Verlängerung der Öffnung der Gotthardpassstrasse

ShortId
01.3571
Id
20013571
Updated
14.11.2025 08:57
Language
de
Title
Verlängerung der Öffnung der Gotthardpassstrasse
AdditionalIndexing
48;Strassentunnel;Strassennetz;Organisation des Verkehrs (speziell);Individualverkehr;Beförderungskapazität;Strassenunterhalt
1
  • L04K18030102, Strassennetz
  • L06K070503010402, Strassenunterhalt
  • L04K18010210, Individualverkehr
  • L03K180102, Organisation des Verkehrs (speziell)
  • L07K18020202010102, Strassentunnel
  • L04K18010204, Beförderungskapazität
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Wegen des hohen Verkehrsaufkommens, aber auch wegen Unfällen oder Pannen, kommt es im Gotthardtunnel immer häufiger zu immer spektakuläreren Staus (im Gegensatz zum Selisbergtunnel, der vom selben Verkehr durchfahren wird, wo es aber kaum je zum Stau kommt). Die Gotthardachse kann somit weder ihrer Verbindungsfunktion europäischer Bedeutung zwischen der Alpensüd- und der Alpennordseite gerecht werden noch die Hauptverbindung zwischen dem Tessin und der Alpennordseite sicherstellen. </p><p>Ein Kanton, eine Region der Schweiz, eine Sprach- und Kulturminderheit unseres Landes sind damit in ihrer Bewegungsfreiheit beträchtlich eingeschränkt. Der öffentliche Verkehr bietet keine wirkliche Alternative (eine Eisenbahnlinie aus dem 19. Jahrhundert, im Rahmen von "Bahn 2000" ging die Alpensüdseite leer aus!). Diese Situation hat für die Wirtschaft des einzigen, ganz auf der Alpensüdseite liegenden Kantons immer gravierendere und negativere Folgen. Die zahlreichen enormen Staus (die systematisch und immer häufiger über die Radios von ganz Europa angekündigt werden) werfen ein sehr negatives Licht auf die Tessiner Wirtschaft, insbesondere auf den Tourismus. (Nicht von ungefähr weisen die Tourismusstatistiken im Tessin, im Gegensatz zu allen anderen Regionen der Schweiz, eine negative Entwicklung aus.)</p><p>Die Gotthardpassstrasse ist gut ausgebaut, breit und sehr gut unterhalten. Allerdings ist sie nur während sehr kurzer Zeit, von Juni bis Oktober, offen. Mit einem besseren Lawinenschutz kann die Öffnungszeit verlängert werden; die alte ruhmreiche Tremola wurde schon vor Jahrzehnten im Winter bewältigt, und das Passhospiz war das ganze Jahr über offen. Auf der anderen Seite werden die Automobilistinnen und Automobilisten, die oft während Stunden vor der Tunneleinfahrt im Stau stehen, nur selten (oder zu spät) auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, auf die Passstrasse auszuweichen. Deshalb ist es absolut notwendig, auf der A2 ein elektronisches System anzubringen, das es erlaubt, den Verkehr optimal auf die beiden Achsen zu verteilen.</p>
  • <p>Die Offenhaltung der Passstrasse über den Gotthard während des Winters wurde bereits 1990 eingehend geprüft. Die Ergebnisse dieser Abklärungen sind im Wesentlichen auch heute noch gültig. Die Untersuchungen ergaben, dass die Befahrbarkeit der Passstrasse während des ganzen Winters Schutzmassnahmen (insbesondere Lawinenverbauungen, Abschussanlagen, Galerien usw.) in der Höhe von rund 400 Millionen Franken und jährliche Betriebskosten von etwa 1,5 Millionen Franken erfordern würden. Eine Reduktion der Wintersperre von Ende Dezember bis Ende März würde Schutzmassnahmen von rund 300 Millionen Franken und jährliche Betriebskosten von rund 440 000 Franken auslösen. Weiter wurde aufgezeigt, dass eine Schwarzräumung in beiden Fällen nicht über die ganze Zeit möglich ist. Das würde bedeuten, dass bei den vorhandenen Steigungen von 8 Prozent die Verwendung von Schneeketten über längere Zeitabschnitte unumgänglich wäre. </p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Aufwendungen für eine zeitlich ganze wie auch teilweise Offenhaltung der Passstrasse während des Winters zu hoch sind und in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Die Passstrasse stellt aufgrund der Steigungen und in Anbetracht dessen, dass oft Schneeketten verwendet werden müssten und die Zufahrt durch Dörfer und durch die enge Schöllenenschlucht führt, keine echte Alternative zum Tunnel dar. Dies trifft grundsätzlich auch für den Sommer zu; die A2 mit dem Tunnel bleibt die aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes weitaus bessere Variante. Der Bundesrat lehnt es deshalb auch ab, eine besondere Wegweisung für den Gotthardpass anbringen zu lassen.</p><p>Demgegenüber wird als Folge des Unglücks im Gotthard-Strassentunnel und der damit verbundenen Sperrung des Tunnels bis zur Sanierung alles unternommen, um in dieser Ausnahmesituation die Passstrasse diesen Winter so lange wie möglich (unter Berücksichtigung der Lawinengefahr) sicher befahren zu können.</p> Der Bundesrat beantragt, die Empfehlung abzulehnen.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Massnahmen zu prüfen und zu treffen, die notwendig sind, um die Gotthardpassstrasse während der Wintersaison sicherer zu machen, sodass diese Achse, die heute nur unzureichend als Alternative zum Strassentunnel genutzt wird, möglichst lange offen gehalten werden kann. Dank dieser Massnahmen sollte die Passstrasse beispielsweise bereits an Ostern, zum Zeitpunkt also, da die grossen Staus vor der Tunneleinfahrt beginnen, geöffnet werden können. Der Bundesrat wird ebenfalls ersucht zu prüfen, welche modernsten technischen Anlagen einen möglichst reibungslosen Ablauf des Verkehrs auf der A2, namentlich auf den beiden Achsen durch den Tunnel und über den Pass, gewährleisten.</p>
  • Verlängerung der Öffnung der Gotthardpassstrasse
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Wegen des hohen Verkehrsaufkommens, aber auch wegen Unfällen oder Pannen, kommt es im Gotthardtunnel immer häufiger zu immer spektakuläreren Staus (im Gegensatz zum Selisbergtunnel, der vom selben Verkehr durchfahren wird, wo es aber kaum je zum Stau kommt). Die Gotthardachse kann somit weder ihrer Verbindungsfunktion europäischer Bedeutung zwischen der Alpensüd- und der Alpennordseite gerecht werden noch die Hauptverbindung zwischen dem Tessin und der Alpennordseite sicherstellen. </p><p>Ein Kanton, eine Region der Schweiz, eine Sprach- und Kulturminderheit unseres Landes sind damit in ihrer Bewegungsfreiheit beträchtlich eingeschränkt. Der öffentliche Verkehr bietet keine wirkliche Alternative (eine Eisenbahnlinie aus dem 19. Jahrhundert, im Rahmen von "Bahn 2000" ging die Alpensüdseite leer aus!). Diese Situation hat für die Wirtschaft des einzigen, ganz auf der Alpensüdseite liegenden Kantons immer gravierendere und negativere Folgen. Die zahlreichen enormen Staus (die systematisch und immer häufiger über die Radios von ganz Europa angekündigt werden) werfen ein sehr negatives Licht auf die Tessiner Wirtschaft, insbesondere auf den Tourismus. (Nicht von ungefähr weisen die Tourismusstatistiken im Tessin, im Gegensatz zu allen anderen Regionen der Schweiz, eine negative Entwicklung aus.)</p><p>Die Gotthardpassstrasse ist gut ausgebaut, breit und sehr gut unterhalten. Allerdings ist sie nur während sehr kurzer Zeit, von Juni bis Oktober, offen. Mit einem besseren Lawinenschutz kann die Öffnungszeit verlängert werden; die alte ruhmreiche Tremola wurde schon vor Jahrzehnten im Winter bewältigt, und das Passhospiz war das ganze Jahr über offen. Auf der anderen Seite werden die Automobilistinnen und Automobilisten, die oft während Stunden vor der Tunneleinfahrt im Stau stehen, nur selten (oder zu spät) auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, auf die Passstrasse auszuweichen. Deshalb ist es absolut notwendig, auf der A2 ein elektronisches System anzubringen, das es erlaubt, den Verkehr optimal auf die beiden Achsen zu verteilen.</p>
    • <p>Die Offenhaltung der Passstrasse über den Gotthard während des Winters wurde bereits 1990 eingehend geprüft. Die Ergebnisse dieser Abklärungen sind im Wesentlichen auch heute noch gültig. Die Untersuchungen ergaben, dass die Befahrbarkeit der Passstrasse während des ganzen Winters Schutzmassnahmen (insbesondere Lawinenverbauungen, Abschussanlagen, Galerien usw.) in der Höhe von rund 400 Millionen Franken und jährliche Betriebskosten von etwa 1,5 Millionen Franken erfordern würden. Eine Reduktion der Wintersperre von Ende Dezember bis Ende März würde Schutzmassnahmen von rund 300 Millionen Franken und jährliche Betriebskosten von rund 440 000 Franken auslösen. Weiter wurde aufgezeigt, dass eine Schwarzräumung in beiden Fällen nicht über die ganze Zeit möglich ist. Das würde bedeuten, dass bei den vorhandenen Steigungen von 8 Prozent die Verwendung von Schneeketten über längere Zeitabschnitte unumgänglich wäre. </p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Aufwendungen für eine zeitlich ganze wie auch teilweise Offenhaltung der Passstrasse während des Winters zu hoch sind und in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Die Passstrasse stellt aufgrund der Steigungen und in Anbetracht dessen, dass oft Schneeketten verwendet werden müssten und die Zufahrt durch Dörfer und durch die enge Schöllenenschlucht führt, keine echte Alternative zum Tunnel dar. Dies trifft grundsätzlich auch für den Sommer zu; die A2 mit dem Tunnel bleibt die aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes weitaus bessere Variante. Der Bundesrat lehnt es deshalb auch ab, eine besondere Wegweisung für den Gotthardpass anbringen zu lassen.</p><p>Demgegenüber wird als Folge des Unglücks im Gotthard-Strassentunnel und der damit verbundenen Sperrung des Tunnels bis zur Sanierung alles unternommen, um in dieser Ausnahmesituation die Passstrasse diesen Winter so lange wie möglich (unter Berücksichtigung der Lawinengefahr) sicher befahren zu können.</p> Der Bundesrat beantragt, die Empfehlung abzulehnen.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Massnahmen zu prüfen und zu treffen, die notwendig sind, um die Gotthardpassstrasse während der Wintersaison sicherer zu machen, sodass diese Achse, die heute nur unzureichend als Alternative zum Strassentunnel genutzt wird, möglichst lange offen gehalten werden kann. Dank dieser Massnahmen sollte die Passstrasse beispielsweise bereits an Ostern, zum Zeitpunkt also, da die grossen Staus vor der Tunneleinfahrt beginnen, geöffnet werden können. Der Bundesrat wird ebenfalls ersucht zu prüfen, welche modernsten technischen Anlagen einen möglichst reibungslosen Ablauf des Verkehrs auf der A2, namentlich auf den beiden Achsen durch den Tunnel und über den Pass, gewährleisten.</p>
    • Verlängerung der Öffnung der Gotthardpassstrasse

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