Langfristige Sicherung der Altersvorsorge

ShortId
00.3287
Id
20003287
Updated
25.06.2025 01:47
Language
de
Title
Langfristige Sicherung der Altersvorsorge
AdditionalIndexing
Altersvorsorge;Zukunft;Prognose;Finanzierung
1
  • L04K01040101, Altersvorsorge
  • L05K1602010701, Prognose
  • L03K020102, Zukunft
  • L03K110902, Finanzierung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte haben zu einer starken Abnahme der Geburtenziffer geführt. Zusammen mit der gestiegenen Lebenserwartung resultiert daraus eine nachhaltige Änderung der Altersstruktur. Für die Altersvorsorge entstehen dadurch grosse Zusatzbelastungen. Die Finanzierung der Renten von immer mehr Rentnerinnen und Rentnern wird einer voraussichtlich kaum noch wachsenden und ab 2015 abnehmenden Erwerbsbevölkerung aufgebürdet.</p><p>Während die Sicherung der Altersvorsorge bis 2010 durch die 11. AHV-Revision gewährleistet werden soll, ist noch unklar, wie die Renten nach 2010 gesichert werden. Da die Problematik der Demographie heute schon allgemein bekannt ist, darf die Suche nach Lösungen auf keinen Fall aufgeschoben werden.</p><p>Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, in einem breit gefassten Konzept möglichst viele Varianten zur Sicherung der Altersvorsorge in Verbindung mit den jeweiligen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft aufzuzeigen. Zu diesen Varianten gehören z. B. die Weiterführung der jetzigen Lösung, eine Lösung ohne Steuererhöhung oder der teilweise oder vollständige Übergang vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren in der ersten Säule. Anschliessend muss eine vorurteilslose Diskussion über alle vorgeschlagenen Varianten in Gang gebracht werden. Die Ernsthaftigkeit der Problematik erlaubt es nicht, aus politischen Gründen auf den Einbezug gewisser nicht genehmer Varianten zu verzichten.</p><p>Um eine funktionsfähige Altersvorsorge zu gewährleisten, sind nach unserer Ansicht zwei zentrale Grundsätze zu beachten. Einerseits muss durch die Förderung der Eigenverantwortung die Möglichkeit gegeben werden, dass der Einzelne die Ausgestaltung und das genaue Ausmass seiner Altersvorsorge mitbestimmen kann. Andererseits sind bei der Ausgestaltung der Sozialversicherungen die Nachhaltigkeit und die langfristige Tragbarkeit unbedingt zu beachten.</p>
  • <p>Nach der Verabschiedung der Botschaft zur 11. AHV-Revision im Februar 2000 hat der Bundesrat am 12. April 2000 eine vertiefte Diskussion über die Perspektiven der AHV bis 2025 geführt. Er hat das EDI beauftragt, in Zusammenarbeit mit verwaltungsinternen und -externen Experten und Expertinnen ein Forschungsprogramm vorzubereiten, um Grundlagen für eine langfristige strategische Ausrichtung der AHV sowie für die zukünftige Gestaltung der Rahmenbedingungen der Altersvorsorge zu erhalten. Entsprechende Vorschläge für ein Forschungsprogramm erwartet der Bundesrat, zusammen mit einem Zeitplan für die 12. AHV-Revision, noch in diesem Jahr. Die Ergebnisse des Forschungsprogrammes werden wichtige Grundlagen für die Arbeiten an der 12. AHV-Revision liefern.</p><p>Die in der Motion aufgeworfenen Fragen, die inhaltlich mit jenen des Postulates 00.3183 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (00.014), "Perspektiven der Alterssicherung", und mit jenen der Motion 00.3191 der Kommission 00.016-NR, "Mittel- und langfristige Perspektiven der Alterssicherung", übereinstimmen, werden im Rahmen dieses Forschungsprogrammes aufgegriffen. Das Forschungsprogramm wird die Zukunft der Altersvorsorge unter Einbezug aller Säulen und mit Blick auf die Rahmenbedingungen und die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten (und auf deren sozialpolitische und ökonomische Auswirkungen) thematisieren.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
  • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament bis Ende 2002 ein Konzept für die Sicherung der Altersvorsorge über das Jahr 2010 hinaus vorzulegen.</p>
  • Langfristige Sicherung der Altersvorsorge
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte haben zu einer starken Abnahme der Geburtenziffer geführt. Zusammen mit der gestiegenen Lebenserwartung resultiert daraus eine nachhaltige Änderung der Altersstruktur. Für die Altersvorsorge entstehen dadurch grosse Zusatzbelastungen. Die Finanzierung der Renten von immer mehr Rentnerinnen und Rentnern wird einer voraussichtlich kaum noch wachsenden und ab 2015 abnehmenden Erwerbsbevölkerung aufgebürdet.</p><p>Während die Sicherung der Altersvorsorge bis 2010 durch die 11. AHV-Revision gewährleistet werden soll, ist noch unklar, wie die Renten nach 2010 gesichert werden. Da die Problematik der Demographie heute schon allgemein bekannt ist, darf die Suche nach Lösungen auf keinen Fall aufgeschoben werden.</p><p>Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, in einem breit gefassten Konzept möglichst viele Varianten zur Sicherung der Altersvorsorge in Verbindung mit den jeweiligen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft aufzuzeigen. Zu diesen Varianten gehören z. B. die Weiterführung der jetzigen Lösung, eine Lösung ohne Steuererhöhung oder der teilweise oder vollständige Übergang vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren in der ersten Säule. Anschliessend muss eine vorurteilslose Diskussion über alle vorgeschlagenen Varianten in Gang gebracht werden. Die Ernsthaftigkeit der Problematik erlaubt es nicht, aus politischen Gründen auf den Einbezug gewisser nicht genehmer Varianten zu verzichten.</p><p>Um eine funktionsfähige Altersvorsorge zu gewährleisten, sind nach unserer Ansicht zwei zentrale Grundsätze zu beachten. Einerseits muss durch die Förderung der Eigenverantwortung die Möglichkeit gegeben werden, dass der Einzelne die Ausgestaltung und das genaue Ausmass seiner Altersvorsorge mitbestimmen kann. Andererseits sind bei der Ausgestaltung der Sozialversicherungen die Nachhaltigkeit und die langfristige Tragbarkeit unbedingt zu beachten.</p>
    • <p>Nach der Verabschiedung der Botschaft zur 11. AHV-Revision im Februar 2000 hat der Bundesrat am 12. April 2000 eine vertiefte Diskussion über die Perspektiven der AHV bis 2025 geführt. Er hat das EDI beauftragt, in Zusammenarbeit mit verwaltungsinternen und -externen Experten und Expertinnen ein Forschungsprogramm vorzubereiten, um Grundlagen für eine langfristige strategische Ausrichtung der AHV sowie für die zukünftige Gestaltung der Rahmenbedingungen der Altersvorsorge zu erhalten. Entsprechende Vorschläge für ein Forschungsprogramm erwartet der Bundesrat, zusammen mit einem Zeitplan für die 12. AHV-Revision, noch in diesem Jahr. Die Ergebnisse des Forschungsprogrammes werden wichtige Grundlagen für die Arbeiten an der 12. AHV-Revision liefern.</p><p>Die in der Motion aufgeworfenen Fragen, die inhaltlich mit jenen des Postulates 00.3183 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (00.014), "Perspektiven der Alterssicherung", und mit jenen der Motion 00.3191 der Kommission 00.016-NR, "Mittel- und langfristige Perspektiven der Alterssicherung", übereinstimmen, werden im Rahmen dieses Forschungsprogrammes aufgegriffen. Das Forschungsprogramm wird die Zukunft der Altersvorsorge unter Einbezug aller Säulen und mit Blick auf die Rahmenbedingungen und die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten (und auf deren sozialpolitische und ökonomische Auswirkungen) thematisieren.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
    • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament bis Ende 2002 ein Konzept für die Sicherung der Altersvorsorge über das Jahr 2010 hinaus vorzulegen.</p>
    • Langfristige Sicherung der Altersvorsorge

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