Studiengebühren an den Hochschulen
- ShortId
-
00.3283
- Id
-
20003283
- Updated
-
25.06.2025 01:47
- Language
-
de
- Title
-
Studiengebühren an den Hochschulen
- AdditionalIndexing
-
Studium;Zugang zur Bildung;Kosten des Schulbesuchs;Stipendium;Hochschulwesen
- 1
-
- L04K13010204, Kosten des Schulbesuchs
- L04K13020110, Studium
- L04K13020501, Hochschulwesen
- L04K13030117, Zugang zur Bildung
- L04K13010208, Stipendium
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die autonomer gewordenen Hochschulen sehen sich im Dilemma zwischen stagnierendem Finanzrahmen und zunehmendem Studierendenandrang gezwungen, zum einen ihre Effektivität zu verbessern und zum anderen ihre Finanzierungsbasis zu verbreitern. Dabei besinnen sie sich zum einen auf neue Finanzierungsquellen (Drittfinanzierungen) und zum anderen bewirtschaften sie die bisherigen ausgeprägter.</p><p>Auf dem Hintergrund von bildungsökonomischen (individuelle und öffentliche Bildungsinvestitionsrechnungen) und weltanschaulichen (Studierende als Kunden; Selbstbeteiligung im Rahmen der Selbstverantwortung) Argumenten versuchen die Hochschulen, neue Mitfinanzierungsmodelle für die Studierenden zu entwickeln, mit der Gefahr allerdings, dass die Lösungen letztlich zulasten derjenigen Studierenden gehen, die aus einem bildungsfernen und wenig begüterten Umfeld stammen.</p><p>Das würde auf dem Hintergrund der auch heute noch beträchtlichen Unterschiede in den kantonalen Studienförderungsbemühungen (siehe jüngster "Stipendienreport" des Bundesamtes für Bildung und Wissenschaft) zu einer Verschärfung der sozialen und regionalen Zugangsproblematik führen.</p><p>Die zunehmende Autonomisierung der Hochschulen führte u. a. auch zu mehr Freiheit in der Bewirtschaftung von Drittmitteln. Dazu gehören neben den Kooperationen mit Unternehmen und auf dem Markt erbrachten Dienstleistungen auch die Studiengebühren der Studierenden.</p><p>Zudem werden im Rahmen des neuen Selbstverständnisses die Studierenden von Hochschulen immer mehr als Kunden angesehen, die sich die Qualität der Ausbildungsangebote etwas kosten lassen wollen. So entstand aus den ehemaligen Hörgeldern selbst eine ganze Palette von Anreiz schaffenden Mitfinanzierungsinstrumenten wie Darlehen, maximale Lektionsguthaben pro Studium (Studienkontenmodell, besondere Gebühren für Regelstudienzeitüberschreitungen, Belohnungen für Kurzstudierende durch Weiterbildungsbonusse, intergenerative Solidarität zwischen aktuellen Studierenden und ehemaligen Absolventen (die gut verdienen und deshalb rückzahlungspflichtig werden) usw.</p><p>Die Unklarheiten und wachsenden Ungleichheiten in diesem Bereich für die Studierenden und die bildungsinteressierte Öffentlichkeit verlangen nach einer klaren Meinungsäusserung des Bundesrates in dieser Angelegenheit.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bund wird im Rahmen seiner Hochschulkompetenzen ersucht:</p><p>- eine Übersicht über die auf der Tertiärstufe laufenden Tendenzen im Bereich der Beteiligung von Studierenden an der Studienfinanzierung zu machen und diese bildungspolitisch und gesellschaftspolitisch zu würdigen;</p><p>- sich anschliessend in der Frage des zunehmenden Einbezuges der Studierenden in die Finanzierung ihrer Ausbildung (Erhöhung der Studiengebühren, Darlehen statt Stipendien und anderes mehr) eine Meinung zu bilden und sich für einheitliche, sozial und regional zugangsgerechte und bildungsökonomisch sinnvolle Modelllösungen einzusetzen.</p>
- Studiengebühren an den Hochschulen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die autonomer gewordenen Hochschulen sehen sich im Dilemma zwischen stagnierendem Finanzrahmen und zunehmendem Studierendenandrang gezwungen, zum einen ihre Effektivität zu verbessern und zum anderen ihre Finanzierungsbasis zu verbreitern. Dabei besinnen sie sich zum einen auf neue Finanzierungsquellen (Drittfinanzierungen) und zum anderen bewirtschaften sie die bisherigen ausgeprägter.</p><p>Auf dem Hintergrund von bildungsökonomischen (individuelle und öffentliche Bildungsinvestitionsrechnungen) und weltanschaulichen (Studierende als Kunden; Selbstbeteiligung im Rahmen der Selbstverantwortung) Argumenten versuchen die Hochschulen, neue Mitfinanzierungsmodelle für die Studierenden zu entwickeln, mit der Gefahr allerdings, dass die Lösungen letztlich zulasten derjenigen Studierenden gehen, die aus einem bildungsfernen und wenig begüterten Umfeld stammen.</p><p>Das würde auf dem Hintergrund der auch heute noch beträchtlichen Unterschiede in den kantonalen Studienförderungsbemühungen (siehe jüngster "Stipendienreport" des Bundesamtes für Bildung und Wissenschaft) zu einer Verschärfung der sozialen und regionalen Zugangsproblematik führen.</p><p>Die zunehmende Autonomisierung der Hochschulen führte u. a. auch zu mehr Freiheit in der Bewirtschaftung von Drittmitteln. Dazu gehören neben den Kooperationen mit Unternehmen und auf dem Markt erbrachten Dienstleistungen auch die Studiengebühren der Studierenden.</p><p>Zudem werden im Rahmen des neuen Selbstverständnisses die Studierenden von Hochschulen immer mehr als Kunden angesehen, die sich die Qualität der Ausbildungsangebote etwas kosten lassen wollen. So entstand aus den ehemaligen Hörgeldern selbst eine ganze Palette von Anreiz schaffenden Mitfinanzierungsinstrumenten wie Darlehen, maximale Lektionsguthaben pro Studium (Studienkontenmodell, besondere Gebühren für Regelstudienzeitüberschreitungen, Belohnungen für Kurzstudierende durch Weiterbildungsbonusse, intergenerative Solidarität zwischen aktuellen Studierenden und ehemaligen Absolventen (die gut verdienen und deshalb rückzahlungspflichtig werden) usw.</p><p>Die Unklarheiten und wachsenden Ungleichheiten in diesem Bereich für die Studierenden und die bildungsinteressierte Öffentlichkeit verlangen nach einer klaren Meinungsäusserung des Bundesrates in dieser Angelegenheit.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bund wird im Rahmen seiner Hochschulkompetenzen ersucht:</p><p>- eine Übersicht über die auf der Tertiärstufe laufenden Tendenzen im Bereich der Beteiligung von Studierenden an der Studienfinanzierung zu machen und diese bildungspolitisch und gesellschaftspolitisch zu würdigen;</p><p>- sich anschliessend in der Frage des zunehmenden Einbezuges der Studierenden in die Finanzierung ihrer Ausbildung (Erhöhung der Studiengebühren, Darlehen statt Stipendien und anderes mehr) eine Meinung zu bilden und sich für einheitliche, sozial und regional zugangsgerechte und bildungsökonomisch sinnvolle Modelllösungen einzusetzen.</p>
- Studiengebühren an den Hochschulen
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