Studie über Invalidität und Mortalität in der Berufswelt
- ShortId
-
00.3546
- Id
-
20003546
- Updated
-
25.06.2025 01:45
- Language
-
de
- Title
-
Studie über Invalidität und Mortalität in der Berufswelt
- AdditionalIndexing
-
behinderte/r Arbeitnehmer/in;Berufssterblichkeit;Berufskrankheit;Behinderte/r;beruflicher Status;Arbeitssicherheit;soziale Ungleichheit;Forschungsvorhaben
- 1
-
- L05K0702050202, Arbeitssicherheit
- L06K070205020205, Berufskrankheit
- L05K0107030101, Berufssterblichkeit
- L05K0702020105, behinderte/r Arbeitnehmer/in
- L04K01090106, soziale Ungleichheit
- L04K01040201, Behinderte/r
- L04K07020204, beruflicher Status
- L04K16020206, Forschungsvorhaben
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Studie des Genfer Arbeitsinspektorates "Mortalité prématurée et invalidité selon la profession et la classe sociale à Genève" (Etienne Gubéran, Massimo Usel, März 2000) untersuchte den Zusammenhang zwischen Mortalität/Invalidität und Berufs- bzw. sozialen Gruppen. Die Resultate sind erschreckend: Je härter die Menschen körperlich arbeiten, desto eher werden sie invalid oder sterben. </p><p>Von den 5137 untersuchten Genfer Männern mit Jahrgängen 1925 bis 1927 wurden durchschnittlich 15,2 Prozent invalid, bevor sie das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren erreicht hatten. Gliedert man diesen Durchschnitt nach Berufsgruppen auf, so ergibt sich folgendes Bild: Die Wahrscheinlichkeit, zwischen 45 und 65 Jahren invalid zu werden, ist für Bauarbeiter mit 40 Prozent siebenmal so gross wie bei Direktoren und Technikern. Bezüglich der Sterblichkeit nach Berufsgruppen zeigt sich ein analoges Bild. Die Wahrscheinlichkeit, zwischen dem 45. und dem 65. Altersjahr zu sterben, ist bei Bau- und Hilfsarbeitern, bei Putzmännern und Strassenarbeitern mit 28 Prozent dreimal so gross wie bei Lehrern und Wissenschaftern. Kombiniert man die beiden Kriterien Invalidität und Sterblichkeit, zeigt sich das folgende Bild: 83 Prozent der Direktoren und höheren Kader geniessen ihren Ruhestand ohne Invalidität, während nur gerade noch 57 Prozent der Bauarbeiter einigermassen gesund in den Ruhestand treten können.</p><p>Diese Zahlen sind nicht nur für die Arbeiter erschreckend, sondern auch für die betroffenen Branchen verheerend. Welcher junge Mensch sollte sich denn entschliessen, einen Beruf in einer Branche zu ergreifen, von der er weiss, dass damit erhöhte Invalidität und Sterblichkeit verbunden sind? Vergleichbare Zahlen für Frauen liegen nicht vor. Es ist aber anzunehmen, dass Hilfsarbeiterinnen, Reinigerinnen, Servierfrauen usw. ebenfalls eine weit unterdurchschnittliche Lebenserwartung haben. Dieser sozial inakzeptablen Ungleichheit muss bei der Diskussion um das Rentenalter von Frauen und Männern Rechnung getragen werden. Als Basis braucht es eine gesamtschweizerische Studie, die auch jüngere Jahrgänge und Frauen erfasst.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine gesamtschweizerische Studie auszuarbeiten, welche die schicht- und berufsspezifischen Ungleichheiten bezüglich Invalidität und Mortalität erforscht. Als Basis für die Untersuchung dient die Studie des Genfer Arbeitsinspektorates "Mortalité prématurée et invalidité selon la profession et la classe sociale à Genève". Ausgehend von einer umfassenden Analyse der Gründe für Ausfalltage soll die Studie insbesondere auch die Ursachen für Invalidität und Sterblichkeit erforschen. In die Untersuchung sollen auch die jüngere Generation und die Frauen mit einbezogen werden.</p>
- Studie über Invalidität und Mortalität in der Berufswelt
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Studie des Genfer Arbeitsinspektorates "Mortalité prématurée et invalidité selon la profession et la classe sociale à Genève" (Etienne Gubéran, Massimo Usel, März 2000) untersuchte den Zusammenhang zwischen Mortalität/Invalidität und Berufs- bzw. sozialen Gruppen. Die Resultate sind erschreckend: Je härter die Menschen körperlich arbeiten, desto eher werden sie invalid oder sterben. </p><p>Von den 5137 untersuchten Genfer Männern mit Jahrgängen 1925 bis 1927 wurden durchschnittlich 15,2 Prozent invalid, bevor sie das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren erreicht hatten. Gliedert man diesen Durchschnitt nach Berufsgruppen auf, so ergibt sich folgendes Bild: Die Wahrscheinlichkeit, zwischen 45 und 65 Jahren invalid zu werden, ist für Bauarbeiter mit 40 Prozent siebenmal so gross wie bei Direktoren und Technikern. Bezüglich der Sterblichkeit nach Berufsgruppen zeigt sich ein analoges Bild. Die Wahrscheinlichkeit, zwischen dem 45. und dem 65. Altersjahr zu sterben, ist bei Bau- und Hilfsarbeitern, bei Putzmännern und Strassenarbeitern mit 28 Prozent dreimal so gross wie bei Lehrern und Wissenschaftern. Kombiniert man die beiden Kriterien Invalidität und Sterblichkeit, zeigt sich das folgende Bild: 83 Prozent der Direktoren und höheren Kader geniessen ihren Ruhestand ohne Invalidität, während nur gerade noch 57 Prozent der Bauarbeiter einigermassen gesund in den Ruhestand treten können.</p><p>Diese Zahlen sind nicht nur für die Arbeiter erschreckend, sondern auch für die betroffenen Branchen verheerend. Welcher junge Mensch sollte sich denn entschliessen, einen Beruf in einer Branche zu ergreifen, von der er weiss, dass damit erhöhte Invalidität und Sterblichkeit verbunden sind? Vergleichbare Zahlen für Frauen liegen nicht vor. Es ist aber anzunehmen, dass Hilfsarbeiterinnen, Reinigerinnen, Servierfrauen usw. ebenfalls eine weit unterdurchschnittliche Lebenserwartung haben. Dieser sozial inakzeptablen Ungleichheit muss bei der Diskussion um das Rentenalter von Frauen und Männern Rechnung getragen werden. Als Basis braucht es eine gesamtschweizerische Studie, die auch jüngere Jahrgänge und Frauen erfasst.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine gesamtschweizerische Studie auszuarbeiten, welche die schicht- und berufsspezifischen Ungleichheiten bezüglich Invalidität und Mortalität erforscht. Als Basis für die Untersuchung dient die Studie des Genfer Arbeitsinspektorates "Mortalité prématurée et invalidité selon la profession et la classe sociale à Genève". Ausgehend von einer umfassenden Analyse der Gründe für Ausfalltage soll die Studie insbesondere auch die Ursachen für Invalidität und Sterblichkeit erforschen. In die Untersuchung sollen auch die jüngere Generation und die Frauen mit einbezogen werden.</p>
- Studie über Invalidität und Mortalität in der Berufswelt
Back to List