Lukmanierpass

ShortId
02.3049
Id
20023049
Updated
25.06.2025 01:52
Language
de
Title
Lukmanierpass
AdditionalIndexing
48;Alpentransitverkehr;Sicherheit im Strassenverkehr;Verkehrslinie
1
  • L05K1801010101, Alpentransitverkehr
  • L05K1801021801, Verkehrslinie
  • L05K1802020301, Sicherheit im Strassenverkehr
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Nach dem tragischen Unfall vom 24. Oktober 2001 im Gotthardtunnel und den darauf folgenden Schwierigkeiten am San Bernardino hat der Druck auf die übrigen Alpenpässe als Ausweichrouten zur Überquerung der Alpen gewaltig zugenommen, so auch auf den Lukmanierpass.</p><p>Das Miteinbeziehen aller möglichen Alpenübergänge in eine einheitliche Verkehrskonzeption ist zur Bewerkstelligung einer optimalen Koordination vorrangig. Der Unfall im Gotthardtunnel hat auf tragische Weise gezeigt, dass der gesamte Nord-Süd-Verkehr nicht auf eine Achse fokussiert werden kann. Vielmehr müssen alle Alternativen in Betracht gezogen werden und in ein Gesamtkonzept integriert werden.</p><p>Die Winteroffenhaltung des Lukmanierpasses - ein Versuchsprojekt, das vor zwei Jahren gestartet wurde - ist aus diesem Blickwinkel neu zu beurteilen. Das Projekt darf bei gegebener Situation nicht zu einer regionalen Angelegenheit, an der nur das Bleniotal und die Surselva beteiligt sind, reduziert werden, sondern muss in das Gesamtkonzept des Nord-Süd-Verkehrs integriert werden. Dies umso mehr, als der Lukmanierpass mit einer Höhe von 1972 Metern über Meer den tiefsten Alpenübergang darstellt.</p><p>Geographisch erstreckt sich die Surselva von der Ruinaulta bei Trin bis zum Oberalp- bzw. Lukmanierpass, das Bleniotal von Biasca bis zum Lukmanierpass. Bei den erwähnten Regionen im Norden bzw. Süden des Lukmanierpasses handelt es sich um zwei wirtschaftlich schwache Talschaften, deren Existenz vor allem vom Tourismus abhängt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden in diesen Regionen immer wieder Projekte initiiert mit dem Ziel, den Anschluss an die Zentren des Mittellandes bzw. des Tessins zu verbessern. Wir denken da an die projektierte Bahnlinie über den Lukmanierpass am Ende des vorletzten Jahrhunderts, an die Tödi-Greina-Bahn, an den Ausbau des Panixerpasses oder an die sogenannte Y-Variante im Zusammenhang mit dem Alptransit-Tunnel. Leider haben sich all diese Hoffnungen um eine bessere Annäherung an die schweizerischen Wirtschaftszentren zerschlagen. Auch wurde Graubünden vernachlässigt, als beim Bau der Gotthardbahn seitens des Bundes das Versprechen zur Errichtung einer Ostalpenbahn abgegeben wurde, ein Versprechen, das bis heute nicht eingelöst wurde.</p><p>Im Jahr 2000 wurde den beiden Talschaften Val Blenio und Surselva von den Kantonen Tessin und Graubünden die Bewillung zur Winteroffenhaltung des Lukmanierpasses erteilt. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und wird von den betroffenen Kantonen finanziell unterstützt.</p><p>Nach einer Versuchszeit von zwei Winterhalbjahren können bereits gewisse Schlüsse gezogen werden. Die Winteroffenhaltung des Passes ist ohne bauliche Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit sehr schwierig. Soll ein einigermassen konstanter Verkehrsfluss garantiert werden, sind entsprechende Investitionen unabdingbar. Kurzfristig sind neuralgische Stellen durch Lawinenanrissverbau zu eliminieren, langfristig sind weitere Galerien zu erstellen.</p><p>Gestützt auf obige Ausführungen wird der Bundesrat ersucht, einerseits alle Alpenpässe, insbesondere jedoch den Lukmanierpass, in die Planung und Koordination des alpenüberquerenden Verkehrs zu integrieren. Andererseits ist zu prüfen, wie die Sicherheit bei einer Winteroffenhaltung des Lukmanierpasses erhöht werden kann bzw. welche Massnahmen zu treffen sind, um die Sicherheit vorab im Winter zu gewährleisten.</p>
  • <p>Die Strasse über den Lukmanierpass ist wohl im subventionsberechtigten Hauptstrassennetz enthalten. Für ihre Sicherheit ist aber in erster Linie der Kanton verantwortlich. Für den Schwerverkehr Nord-Süd und umgekehrt kommt dieser Pass allenfalls bei längerer Schliessung anderer wichtigen Transitachsen in Betracht. Das Anliegen ist in diesem Sinne zu prüfen.</p> Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
  • <p>Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, wie der Lukmanierpass in das alpenüberquerende Verkehrskonzept einbezogen werden kann.</p><p>Im Weiteren wird der Bundesrat ersucht zu prüfen, wie die Sicherheit des Lukmanierpasses bei einer Winteroffenhaltung erhöht werden kann bzw. welche Massnahmen zu treffen sind, um die Sicherheit der Strassenbenützer zu gewährleisten.</p>
  • Lukmanierpass
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Nach dem tragischen Unfall vom 24. Oktober 2001 im Gotthardtunnel und den darauf folgenden Schwierigkeiten am San Bernardino hat der Druck auf die übrigen Alpenpässe als Ausweichrouten zur Überquerung der Alpen gewaltig zugenommen, so auch auf den Lukmanierpass.</p><p>Das Miteinbeziehen aller möglichen Alpenübergänge in eine einheitliche Verkehrskonzeption ist zur Bewerkstelligung einer optimalen Koordination vorrangig. Der Unfall im Gotthardtunnel hat auf tragische Weise gezeigt, dass der gesamte Nord-Süd-Verkehr nicht auf eine Achse fokussiert werden kann. Vielmehr müssen alle Alternativen in Betracht gezogen werden und in ein Gesamtkonzept integriert werden.</p><p>Die Winteroffenhaltung des Lukmanierpasses - ein Versuchsprojekt, das vor zwei Jahren gestartet wurde - ist aus diesem Blickwinkel neu zu beurteilen. Das Projekt darf bei gegebener Situation nicht zu einer regionalen Angelegenheit, an der nur das Bleniotal und die Surselva beteiligt sind, reduziert werden, sondern muss in das Gesamtkonzept des Nord-Süd-Verkehrs integriert werden. Dies umso mehr, als der Lukmanierpass mit einer Höhe von 1972 Metern über Meer den tiefsten Alpenübergang darstellt.</p><p>Geographisch erstreckt sich die Surselva von der Ruinaulta bei Trin bis zum Oberalp- bzw. Lukmanierpass, das Bleniotal von Biasca bis zum Lukmanierpass. Bei den erwähnten Regionen im Norden bzw. Süden des Lukmanierpasses handelt es sich um zwei wirtschaftlich schwache Talschaften, deren Existenz vor allem vom Tourismus abhängt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden in diesen Regionen immer wieder Projekte initiiert mit dem Ziel, den Anschluss an die Zentren des Mittellandes bzw. des Tessins zu verbessern. Wir denken da an die projektierte Bahnlinie über den Lukmanierpass am Ende des vorletzten Jahrhunderts, an die Tödi-Greina-Bahn, an den Ausbau des Panixerpasses oder an die sogenannte Y-Variante im Zusammenhang mit dem Alptransit-Tunnel. Leider haben sich all diese Hoffnungen um eine bessere Annäherung an die schweizerischen Wirtschaftszentren zerschlagen. Auch wurde Graubünden vernachlässigt, als beim Bau der Gotthardbahn seitens des Bundes das Versprechen zur Errichtung einer Ostalpenbahn abgegeben wurde, ein Versprechen, das bis heute nicht eingelöst wurde.</p><p>Im Jahr 2000 wurde den beiden Talschaften Val Blenio und Surselva von den Kantonen Tessin und Graubünden die Bewillung zur Winteroffenhaltung des Lukmanierpasses erteilt. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und wird von den betroffenen Kantonen finanziell unterstützt.</p><p>Nach einer Versuchszeit von zwei Winterhalbjahren können bereits gewisse Schlüsse gezogen werden. Die Winteroffenhaltung des Passes ist ohne bauliche Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit sehr schwierig. Soll ein einigermassen konstanter Verkehrsfluss garantiert werden, sind entsprechende Investitionen unabdingbar. Kurzfristig sind neuralgische Stellen durch Lawinenanrissverbau zu eliminieren, langfristig sind weitere Galerien zu erstellen.</p><p>Gestützt auf obige Ausführungen wird der Bundesrat ersucht, einerseits alle Alpenpässe, insbesondere jedoch den Lukmanierpass, in die Planung und Koordination des alpenüberquerenden Verkehrs zu integrieren. Andererseits ist zu prüfen, wie die Sicherheit bei einer Winteroffenhaltung des Lukmanierpasses erhöht werden kann bzw. welche Massnahmen zu treffen sind, um die Sicherheit vorab im Winter zu gewährleisten.</p>
    • <p>Die Strasse über den Lukmanierpass ist wohl im subventionsberechtigten Hauptstrassennetz enthalten. Für ihre Sicherheit ist aber in erster Linie der Kanton verantwortlich. Für den Schwerverkehr Nord-Süd und umgekehrt kommt dieser Pass allenfalls bei längerer Schliessung anderer wichtigen Transitachsen in Betracht. Das Anliegen ist in diesem Sinne zu prüfen.</p> Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
    • <p>Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, wie der Lukmanierpass in das alpenüberquerende Verkehrskonzept einbezogen werden kann.</p><p>Im Weiteren wird der Bundesrat ersucht zu prüfen, wie die Sicherheit des Lukmanierpasses bei einer Winteroffenhaltung erhöht werden kann bzw. welche Massnahmen zu treffen sind, um die Sicherheit der Strassenbenützer zu gewährleisten.</p>
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