Arbeitsplätze pro Branche

ShortId
01.3581
Id
20013581
Updated
14.11.2025 07:12
Language
de
Title
Arbeitsplätze pro Branche
AdditionalIndexing
15;Migrationspolitik;Schwarzarbeit;Arbeitskräftebedarf;Wirtschaftsstatistik;Arbeitskräfteerhebung;Untergrundwirtschaft
1
  • L05K0702020302, Arbeitskräftebedarf
  • L04K07040401, Wirtschaftsstatistik
  • L06K070202030301, Arbeitskräfteerhebung
  • L05K0702030211, Schwarzarbeit
  • L04K01080306, Migrationspolitik
  • L05K0704060212, Untergrundwirtschaft
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Im Rahmen der Beschäftigungsstatistik (Besta) erhebt das Bundesamt für Statistik, basierend auf einer quartalsweisen Befragung bei etwa 52 000 Betrieben des sekundären und tertiären Sektors, die Zahl der Beschäftigten, inklusive Vorgesetzte, Geschäftsführer, im eigenen Betrieb arbeitende Inhaber, Lehrlinge, Vertreter und im Aussendienst tätige Personen. Aufbauend auf dieser Erhebung werden folgende Statistiken gebildet:</p><p>i) Mangel bzw. Überfluss von Arbeitskräften, aufgegliedert nach Grossregionen oder Wirtschaftsabteilungen (2 Stellen in der Noga);.</p><p>ii) Index der offenen Stellen; </p><p>iii) Aussichtsbeurteilungsziffer.</p><p>Das Staatssekretariat für Wirtschaft erhebt ebenfalls monatlich die Zahl der gemeldeten offenen Stellen. Während die im Rahmen der Besta bei den Betrieben erfragten Zahlen sich allein auf den zweiten und dritten Sektor beziehen, umfasst die Zahl der gemeldeten offenen Stellen des Staatssekretariates für Wirtschaft sämtliche Wirtschaftssektoren. Aufgrund der Tatsache, dass in der Schweiz keine Pflicht zur Meldung vakanter Stellen existiert, dürften die Indikatoren zu den offenen Stellen indes das tatsächliche Ausmass der offenen Stellen kleiner erscheinen lassen. Dennoch liefern sie brauchbare Informationen zur relativen Nachfrage von Arbeitskräften im Branchenvergleich.</p><p>Das Ensemble der verfügbaren statistischen Information ist aus diesem Grund ausreichend, um die von der Interpellantin aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Ebenso ist aus der Sicht der Arbeitsmarktpolitik das vorhandene statistische Instrumentarium ausreichend, um zuverlässige Aussagen über die Entwicklung des Arbeitskräfteangebotes und der Arbeitskräftenachfrage zu gewinnen. Erwähnenswert ist ferner, dass die Ergebnisse laufend publiziert und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.</p><p>Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Nachfrage nach Arbeitskräften, wie auf anderen Märkten auch, nach dem Lohnsatz und dem zu diesem Lohnsatz herrschenden Arbeitsangebot richtet. Ob die Nachfrage auch tatsächlich realisiert wird, d. h., ob letztlich ein Beschäftigungsverhältnis zustande kommt, hängt weiter von der Zahlungsbereitschaft der Arbeitgeber ab. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil beispielsweise ein Betrieb einen Mangel an Arbeitskräften auch dann geltend machen kann, wenn er nicht bereit ist, den marktüblichen Lohnsatz zu bezahlen. In diesem Fall wird seine Nachfrage nicht befriedigt, es sei denn, es würden sich Arbeitskräfte finden, welche den marktüblichen Lohn unterbieten.</p><p>Die Zahlen für das zweite Quartal 2001 zum Arbeitskräftemangel zeigen einen deutlichen Unterschied nach Qualifikationsniveaus. Während der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ein sehr hohes Niveau aufweist, stagnieren die Mangelmeldungen bezüglich ungelernter und angelernter Arbeitskräfte auf einem tiefen Niveau. So weisen nur gerade 5 Prozent der befragten Betriebe einen Mangel an ungelernten und knapp 10 Prozent einen Mangel an angelernten Arbeitskräften aus. Im Gegensatz dazu melden rund 20 Prozent der Betriebe einen Mangel an gelernten Arbeitskräften. Ein übereinstimmendes Bild liefern die Meldungen zum Überfluss an Arbeitskräften: Rund 14 Prozent der Unternehmungen geben an, dass sie über zu viele ungelernte Arbeitskräfte verfügen, während sich 4 Prozent der Unternehmungen über einen Überfluss an angelernten Arbeitskräften beklagen. Hingegen geben nur gerade 2 Prozent der Betriebe einen Überfluss an gelernten Arbeitskräften an. Komplementär zu den Mangel- und Überflusszahlen zeigt auch die Arbeitslosenstatistik, dass Personen mit geringen Qualifikationen überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind.</p><p>Aufgrund dieser Angaben kann gefolgert werden, dass das Nadelöhr im schweizerischen Arbeitsmarkt vorwiegend im Bereich der gelernten (qualifizierten) Arbeitskräfte liegt, während die Nachfrage nach an- und ungelernten Arbeitskräften befriedigt wird. Auch wenn die Entwicklung über die vergangenen drei Jahre untersucht wird, zeichnet sich im Segment der unqualifizierten Arbeitskräfte keinerlei Verknappung des Arbeitsangebotes ab.</p><p>Der Bundesrat erachtet die vorhandenen statistischen Informationsquellen als ausreichend, und er ist der Ansicht, dass sich ein Bericht in dieser Sache erübrigt.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Die gegenwärtige Diskussion um die so genannten "sans-papiers" gibt Anlass zu grundsätzlichen Überlegungen. Das Faktum, dass gewisse Unternehmen Arbeitskräfte schwarzarbeiten lassen oder in einer rechtlichen Grauzone anstellen, weist darauf hin, dass zwischen unserer Einwanderungspolitik und den tatsächlichen Bedürfnissen der Wirtschaft ein Ungleichgewicht besteht. Unter diesem Zustand leiden vor allem die beiden Sektoren Tourismus und Landwirtschaft.</p><p>Mehr denn je bedürfen wir dringend einer möglichst präzisen Gesamtschau, welche die Bedürfnisse der Wirtschaft nach Kantonen und Wirtschaftszweigen auflistet. Auf der Grundlage einer solchen Übersicht könnte das erwähnte Missverhältnis behoben werden. Ich frage daher den Bundesrat:</p><p>1. Gibt es zu diesem Thema eine nachgeführte eidgenössische Statistik?</p><p>2. Wäre es, falls keine solche Statistik vorhanden ist, nicht nützlich, im Interesse eines besseren Gleichgewichtes zwischen unserer Einwanderungspolitik und den Bedürfnissen der Wirtschaft umgehend eine vertiefte Studie zu diesem Thema ausarbeiten zu lassen, die den nötigen Überblick verschafft?</p>
  • Arbeitsplätze pro Branche
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Im Rahmen der Beschäftigungsstatistik (Besta) erhebt das Bundesamt für Statistik, basierend auf einer quartalsweisen Befragung bei etwa 52 000 Betrieben des sekundären und tertiären Sektors, die Zahl der Beschäftigten, inklusive Vorgesetzte, Geschäftsführer, im eigenen Betrieb arbeitende Inhaber, Lehrlinge, Vertreter und im Aussendienst tätige Personen. Aufbauend auf dieser Erhebung werden folgende Statistiken gebildet:</p><p>i) Mangel bzw. Überfluss von Arbeitskräften, aufgegliedert nach Grossregionen oder Wirtschaftsabteilungen (2 Stellen in der Noga);.</p><p>ii) Index der offenen Stellen; </p><p>iii) Aussichtsbeurteilungsziffer.</p><p>Das Staatssekretariat für Wirtschaft erhebt ebenfalls monatlich die Zahl der gemeldeten offenen Stellen. Während die im Rahmen der Besta bei den Betrieben erfragten Zahlen sich allein auf den zweiten und dritten Sektor beziehen, umfasst die Zahl der gemeldeten offenen Stellen des Staatssekretariates für Wirtschaft sämtliche Wirtschaftssektoren. Aufgrund der Tatsache, dass in der Schweiz keine Pflicht zur Meldung vakanter Stellen existiert, dürften die Indikatoren zu den offenen Stellen indes das tatsächliche Ausmass der offenen Stellen kleiner erscheinen lassen. Dennoch liefern sie brauchbare Informationen zur relativen Nachfrage von Arbeitskräften im Branchenvergleich.</p><p>Das Ensemble der verfügbaren statistischen Information ist aus diesem Grund ausreichend, um die von der Interpellantin aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Ebenso ist aus der Sicht der Arbeitsmarktpolitik das vorhandene statistische Instrumentarium ausreichend, um zuverlässige Aussagen über die Entwicklung des Arbeitskräfteangebotes und der Arbeitskräftenachfrage zu gewinnen. Erwähnenswert ist ferner, dass die Ergebnisse laufend publiziert und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.</p><p>Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Nachfrage nach Arbeitskräften, wie auf anderen Märkten auch, nach dem Lohnsatz und dem zu diesem Lohnsatz herrschenden Arbeitsangebot richtet. Ob die Nachfrage auch tatsächlich realisiert wird, d. h., ob letztlich ein Beschäftigungsverhältnis zustande kommt, hängt weiter von der Zahlungsbereitschaft der Arbeitgeber ab. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil beispielsweise ein Betrieb einen Mangel an Arbeitskräften auch dann geltend machen kann, wenn er nicht bereit ist, den marktüblichen Lohnsatz zu bezahlen. In diesem Fall wird seine Nachfrage nicht befriedigt, es sei denn, es würden sich Arbeitskräfte finden, welche den marktüblichen Lohn unterbieten.</p><p>Die Zahlen für das zweite Quartal 2001 zum Arbeitskräftemangel zeigen einen deutlichen Unterschied nach Qualifikationsniveaus. Während der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ein sehr hohes Niveau aufweist, stagnieren die Mangelmeldungen bezüglich ungelernter und angelernter Arbeitskräfte auf einem tiefen Niveau. So weisen nur gerade 5 Prozent der befragten Betriebe einen Mangel an ungelernten und knapp 10 Prozent einen Mangel an angelernten Arbeitskräften aus. Im Gegensatz dazu melden rund 20 Prozent der Betriebe einen Mangel an gelernten Arbeitskräften. Ein übereinstimmendes Bild liefern die Meldungen zum Überfluss an Arbeitskräften: Rund 14 Prozent der Unternehmungen geben an, dass sie über zu viele ungelernte Arbeitskräfte verfügen, während sich 4 Prozent der Unternehmungen über einen Überfluss an angelernten Arbeitskräften beklagen. Hingegen geben nur gerade 2 Prozent der Betriebe einen Überfluss an gelernten Arbeitskräften an. Komplementär zu den Mangel- und Überflusszahlen zeigt auch die Arbeitslosenstatistik, dass Personen mit geringen Qualifikationen überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind.</p><p>Aufgrund dieser Angaben kann gefolgert werden, dass das Nadelöhr im schweizerischen Arbeitsmarkt vorwiegend im Bereich der gelernten (qualifizierten) Arbeitskräfte liegt, während die Nachfrage nach an- und ungelernten Arbeitskräften befriedigt wird. Auch wenn die Entwicklung über die vergangenen drei Jahre untersucht wird, zeichnet sich im Segment der unqualifizierten Arbeitskräfte keinerlei Verknappung des Arbeitsangebotes ab.</p><p>Der Bundesrat erachtet die vorhandenen statistischen Informationsquellen als ausreichend, und er ist der Ansicht, dass sich ein Bericht in dieser Sache erübrigt.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Die gegenwärtige Diskussion um die so genannten "sans-papiers" gibt Anlass zu grundsätzlichen Überlegungen. Das Faktum, dass gewisse Unternehmen Arbeitskräfte schwarzarbeiten lassen oder in einer rechtlichen Grauzone anstellen, weist darauf hin, dass zwischen unserer Einwanderungspolitik und den tatsächlichen Bedürfnissen der Wirtschaft ein Ungleichgewicht besteht. Unter diesem Zustand leiden vor allem die beiden Sektoren Tourismus und Landwirtschaft.</p><p>Mehr denn je bedürfen wir dringend einer möglichst präzisen Gesamtschau, welche die Bedürfnisse der Wirtschaft nach Kantonen und Wirtschaftszweigen auflistet. Auf der Grundlage einer solchen Übersicht könnte das erwähnte Missverhältnis behoben werden. Ich frage daher den Bundesrat:</p><p>1. Gibt es zu diesem Thema eine nachgeführte eidgenössische Statistik?</p><p>2. Wäre es, falls keine solche Statistik vorhanden ist, nicht nützlich, im Interesse eines besseren Gleichgewichtes zwischen unserer Einwanderungspolitik und den Bedürfnissen der Wirtschaft umgehend eine vertiefte Studie zu diesem Thema ausarbeiten zu lassen, die den nötigen Überblick verschafft?</p>
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