Transparenz beim Gesamtkonzept für den Gütervekehr auf der Schiene

ShortId
01.3486
Id
20013486
Updated
25.06.2025 01:54
Language
de
Title
Transparenz beim Gesamtkonzept für den Gütervekehr auf der Schiene
AdditionalIndexing
48;Bericht;Kostenrechnung;Alpentransitverkehr;Fahrplan;Güterverkehr auf der Strasse;kombinierter Transport;Güterverkehr auf der Schiene
1
  • L05K1801020203, Güterverkehr auf der Schiene
  • L05K1801010101, Alpentransitverkehr
  • L05K1801020204, Güterverkehr auf der Strasse
  • L04K18010303, kombinierter Transport
  • L04K18010207, Fahrplan
  • L05K0703020201, Kostenrechnung
  • L03K020206, Bericht
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs von der Strasse auf die Schiene ist ein Hauptziel der schweizerischen Verkehrspolitik. Um dies zu erreichen, soll u. a. die Neat gebaut werden. Unabhängig von der Diskussion über den Zeitpunkt der Fertigstellung der Neat und allfällige Linienführungen muss überlegt werden, wie und mit welchen Mitteln das Verlagerungsziel erreicht werden soll. Der gute Glaube allein genügt nicht.</p><p>Im direkten Vergleich zum Personenverkehr hat der Schienengüterverkehr stets eine untergeordnete Rolle gespielt. Mit welchen Problemen der Güterverkehr in der Schweiz zu kämpfen hat, haben die Ereignisse rund um den Orkan Lothar aufgezeigt, als der Transport von Holz auf der Schiene in den Stosszeiten praktisch zusammengebrochen ist. Obwohl diese Holztransporte mit dem Lastwagentransit auf der Schiene nichts zu tun haben, sind das hinsichtlich der logistischen und infrastrukturellen Möglichkeiten, über welche die SBB offensichtlich verfügen, beunruhigende Zeichen.</p><p>Nebst den Anstrengungen, die Neat innert nützlicher Frist gegen alle politischen und bautechnischen Hindernisse fertig zu stellen, ist bezüglich der Gotthardstrecke eine beunruhigende Tendenz festzustellen. Die technischen Probleme, die sich entlang der Gotthardstrecke häufen, weisen darauf hin, dass für diese Strecke ein zukunftsweisendes Betriebskonzept nötig ist. Dies drängt sich nicht zuletzt aus Sicherheitsüberlegungen auf. Täglich werden auch gefährliche Güter durch den Gotthard transportiert. Das bedingt, dass das Schienenmaterial und das Sicherheitsdispositiv entlang der Gotthardstrecke auf dem neusten Stand sein müssen. Zudem hat der Bund auch Transparenz hinsichtlich der vorhandenen Kapazitäten am Gotthard zu schaffen.</p><p>Andere Warnzeichen erreichen uns aus Richtung Lötschberg-Simplon. Noch ist es für eine Beurteilung zu früh. Erste Erfahrungen mit dem dortigen Huckepack zeigen aber, dass zwischen dem Wunschdenken, Lastwagen auf der Schiene durch die Alpen zu transportieren, und der praktischen Umsetzung dieses Vorhabens grosse Differenzen bestehen. Das momentane Angebot wird alles andere als überrollt. Die Auslastung ist zumindest noch nicht zufriedenstellend, und ein Verlagerungseffekt ist praktisch nicht festzustellen. Die Schiene scheint momentan zu wenig attraktiv zu sein.</p><p>Schliesslich muss die Öffentlichkeit auch hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Effizienz des Gütertransits Aufschluss erhalten. Das Parlament hat in der vergangenen Legislaturperiode namhafte Gelder gesprochen. Insofern ist es unerlässlich, eine umfassende Kostenrechnung anzustellen.</p>
  • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
  • <p>Der Bundesrat wird ersucht, im Rahmen der Umsetzung der Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs von der Strasse auf die Schiene konkrete Vorstellungen auszuarbeiten bzw. bei den SBB in Auftrag zu geben. Insbesondere gilt es, folgende Teilbereiche zu behandeln und Lösungsvorschläge aufzuzeigen:</p><p>- Fahrplangestaltung (u. a. Priorität Güterverkehr);</p><p>- Logistik und Infrastruktur (u. a. Rollmaterial, Verladestationen, Gotthardstrecke);</p><p>- Zollbereich (u. a. Abfertigung, Verhandlungen); und</p><p>- Finanzierung (u. a. Wirtschaftlichkeit).</p><p>Diese Teilbereiche - und eventuell noch andere - sind unter dem Aspekt von drei verschiedenen Szenarien zu betrachten:</p><p>- Szenario 1: vor der Fertigstellung der Neat;</p><p>- Szenario 2: nach der Fertigstellung der Neat;</p><p>- Szenario 3: bei einer allfälligen Bauverzögerung.</p>
  • Transparenz beim Gesamtkonzept für den Gütervekehr auf der Schiene
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs von der Strasse auf die Schiene ist ein Hauptziel der schweizerischen Verkehrspolitik. Um dies zu erreichen, soll u. a. die Neat gebaut werden. Unabhängig von der Diskussion über den Zeitpunkt der Fertigstellung der Neat und allfällige Linienführungen muss überlegt werden, wie und mit welchen Mitteln das Verlagerungsziel erreicht werden soll. Der gute Glaube allein genügt nicht.</p><p>Im direkten Vergleich zum Personenverkehr hat der Schienengüterverkehr stets eine untergeordnete Rolle gespielt. Mit welchen Problemen der Güterverkehr in der Schweiz zu kämpfen hat, haben die Ereignisse rund um den Orkan Lothar aufgezeigt, als der Transport von Holz auf der Schiene in den Stosszeiten praktisch zusammengebrochen ist. Obwohl diese Holztransporte mit dem Lastwagentransit auf der Schiene nichts zu tun haben, sind das hinsichtlich der logistischen und infrastrukturellen Möglichkeiten, über welche die SBB offensichtlich verfügen, beunruhigende Zeichen.</p><p>Nebst den Anstrengungen, die Neat innert nützlicher Frist gegen alle politischen und bautechnischen Hindernisse fertig zu stellen, ist bezüglich der Gotthardstrecke eine beunruhigende Tendenz festzustellen. Die technischen Probleme, die sich entlang der Gotthardstrecke häufen, weisen darauf hin, dass für diese Strecke ein zukunftsweisendes Betriebskonzept nötig ist. Dies drängt sich nicht zuletzt aus Sicherheitsüberlegungen auf. Täglich werden auch gefährliche Güter durch den Gotthard transportiert. Das bedingt, dass das Schienenmaterial und das Sicherheitsdispositiv entlang der Gotthardstrecke auf dem neusten Stand sein müssen. Zudem hat der Bund auch Transparenz hinsichtlich der vorhandenen Kapazitäten am Gotthard zu schaffen.</p><p>Andere Warnzeichen erreichen uns aus Richtung Lötschberg-Simplon. Noch ist es für eine Beurteilung zu früh. Erste Erfahrungen mit dem dortigen Huckepack zeigen aber, dass zwischen dem Wunschdenken, Lastwagen auf der Schiene durch die Alpen zu transportieren, und der praktischen Umsetzung dieses Vorhabens grosse Differenzen bestehen. Das momentane Angebot wird alles andere als überrollt. Die Auslastung ist zumindest noch nicht zufriedenstellend, und ein Verlagerungseffekt ist praktisch nicht festzustellen. Die Schiene scheint momentan zu wenig attraktiv zu sein.</p><p>Schliesslich muss die Öffentlichkeit auch hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Effizienz des Gütertransits Aufschluss erhalten. Das Parlament hat in der vergangenen Legislaturperiode namhafte Gelder gesprochen. Insofern ist es unerlässlich, eine umfassende Kostenrechnung anzustellen.</p>
    • Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
    • <p>Der Bundesrat wird ersucht, im Rahmen der Umsetzung der Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs von der Strasse auf die Schiene konkrete Vorstellungen auszuarbeiten bzw. bei den SBB in Auftrag zu geben. Insbesondere gilt es, folgende Teilbereiche zu behandeln und Lösungsvorschläge aufzuzeigen:</p><p>- Fahrplangestaltung (u. a. Priorität Güterverkehr);</p><p>- Logistik und Infrastruktur (u. a. Rollmaterial, Verladestationen, Gotthardstrecke);</p><p>- Zollbereich (u. a. Abfertigung, Verhandlungen); und</p><p>- Finanzierung (u. a. Wirtschaftlichkeit).</p><p>Diese Teilbereiche - und eventuell noch andere - sind unter dem Aspekt von drei verschiedenen Szenarien zu betrachten:</p><p>- Szenario 1: vor der Fertigstellung der Neat;</p><p>- Szenario 2: nach der Fertigstellung der Neat;</p><p>- Szenario 3: bei einer allfälligen Bauverzögerung.</p>
    • Transparenz beim Gesamtkonzept für den Gütervekehr auf der Schiene

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