Zukunft für die Betreiber touristischer Transportanlagen

ShortId
00.3310
Id
20003310
Updated
10.04.2024 08:04
Language
de
Title
Zukunft für die Betreiber touristischer Transportanlagen
AdditionalIndexing
touristische Infrastruktur;Schweiz Tourismus;Fremdenverkehrspolitik;Luftseilbahn
1
  • L05K0101010301, touristische Infrastruktur
  • L05K0101010313, Schweiz Tourismus
  • L05K0101010306, Fremdenverkehrspolitik
  • L04K18030205, Luftseilbahn
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Da die touristischen Übernachtungen in der Schweiz trotz eines zaghaften, wenn auch spürbaren wirtschaftlichen Aufschwungs stagnieren, ist die Verschuldung der Gesellschaften für touristische Transportanlagen weiter angestiegen, während das Eigenkapital praktisch unverändert blieb.</p><p>Heute:</p><p>- erreichen nur 25 Prozent der Unternehmen einen Umsatz von über 5 Millionen Franken;</p><p>- sind 32 Prozent der Unternehmen (mit über 1000 Angestellten) in ihrer Existenz ernsthaft bedroht;</p><p>- sind 30 Prozent der Unternehmen (mit 2434 Angestellten) massiv verschuldet.</p><p>Auch wenn klar ist, dass es keine pfannenfertigen Lösungen für sämtliche touristischen Transportanlagen gibt, ist es doch dringend nötig, alle Projekte zu unterstützen, die den Branchenleadern unter diesen Gesellschaften den internationalen Anschluss ermöglichen.</p><p>Bietet nicht gerade auch der Bedarf an Geldmitteln, die diese Gesellschaften bitter nötig hätten, um ihre Modernisierungsprogramme in Angriff zu nehmen, eine gute Gelegenheit für gegenseitige Annäherung? Damit eröffnet sich nämlich die Möglichkeit:</p><p>- in der Schweiz ein Kompetenzzentrum zu schaffen;</p><p>- sich mit einem leistungsstarken Marketinginstrument zu versehen, das über kombinierte Angebote verfügen würde, die "Schweiz Tourismus" heute nicht verkaufen kann, weil die Gesellschaft das Basisprodukt nicht unter Kontrolle hat;</p><p>- das Label "Schweiz Tourismus" aufzuwerten;</p><p>- Synergieeffekte zu erzeugen, welche die Rentabilität der betroffenen Gesellschaften erhöhen würden;</p><p>- eine attraktivere Finanzierungsplattform zu schaffen.</p><p>Die Schweiz hat in der Welt nach wie vor ein gutes Qualitätsimage. Um dieses zu schaffen, brauchte sie Jahrzehnte. Viele Unternehmen repräsentieren dieses Label: Swissair, Swisscom, Swatch, Swisshotel usw. Die Konkurrenz hat dies sehr wohl verstanden und bereits ein Auge auf die Schweiz geworfen. In letzter Zeit haben Privatinvestoren fünf der berühmtesten schweizerischen Grandhotels aufgekauft. Bis sie sich "Swisspalace" nennen, fehlt nur noch ein kleiner Schritt. Ebenso hat die Compagnie des Alpes, die Téléverbier kontrolliert, bereits eine "Swissalp"-Holding mit Sitz in Genf gegründet. Die strategischen Visionen der Compagnie des Alpes, die indirekt im Besitz des französischen Staates steht, sind legitim und clever. Aber was wird mit "Schweiz Tourismus" geschehen, wenn sich "Swissalp" bei den wichtigsten Reiseveranstaltern als führende Gesellschaft auf dem schweizerischen Markt positionieren wird?</p><p>Hat man mit der Bezeichnung "Swissalp" nicht ein Label gefunden, das eindeutig mit Qualität identifiziert wird und per Assoziation viel Goodwill auslösen kann, was nicht zu unterschätzen ist? Wie soll "Schweiz Tourismus" seine Destinationen noch verkaufen können, wenn die wichtigsten Reiseveranstalter mit "Swissalp" bereits Verträge geschlossen haben, welche ein französisch-schweizerisch-italienisches Angebot kombinieren?</p><p>Warum 190 Millionen Franken in "Schweiz Tourismus" hineinpumpen und den Ruf des Schweizer Tourismus noch mehr aufpolieren, bloss damit sich andere daran gratis oder jedenfalls ohne Goodwill bedienen können?</p><p>Berauben wir uns nicht des besten Mittels, unseren Schweizer Tourismus zu propagieren, wenn wir die Kontrolle über die prestigeträchtigsten Gesellschaften für touristische Transportanlagen verlieren?</p><p>Könnten wir nicht das mit der Bezeichnung "Swiss" verbundene Image Gewinn bringend nutzen, indem wir finanzielle Beteiligungen an den wichtigsten Gesellschaften für touristische Transportanlagen, mit denen wir die betreffenden Unternehmen kontrollieren können, in einer Holding zusammenschliessen? Wie hoch müsste ihr Wert veranschlagt werden?</p><p>Das ist schwer zu sagen; bestimmt aber hoch genug, um Investoren anzulocken und damit zu vermeiden, dass der Staat die führenden Gesellschaften, in die er sich nicht einmischen sollte, massiv subventionieren muss und dass er sich in einer Spirale der Subventionierung der Kleinsten verliert, die vom Schub nicht mehr profitieren können, den die Positionierung der grössten Gesellschaften auf dem Weltmarkt hervorruft.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der touristischen Transportanlagen für die Wirtschaft der alpinen Regionen bewusst. Deshalb ist der in der vorliegenden Interpellation enthaltene Wunsch nach günstigen Rahmenbedingungen verständlich.</p><p>Der neue Artikel 87 der Bundesverfassung schafft die verfassungsrechtliche Grundlage zum Erlass eines Seilbahngesetzes, welches gegenwärtig in Ausarbeitung ist. Dieses Gesetz wird sich vornehmlich mit Fragen des Verfahrens, der Sicherheit und der Zuständigkeiten befassen. Die Bedeutung der touristischen Transportanlagen innerhalb der Wirtschaft der alpinen Regionen könnte im Rahmen der damit verbundenen Debatte erörtert werden.</p><p>Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass die allgemeine Organisation und der Betrieb von touristischen Transportanlagen in der Zuständigkeit des privaten Sektors liegt.</p><p>Zudem verweist der Bundesrat auf seine Antwort auf die Interpellation Epiney (00.3351, Zukunft für die Betreiber touristischer Transportanlagen).</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Die touristischen Transportanlagen haben Mühe, sich zu finanzieren, und die Tourismusbranche ist davon stark betroffen. Sollte man sich nicht darüber Gedanken machen und die nötigen Rahmenbedingungen für die Aufstellung einer "Mannschaft" schaffen, die fähig ist, an der Meisterschaft auf dem internationalen Tourismusmarkt teilzunehmen, statt unsere besten Spieler von anderen Mannschaften zu günstigen Bedingungen abwerben zu lassen?</p>
  • Zukunft für die Betreiber touristischer Transportanlagen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Da die touristischen Übernachtungen in der Schweiz trotz eines zaghaften, wenn auch spürbaren wirtschaftlichen Aufschwungs stagnieren, ist die Verschuldung der Gesellschaften für touristische Transportanlagen weiter angestiegen, während das Eigenkapital praktisch unverändert blieb.</p><p>Heute:</p><p>- erreichen nur 25 Prozent der Unternehmen einen Umsatz von über 5 Millionen Franken;</p><p>- sind 32 Prozent der Unternehmen (mit über 1000 Angestellten) in ihrer Existenz ernsthaft bedroht;</p><p>- sind 30 Prozent der Unternehmen (mit 2434 Angestellten) massiv verschuldet.</p><p>Auch wenn klar ist, dass es keine pfannenfertigen Lösungen für sämtliche touristischen Transportanlagen gibt, ist es doch dringend nötig, alle Projekte zu unterstützen, die den Branchenleadern unter diesen Gesellschaften den internationalen Anschluss ermöglichen.</p><p>Bietet nicht gerade auch der Bedarf an Geldmitteln, die diese Gesellschaften bitter nötig hätten, um ihre Modernisierungsprogramme in Angriff zu nehmen, eine gute Gelegenheit für gegenseitige Annäherung? Damit eröffnet sich nämlich die Möglichkeit:</p><p>- in der Schweiz ein Kompetenzzentrum zu schaffen;</p><p>- sich mit einem leistungsstarken Marketinginstrument zu versehen, das über kombinierte Angebote verfügen würde, die "Schweiz Tourismus" heute nicht verkaufen kann, weil die Gesellschaft das Basisprodukt nicht unter Kontrolle hat;</p><p>- das Label "Schweiz Tourismus" aufzuwerten;</p><p>- Synergieeffekte zu erzeugen, welche die Rentabilität der betroffenen Gesellschaften erhöhen würden;</p><p>- eine attraktivere Finanzierungsplattform zu schaffen.</p><p>Die Schweiz hat in der Welt nach wie vor ein gutes Qualitätsimage. Um dieses zu schaffen, brauchte sie Jahrzehnte. Viele Unternehmen repräsentieren dieses Label: Swissair, Swisscom, Swatch, Swisshotel usw. Die Konkurrenz hat dies sehr wohl verstanden und bereits ein Auge auf die Schweiz geworfen. In letzter Zeit haben Privatinvestoren fünf der berühmtesten schweizerischen Grandhotels aufgekauft. Bis sie sich "Swisspalace" nennen, fehlt nur noch ein kleiner Schritt. Ebenso hat die Compagnie des Alpes, die Téléverbier kontrolliert, bereits eine "Swissalp"-Holding mit Sitz in Genf gegründet. Die strategischen Visionen der Compagnie des Alpes, die indirekt im Besitz des französischen Staates steht, sind legitim und clever. Aber was wird mit "Schweiz Tourismus" geschehen, wenn sich "Swissalp" bei den wichtigsten Reiseveranstaltern als führende Gesellschaft auf dem schweizerischen Markt positionieren wird?</p><p>Hat man mit der Bezeichnung "Swissalp" nicht ein Label gefunden, das eindeutig mit Qualität identifiziert wird und per Assoziation viel Goodwill auslösen kann, was nicht zu unterschätzen ist? Wie soll "Schweiz Tourismus" seine Destinationen noch verkaufen können, wenn die wichtigsten Reiseveranstalter mit "Swissalp" bereits Verträge geschlossen haben, welche ein französisch-schweizerisch-italienisches Angebot kombinieren?</p><p>Warum 190 Millionen Franken in "Schweiz Tourismus" hineinpumpen und den Ruf des Schweizer Tourismus noch mehr aufpolieren, bloss damit sich andere daran gratis oder jedenfalls ohne Goodwill bedienen können?</p><p>Berauben wir uns nicht des besten Mittels, unseren Schweizer Tourismus zu propagieren, wenn wir die Kontrolle über die prestigeträchtigsten Gesellschaften für touristische Transportanlagen verlieren?</p><p>Könnten wir nicht das mit der Bezeichnung "Swiss" verbundene Image Gewinn bringend nutzen, indem wir finanzielle Beteiligungen an den wichtigsten Gesellschaften für touristische Transportanlagen, mit denen wir die betreffenden Unternehmen kontrollieren können, in einer Holding zusammenschliessen? Wie hoch müsste ihr Wert veranschlagt werden?</p><p>Das ist schwer zu sagen; bestimmt aber hoch genug, um Investoren anzulocken und damit zu vermeiden, dass der Staat die führenden Gesellschaften, in die er sich nicht einmischen sollte, massiv subventionieren muss und dass er sich in einer Spirale der Subventionierung der Kleinsten verliert, die vom Schub nicht mehr profitieren können, den die Positionierung der grössten Gesellschaften auf dem Weltmarkt hervorruft.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der touristischen Transportanlagen für die Wirtschaft der alpinen Regionen bewusst. Deshalb ist der in der vorliegenden Interpellation enthaltene Wunsch nach günstigen Rahmenbedingungen verständlich.</p><p>Der neue Artikel 87 der Bundesverfassung schafft die verfassungsrechtliche Grundlage zum Erlass eines Seilbahngesetzes, welches gegenwärtig in Ausarbeitung ist. Dieses Gesetz wird sich vornehmlich mit Fragen des Verfahrens, der Sicherheit und der Zuständigkeiten befassen. Die Bedeutung der touristischen Transportanlagen innerhalb der Wirtschaft der alpinen Regionen könnte im Rahmen der damit verbundenen Debatte erörtert werden.</p><p>Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass die allgemeine Organisation und der Betrieb von touristischen Transportanlagen in der Zuständigkeit des privaten Sektors liegt.</p><p>Zudem verweist der Bundesrat auf seine Antwort auf die Interpellation Epiney (00.3351, Zukunft für die Betreiber touristischer Transportanlagen).</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Die touristischen Transportanlagen haben Mühe, sich zu finanzieren, und die Tourismusbranche ist davon stark betroffen. Sollte man sich nicht darüber Gedanken machen und die nötigen Rahmenbedingungen für die Aufstellung einer "Mannschaft" schaffen, die fähig ist, an der Meisterschaft auf dem internationalen Tourismusmarkt teilzunehmen, statt unsere besten Spieler von anderen Mannschaften zu günstigen Bedingungen abwerben zu lassen?</p>
    • Zukunft für die Betreiber touristischer Transportanlagen

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