Visuelle Dokumentation von Eingriffen in die schweizerische Landschaft
- ShortId
-
02.3127
- Id
-
20023127
- Updated
-
25.06.2025 01:52
- Language
-
de
- Title
-
Visuelle Dokumentation von Eingriffen in die schweizerische Landschaft
- AdditionalIndexing
-
52;Bilddokument;Archiv;Raumplanung;dokumentarische Datenverarbeitung;Speicherung von Dokumenten;Datenerfassung;Landschaftsschutz
- 1
-
- L04K06010409, Landschaftsschutz
- L03K010204, Raumplanung
- L04K12030401, Datenerfassung
- L04K02020501, Bilddokument
- L04K12040206, Speicherung von Dokumenten
- L05K1203010103, dokumentarische Datenverarbeitung
- L04K12040101, Archiv
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Konzeption visueller Dokumentationen ist nicht neu. In den USA wurde schon in den Dreissigerjahren eine Dokumentation über die Auswirkungen von Wirtschaftskrise und Bodenerosion in Auftrag gegeben und erstellt. Rückblickend gibt sie den Blick auf Zusammenhänge und Veränderungen frei, der auch für die historische Forschung eine Quelle wichtiger Erkenntnisse ist. In Frankreich wurde in den Achtzigerjahren eine "Mission photographique de la DATAR" (Délégation à l'aménagement du territoire et à l'action régionale) gestartet, und in Schweden hält die "Ekdok90" die Veränderungen der Landschaft durch zivilisatorische Eingriffe fest.</p><p>In der Schweiz gibt es seit 1987 eine private Organisation, Documenta Natura, die eine Langzeit-Fotodokumentation aufgebaut hat. Das Projekt wurde von Beginn an vom Bund mit einem Beitrag von jährlich 80 000 bis 100 000 Franken unterstützt. Daneben wird die Organisation von kantonalen und privaten Auftraggebern finanziert. Sie hat im Laufe ihrer Tätigkeit eine Dokumentation erarbeitet, deren Wert für die nachfolgenden Generationen unschätzbar ist. Wenn diese Arbeit nicht fortgesetzt werden kann, weil der Bund die Landschaftsarchivierung nicht mehr finanziell unterstützt, wird die Dokumentation über kurz oder lang wertlos.</p><p>Die Bundesverfassung verpflichtet die politischen Behörden, für den Erhalt der natürlichen Ressourcen und den Schutz der Landschaft besorgt zu sein. Auch die Nachhaltigkeit dieser Ziele ist ein Verfassungsauftrag. Um ihm Rechnung zu tragen und um den nachfolgenden Generationen ein Bild unseres Wirkens zu vermitteln, braucht es ein "Landschaftsgedächtnis". Dieses zu ermögliche ist Aufgabe des Staates.</p>
- <p>Die Schweizer Landschaft ist einem steten Wandel unterworfen. Die fotografische Langzeitbeobachtung von landschaftlichen Veränderungen - durch Naturereignisse und menschliche Eingriffe - sowie eine professionelle Archivierung dieser Bilder entsprechen deshalb einem öffentlichen Interesse. Das Bild eignet sich dabei gleichermassen zur Dokumentation und Illustration von schleichenden als auch von spektakulären Veränderungen.</p><p>Die private Stiftung Documenta Natura engagiert sich seit nunmehr fünfzehn Jahren im Bereich der terrestrischen fotografischen Beobachtung von landschaftlichen Veränderungen; sie wurde dabei vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft finanziell unterstützt. Die terrestrische fotografische Dokumentation ist jedoch nur eine unter mehreren Möglichkeiten für das Aufzeigen von Landschaftsveränderungen (neben Statistik, Landeskartenblättern, Luftbildern, usw.). Darüber hinaus ist die Documenta Natura in diesem Bereich auch nur einer unter mehreren Anbietern.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, das Anliegen in seinem Gesamtzusammenhang einer Prüfung zu unterziehen. Er wird dabei insbesondere der Frage nachgehen, ob und unter welchen Bedingungen die Bemühungen der Documenta Natura weiterhin unterstützt werden können bzw. ob sie - in Zusammenarbeit mit weiteren, an der Fragestellung interessierten öffentlichen und privaten Akteuren - breiter abgestützt werden sollen. Dabei wird er auch das Verhältnis von Kosten und Nutzen nicht ausser Acht lassen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat, die nötigen Mittel für eine fotografische Bestandesaufnahme von gegenwärtigen und künftigen zivilisatorischen Eingriffen in die schweizerische Landschaft bereitzustellen - einerseits zur Dokumentation der dadurch bewirkten Veränderungen, andererseits zur Überprüfung der Langzeitwirkungen solcher Eingriffe.</p>
- Visuelle Dokumentation von Eingriffen in die schweizerische Landschaft
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Konzeption visueller Dokumentationen ist nicht neu. In den USA wurde schon in den Dreissigerjahren eine Dokumentation über die Auswirkungen von Wirtschaftskrise und Bodenerosion in Auftrag gegeben und erstellt. Rückblickend gibt sie den Blick auf Zusammenhänge und Veränderungen frei, der auch für die historische Forschung eine Quelle wichtiger Erkenntnisse ist. In Frankreich wurde in den Achtzigerjahren eine "Mission photographique de la DATAR" (Délégation à l'aménagement du territoire et à l'action régionale) gestartet, und in Schweden hält die "Ekdok90" die Veränderungen der Landschaft durch zivilisatorische Eingriffe fest.</p><p>In der Schweiz gibt es seit 1987 eine private Organisation, Documenta Natura, die eine Langzeit-Fotodokumentation aufgebaut hat. Das Projekt wurde von Beginn an vom Bund mit einem Beitrag von jährlich 80 000 bis 100 000 Franken unterstützt. Daneben wird die Organisation von kantonalen und privaten Auftraggebern finanziert. Sie hat im Laufe ihrer Tätigkeit eine Dokumentation erarbeitet, deren Wert für die nachfolgenden Generationen unschätzbar ist. Wenn diese Arbeit nicht fortgesetzt werden kann, weil der Bund die Landschaftsarchivierung nicht mehr finanziell unterstützt, wird die Dokumentation über kurz oder lang wertlos.</p><p>Die Bundesverfassung verpflichtet die politischen Behörden, für den Erhalt der natürlichen Ressourcen und den Schutz der Landschaft besorgt zu sein. Auch die Nachhaltigkeit dieser Ziele ist ein Verfassungsauftrag. Um ihm Rechnung zu tragen und um den nachfolgenden Generationen ein Bild unseres Wirkens zu vermitteln, braucht es ein "Landschaftsgedächtnis". Dieses zu ermögliche ist Aufgabe des Staates.</p>
- <p>Die Schweizer Landschaft ist einem steten Wandel unterworfen. Die fotografische Langzeitbeobachtung von landschaftlichen Veränderungen - durch Naturereignisse und menschliche Eingriffe - sowie eine professionelle Archivierung dieser Bilder entsprechen deshalb einem öffentlichen Interesse. Das Bild eignet sich dabei gleichermassen zur Dokumentation und Illustration von schleichenden als auch von spektakulären Veränderungen.</p><p>Die private Stiftung Documenta Natura engagiert sich seit nunmehr fünfzehn Jahren im Bereich der terrestrischen fotografischen Beobachtung von landschaftlichen Veränderungen; sie wurde dabei vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft finanziell unterstützt. Die terrestrische fotografische Dokumentation ist jedoch nur eine unter mehreren Möglichkeiten für das Aufzeigen von Landschaftsveränderungen (neben Statistik, Landeskartenblättern, Luftbildern, usw.). Darüber hinaus ist die Documenta Natura in diesem Bereich auch nur einer unter mehreren Anbietern.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, das Anliegen in seinem Gesamtzusammenhang einer Prüfung zu unterziehen. Er wird dabei insbesondere der Frage nachgehen, ob und unter welchen Bedingungen die Bemühungen der Documenta Natura weiterhin unterstützt werden können bzw. ob sie - in Zusammenarbeit mit weiteren, an der Fragestellung interessierten öffentlichen und privaten Akteuren - breiter abgestützt werden sollen. Dabei wird er auch das Verhältnis von Kosten und Nutzen nicht ausser Acht lassen.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat, die nötigen Mittel für eine fotografische Bestandesaufnahme von gegenwärtigen und künftigen zivilisatorischen Eingriffen in die schweizerische Landschaft bereitzustellen - einerseits zur Dokumentation der dadurch bewirkten Veränderungen, andererseits zur Überprüfung der Langzeitwirkungen solcher Eingriffe.</p>
- Visuelle Dokumentation von Eingriffen in die schweizerische Landschaft
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