Aktive Nachwuchsförderung an Schweizer Hochschulen
- ShortId
-
01.3533
- Id
-
20013533
- Updated
-
25.06.2025 01:51
- Language
-
de
- Title
-
Aktive Nachwuchsförderung an Schweizer Hochschulen
- AdditionalIndexing
-
36;Nachwuchsförderung;Beziehung Schule-Berufsleben;Fachhochschule;Forschungsförderung;Hochschulwesen
- 1
-
- L04K13030114, Nachwuchsförderung
- L04K13020501, Hochschulwesen
- L04K16020204, Forschungsförderung
- L05K1302050102, Fachhochschule
- L04K13010202, Beziehung Schule-Berufsleben
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>"Das Fehlen einer einheitlichen und fairen Nachwuchsförderung ist das dringendste Problem der Schweizer Hochschul- und Forschungspolitik." Zu dieser Schlussfolgerung kommt der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat in seinen Empfehlungen (SWTR Schrift 1/2001, S. 9) zur Förderung des akademischen Nachwuchses an Schweizer Hochschulen.</p><p>Es ist eine sehr bedauernswerte Tatsache, dass die Schweiz in den letzten Jahren beste junge Forschungstalente an das Ausland verloren hat, weil die Strukturen akademischer Karrieren uneinheitlich und verworren sind. Gemäss Schätzungen nutzten andere Wissenschaftsnationen mit dem seit Jahrzehnten bewährten "Tenure-Track-Karriere-Entwicklungssystem", wie beispielsweise die USA, die Situation, um in den letzten fünf Jahren über 700 Forscherinnen und Forscher aus der Schweiz abzuwerben. Dadurch sind für die Schweiz nicht nur die Ausbildungskosten von 0,5 bis 1 Million Franken pro Forscherin und Forscher verloren gegangen, sondern es sind vor allem die attraktiven jungen Forscherpersönlichkeiten mit hohem Innovationspotenzial, die heute in unserer Wissenschaftsgemeinde fehlen. Als rohstoffarmes Land, das zu über 50 Prozent mit dem Export innovativer Produkte und Dienstleistungen seinen Wohlstand finanziert, können wir uns einen derartigen "Brain Drain" nicht länger leisten. Der Bundesrat wird deshalb beauftragt, im Rahmen der verfügbaren finanziellen Mittel und im Rahmen einer extensiven Kompetenzauslegung gegenüber den Hochschulkantonen, der Nachwuchsförderung in der BFT-Botschaft 2004-2007 erste Priorität einzuräumen. Dazu gehören auch geeignete Massnahmen, um beste junge ausländische Forscher in die Schweiz zu holen. Die Nachwuchsförderung an den Fachhochschulen ist nach den gleichen Grundsätzen, allerdings unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse, zu gestalten.</p>
- <p>Der Bundesrat anerkennt, dass im Bereich der akademischen Nachwuchsförderung ein Handlungsbedarf gegeben ist. Aus diesem Grund wurde der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat beauftragt, Empfehlungen zur akademischen Nachwuchsförderung zu erarbeiten. </p><p>Die Empfehlungen des Schweizerischen Wissenschaftsrates werden derzeit, neben weiteren Anregungen, im Rahmen der laufenden Vorarbeiten für die Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 (BFT-Botschaft) umfassend analysiert.</p><p>Zudem ist zu beachten, dass die langfristige Nachwuchsförderung nicht einfach nur ein finanzielles Problem, sondern auch ein Strukturproblem der Hochschulen ist. Es ist klar, dass die Lösung des Strukturproblems nicht allein von Bundesseite her angegangen werden kann, sondern in partnerschaftlicher Absprache mit den Kantonen gefunden werden muss, deren verfassungsmässige Zuständigkeit weiterhin gegeben ist. Nicht zuletzt ist auch die Meinung der Hochschulen selbst zu berücksichtigen, in deren Autonomie die Anstellungs- und Personalfragen (z. B. beim geforderten einheitlichen Tenure Track System) doch sehr erheblich eingreifen. Die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten wird ihre Vorschläge zuhanden des Bundesrates erst noch formulieren.</p><p>Aus diesen Gründen kann der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt nicht im Detail zu den einzelnen Vorschlägen des Motionärs Stellung nehmen. Er wird aber konkrete Massnahmen zur akademischen Nachwuchsförderung, gestützt auf diese Analysen, gegen Ende des Jahres 2002 in der BFT-Botschaft den eidgenössischen Räten unterbreiten.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt im Zusammenhang mit der Erarbeitung der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 zu folgenden Punkten Massnahmen und allfällige Gesetzesänderungen vorzuschlagen:</p><p>1. Mit einer konsequenten und langfristigen Nachwuchsförderung ist dafür zu sorgen, dass die weltweit besten jungen Leute in unserem Land eine anspruchsvolle und gesicherte Hochschulkarriere machen können.</p><p>2. Für Hochschulen, die Nachwuchsförderung nach dem echten "Tenure Track System" vorantreiben, sind vom Bund im Rahmen der verfügbaren Mittel spezielle finanzielle Beiträge zu leisten.</p><p>3. Die Förderungsprofessuren des Nationalfonds sind in "Tenure Track Assistenzprofessuren" umzuwandeln.</p><p>4. Für "Post doctoral fellows" ist die Förderung zu vereinheitlichen. Insbesondere ist die Rückkehr in die Schweiz von im Ausland tätigen "Post doctoral fellows" mit Nationalfonds-Stipendien durch eine aktive Betreuung und andere Massnahmen zu erleichtern.</p><p>5. In den Fachhochschulen ist der Mittelbau vermehrt zu unterstützen. Entwicklungschancen des Mittelbaus müssen gesichert sein, insbesondere durch die Förderung des Austausches zwischen den Fachhochschulen einerseits und den Universitäten, der ETH und der Wirtschaft andererseits.</p>
- Aktive Nachwuchsförderung an Schweizer Hochschulen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>"Das Fehlen einer einheitlichen und fairen Nachwuchsförderung ist das dringendste Problem der Schweizer Hochschul- und Forschungspolitik." Zu dieser Schlussfolgerung kommt der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat in seinen Empfehlungen (SWTR Schrift 1/2001, S. 9) zur Förderung des akademischen Nachwuchses an Schweizer Hochschulen.</p><p>Es ist eine sehr bedauernswerte Tatsache, dass die Schweiz in den letzten Jahren beste junge Forschungstalente an das Ausland verloren hat, weil die Strukturen akademischer Karrieren uneinheitlich und verworren sind. Gemäss Schätzungen nutzten andere Wissenschaftsnationen mit dem seit Jahrzehnten bewährten "Tenure-Track-Karriere-Entwicklungssystem", wie beispielsweise die USA, die Situation, um in den letzten fünf Jahren über 700 Forscherinnen und Forscher aus der Schweiz abzuwerben. Dadurch sind für die Schweiz nicht nur die Ausbildungskosten von 0,5 bis 1 Million Franken pro Forscherin und Forscher verloren gegangen, sondern es sind vor allem die attraktiven jungen Forscherpersönlichkeiten mit hohem Innovationspotenzial, die heute in unserer Wissenschaftsgemeinde fehlen. Als rohstoffarmes Land, das zu über 50 Prozent mit dem Export innovativer Produkte und Dienstleistungen seinen Wohlstand finanziert, können wir uns einen derartigen "Brain Drain" nicht länger leisten. Der Bundesrat wird deshalb beauftragt, im Rahmen der verfügbaren finanziellen Mittel und im Rahmen einer extensiven Kompetenzauslegung gegenüber den Hochschulkantonen, der Nachwuchsförderung in der BFT-Botschaft 2004-2007 erste Priorität einzuräumen. Dazu gehören auch geeignete Massnahmen, um beste junge ausländische Forscher in die Schweiz zu holen. Die Nachwuchsförderung an den Fachhochschulen ist nach den gleichen Grundsätzen, allerdings unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse, zu gestalten.</p>
- <p>Der Bundesrat anerkennt, dass im Bereich der akademischen Nachwuchsförderung ein Handlungsbedarf gegeben ist. Aus diesem Grund wurde der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat beauftragt, Empfehlungen zur akademischen Nachwuchsförderung zu erarbeiten. </p><p>Die Empfehlungen des Schweizerischen Wissenschaftsrates werden derzeit, neben weiteren Anregungen, im Rahmen der laufenden Vorarbeiten für die Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 (BFT-Botschaft) umfassend analysiert.</p><p>Zudem ist zu beachten, dass die langfristige Nachwuchsförderung nicht einfach nur ein finanzielles Problem, sondern auch ein Strukturproblem der Hochschulen ist. Es ist klar, dass die Lösung des Strukturproblems nicht allein von Bundesseite her angegangen werden kann, sondern in partnerschaftlicher Absprache mit den Kantonen gefunden werden muss, deren verfassungsmässige Zuständigkeit weiterhin gegeben ist. Nicht zuletzt ist auch die Meinung der Hochschulen selbst zu berücksichtigen, in deren Autonomie die Anstellungs- und Personalfragen (z. B. beim geforderten einheitlichen Tenure Track System) doch sehr erheblich eingreifen. Die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten wird ihre Vorschläge zuhanden des Bundesrates erst noch formulieren.</p><p>Aus diesen Gründen kann der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt nicht im Detail zu den einzelnen Vorschlägen des Motionärs Stellung nehmen. Er wird aber konkrete Massnahmen zur akademischen Nachwuchsförderung, gestützt auf diese Analysen, gegen Ende des Jahres 2002 in der BFT-Botschaft den eidgenössischen Räten unterbreiten.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt im Zusammenhang mit der Erarbeitung der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007 zu folgenden Punkten Massnahmen und allfällige Gesetzesänderungen vorzuschlagen:</p><p>1. Mit einer konsequenten und langfristigen Nachwuchsförderung ist dafür zu sorgen, dass die weltweit besten jungen Leute in unserem Land eine anspruchsvolle und gesicherte Hochschulkarriere machen können.</p><p>2. Für Hochschulen, die Nachwuchsförderung nach dem echten "Tenure Track System" vorantreiben, sind vom Bund im Rahmen der verfügbaren Mittel spezielle finanzielle Beiträge zu leisten.</p><p>3. Die Förderungsprofessuren des Nationalfonds sind in "Tenure Track Assistenzprofessuren" umzuwandeln.</p><p>4. Für "Post doctoral fellows" ist die Förderung zu vereinheitlichen. Insbesondere ist die Rückkehr in die Schweiz von im Ausland tätigen "Post doctoral fellows" mit Nationalfonds-Stipendien durch eine aktive Betreuung und andere Massnahmen zu erleichtern.</p><p>5. In den Fachhochschulen ist der Mittelbau vermehrt zu unterstützen. Entwicklungschancen des Mittelbaus müssen gesichert sein, insbesondere durch die Förderung des Austausches zwischen den Fachhochschulen einerseits und den Universitäten, der ETH und der Wirtschaft andererseits.</p>
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