Warum bietet die Post keine Öko-Fonds an?

ShortId
02.3161
Id
20023161
Updated
10.04.2024 15:08
Language
de
Title
Warum bietet die Post keine Öko-Fonds an?
AdditionalIndexing
34;Post;Wirtschaftsethik;Ökologie (speziell);Kapitalanlage;nachhaltige Entwicklung
1
  • L05K1106020101, Kapitalanlage
  • L04K12020202, Post
  • L05K1603010402, Wirtschaftsethik
  • L05K0704010210, nachhaltige Entwicklung
  • L04K16010302, Ökologie (speziell)
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Zahl der Klein- und Grossanlegerinnnen und Grossanleger, ebenso wie jene der institutionellen Investorinnen und Investoren, denen es nicht gleichgültig ist, was ihr Geld bewirkt, steigt rasant. Das Jahr 2000 war ein absolutes Boomjahr für ökologische Geldanlagen: Sowohl die Zahl der Fondsangebote als auch das Kapital, das in solche Fonds investiert wurde, haben sich verdoppelt. Investoren und Investorinnen wie Börsenanalysten teilen die Einschätzung, dass mit gut geführten Öko-Fonds sogar meistens besser abgeschnitten wird als mit herkömmlichen Fonds.</p><p>Die Post bietet ihren Kunden und Kundinnen ebenfalls Anlagefonds an. Allerdings hat es die Post bis heute nicht für nötig befunden, ihren Kunden und Kundinnen auch im Bereich der nachhaltigen Anlagen ein Angebot zu unterbreiten. Dies ist umso unverständlicher angesichts der Tatsache, dass alle wichtigen Banken in ihrem Sortiment eine oder mehrere nachhaltige Anlagemöglichkeiten führen.</p><p>Für die Auswahl der Unternehmen, die in einen nachhaltigen Anlagefonds gehören, gibt es mittlerweile allgemein anerkannte Kriterienkataloge und Benchmarks. Der englische Indexanbieter FT-SE hat in Zusammenarbeit mit der britischen Research-Organisation für ethische Investitionen (The Ethical Investment Research Service) vier neue ethische Indizes unter dem Namen FTSE-4Good entwickelt. Die Schweizer Firma Sustainability Asset Management erarbeitete die Auswahlkriterien für den Down Jones Sustainability Group Index. Weitere international anerkannte Firmen, wie z. B. das Centre Info in Freiburg, bieten Beratung im Bereich der nachhaltigen Investitionen (Sustainable Investment Consulting) an.</p><p>Es ist unverständlich, dass ausgerechnet die Post als öffentliches und volksnahes Unternehmen die sozial und ökologisch wichtige Entwicklung nicht ebenfalls mit einem sinnvollen Angebot unterstützt und damit einem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung entgegenkommt.</p>
  • <p>Die Post kann über die Grundversorgung im Zahlungsverkehr gestützt auf Artikel 9 des Postgesetzes auch weitere Dienstleistungen und Produkte des Zahlungsverkehrs sowie damit unmittelbar zusammenhängende Dienstleistungen und Produkte anbieten. Der Bundesrat hat diese Wettbewerbsdienste in Artikel 5ff. der Postverordnung konkretisiert. Demnach kann die Post im Auftrag Dritter Dienstleistungen und Produkte anbieten, die für den Verkauf über die Infrastruktur der Post geeignet sind. Dazu gehört namentlich der Vertrieb von Anlagefondsanteilen. Die Post bietet ihren Kundinnen und Kunden heute fünf Anlagestrategiefonds Postsoleil 1-5 an, welche einen durchschnittlichen Aktienanteil von 0-75 Prozent aufweisen. Ferner bietet sie zusätzlich zwei Aktienfonds Postsoleil Suisse und Postsoleil Europe an.</p><p>1./2./4. Der Bundesrat erachtet es als positiv, dass auf dem Markt vermehrt auch Angebote im Bereich der ethisch, sozial und umweltverträglichen Anlagen bestehen. Er begrüsst es daher, dass die Post im Rahmen der geplanten Erweiterung der Produktpalette ebenfalls die Aufnahme von so genannten "Öko-Fonds" ernsthaft prüft. Dieses Projekt befindet sich zurzeit allerdings noch in der Konzeptphase. Es ist daher verfrüht, Aussagen über die Chancen der Einführung zu machen. Das UVEK wird sich im Rahmen der periodischen Aussprachen mit der Post über den Stand der Arbeiten informieren lassen. </p><p>3. Der Bundesrat hat die Post in seinen strategischen Zielen für die Jahre 2002-2005 im Rahmen ihrer betrieblichen Möglichkeiten auf eine den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung verpflichtete Unternehmensstrategie festgelegt. Die Post muss demnach den Prinzipien der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit nachleben.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Immer mehr Anleger und Anlegerinnen möchten ihr Geld nachhaltig investieren. Das prozentuale Wachstum des investierten Kapitals im nachhaltigen Segment war in den letzten fünf Jahren etwa doppelt so hoch wie im Gesamtmarkt.</p><p>Investitionen in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sind langfristig auch finanziell erfolgreicher und damit für Investoren und Investorinnen interessant.</p><p>Schliesslich sind nachhaltige Anlagemöglichkeiten gut für das Bankenimage, denn umweltverträgliche Anlagen, zum Beispiel, geniessen ein hohes Ansehen, das auch auf den Anbieter abfärbt.</p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Wie beurteilt er die Tatsache, dass mittlerweile die meisten Banken in ihrem Angebot auch ethisch, sozial und ökologisch verträgliche Anlagemöglichkeiten anbieten, die Post - als Unternehmen des Bundes - aber nach wie vor ohne ein solches Angebot dasteht?</p><p>2. Wie erklärt er sich, dass es sich die Post ausgerechnet in jenem Bereich, in dem sie ihr Angebot weitgehend autonom bestimmt, leisten kann, sich einem verbreiteten sinnvollen und wichtigen Trend zu entziehen, nämlich nachhaltige Anlagemöglichkeiten zu offerieren?</p><p>3. Ist er auch der Meinung, dass die Post den Oberzielen des zuständigen Departementes, der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit, ebenfalls nachleben sollte?</p><p>4. Wie beurteilt er die Chance, dass die Post schon bald Investitionsmöglichkeiten in nachhaltige Anlagen offeriert?</p>
  • Warum bietet die Post keine Öko-Fonds an?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Zahl der Klein- und Grossanlegerinnnen und Grossanleger, ebenso wie jene der institutionellen Investorinnen und Investoren, denen es nicht gleichgültig ist, was ihr Geld bewirkt, steigt rasant. Das Jahr 2000 war ein absolutes Boomjahr für ökologische Geldanlagen: Sowohl die Zahl der Fondsangebote als auch das Kapital, das in solche Fonds investiert wurde, haben sich verdoppelt. Investoren und Investorinnen wie Börsenanalysten teilen die Einschätzung, dass mit gut geführten Öko-Fonds sogar meistens besser abgeschnitten wird als mit herkömmlichen Fonds.</p><p>Die Post bietet ihren Kunden und Kundinnen ebenfalls Anlagefonds an. Allerdings hat es die Post bis heute nicht für nötig befunden, ihren Kunden und Kundinnen auch im Bereich der nachhaltigen Anlagen ein Angebot zu unterbreiten. Dies ist umso unverständlicher angesichts der Tatsache, dass alle wichtigen Banken in ihrem Sortiment eine oder mehrere nachhaltige Anlagemöglichkeiten führen.</p><p>Für die Auswahl der Unternehmen, die in einen nachhaltigen Anlagefonds gehören, gibt es mittlerweile allgemein anerkannte Kriterienkataloge und Benchmarks. Der englische Indexanbieter FT-SE hat in Zusammenarbeit mit der britischen Research-Organisation für ethische Investitionen (The Ethical Investment Research Service) vier neue ethische Indizes unter dem Namen FTSE-4Good entwickelt. Die Schweizer Firma Sustainability Asset Management erarbeitete die Auswahlkriterien für den Down Jones Sustainability Group Index. Weitere international anerkannte Firmen, wie z. B. das Centre Info in Freiburg, bieten Beratung im Bereich der nachhaltigen Investitionen (Sustainable Investment Consulting) an.</p><p>Es ist unverständlich, dass ausgerechnet die Post als öffentliches und volksnahes Unternehmen die sozial und ökologisch wichtige Entwicklung nicht ebenfalls mit einem sinnvollen Angebot unterstützt und damit einem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung entgegenkommt.</p>
    • <p>Die Post kann über die Grundversorgung im Zahlungsverkehr gestützt auf Artikel 9 des Postgesetzes auch weitere Dienstleistungen und Produkte des Zahlungsverkehrs sowie damit unmittelbar zusammenhängende Dienstleistungen und Produkte anbieten. Der Bundesrat hat diese Wettbewerbsdienste in Artikel 5ff. der Postverordnung konkretisiert. Demnach kann die Post im Auftrag Dritter Dienstleistungen und Produkte anbieten, die für den Verkauf über die Infrastruktur der Post geeignet sind. Dazu gehört namentlich der Vertrieb von Anlagefondsanteilen. Die Post bietet ihren Kundinnen und Kunden heute fünf Anlagestrategiefonds Postsoleil 1-5 an, welche einen durchschnittlichen Aktienanteil von 0-75 Prozent aufweisen. Ferner bietet sie zusätzlich zwei Aktienfonds Postsoleil Suisse und Postsoleil Europe an.</p><p>1./2./4. Der Bundesrat erachtet es als positiv, dass auf dem Markt vermehrt auch Angebote im Bereich der ethisch, sozial und umweltverträglichen Anlagen bestehen. Er begrüsst es daher, dass die Post im Rahmen der geplanten Erweiterung der Produktpalette ebenfalls die Aufnahme von so genannten "Öko-Fonds" ernsthaft prüft. Dieses Projekt befindet sich zurzeit allerdings noch in der Konzeptphase. Es ist daher verfrüht, Aussagen über die Chancen der Einführung zu machen. Das UVEK wird sich im Rahmen der periodischen Aussprachen mit der Post über den Stand der Arbeiten informieren lassen. </p><p>3. Der Bundesrat hat die Post in seinen strategischen Zielen für die Jahre 2002-2005 im Rahmen ihrer betrieblichen Möglichkeiten auf eine den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung verpflichtete Unternehmensstrategie festgelegt. Die Post muss demnach den Prinzipien der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit nachleben.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Immer mehr Anleger und Anlegerinnen möchten ihr Geld nachhaltig investieren. Das prozentuale Wachstum des investierten Kapitals im nachhaltigen Segment war in den letzten fünf Jahren etwa doppelt so hoch wie im Gesamtmarkt.</p><p>Investitionen in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sind langfristig auch finanziell erfolgreicher und damit für Investoren und Investorinnen interessant.</p><p>Schliesslich sind nachhaltige Anlagemöglichkeiten gut für das Bankenimage, denn umweltverträgliche Anlagen, zum Beispiel, geniessen ein hohes Ansehen, das auch auf den Anbieter abfärbt.</p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Wie beurteilt er die Tatsache, dass mittlerweile die meisten Banken in ihrem Angebot auch ethisch, sozial und ökologisch verträgliche Anlagemöglichkeiten anbieten, die Post - als Unternehmen des Bundes - aber nach wie vor ohne ein solches Angebot dasteht?</p><p>2. Wie erklärt er sich, dass es sich die Post ausgerechnet in jenem Bereich, in dem sie ihr Angebot weitgehend autonom bestimmt, leisten kann, sich einem verbreiteten sinnvollen und wichtigen Trend zu entziehen, nämlich nachhaltige Anlagemöglichkeiten zu offerieren?</p><p>3. Ist er auch der Meinung, dass die Post den Oberzielen des zuständigen Departementes, der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit, ebenfalls nachleben sollte?</p><p>4. Wie beurteilt er die Chance, dass die Post schon bald Investitionsmöglichkeiten in nachhaltige Anlagen offeriert?</p>
    • Warum bietet die Post keine Öko-Fonds an?

Back to List