Armee 95. Umsetzung

ShortId
00.3579
Id
20003579
Updated
10.04.2024 14:24
Language
de
Title
Armee 95. Umsetzung
AdditionalIndexing
Durchführung eines Projektes;Armeereform;Qualitätssicherung
1
  • L04K04020306, Armeereform
  • L06K070305010102, Durchführung eines Projektes
  • L06K070305020401, Qualitätssicherung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Es ist bei einem epochalen Projekt, wie es die "Armee 95" darstellt, nicht überraschend, dass der Projektablauf und die Zielumsetzung nicht reibungslos erfolgt sind. Trotzdem sollte man aus den aufgetretenen Fehlern lernen und vor allem vermeiden, analoge Fehler bei der "Armee XXI" zu begehen.</p><p>Für die zu treffenden Schritte zur Schaffung der "Armee XXI" scheint es zweckmässig, wenn armeeweit ein vergleichbarer Realisierungsstand von "Armee 95" vorliegt. Nur so scheint eine zeitgerechte, parallele Umsetzung überhaupt möglich. Ausserdem hat die Tatsache, dass innerhalb der Truppe Diskussionen und das Werweissen über die neue Armee kostbare Ausbildungszeit konsumieren, dazu geführt, dass oftmals die eigentliche Arbeit zu kurz kommt, die Motivation entfällt und das Prinzip Ordnung der Aufweichung anheim fällt.</p><p>Seit dem ersten Jahr der Umsetzung der "Armee 95" werden deren Schwächen und Fehler kritisiert und aufgelistet. Es werden Sündenböcke in den Raum gestellt, aber nie konnte man vernehmen, es sei zur Beseitigung des ersten Fehlers angesetzt worden. </p><p>Damit man die Wiederholung von Fehlern vermeiden kann, muss man sie kennen. Die existierende Liste der Mängel von "Armee 95" ist daher dem Parlament zugänglich zu machen. Da man die "Armee 95" ohnehin beseitigen will, entfällt jeder Grund, diese Liste nicht zugänglich zu machen.</p>
  • <p>Die "Armee 95" ist nicht gescheitert. Sie ist eingeführt und entsprechend ihren Aufgaben mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen funktionsfähig. In diesem Sinne stellt die "Armee 95" eine gute Grundlage für die kommende Armeereform dar. Ohne den Schritt von der "Armee 61" in die "Armee 95" wäre der Umfang der vorgesehenen Reform "Armee XXI" kaum möglich. Der Grund für die laufende erneute Armeereform liegt nicht im "Scheitern" der "Armee 95", sondern:</p><p>- im immer rascheren Wandel unseres sicherheitspolitischen Umfeldes in Europa;</p><p>- im gesellschaftspolitischen und demographischen Wandel; und</p><p>- in der Verknappung finanzieller Ressourcen für den Verteidigungshaushalt.</p><p>Die derzeitig feststellbaren Anzeichen von Verunsicherung sind denn auch weniger auf Mängel der "Armee 95" als auf die noch nicht definitiv bekannte und kommunizierte Gestaltung der "Armee XXI" zurückzuführen. Verunsicherung während laufenden Reformprojekten ist nichts Ungewöhnliches und auch in zivilen Grossbetrieben festzustellen. Das VBS unternimmt deshalb Anstrengungen, diese Reformphase so kurz als möglich zu gestalten. Durch eine periodische Information aller Armeeangehörigen und der Öffentlichkeit über den Projektverlauf "Armee XXI" soll der Unsicherheit zusätzlich begegnet werden.</p><p>Nach der Implementierung von "Armee 95" wurden in einer breit abgestützten Umfrage gewisse Mängel und Verbesserungsmöglichkeiten ermittelt. Alle relevanten Mängel dieser über hundert Punkte umfassenden Liste sind in der Zwischenzeit durch Verbesserungsmassnahmen im Rahmen der Möglichkeiten abgearbeitet worden. Die Sicherheitspolitischen Kommissionen beider Räte wurden periodisch über diese Arbeiten informiert.</p><p>Die anstehende Reform im Rahmen des Projektes "Armee XXI" wird entschieden tiefer greifen als die Reform "Armee 95". Deshalb sind die beiden Reformprozesse nicht ohne weiteres vergleichbar. Das VBS stellt immerhin sicher, dass Lehren aus dem Reformprozess "Armee 95" einerseits und Lehren aus Einsätzen und Ausbildungsdiensten der "Armee 95" andererseits in der laufenden Armeereform gebührend berücksichtigt werden.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Der Bundesrat wird ersucht, die Gründe für das Scheitern der "Armee 95" zu untersuchen und darzulegen, welche Massnahmen er zu treffen beabsichtigt, damit: </p><p>- die "Armee 95" soweit als nötig und möglich zur Schaffung einer sauberen Ausgangsbasis für die "Armee XXI" zum Ziel geführt wird; </p><p>- den derzeitig feststellbaren Anzeichen von Verwirrung, Verunsicherung und Vertrauensverlust in vielen Bereichen entgegengewirkt werden kann;</p><p>- die Beseitigung der seit langem in einer Fehlerliste aufgeführten Mängel der "Armee 95" soweit möglich endlich an die Hand genommen wird;</p><p>- diese angeblich über 80 Punkte umfassende Fehlerliste dem Parlament zugänglich gemacht wird; </p><p>- die politischen Verantwortlichkeiten für die Mängel der "Armee 95" und für diejenigen bei deren Umsetzung geklärt und nötigenfalls sanktioniert werden;</p><p>- sich die zu den Mängeln führenden Abläufe und Vorgehen für die "Armee XXI" nicht wiederholen können.</p>
  • Armee 95. Umsetzung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Es ist bei einem epochalen Projekt, wie es die "Armee 95" darstellt, nicht überraschend, dass der Projektablauf und die Zielumsetzung nicht reibungslos erfolgt sind. Trotzdem sollte man aus den aufgetretenen Fehlern lernen und vor allem vermeiden, analoge Fehler bei der "Armee XXI" zu begehen.</p><p>Für die zu treffenden Schritte zur Schaffung der "Armee XXI" scheint es zweckmässig, wenn armeeweit ein vergleichbarer Realisierungsstand von "Armee 95" vorliegt. Nur so scheint eine zeitgerechte, parallele Umsetzung überhaupt möglich. Ausserdem hat die Tatsache, dass innerhalb der Truppe Diskussionen und das Werweissen über die neue Armee kostbare Ausbildungszeit konsumieren, dazu geführt, dass oftmals die eigentliche Arbeit zu kurz kommt, die Motivation entfällt und das Prinzip Ordnung der Aufweichung anheim fällt.</p><p>Seit dem ersten Jahr der Umsetzung der "Armee 95" werden deren Schwächen und Fehler kritisiert und aufgelistet. Es werden Sündenböcke in den Raum gestellt, aber nie konnte man vernehmen, es sei zur Beseitigung des ersten Fehlers angesetzt worden. </p><p>Damit man die Wiederholung von Fehlern vermeiden kann, muss man sie kennen. Die existierende Liste der Mängel von "Armee 95" ist daher dem Parlament zugänglich zu machen. Da man die "Armee 95" ohnehin beseitigen will, entfällt jeder Grund, diese Liste nicht zugänglich zu machen.</p>
    • <p>Die "Armee 95" ist nicht gescheitert. Sie ist eingeführt und entsprechend ihren Aufgaben mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen funktionsfähig. In diesem Sinne stellt die "Armee 95" eine gute Grundlage für die kommende Armeereform dar. Ohne den Schritt von der "Armee 61" in die "Armee 95" wäre der Umfang der vorgesehenen Reform "Armee XXI" kaum möglich. Der Grund für die laufende erneute Armeereform liegt nicht im "Scheitern" der "Armee 95", sondern:</p><p>- im immer rascheren Wandel unseres sicherheitspolitischen Umfeldes in Europa;</p><p>- im gesellschaftspolitischen und demographischen Wandel; und</p><p>- in der Verknappung finanzieller Ressourcen für den Verteidigungshaushalt.</p><p>Die derzeitig feststellbaren Anzeichen von Verunsicherung sind denn auch weniger auf Mängel der "Armee 95" als auf die noch nicht definitiv bekannte und kommunizierte Gestaltung der "Armee XXI" zurückzuführen. Verunsicherung während laufenden Reformprojekten ist nichts Ungewöhnliches und auch in zivilen Grossbetrieben festzustellen. Das VBS unternimmt deshalb Anstrengungen, diese Reformphase so kurz als möglich zu gestalten. Durch eine periodische Information aller Armeeangehörigen und der Öffentlichkeit über den Projektverlauf "Armee XXI" soll der Unsicherheit zusätzlich begegnet werden.</p><p>Nach der Implementierung von "Armee 95" wurden in einer breit abgestützten Umfrage gewisse Mängel und Verbesserungsmöglichkeiten ermittelt. Alle relevanten Mängel dieser über hundert Punkte umfassenden Liste sind in der Zwischenzeit durch Verbesserungsmassnahmen im Rahmen der Möglichkeiten abgearbeitet worden. Die Sicherheitspolitischen Kommissionen beider Räte wurden periodisch über diese Arbeiten informiert.</p><p>Die anstehende Reform im Rahmen des Projektes "Armee XXI" wird entschieden tiefer greifen als die Reform "Armee 95". Deshalb sind die beiden Reformprozesse nicht ohne weiteres vergleichbar. Das VBS stellt immerhin sicher, dass Lehren aus dem Reformprozess "Armee 95" einerseits und Lehren aus Einsätzen und Ausbildungsdiensten der "Armee 95" andererseits in der laufenden Armeereform gebührend berücksichtigt werden.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Der Bundesrat wird ersucht, die Gründe für das Scheitern der "Armee 95" zu untersuchen und darzulegen, welche Massnahmen er zu treffen beabsichtigt, damit: </p><p>- die "Armee 95" soweit als nötig und möglich zur Schaffung einer sauberen Ausgangsbasis für die "Armee XXI" zum Ziel geführt wird; </p><p>- den derzeitig feststellbaren Anzeichen von Verwirrung, Verunsicherung und Vertrauensverlust in vielen Bereichen entgegengewirkt werden kann;</p><p>- die Beseitigung der seit langem in einer Fehlerliste aufgeführten Mängel der "Armee 95" soweit möglich endlich an die Hand genommen wird;</p><p>- diese angeblich über 80 Punkte umfassende Fehlerliste dem Parlament zugänglich gemacht wird; </p><p>- die politischen Verantwortlichkeiten für die Mängel der "Armee 95" und für diejenigen bei deren Umsetzung geklärt und nötigenfalls sanktioniert werden;</p><p>- sich die zu den Mängeln führenden Abläufe und Vorgehen für die "Armee XXI" nicht wiederholen können.</p>
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