei, sondern ist auch dem internationalen Ruf der Schweiz förderlich. Zudem ist die Buchmesse die einzige jährliche Veranstaltung von nationaler Bedeutung in der lateinischen Schweiz. In allen anderen Ländern, die vergleichbare Strukturen aufzeigen, werden entsprechende Buchmessen regelmässig von der öffentlichen Hand unterstützt.</p><p>Die Veranstaltung, deren Budget regelmässig zwischen 3 und 4 Millionen Franken liegt, kämpft ständig gegen ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Die Veranstalter haben grosse Mühe, die für den Fortbestand des Unternehmens erforderlichen Beträge zusammenzubringen. Nach Auffassung des Bundesamtes für Kultur wäre es der Bedeutung der Veranstaltung angemessen und überdies gerechtfertigt, wenn der Bund die Buchmesse unterstützte; das Amt sieht sich aber selber offenbar ausserstande, aus seinen eigenen Mitteln einen Beitrag auszurichten. Auf seinen Antrag hin hat der Bundesrat einen einmaligen Beitrag von 500 000 Franken aus den Einnahmen der Gedenkmünzenaktion von 1998 bewilligt. Dieser Betrag ist in zwei Raten an die Fondation pour l'Ecrit überwiesen worden. Zweck dieser Stiftung, die der Oberaufsicht des Bundesrates untersteht, ist die Finanzierung der Buchmesse.</p><p>Dieser ausserordentliche Beitrag hat die Buchmesse in den letzten zwei Jahren über Wasser gehalten; es ist aber äusserst dringlich, dass sie regelmässig unterstützt wird.</p>
  • <p>Der Bundesrat hatte bereits Gelegenheit, sein Interesse für die Internationale Messer für Buch und Presse in Genf zu zeigen, als er die Veranstaltung 1998 mit einem einmaligen Beitrag von 500 000 Franken mit Mitteln aus dem Prägegewinn von Gedenkmünzen unterstützte.</p><p>Der Bundesrat anerkennt, dass die Genfer Buchmesse in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht eine wichtige Rolle spielt. Sie fördert das Image und die Popularität der Bücher und bringt sie einem breiten Publikum nahe, bei dem diese bedeutende Westschweizer Kulturveranstaltung jedes Jahr grossen Anklang findet. Im Übrigen ist sich der Bundesrat des kommerziellen Nutzens und der ökonomischen Bedeutung der Messe für die Buchbranche bewusst. Er würdigt zudem die Leistungen der Messe für die Anerkennung der Arbeit von schweizerischen Autorinnen und Autoren sowie Verlagen.</p><p>Wie die Motion richtig erwähnt, verfügt das Bundesamt für Kultur jedoch gegenwärtig weder über die Gesetzesgrundlagen noch über die Finanzmittel, um die verlangte Unterstützung an die Buchmesse in Genf auszurichten. Der Beitrag an das Buch- und Verlagswesen beschränkt sich auf eine jährliche Finanzhilfe für die Teilnahme an Messen im Ausland. Davon profitieren schweizerische Verlage für die Förderung des Bücherverkaufs in den verschiedenen Sprachregionen.</p><p>Das Bundesamt für Kultur und die Pro Helvetia prüfen zudem zurzeit die Möglichkeiten, die Buch- und Verlagsförderung in der Schweiz zu verbessern: Gemeinsam mit den Verlegern und dem Seco werden Aufgabenteilung und Formen einer besseren Zusammenarbeit und Koordinierung mit Blick auf eine gezieltere Bücherförderungspolitik diskutiert. </p><p>Längerfristig wird das Bundesamt für Kultur im Rahmen der Umsetzung von Artikel 69 der Bundesverfassung die Möglichkeit einer allfälligen Unterstützung der Buchmesse in Genf prüfen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
  • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, dafür zu sorgen, dass der Fondation pour l'Ecrit ab dem Jahr 2001 ein Jahresbeitrag von 500 000 Franken als finanzielle Unterstützung des Bundes für die Internationale Messe für Buch und Presse in Genf ausgerichtet wird.</p>
  • Internationale Messe für Buch und Presse in Genf. Unterstützung durch den Bund
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Internationale Messe für Buch und Presse in Genf ist ein wesentliches Element des schweizerischen Kulturlebens. Seit ihrer Gründung im Jahre 1986 zieht sie jedes Frühjahr eine beträchtliche Besuchermenge an - 1999 gegen 120 000 Personen an nur fünf Ausstellungstagen -, und dies einzig wegen des geschriebenen Wortes, der fundamentalen und unveräusserlichen Grundlage unserer Kultur. Die Buchmesse von Paris zieht vergleichsweise auch nicht mehr als 180 000 Personen an, obwohl sie im Zentrum einer Agglomeration von 10 Millionen Einwohnern stattfindet. Nach der Pariser Messe ist die Genfer Buchmesse, was ihre Besucherzahl anbelangt, die wichtigste derartige Veranstaltung in der gesamten Frankophonie. Aufgrund ihrer Offenheit gegenüber allen vier Kulturen unseres Landes sowie der Gastfreundschaft, die sie Autoren, Verlegern und Lesern aller Sprachregionen entgegenbringt, trägt sie in wesentlichem Ausmass nicht nur zum besseren gegenseitigen Verständnis und folglich zum nationalen Zusammenhalt bei, sondern ist auch dem internationalen Ruf der Schweiz förderlich. Zudem ist die Buchmesse die einzige jährliche Veranstaltung von nationaler Bedeutung in der lateinischen Schweiz. In allen anderen Ländern, die vergleichbare Strukturen aufzeigen, werden entsprechende Buchmessen regelmässig von der öffentlichen Hand unterstützt.</p><p>Die Veranstaltung, deren Budget regelmässig zwischen 3 und 4 Millionen Franken liegt, kämpft ständig gegen ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Die Veranstalter haben grosse Mühe, die für den Fortbestand des Unternehmens erforderlichen Beträge zusammenzubringen. Nach Auffassung des Bundesamtes für Kultur wäre es der Bedeutung der Veranstaltung angemessen und überdies gerechtfertigt, wenn der Bund die Buchmesse unterstützte; das Amt sieht sich aber selber offenbar ausserstande, aus seinen eigenen Mitteln einen Beitrag auszurichten. Auf seinen Antrag hin hat der Bundesrat einen einmaligen Beitrag von 500 000 Franken aus den Einnahmen der Gedenkmünzenaktion von 1998 bewilligt. Dieser Betrag ist in zwei Raten an die Fondation pour l'Ecrit überwiesen worden. Zweck dieser Stiftung, die der Oberaufsicht des Bundesrates untersteht, ist die Finanzierung der Buchmesse.</p><p>Dieser ausserordentliche Beitrag hat die Buchmesse in den letzten zwei Jahren über Wasser gehalten; es ist aber äusserst dringlich, dass sie regelmässig unterstützt wird.</p>
    • <p>Der Bundesrat hatte bereits Gelegenheit, sein Interesse für die Internationale Messer für Buch und Presse in Genf zu zeigen, als er die Veranstaltung 1998 mit einem einmaligen Beitrag von 500 000 Franken mit Mitteln aus dem Prägegewinn von Gedenkmünzen unterstützte.</p><p>Der Bundesrat anerkennt, dass die Genfer Buchmesse in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht eine wichtige Rolle spielt. Sie fördert das Image und die Popularität der Bücher und bringt sie einem breiten Publikum nahe, bei dem diese bedeutende Westschweizer Kulturveranstaltung jedes Jahr grossen Anklang findet. Im Übrigen ist sich der Bundesrat des kommerziellen Nutzens und der ökonomischen Bedeutung der Messe für die Buchbranche bewusst. Er würdigt zudem die Leistungen der Messe für die Anerkennung der Arbeit von schweizerischen Autorinnen und Autoren sowie Verlagen.</p><p>Wie die Motion richtig erwähnt, verfügt das Bundesamt für Kultur jedoch gegenwärtig weder über die Gesetzesgrundlagen noch über die Finanzmittel, um die verlangte Unterstützung an die Buchmesse in Genf auszurichten. Der Beitrag an das Buch- und Verlagswesen beschränkt sich auf eine jährliche Finanzhilfe für die Teilnahme an Messen im Ausland. Davon profitieren schweizerische Verlage für die Förderung des Bücherverkaufs in den verschiedenen Sprachregionen.</p><p>Das Bundesamt für Kultur und die Pro Helvetia prüfen zudem zurzeit die Möglichkeiten, die Buch- und Verlagsförderung in der Schweiz zu verbessern: Gemeinsam mit den Verlegern und dem Seco werden Aufgabenteilung und Formen einer besseren Zusammenarbeit und Koordinierung mit Blick auf eine gezieltere Bücherförderungspolitik diskutiert. </p><p>Längerfristig wird das Bundesamt für Kultur im Rahmen der Umsetzung von Artikel 69 der Bundesverfassung die Möglichkeit einer allfälligen Unterstützung der Buchmesse in Genf prüfen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
    • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, dafür zu sorgen, dass der Fondation pour l'Ecrit ab dem Jahr 2001 ein Jahresbeitrag von 500 000 Franken als finanzielle Unterstützung des Bundes für die Internationale Messe für Buch und Presse in Genf ausgerichtet wird.</p>
    • Internationale Messe für Buch und Presse in Genf. Unterstützung durch den Bund

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