Schaffung eines Pools "Beschäftigung/Ausbildung" im EVD
- ShortId
-
00.3133
- Id
-
20003133
- Updated
-
25.06.2025 01:23
- Language
-
de
- Title
-
Schaffung eines Pools "Beschäftigung/Ausbildung" im EVD
- AdditionalIndexing
-
Bildungsplanung;Beziehung Schule-Berufsleben;Weiterbildung;Informationstechnologie;Beschäftigungspolitik;berufliche Bildung
- 1
-
- L03K130202, berufliche Bildung
- L04K07020303, Beschäftigungspolitik
- L04K12020307, Informationstechnologie
- L04K13010202, Beziehung Schule-Berufsleben
- L04K13030203, Weiterbildung
- L04K13030107, Bildungsplanung
- PriorityCouncil1
-
Ständerat
- Texts
-
- <p>Die institutionelle Aufsplitterung der Bereiche Beschäftigung und Ausbildung im EVD geht auf die Aufteilung des ehemaligen Biga zurück:</p><p>Der Arbeitsmarkt, die regionalen Arbeitsvermittlungsstellen (RAV) und die Ausbildung der Arbeitssuchenden gehören ins Aufgabengebiet der Direktion für Arbeit im Seco.</p><p>Die Berufsbildung, die FHS und die Berufsberatung gehören in den Zuständigkeitsbereich des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie im EVD.</p><p>Die Untersuchungen des Arbeitsmarktes hingegen sind Sache des Bereiches "Wirtschaftspolitische Grundlagen" des Seco.</p><p>Diese Aufsplitterung verhindert das Zusammenspiel von Wirtschaft, Arbeitsämtern und Berufsbildung. Die künftigen Bedürfnisse der Wirtschaft lassen sich dadurch nicht antizipieren. Ebenso wenig können innovative Visionen für die grossen Linien der künftigen Ausbildung entwickelt werden. Unter den umliegenden Ländern gibt es aber verschiedene Beispiele, die zeigen, dass erfolgreiche Innovation und Schaffung von Unternehmen und Arbeitsplätzen hauptsächlich von einer engen Beziehung zwischen Wirtschaft, Bildungspolitik und Beschäftigungspolitik abhängen. Ohne mittel- und langfristige Visionen scheinen eine Entwicklung, welche die Berufsberatung, die Ausbildung und die Anstellung mit berücksichtigt, und die Früherkennung von Arbeitskräftemangel - wie wir sie gegenwärtig im Informatikbereich kennen - fraglich.</p><p>Dieser Mangel an Weitsicht hat uns auch gezwungen, für die Stellensuchenden eine Ausbildungspolitik zu improvisieren, die sich als teuer und wenig wirksam herausstellte. Die Westschweizer und Tessiner Stelle zur Beobachtung der Beschäftigungslage, die seit einem Jahr besteht, zeigt, wie wichtig ein Organ ist, das zukunftsgerichtete Studien durchführen kann. Dank der Untersuchungen dieser Stelle konnte klarer ermittelt werden, wo der Arbeitsmarkt schlecht spielt, so z. B. in der Hotellerie und im Gastgewerbe, in denen es Arbeitslose gibt, obwohl sie dringendst Arbeitskräfte brauchen.</p><p>Es gibt bei uns keinen wirklichen Willen, die Berufsbildung und die FHS so aufzuwerten, dass sie den jungen Leuten und den Unternehmen eine Ausbildung bieten, die der akademischen Laufbahn zwar gleichkommt, aber spezifischer ist.</p><p>Die Weiterbildung hat in einer Wissensgesellschaft zentrale Bedeutung. Sie erlaubt es namentlich, dank Modulsystemen und der Anerkennung des Neugelernten, den Wissensstand unserer Bevölkerung zu verbessern. Wir müssen auch in diesem Bereich eine zukunftsgerichtete Politik verfolgen, die Bemühungen koordinieren und das Beste fordern.</p>
- <p>1998 wurde im Rahmen der Regierungs- und Verwaltungsreform die Abteilung Berufsbildung aus dem damaligen Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit herausgelöst und mit wesentlichen Teilen des damaligen Bundesamtes für Konjunkturfragen zum neuen Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) zusammengefügt. </p><p>In der Bundesverwaltung befinden sich viele Schnittstellen, wo sich Aufgabengebiete einzelner Dienststellen treffen. Als Beispiele seien genannt: primärer und sekundärer Arbeitsmarkt (Seco/BSV), Regionalförderung und Technologieförderung (Seco/BBT), Beschäftigung und Einwanderung (Seco/BFA), Berufs- und universitäre Bildung (BBT/GWF, BBW), Binnenwirtschaft und Aussenwirtschaft (EDA/EVD, Integrationsbüro) und - wie die Autorin des Vorstosses richtig bemerkt - Arbeit und Bildung (Seco/BBT).</p><p>Es ist eine Daueraufgabe des Bundesrates und der Verwaltung, an den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Diensten eine effiziente Zusammenarbeit zu garantieren. Dies kann auch über eine besondere Form der Zusammenarbeit, nämlich über eine geschickte Arbeitsteilung, geschehen. Im Interesse der Aufwertung der Berufsbildung - welche nicht zuletzt auch vom Parlament angeregt wurde - hat der Bundesrat 1998 entschieden, die Schwerpunkte Beschäftigung und Ausbildung in arbeitsteiliger Form zu organisieren.</p><p>Angesichts des engen Zusammenhangs zwischen Beschäftigung und Ausbildung prüft das EVD zurzeit, wie die Zusammenarbeit auf Bundesebene noch enger gestaltet werden kann. Im Vordergrund steht die Schaffung eines Koordinationsorganes zwischen Seco/BBT/BFA, das die bereits laufenden Projekte (Forum Weiterbildung, Arbeitsgruppe Forecastsystem Beschäftigung und Bildung usw.) gezielter führen soll.</p> Der Bundesrat beantragt, die Empfehlung in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Ich beauftrage den Bundesrat, Organisation und Funktionsweise in den Bereichen Beschäftigung und Ausbildung eingehend zu überdenken und für diese Bereiche eine nationale Politik zu erarbeiten. Diese soll sich auf die strategische Analyse der Herausforderungen stützen, denen wir uns namentlich im Zusammenhang mit der rasanten Entwicklung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, dem weltweiten Wettbewerb und dem Fortschritt in der Forschung stellen müssen.</p><p>- Ich beauftrage den Bundesrat, zur Vernetzung von Arbeits- und Ausbildungswelt einen Pool "Beschäftigung/Ausbildung" zu schaffen.</p><p>- Dazu soll er im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement (EVD) eine Gruppe für Beschäftigung und Ausbildung nach dem Vorbild der Gruppe für Wissenschaft und Forschung im Eidgenössischen Departement des Innern ins Leben rufen.</p><p>- Ich beauftrage den Bundesrat, eine Beobachtungsstelle einzurichten, die Berufe der Zukunft einer Analyse unterzieht, und in diesem Bereich eine kohärente Politik zu erarbeiten.</p>
- Schaffung eines Pools "Beschäftigung/Ausbildung" im EVD
- State
-
Überwiesen an den Bundesrat
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die institutionelle Aufsplitterung der Bereiche Beschäftigung und Ausbildung im EVD geht auf die Aufteilung des ehemaligen Biga zurück:</p><p>Der Arbeitsmarkt, die regionalen Arbeitsvermittlungsstellen (RAV) und die Ausbildung der Arbeitssuchenden gehören ins Aufgabengebiet der Direktion für Arbeit im Seco.</p><p>Die Berufsbildung, die FHS und die Berufsberatung gehören in den Zuständigkeitsbereich des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie im EVD.</p><p>Die Untersuchungen des Arbeitsmarktes hingegen sind Sache des Bereiches "Wirtschaftspolitische Grundlagen" des Seco.</p><p>Diese Aufsplitterung verhindert das Zusammenspiel von Wirtschaft, Arbeitsämtern und Berufsbildung. Die künftigen Bedürfnisse der Wirtschaft lassen sich dadurch nicht antizipieren. Ebenso wenig können innovative Visionen für die grossen Linien der künftigen Ausbildung entwickelt werden. Unter den umliegenden Ländern gibt es aber verschiedene Beispiele, die zeigen, dass erfolgreiche Innovation und Schaffung von Unternehmen und Arbeitsplätzen hauptsächlich von einer engen Beziehung zwischen Wirtschaft, Bildungspolitik und Beschäftigungspolitik abhängen. Ohne mittel- und langfristige Visionen scheinen eine Entwicklung, welche die Berufsberatung, die Ausbildung und die Anstellung mit berücksichtigt, und die Früherkennung von Arbeitskräftemangel - wie wir sie gegenwärtig im Informatikbereich kennen - fraglich.</p><p>Dieser Mangel an Weitsicht hat uns auch gezwungen, für die Stellensuchenden eine Ausbildungspolitik zu improvisieren, die sich als teuer und wenig wirksam herausstellte. Die Westschweizer und Tessiner Stelle zur Beobachtung der Beschäftigungslage, die seit einem Jahr besteht, zeigt, wie wichtig ein Organ ist, das zukunftsgerichtete Studien durchführen kann. Dank der Untersuchungen dieser Stelle konnte klarer ermittelt werden, wo der Arbeitsmarkt schlecht spielt, so z. B. in der Hotellerie und im Gastgewerbe, in denen es Arbeitslose gibt, obwohl sie dringendst Arbeitskräfte brauchen.</p><p>Es gibt bei uns keinen wirklichen Willen, die Berufsbildung und die FHS so aufzuwerten, dass sie den jungen Leuten und den Unternehmen eine Ausbildung bieten, die der akademischen Laufbahn zwar gleichkommt, aber spezifischer ist.</p><p>Die Weiterbildung hat in einer Wissensgesellschaft zentrale Bedeutung. Sie erlaubt es namentlich, dank Modulsystemen und der Anerkennung des Neugelernten, den Wissensstand unserer Bevölkerung zu verbessern. Wir müssen auch in diesem Bereich eine zukunftsgerichtete Politik verfolgen, die Bemühungen koordinieren und das Beste fordern.</p>
- <p>1998 wurde im Rahmen der Regierungs- und Verwaltungsreform die Abteilung Berufsbildung aus dem damaligen Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit herausgelöst und mit wesentlichen Teilen des damaligen Bundesamtes für Konjunkturfragen zum neuen Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) zusammengefügt. </p><p>In der Bundesverwaltung befinden sich viele Schnittstellen, wo sich Aufgabengebiete einzelner Dienststellen treffen. Als Beispiele seien genannt: primärer und sekundärer Arbeitsmarkt (Seco/BSV), Regionalförderung und Technologieförderung (Seco/BBT), Beschäftigung und Einwanderung (Seco/BFA), Berufs- und universitäre Bildung (BBT/GWF, BBW), Binnenwirtschaft und Aussenwirtschaft (EDA/EVD, Integrationsbüro) und - wie die Autorin des Vorstosses richtig bemerkt - Arbeit und Bildung (Seco/BBT).</p><p>Es ist eine Daueraufgabe des Bundesrates und der Verwaltung, an den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Diensten eine effiziente Zusammenarbeit zu garantieren. Dies kann auch über eine besondere Form der Zusammenarbeit, nämlich über eine geschickte Arbeitsteilung, geschehen. Im Interesse der Aufwertung der Berufsbildung - welche nicht zuletzt auch vom Parlament angeregt wurde - hat der Bundesrat 1998 entschieden, die Schwerpunkte Beschäftigung und Ausbildung in arbeitsteiliger Form zu organisieren.</p><p>Angesichts des engen Zusammenhangs zwischen Beschäftigung und Ausbildung prüft das EVD zurzeit, wie die Zusammenarbeit auf Bundesebene noch enger gestaltet werden kann. Im Vordergrund steht die Schaffung eines Koordinationsorganes zwischen Seco/BBT/BFA, das die bereits laufenden Projekte (Forum Weiterbildung, Arbeitsgruppe Forecastsystem Beschäftigung und Bildung usw.) gezielter führen soll.</p> Der Bundesrat beantragt, die Empfehlung in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Ich beauftrage den Bundesrat, Organisation und Funktionsweise in den Bereichen Beschäftigung und Ausbildung eingehend zu überdenken und für diese Bereiche eine nationale Politik zu erarbeiten. Diese soll sich auf die strategische Analyse der Herausforderungen stützen, denen wir uns namentlich im Zusammenhang mit der rasanten Entwicklung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, dem weltweiten Wettbewerb und dem Fortschritt in der Forschung stellen müssen.</p><p>- Ich beauftrage den Bundesrat, zur Vernetzung von Arbeits- und Ausbildungswelt einen Pool "Beschäftigung/Ausbildung" zu schaffen.</p><p>- Dazu soll er im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement (EVD) eine Gruppe für Beschäftigung und Ausbildung nach dem Vorbild der Gruppe für Wissenschaft und Forschung im Eidgenössischen Departement des Innern ins Leben rufen.</p><p>- Ich beauftrage den Bundesrat, eine Beobachtungsstelle einzurichten, die Berufe der Zukunft einer Analyse unterzieht, und in diesem Bereich eine kohärente Politik zu erarbeiten.</p>
- Schaffung eines Pools "Beschäftigung/Ausbildung" im EVD
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