Medizinische Ausbildung. Ethik und Recht
- ShortId
-
02.3064
- Id
-
20023064
- Updated
-
25.06.2025 01:51
- Language
-
de
- Title
-
Medizinische Ausbildung. Ethik und Recht
- AdditionalIndexing
-
2841;32;Studium;Gesundheitsrecht;Ethik;medizinischer Unterricht;Medizin;Arzt/Ärztin;ärztlicher Beruf
- 1
-
- L04K13020306, medizinischer Unterricht
- L03K010502, Medizin
- L03K010504, ärztlicher Beruf
- L04K16030104, Ethik
- L04K01050509, Gesundheitsrecht
- L04K13020110, Studium
- L04K01050402, Arzt/Ärztin
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Entwicklungen im Bereich der Naturwissenschaften der letzten Jahrzehnte haben der Medizin Mittel in die Hand gegeben, die zu immer schwerwiegenderen rechtlichen und ethischen Fragen führen. Darauf werden die Studierenden der Medizin heute in keiner Art und Weise vorbereitet. Die Konfrontation mit Fragen des Todes, der Behinderung, mit Überlegungen zur versteckten Rationierung von Leistungen überfordert viele Ärztinnen und Ärzte.</p><p>Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Dienstleistungen des Gesundheitswesens für eine multikulturelle Gesellschaft erbracht werden und darum nicht bloss von den eigenen Erfahrungen und Weltanschauungen ausgegangen werden darf. Im hektischen Alltag gehen solche Fragen unter und erhalten meist nicht jene Aufmerksamkeit, die ihnen im Interesse einer rechtsstaatlichen Gesellschaft und deren mündigen Patientinnen und Patienten zukommen müsste. Diese Fragen sollen schon in der Ausbildung aktiv bearbeitet und auch geprüft werden.</p><p>In Grossbritannien wurde mit der generellen Reform der ärztlichen Ausbildung 1993 auch die Ausbildung in Medizinethik und Medizinrecht eingeführt. Die Auseinandersetzung mit zwölf Sachgebieten soll die angehenden Ärzte dazu befähigen, ethische und rechtliche Probleme in ihrer jeweiligen konkreten Situation zu verstehen, zu analysieren und in ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. Auch Angehörige, Pflegende und Dritte sollen in solche Fragestellungen mit einbezogen werden. Die Sammlung von praxisrelevanten Erfahrungen auf fundiertem theoretischen Hintergrund steht dabei im Zentrum.</p><p>Der Bund muss ein Interesse daran haben, dass Ärztinnen und Ärzte auch in diesen Bereichen ein Grundwissen mitbringen, zumal die Auseinandersetzung mit weltanschaulichen Fragen im Rahmen der Ausbildung zur Hochschulreife durch die Kantone sehr verschieden interpretiert wird und keine Gewähr besteht, dass solche für medizinisches Personal wichtige Fragen tatsächlich in ihrer ganzen Tragweite bearbeitet worden sind. Zudem ermöglicht die spezielle Behandlung dieser Fragen im Rahmen des Studiums eine vertiefte und praxisnahe Vermittlung dieses Wissens.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bundesrat wird eingeladen, für eine Verankerung medizinethischen und medizinrechtlichen Wissens in der medizinischen Ausbildung zu sorgen.</p>
- Medizinische Ausbildung. Ethik und Recht
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Entwicklungen im Bereich der Naturwissenschaften der letzten Jahrzehnte haben der Medizin Mittel in die Hand gegeben, die zu immer schwerwiegenderen rechtlichen und ethischen Fragen führen. Darauf werden die Studierenden der Medizin heute in keiner Art und Weise vorbereitet. Die Konfrontation mit Fragen des Todes, der Behinderung, mit Überlegungen zur versteckten Rationierung von Leistungen überfordert viele Ärztinnen und Ärzte.</p><p>Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Dienstleistungen des Gesundheitswesens für eine multikulturelle Gesellschaft erbracht werden und darum nicht bloss von den eigenen Erfahrungen und Weltanschauungen ausgegangen werden darf. Im hektischen Alltag gehen solche Fragen unter und erhalten meist nicht jene Aufmerksamkeit, die ihnen im Interesse einer rechtsstaatlichen Gesellschaft und deren mündigen Patientinnen und Patienten zukommen müsste. Diese Fragen sollen schon in der Ausbildung aktiv bearbeitet und auch geprüft werden.</p><p>In Grossbritannien wurde mit der generellen Reform der ärztlichen Ausbildung 1993 auch die Ausbildung in Medizinethik und Medizinrecht eingeführt. Die Auseinandersetzung mit zwölf Sachgebieten soll die angehenden Ärzte dazu befähigen, ethische und rechtliche Probleme in ihrer jeweiligen konkreten Situation zu verstehen, zu analysieren und in ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. Auch Angehörige, Pflegende und Dritte sollen in solche Fragestellungen mit einbezogen werden. Die Sammlung von praxisrelevanten Erfahrungen auf fundiertem theoretischen Hintergrund steht dabei im Zentrum.</p><p>Der Bund muss ein Interesse daran haben, dass Ärztinnen und Ärzte auch in diesen Bereichen ein Grundwissen mitbringen, zumal die Auseinandersetzung mit weltanschaulichen Fragen im Rahmen der Ausbildung zur Hochschulreife durch die Kantone sehr verschieden interpretiert wird und keine Gewähr besteht, dass solche für medizinisches Personal wichtige Fragen tatsächlich in ihrer ganzen Tragweite bearbeitet worden sind. Zudem ermöglicht die spezielle Behandlung dieser Fragen im Rahmen des Studiums eine vertiefte und praxisnahe Vermittlung dieses Wissens.</p>
- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
- <p>Der Bundesrat wird eingeladen, für eine Verankerung medizinethischen und medizinrechtlichen Wissens in der medizinischen Ausbildung zu sorgen.</p>
- Medizinische Ausbildung. Ethik und Recht
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