Keine 16-Jährigen auf 125-er Motorräder
- ShortId
-
02.3132
- Id
-
20023132
- Updated
-
10.04.2024 08:43
- Language
-
de
- Title
-
Keine 16-Jährigen auf 125-er Motorräder
- AdditionalIndexing
-
48;junger Mensch;Zweiradfahrzeug;Führerschein;Sicherheit im Strassenverkehr;Verkehrsunfall
- 1
-
- L04K18030105, Zweiradfahrzeug
- L05K0107010204, junger Mensch
- L04K18020401, Führerschein
- L05K1802020302, Verkehrsunfall
- L05K1802020301, Sicherheit im Strassenverkehr
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Mit einer Vernehmlassung hat kürzlich das UVEK einen Vorschlag unterbreitet, nach welchem Jugendliche bereits ab Alter 16 Motorräder bis zu 125 cm3 lenken dürften. Heute ist dafür das Mindesalter 18 vorgeschrieben. Hingegen dürfen Roller bis zu 50 cm3 schon heute ab 16 Jahren gefahren werden.</p><p>Eine Herabsetzung der Alterslimite für Motorräder bis 125 cm3, mit denen ohne weiteres Geschwindigkeiten von 125 km/h und mehr möglich sind, hätte schwerwiegende Konsequenzen, die keinesfalls in Kauf genommen werden dürfen:</p><p>- Ein Ansteigen der Unfallzahlen wäre unausweichlich. Die Gruppe der jungen Auto- und Motorradlenker im Alter von 18 bis 20 Jahren weist bekanntlich schon heute eine stark überdurchschnittlich hohe Unfallhäufigkeit auf. Betroffen sind sowohl sie selbst wie aber auch ihre Mitfahrenden und dritte Verkehrsteilnehmer. Diese tragische Tendenz würde sich massiv verstärken, wenn schnelle Motorräder bis 125 cm3, mit denen auf Autobahnen problemlos 120 km/h gefahren werden kann, in die Hände von 16-Jährigen, also von noch jüngeren, noch unreiferen und noch weniger charakterlich gefestigten Jugendlichen gegeben würden. Die Tatsache, dass sich die Unfälle der 16-Jährigen, die einen Roller bis 50 cm3 gelenkt haben, innert der letzten Jahre mehr als verzehnfacht haben, zeigt unübersehbar, dass erst 16-Jährigen noch allzu häufig die Reife nur schon für das Führen eines weniger starken und weniger schnellen Rollers fehlt. Umso mehr gilt das für die weit schnelleren und stärkeren 125er-Maschinen.</p><p>- Es würden zudem für die Jugendlichen völlig falsche Signale gesetzt. Denn die Zulassung von erst 16-Jährigen zu schnellen 125er-Maschinen läuft auch diametral den Bemühungen entgegen, Kinder und Jugendliche an einen vernünftigen und zurückhaltenden Umgang mit Motorfahrzeugen zu gewöhnen und sie zu einem vermehrten Gebrauch der eigenen Füsse, des Velos und der öffentlichen Verkehrsmittel zu motivieren.</p><p>- Viele der 16-Jährigen besuchen noch die Volksschule, wo mancherorts klare Weisungen bestehen, dass die Schüler nicht motorisiert (Mofa) zur Schule kommen dürfen. Die Senkung des Lenkeralters auf 16 Jahre würde auch da zu einem weiteren ernsthaften Problem für die sonst schon stark belasteten Schulen werden. Ebenso würde der Gruppendruck auf die jungen Menschen, sich so rasch wie möglich nach Erreichen des 16. Altersjahrs mit einer 125er-Maschine auszurüsten, massiv steigen. Auch die Eltern würden von diesem Druck nicht verschont sein.</p><p>- Die Senkung des Lenkeralters auf 16 Jahre würde ohne Zweifel auch die Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit und Wohnlichkeit in den Wohnquartieren beeinträchtigen. Mehr Lärm (namentlich auch nachts), Abgase und verstellte Trottoirs wären die Folge.</p><p>- Schliesslich würde die Senkung der Alterslimite für 125 cm3 Motorräder auch Auswirkungen auf die Altergrenze für das Führen von Rollern bis zu 50 cm3 haben, welche heute bei 16 Jahren liegt und ebenfalls stark unter Senkungsdruck geraten würde. Das käme zwar den Intentionen der Roller-Branche sehr entgegen, hätte aber weitere grosse negative Auswirkungen auf das Unfallgeschehen, bzw. die Verkehrssicherheit.</p><p>Die Idee, die Alterslimite für das Führen schneller Töffs bis 125 cm3 von 18 auf 16 Jahre zu senken, wird von Astra damit begründet, die Schweiz passe sich so an das EU-Recht an. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn ausgerechnet unsere beiden Nachbarländer Oesterreich und Deutschland haben diese Senkung so nicht mitgemacht und halten mit guten Gründen an der Altersgrenze 18 fest.</p><p>Es wäre sehr bedauerlich, ja geradezu tragisch, wenn ausgerechnet das UVEK und sein Vorsteher, die engagiert und gegen erheblichen politischen Gegenwind in den Räten für mehr Sicherheit und weniger Verletzte und Tote auf den Strassen unseres Landes zu kämpfen, einen Teil ihrer verdienstvollen Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit mit der Senkung des Mindestalters wieder zunichte machen würden.</p>
- <p>Der Bundesrat hat am 3. Juli 2002 eine Teilrevision der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr beschlossen. Aufgrund der Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens und der Zunahme der Unfälle mit Beteiligung von 16- bis 18-Jährigen hat er darauf verzichtet, das Mindestalter zum Führen von Motorrädern mit einem Hubraum von 125 cm3 zu senken.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschreiben.
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, das Mindestalter für das Führen von Motorrädern bis 125 cm3 bei 18 Jahren zu belassen und nicht auf 16 Jahre zu senken.</p>
- Keine 16-Jährigen auf 125-er Motorräder
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Mit einer Vernehmlassung hat kürzlich das UVEK einen Vorschlag unterbreitet, nach welchem Jugendliche bereits ab Alter 16 Motorräder bis zu 125 cm3 lenken dürften. Heute ist dafür das Mindesalter 18 vorgeschrieben. Hingegen dürfen Roller bis zu 50 cm3 schon heute ab 16 Jahren gefahren werden.</p><p>Eine Herabsetzung der Alterslimite für Motorräder bis 125 cm3, mit denen ohne weiteres Geschwindigkeiten von 125 km/h und mehr möglich sind, hätte schwerwiegende Konsequenzen, die keinesfalls in Kauf genommen werden dürfen:</p><p>- Ein Ansteigen der Unfallzahlen wäre unausweichlich. Die Gruppe der jungen Auto- und Motorradlenker im Alter von 18 bis 20 Jahren weist bekanntlich schon heute eine stark überdurchschnittlich hohe Unfallhäufigkeit auf. Betroffen sind sowohl sie selbst wie aber auch ihre Mitfahrenden und dritte Verkehrsteilnehmer. Diese tragische Tendenz würde sich massiv verstärken, wenn schnelle Motorräder bis 125 cm3, mit denen auf Autobahnen problemlos 120 km/h gefahren werden kann, in die Hände von 16-Jährigen, also von noch jüngeren, noch unreiferen und noch weniger charakterlich gefestigten Jugendlichen gegeben würden. Die Tatsache, dass sich die Unfälle der 16-Jährigen, die einen Roller bis 50 cm3 gelenkt haben, innert der letzten Jahre mehr als verzehnfacht haben, zeigt unübersehbar, dass erst 16-Jährigen noch allzu häufig die Reife nur schon für das Führen eines weniger starken und weniger schnellen Rollers fehlt. Umso mehr gilt das für die weit schnelleren und stärkeren 125er-Maschinen.</p><p>- Es würden zudem für die Jugendlichen völlig falsche Signale gesetzt. Denn die Zulassung von erst 16-Jährigen zu schnellen 125er-Maschinen läuft auch diametral den Bemühungen entgegen, Kinder und Jugendliche an einen vernünftigen und zurückhaltenden Umgang mit Motorfahrzeugen zu gewöhnen und sie zu einem vermehrten Gebrauch der eigenen Füsse, des Velos und der öffentlichen Verkehrsmittel zu motivieren.</p><p>- Viele der 16-Jährigen besuchen noch die Volksschule, wo mancherorts klare Weisungen bestehen, dass die Schüler nicht motorisiert (Mofa) zur Schule kommen dürfen. Die Senkung des Lenkeralters auf 16 Jahre würde auch da zu einem weiteren ernsthaften Problem für die sonst schon stark belasteten Schulen werden. Ebenso würde der Gruppendruck auf die jungen Menschen, sich so rasch wie möglich nach Erreichen des 16. Altersjahrs mit einer 125er-Maschine auszurüsten, massiv steigen. Auch die Eltern würden von diesem Druck nicht verschont sein.</p><p>- Die Senkung des Lenkeralters auf 16 Jahre würde ohne Zweifel auch die Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit und Wohnlichkeit in den Wohnquartieren beeinträchtigen. Mehr Lärm (namentlich auch nachts), Abgase und verstellte Trottoirs wären die Folge.</p><p>- Schliesslich würde die Senkung der Alterslimite für 125 cm3 Motorräder auch Auswirkungen auf die Altergrenze für das Führen von Rollern bis zu 50 cm3 haben, welche heute bei 16 Jahren liegt und ebenfalls stark unter Senkungsdruck geraten würde. Das käme zwar den Intentionen der Roller-Branche sehr entgegen, hätte aber weitere grosse negative Auswirkungen auf das Unfallgeschehen, bzw. die Verkehrssicherheit.</p><p>Die Idee, die Alterslimite für das Führen schneller Töffs bis 125 cm3 von 18 auf 16 Jahre zu senken, wird von Astra damit begründet, die Schweiz passe sich so an das EU-Recht an. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn ausgerechnet unsere beiden Nachbarländer Oesterreich und Deutschland haben diese Senkung so nicht mitgemacht und halten mit guten Gründen an der Altersgrenze 18 fest.</p><p>Es wäre sehr bedauerlich, ja geradezu tragisch, wenn ausgerechnet das UVEK und sein Vorsteher, die engagiert und gegen erheblichen politischen Gegenwind in den Räten für mehr Sicherheit und weniger Verletzte und Tote auf den Strassen unseres Landes zu kämpfen, einen Teil ihrer verdienstvollen Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit mit der Senkung des Mindestalters wieder zunichte machen würden.</p>
- <p>Der Bundesrat hat am 3. Juli 2002 eine Teilrevision der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr beschlossen. Aufgrund der Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens und der Zunahme der Unfälle mit Beteiligung von 16- bis 18-Jährigen hat er darauf verzichtet, das Mindestalter zum Führen von Motorrädern mit einem Hubraum von 125 cm3 zu senken.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschreiben.
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, das Mindestalter für das Führen von Motorrädern bis 125 cm3 bei 18 Jahren zu belassen und nicht auf 16 Jahre zu senken.</p>
- Keine 16-Jährigen auf 125-er Motorräder
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