Aktive Ressourcenpolitik Holz

ShortId
02.3159
Id
20023159
Updated
10.04.2024 09:50
Language
de
Title
Aktive Ressourcenpolitik Holz
AdditionalIndexing
55;Holzindustrie;Holzgewinnung;Holzprodukt;Waldwirtschaft
1
  • L03K070504, Holzindustrie
  • L03K140107, Waldwirtschaft
  • L06K140107010502, Holzgewinnung
  • L04K07050401, Holzprodukt
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>In der Lothar-Bewältigung gab es Mängel bei der kantonsübergreifenden Koordination und ungenügende Kompetenzen der Bundesbehörden für die Ergreifung von Notmassnahmen. Die betroffenen Kreise brauchen in Zukunft landesweit wesentlich früher Klarheit über die Hilfestellungen. Das Parlament soll sich nicht wieder über drei Sessionen mit einem Naturereignis wie Lothar befassen müssen.</p><p>Das UVEK räumt ein, dass unser Wald zu wenig genutzt wird und daher rekordhohe Holzvorräte aufweist. Die Nachhaltigkeit verlangt nach höheren Jungwaldanteilen, und die Verkehrswege sind auf Stabilität an den Talflanken angewiesen. Die unbestritten erwünschte Mehrnutzung hat heute ihre Grenzen bei der Wirtschaftlichkeit der Holzbereitstellung und der Aufnahmekapazität der holzverarbeitenden Industrie. Das moderne Waldgesetz muss daher Anreize für die intensivere Bewirtschaftung setzen und die in anderen europäischen Ländern üblichen (mit den Gatt-/WTO-Regeln verträglichen) standortpolitischen Elemente für die Stärkung der Holzverarbeitung in regionalen Kreisläufen aufnehmen.</p><p>- Holz als Baustoff hat grosse ökologische und gesundheitliche Vorteile. Es ist wünschenswert, dass beispielsweise die öffentlichen Schulbauten (vom Kindergarten an aufwärts) primär mit diesem Material erstellt werden.</p><p>- Im verbauten Holz ist zudem eine grosse Menge CO2 für Jahrzehnte gebunden.</p><p>- Holz als Energieträger hat unter den erneuerbaren Energieträgern einen anerkannten Platz und weiteres Potenzial. </p><p>- Mit einer markanten Unterstützung der Mehrverwendung von Holz erreicht der Bund verschiedene Umweltziele und schafft damit den wichtigsten Anreiz für eine stärkere Nutzung unserer Wälder.</p><p>Die Wald- und Holzwirtschaft ist in einem Hochlohn- und Hartwährungsland wie die Schweiz ganz besonders herausgefordert. Sie soll auch in Zukunft für stabile Wälder sorgen und wichtige Arbeitsplätze in strukturschwachen Räumen anbieten.</p>
  • <p>Das Buwal hat im Jahre 2001 das Projekt "Waldprogramm Schweiz" gestartet. Dabei handelt es sich um ein politisches Handlungsprogramm, das mittels konkreten Zielsetzungen, Massnahmen und Instrumenten die Entwicklung des Waldes in einem mittelfristigen Zeitraum festlegt. Der Schwerpunkt "Holznutzung" des Programmes ist der in der vorliegenden Motion angesprochenen Problematik der zu geringen Holznutzung gewidmet. Zudem wird im Rahmen des Schwerpunktes "Sozioökonomische Funktionen" abgeklärt, welche Strukturen für eine effiziente Waldbewirtschaftung notwendig sind.</p><p>Parallel dazu werden gegenwärtig die Probleme, welche bei der Bewältigung des Sturmes Lothar auftraten, in verschiedenen Forschungsprojekten eingehend untersucht.</p><p>Dass wegen der zu geringen Holznutzung bzw. Holzverwendung und auch bei der Bewältigung von Sturmschäden ein Handlungsbedarf besteht, ist unbestritten. Ob die optimalen Lösungen für die einzelnen Probleme eine Änderung der Waldgesetzgebung nötig machen werden, kann erst aufgrund des Ende 2003 vorliegenden Syntheseberichtes zum Waldprogramm Schweiz abschliessend entschieden werden.</p><p>Ein Anfang für die Förderung der Verwendung von Holz als Baustoff und Energieträger ist mit den bereits laufenden Programmen "holz21" und "Energie Schweiz" vom Bund, der Holzwirtschaft, den Hochschulen und den Umweltverbänden gemacht. Damit sollen bis im Jahre 2010 die Grundlagen für eine Steigerung des Absatzes und der Verwendung von Schweizer Holz geschaffen werden.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
  • <p>Der Sturm Lothar und seine Folgeschäden haben grosse Fragen zur Zukunft der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft aufgeworfen - nicht nur in der längerfristigen Perspektive, sondern auch in Bezug auf das Fortbestehen in den nächsten Jahren. Ich ersuche daher den Bundesrat, die Revision des Waldgesetzes beschleunigt an die Hand zu nehmen, um:</p><p>a. Schwachstellen aus den Erfahrungen der Lothar-Bewältigung zu korrigieren;</p><p>b. dem Umstand Rechnung zu tragen, dass nur etwa die Hälfte des jährlichen Zuwachses genutzt wird, und</p><p>c. als Folge von Buchstabe b., der Verwendung von Holz als Baustoff und Energieträger mehr Beachtung zu schenken.</p>
  • Aktive Ressourcenpolitik Holz
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In der Lothar-Bewältigung gab es Mängel bei der kantonsübergreifenden Koordination und ungenügende Kompetenzen der Bundesbehörden für die Ergreifung von Notmassnahmen. Die betroffenen Kreise brauchen in Zukunft landesweit wesentlich früher Klarheit über die Hilfestellungen. Das Parlament soll sich nicht wieder über drei Sessionen mit einem Naturereignis wie Lothar befassen müssen.</p><p>Das UVEK räumt ein, dass unser Wald zu wenig genutzt wird und daher rekordhohe Holzvorräte aufweist. Die Nachhaltigkeit verlangt nach höheren Jungwaldanteilen, und die Verkehrswege sind auf Stabilität an den Talflanken angewiesen. Die unbestritten erwünschte Mehrnutzung hat heute ihre Grenzen bei der Wirtschaftlichkeit der Holzbereitstellung und der Aufnahmekapazität der holzverarbeitenden Industrie. Das moderne Waldgesetz muss daher Anreize für die intensivere Bewirtschaftung setzen und die in anderen europäischen Ländern üblichen (mit den Gatt-/WTO-Regeln verträglichen) standortpolitischen Elemente für die Stärkung der Holzverarbeitung in regionalen Kreisläufen aufnehmen.</p><p>- Holz als Baustoff hat grosse ökologische und gesundheitliche Vorteile. Es ist wünschenswert, dass beispielsweise die öffentlichen Schulbauten (vom Kindergarten an aufwärts) primär mit diesem Material erstellt werden.</p><p>- Im verbauten Holz ist zudem eine grosse Menge CO2 für Jahrzehnte gebunden.</p><p>- Holz als Energieträger hat unter den erneuerbaren Energieträgern einen anerkannten Platz und weiteres Potenzial. </p><p>- Mit einer markanten Unterstützung der Mehrverwendung von Holz erreicht der Bund verschiedene Umweltziele und schafft damit den wichtigsten Anreiz für eine stärkere Nutzung unserer Wälder.</p><p>Die Wald- und Holzwirtschaft ist in einem Hochlohn- und Hartwährungsland wie die Schweiz ganz besonders herausgefordert. Sie soll auch in Zukunft für stabile Wälder sorgen und wichtige Arbeitsplätze in strukturschwachen Räumen anbieten.</p>
    • <p>Das Buwal hat im Jahre 2001 das Projekt "Waldprogramm Schweiz" gestartet. Dabei handelt es sich um ein politisches Handlungsprogramm, das mittels konkreten Zielsetzungen, Massnahmen und Instrumenten die Entwicklung des Waldes in einem mittelfristigen Zeitraum festlegt. Der Schwerpunkt "Holznutzung" des Programmes ist der in der vorliegenden Motion angesprochenen Problematik der zu geringen Holznutzung gewidmet. Zudem wird im Rahmen des Schwerpunktes "Sozioökonomische Funktionen" abgeklärt, welche Strukturen für eine effiziente Waldbewirtschaftung notwendig sind.</p><p>Parallel dazu werden gegenwärtig die Probleme, welche bei der Bewältigung des Sturmes Lothar auftraten, in verschiedenen Forschungsprojekten eingehend untersucht.</p><p>Dass wegen der zu geringen Holznutzung bzw. Holzverwendung und auch bei der Bewältigung von Sturmschäden ein Handlungsbedarf besteht, ist unbestritten. Ob die optimalen Lösungen für die einzelnen Probleme eine Änderung der Waldgesetzgebung nötig machen werden, kann erst aufgrund des Ende 2003 vorliegenden Syntheseberichtes zum Waldprogramm Schweiz abschliessend entschieden werden.</p><p>Ein Anfang für die Förderung der Verwendung von Holz als Baustoff und Energieträger ist mit den bereits laufenden Programmen "holz21" und "Energie Schweiz" vom Bund, der Holzwirtschaft, den Hochschulen und den Umweltverbänden gemacht. Damit sollen bis im Jahre 2010 die Grundlagen für eine Steigerung des Absatzes und der Verwendung von Schweizer Holz geschaffen werden.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
    • <p>Der Sturm Lothar und seine Folgeschäden haben grosse Fragen zur Zukunft der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft aufgeworfen - nicht nur in der längerfristigen Perspektive, sondern auch in Bezug auf das Fortbestehen in den nächsten Jahren. Ich ersuche daher den Bundesrat, die Revision des Waldgesetzes beschleunigt an die Hand zu nehmen, um:</p><p>a. Schwachstellen aus den Erfahrungen der Lothar-Bewältigung zu korrigieren;</p><p>b. dem Umstand Rechnung zu tragen, dass nur etwa die Hälfte des jährlichen Zuwachses genutzt wird, und</p><p>c. als Folge von Buchstabe b., der Verwendung von Holz als Baustoff und Energieträger mehr Beachtung zu schenken.</p>
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