Beratungsangebot für Fragen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit

ShortId
00.3364
Id
20003364
Updated
25.06.2025 01:45
Language
de
Title
Beratungsangebot für Fragen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit
AdditionalIndexing
Gesundheitsförderung;sexuelle Freiheit;Familienplanung;pränatale Diagnostik;Fristenlösung;Empfängnisverhütung;Mutterschaft
1
  • L04K05020510, sexuelle Freiheit
  • L03K010302, Familienplanung
  • L05K0107030401, Mutterschaft
  • L05K0103020102, Empfängnisverhütung
  • L05K0105020801, pränatale Diagnostik
  • L06K010302010101, Fristenlösung
  • L04K01050507, Gesundheitsförderung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Fristenregelung wird immer wieder auf die notwendige Beratung bzw. auf bestehende Beratungsstellen verwiesen. Mit dem Gesetz vom 9. Oktober 1981 über die Schwangerschaftsberatungsstellen hat der Bund den Kantonen allein den Auftrag zur Errichtung von "Stellen für eine umfassende Schwangerschaftsberatung" gegeben.</p><p>Die Anliegen und Fragen von Frauen bzw. ihrer Partner gehen aber über das spezifische Angebot der Schwangerschaftsberatung hinaus. Insbesondere die psychsozialen Bedürfnisse von Frauen, Männern und Paaren können mit dem bestehenden Angebot schlecht abgedeckt werden. Und es sind gerade die weitreichenden psychosozialen Fragen, die bei Entscheidungsprozessen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit wesentlich sind. Es sei an Entscheidungen wie z. B. die Wahl der Verhütungsmittel, Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsabbruch, Hormonsubstitution usw. erinnert. Mit einem qualitativ hochstehenden Beratungsangebot soll verhindert werden, dass komplexe sozioökonomische Probleme ausschliesslich mit medizinischen Interventionen oder Medikamenten gelöst werden.</p><p>Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes über die Schwangerschaftsberatungsstellen hat der Bereich der sexuell übertragbaren Krankheiten im Zusammenhang mit HIV und Aids eine herausragende Bedeutung erhalten. Dieser Aspekt ist im Sinne eines Normalisierungsprozesses im Zusammenhang mit Aids in den allgemeinen Beratungsstellen vermehrt zu integrieren. Dazu werden in den Beratungsstellen besonders auch Ressourcen für die Präventionsarbeit zur Verfügung stehen müssen. Da die Verhaltensprävention sinnvollerweise mit geschlechtsspezifischen Ansätzen arbeitet, ist diesem Anliegen vermehrt Rechnung zu tragen. Aber auch bei Fragen rund um die Schwangerschaftsverhütung sind Männer als Partner besonders anzusprechen und in die Verantwortung mit einzubeziehen.</p><p>Im Hinblick auf die wichtige Verständigung von Migrantinnen und Migranten zusammen mit Beratungspersonen ist die Möglichkeit von Übersetzungen für die Beratungsgespräche abzuklären. In gleicher Weise sind Broschüren und Informationsunterlagen in verschiedenen Sprachen anzubieten.</p>
  • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen, einen Bericht zum bestehenden Angebot auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene zu erstellen sowie den Bedarf allfälliger weiterer Angebote und deren Finanzierung zu prüfen.
  • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, ein Konzept vorzulegen, in dem er aufzeigt, wie ein umfassendes Beratungsangebot für Fragen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit bereitgestellt werden kann.</p>
  • Beratungsangebot für Fragen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Fristenregelung wird immer wieder auf die notwendige Beratung bzw. auf bestehende Beratungsstellen verwiesen. Mit dem Gesetz vom 9. Oktober 1981 über die Schwangerschaftsberatungsstellen hat der Bund den Kantonen allein den Auftrag zur Errichtung von "Stellen für eine umfassende Schwangerschaftsberatung" gegeben.</p><p>Die Anliegen und Fragen von Frauen bzw. ihrer Partner gehen aber über das spezifische Angebot der Schwangerschaftsberatung hinaus. Insbesondere die psychsozialen Bedürfnisse von Frauen, Männern und Paaren können mit dem bestehenden Angebot schlecht abgedeckt werden. Und es sind gerade die weitreichenden psychosozialen Fragen, die bei Entscheidungsprozessen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit wesentlich sind. Es sei an Entscheidungen wie z. B. die Wahl der Verhütungsmittel, Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsabbruch, Hormonsubstitution usw. erinnert. Mit einem qualitativ hochstehenden Beratungsangebot soll verhindert werden, dass komplexe sozioökonomische Probleme ausschliesslich mit medizinischen Interventionen oder Medikamenten gelöst werden.</p><p>Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes über die Schwangerschaftsberatungsstellen hat der Bereich der sexuell übertragbaren Krankheiten im Zusammenhang mit HIV und Aids eine herausragende Bedeutung erhalten. Dieser Aspekt ist im Sinne eines Normalisierungsprozesses im Zusammenhang mit Aids in den allgemeinen Beratungsstellen vermehrt zu integrieren. Dazu werden in den Beratungsstellen besonders auch Ressourcen für die Präventionsarbeit zur Verfügung stehen müssen. Da die Verhaltensprävention sinnvollerweise mit geschlechtsspezifischen Ansätzen arbeitet, ist diesem Anliegen vermehrt Rechnung zu tragen. Aber auch bei Fragen rund um die Schwangerschaftsverhütung sind Männer als Partner besonders anzusprechen und in die Verantwortung mit einzubeziehen.</p><p>Im Hinblick auf die wichtige Verständigung von Migrantinnen und Migranten zusammen mit Beratungspersonen ist die Möglichkeit von Übersetzungen für die Beratungsgespräche abzuklären. In gleicher Weise sind Broschüren und Informationsunterlagen in verschiedenen Sprachen anzubieten.</p>
    • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen, einen Bericht zum bestehenden Angebot auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene zu erstellen sowie den Bedarf allfälliger weiterer Angebote und deren Finanzierung zu prüfen.
    • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, ein Konzept vorzulegen, in dem er aufzeigt, wie ein umfassendes Beratungsangebot für Fragen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit bereitgestellt werden kann.</p>
    • Beratungsangebot für Fragen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit

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